Gemüse · Amaranthaceae

Mangold

Beta vulgaris subsp. vulgaris

Einmal gesetzt, die äußeren Stiele abgeschnitten, und Mangold belohnt dich immer wieder mit Blättern die ganze Saison lang.

Licht

Volle Sonne

Gießen

Alle 3–⁠7 Tage

Wärme

5–⁠30°C

Ernte

50–⁠60 Tage

Giftig für Katzen, Hunde, Pferde und mehr
Mangold

Überblick

Mangold belohnt dich mit breiten, glänzenden Blättern und dicken, farbenfrohen Stielen, die genauso gut auf dem Teller wirken. Er ist genau dieselbe Art wie die Gartenrübe, nur auf sein blättriges Kraut statt auf seine Wurzel gezüchtet, und er gehört zur selben Familie wie Spinat. Betrachte ihn als eine zweijährige Pflanze, die du wie eine einjährige anbaust, denn sie steckt in der ersten Saison ihre ganze Kraft in Blätter und kommt selten zum Blühen.

Das Schönste für alle, die gerade erst anfangen, ist, wie gütig Mangold zu einem Gärtner ist. Er hält Sommerhitze und leichten Frost besser aus als die meisten Blattgemüse, eine einzige Aussaat im Frühling kann dich also bis weit in den Herbst hinein versorgen. Wählst du die farbenfrohen Sorten, wird das Beet fröhlich mit Stielen in Rot, Rosa, Gelb und Weiß, die vor tiefgrünen Blättern leuchten.

Nur wenige Kulturen sind einem ersten Versuch so freundlich gesinnt. Setze den Samen, halte den Boden feucht, und beginne, die äußeren Blätter zu pflücken, während die Mitte der Pflanze fleißig weitere nachbildet. Biete ihm gleichmäßiges Wasser und einigermaßen guten Boden, und Mangold gibt weit mehr zurück, als er verlangt, jeder frühe Fehltritt lässt sich also leicht wieder ausgleichen.

Pflege

Kurz gesagt: gib ihm volle Sonne oder einen Hauch Nachmittagsschatten, halte den Boden reich und gleichmäßig feucht, und pflücke oft die äußeren Blätter, damit sanft immer neues Wachstum nachkommt.

Licht

Mangold ist am glücklichsten in voller Sonne, nimmt Halbschatten jedoch gut gelaunt hin, und dieser Schatten hilft in Hitzeperioden wirklich, weil er die Pflanze davon abhält, vorschnell zu schossen. Gibst du ihm allerdings zu viel tiefen Schatten, kommen die Blätter dünn und das Wachstum zäh.

Gießen

Halte den Boden gleichmäßig feucht, was etwa 2,5 bis 4 cm Wasser pro Woche entspricht. Diese stetige Versorgung hält die Blätter zart und hält sanft das Schossen zurück, das Hitze und Trockenperioden auslösen können.

Boden

Setze Mangold in reichen, gut durchlässigen Lehm, der großzügig mit organischem Material versehen ist. Er fühlt sich bei einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0 richtig zuhause, und etwas Kompost vor der Aussaat lohnt sich die ganze Saison über.

Temperatur

Mangold ist über eine weite Spanne hinweg zufrieden und wächst gut von etwa 5 °C bis 30 °C. Ein leichter Frost bringt ihn nicht aus der Ruhe, und er wächst durch die Sommerhitze weiter, wenn andere Blattgemüse längst aufgeben würden.

Luftfeuchtigkeit

Gewöhnliche Außenluft passt Mangold gut, und 40 % bis 70 % Luftfeuchtigkeit liegen bequem in seinem Wohlfühlbereich. Was wirklich zählt, ist gute Luftzirkulation und kein genauer Messwert, denn dicht gedrängte, feuchte Blätter können Blattflecken begünstigen.

Düngen

Gib während des aktiven Blattwachstums ab dem Frühling eine Kopfdüngung mit einem ausgewogenen, stickstoffhaltigen Gemüsedünger. Da du die ganze Saison über Blätter erntest, hält dieser sanfte, stetige Stickstoff frische Blätter kommend.

Schneiden

Hier ist die Ernte gleich der Rückschnitt, was die Sache einfach macht. Schneide die äußeren Blätter in 10 bis 30 cm Höhe nahe der Basis ab und lass das Herz der Pflanze unangetastet, dann schickt sie bereitwillig immer wieder neues Wachstum nach, Blatt für Blatt.

Umtopfen

Da Mangold einjährig kultiviert wird, gibt es kein Umtopfen, um das man sich kümmern müsste. Säe deine Kübel einfach jede Saison neu ein, statt eine Pflanze durchzuziehen, und wähle einen geräumigen Pflanzbehälter, damit sich die Wurzeln nie beengt fühlen.

Größe & Abstand

Rechne damit, dass die Pflanzen 30 bis 60 cm hoch werden mit einer Ausbreitung von 20 bis 45 cm. Vereinzle die Sämlinge auf 10 bis 15 cm Abstand, damit jede kleine Pflanze Ellbogenraum hat und Luft zwischen ihnen zirkulieren kann.

Wann pflanzen

Mangold ist ein Freund der kühlen Jahreszeit, der mit Frühlingskühle wie mit sommerlicher Wärme gleichermaßen zurechtkommt, es bleibt also viel Raum für einen entspannten Start. Du kannst die Aussaat im Spätwinter drinnen beginnen, oder ihn einfach ein paar Wochen vor dem letzten Frost direkt in den Boden säen. Säe im Spätsommer eine weitere Runde, dann hast du Blätter, die bis in den Herbst hinein tragen.

Aussäen Mär–Apr
Pflanzen Apr–Mai
Ernte Jun–Okt

Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.

  • Aussaat: 4 bis 6 Wochen vor dem letzten Frühjahrsfrost
  • Pflanzung: 2 bis 3 Wochen vor dem letzten Frühjahrsfrost, und erneut im Spätsommer für eine Herbsternte
  • Ernte: Blätter vom Frühsommer bis in den Herbst ernten (und in milden Klimazonen über den Winter)

Winterhärte

Temperatur: bis -40°C

Probleme lösen

Mangold macht kaum je Sorgen, und taucht doch etwas auf, bleibt es meist an den Blättern, wo du es früh entdecken kannst. Schau ihn hin und wieder durch, erkenne die ersten Anzeichen, und du kannst das Problem beheben, bevor es sich ausbreitet. Finde unten das Symptom deiner Pflanze, und handle, solange ein kleiner Schritt noch etwas bewirkt.

Rückschlag

Kleine, hellbraune Flecken mit einem dunkleren Ring

Das ist die Visitenkarte des Cercospora-Blattflecks, ein Pilz, der als runde, purpurn umrandete Flecken erscheint, die beim Ausbreiten zusammenwachsen. Schneide die gesprenkelten Blätter ab und entsorge sie, und pflücke weiterhin die sauberen äußeren Blätter. Die eigentliche Wende bringt es, den Bestand auszudünnen, damit frische Luft hindurchziehen kann.

Lösung:

  • Befallene Blätter entfernen und vernichten
  • Gesunde äußere Blätter ernten
  • Luftzirkulation durch Ausdünnen verbessern
Rückschlag

Ein hoher Samenstiel schießt hoch und der Geschmack wird sauer

Schossen bedeutet einfach, dass die Pflanze sich entscheidet, Samen statt Blätter zu bilden, meist nach einer langen Hitzeperiode oder, gelegentlich, einem Kälteeinbruch früh in ihrem Leben. Klettert der zentrale Samenstiel erst einmal hoch, lässt das Blattwachstum nach und der Geschmack wird scharf. Sammle die guten Blätter, bevor sie sauer werden, zieh dann die geschossene Pflanze heraus und säe eine frische Runde, und du bist gleich wieder auf Kurs.

Lösung:

  • Verbleibende Blätter ernten, bevor sie bitter werden
  • Geschossene Pflanzen herausziehen und für eine frische Ernte neu säen
Kosmetisch

Gewundene helle Spuren, die sich durchs Blattinnere ziehen

Diese verschlungenen hellen Spuren sind die Fraßgänge von Minierfliegenlarven, die sich zwischen Ober- und Unterseite des Blattes eingenistet haben. Hältst du ein Blatt gegens Licht, kannst du meist die kleine Larve oder die dunklen Punkte erkennen, die sie hinterlässt. Zwicke einfach die betroffenen Blätter ab und entsorge sie sofort, eine kräftige, gesunde Pflanze wächst über den kleinen Verlust hinweg, ohne aus dem Takt zu geraten.

Lösung:

  • Befallene Blätter umgehend abzupfen und vernichten
  • Larven von Hand entfernen
  • Pflanzen kräftig halten, damit äußere Blätter geopfert werden können

Giftigkeit

Für Menschen ist Mangold ein gesundes Grün zum Genießen, gekocht oder roh, ohne irgendetwas Giftiges, worüber man sich sorgen müsste. Er enthält allerdings eine ganze Menge löslicher Oxalate, was für Katzen, Hunde, Pferde und Weidetiere nur eine milde Vorsicht bedeutet, wenn sie über längere Zeit viel davon fressen. Ein kleiner Happen ist unbedenklich, solange Mangold nie zum festen Bestandteil der Mahlzeiten eines Tieres wird.

Giftig für

Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Ungiftig für

Menschen

Katzen Vorsicht

Mangold ist für Katzen nicht giftig, auch wenn seine Blätter reichlich lösliche Oxalate enthalten. Ein neugieriges Knabbern schadet nicht, während eine große, immer wiederkehrende Portion den Magen aus dem Gleichgewicht bringen und mit der Zeit die Nieren belasten kann.

Hunde Vorsicht

Ein paar Blätter sind für einen Hund kein Grund zur Sorge. Am freundlichsten ist es, die Portionen klein zu halten, denn diese hohe Oxalatlast kann den Magen verstimmen und in großen Mengen den Nieren zusetzen.

Pferde Vorsicht

Ein kleiner Happen ist für ein Pferd völlig unbedenklich, doch Mangold enthält mehr Oxalat, als für sie ideal ist. Stetiges, ausgiebiges Abweiden kann den Kalziumhaushalt des Körpers durcheinanderbringen und die Nieren belasten.

Kaninchen Vorsicht

Kaninchen können Mangold als einen Teil einer abwechslungsreichen Blattdiät genießen, sollten ihn aber besser nicht täglich bekommen. Die Oxalate summieren sich mit der Zeit, es hilft also, ihn mit oxalatärmerem Grün abzuwechseln, statt ihn allein zu servieren.

Nutztiere Vorsicht

Ziegen, Schafe und Rinder vertragen ein wenig Mangold ohne jedes Problem. Es sind die großen, wiederholten Portionen dieser oxalatreichen Blätter, die den Kalziumhaushalt stören und die Nieren belasten können.

Vögel Vorsicht

Hühner im Garten und Ziervögel dürfen gern hin und wieder an etwas Mangold picken. Wegen der Oxalate behandle ihn eher als gelegentlichen Leckerbissen denn als tägliche Portion.

Menschen Essbar

Für Menschen ist Mangold ein nahrhaftes Küchengrün, herrlich gekocht oder roh und völlig unbedenklich zu essen. Das Einzige, was man im Hinterkopf behalten sollte, ist sein hoher Oxalatgehalt, der vor allem für alle mit Neigung zu Nierensteinen von Bedeutung ist.

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig; spüle die Blätter vor dem Verzehr ab.

Notrufnummern

Deutschland

Giftnotruf (Berlin): 030 19240

Österreich

Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43

Schweiz

Tox Info Suisse: 145

Sorten

Die meisten Mangoldsorten unterscheiden sich durch die Farbe ihrer Stiele und die Beschaffenheit ihrer Blätter, und jede davon macht Freude im Anbau. Hier sind die, denen du am ehesten am Saatgutregal begegnest.

Bright Lights

Ein Gewinner der All-America Selections, dieser bringt das Beet mit Stielen und Blattrippen in einer fröhlichen Mischung aus Rot, Rosa, Gelb, Orange und Weiß zum Leuchten.

Northern Lights

Er trägt dieselbe fröhliche Farbpalette in seinen Stielen und Blattrippen, von Rot über Rosa und Gelb bis Weiß.

Ruby (Rhabarber-)Mangold

Dieser setzt tiefrote Stiele und Adern gegen dunkelgrüne, stark krause Blätter für eine warme, auffällige Erscheinung im Beet.

Fordhook Giant

Eine verlässliche alte Sorte, die mit echter Kraft wächst und breite weiße Stiele sowie große, dunkelgrüne, krause Blätter bietet.

Mischkultur

Mangold gedeiht gut neben anderen Blattgemüsen der kühlen Jahreszeit und ein paar gängigen Gartennachbarn, schlecht dagegen neben Bohnen, die sich weder mit ihm noch mit seinen Rüben-Verwandten gut vertragen.

Gute Nachbarn

Kohlgewächse (Brassicas)SalatTomaten

Kohlgewächse (Brassicas): In den Mischkultur-Empfehlungen der Beratungsdienste als verträgliche Nachbarn geführt, die die Bedingungen der kühlen Jahreszeit teilen.

Salat: Verträgliches, wenig konkurrierendes Blattgemüse für dieselben Beete der kühlen Jahreszeit.

Tomaten: In den Mischkultur-Empfehlungen der Beratungsdienste als förderlicher Partner für Mangold geführt.

Schlechte Nachbarn

Bohnen

Bohnen: Bohnen werden in den Mischkultur-Empfehlungen der Beratungsdienste als unverträglicher Partner für Mangold und Rote Bete geführt.

Vermehrung

Das Schöne an Mangold ist, dass Samen alles ist, was du zum Start brauchst. Es gibt nur eine kleine Eigenheit bei diesem Samen, die eine freundliche Vorwarnung wert ist, bevor du säst.

AussaatEinfach

Frühling und noch einmal im Spätsommer für eine Herbsternte · 50 bis 60 Tage von der Aussaat bis zur ersten vollen Ernte

Mangold könnte aus Samen kaum leichter zu ziehen sein, gesät im Frühling und noch einmal im Spätsommer für eine Herbsternte. Hier die Eigenheit, die es zu kennen lohnt: Jeder 'Samen' ist eigentlich ein Mehrfachkeimling, ein kleines getrocknetes Fruchtbüschel, das mehrere Sämlinge gemeinsam hervorbringt, vereinzle sie also, sobald sie erscheinen, auf 10 bis 15 cm Abstand. Von der Aussaat bis zur ersten vollen Ernte dauert es etwa 50 bis 60 Tage, und die Wartezeit vergeht sanft.

Mythen

Mythos

Mangold braucht ständige Nachsaat, genau wie Spinat, sonst schosst er dir davon.

Realität

Zum Glück verträgt Mangold Hitze und Kälte weit gelassener als Spinat und schosst viel langsamer. Eine einzige Aussaat kann dich über eine lange Saison mit Blättern versorgen, Blatt für Blatt, sodass du nicht den steten Strom an Nachsaaten brauchst, den Spinat von dir verlangt.

Quellen