Baum · Lauraceae

Sassafras

Sassafras albidum

Gib diesem genügsamen einheimischen Baum Platz zum Ausbreiten, und er belohnt dich mit leuchtender Herbstfärbung und verspielten, fäustlingsförmigen Blättern.

Licht

Volle Sonne

Gießen

Alle 7–⁠14 Tage

Winterhärte

bis -34°C

Endgröße

9,1–⁠18,3 m

Giftig für Katzen, Hunde, Pferde und mehr
Sassafras

Überblick

Wenn du neu bei Bäumen bist, ist Sassafras ein freundlicher Einstieg. Ein und derselbe Zweig überrascht dich mit drei verschiedenen Blattformen, von einem einfachen Oval über einen zweilappigen Fäustling bis zu einem dreilappigen Handschuh, sodass kaum zwei Zweige gleich aussehen. Im Herbst verwandelt sich die ganze Krone in Orange, Rot und tiefes Violett, und ein sanft zerdrücktes Blatt gibt den süßen, würzigen Duft frei, der diesen Baum früher zu einem Küchenliebling und zur Basis für Root Beer machte.

Er wächst schnell und verlangt wenig. Volle Sonne bis Halbschatten und feuchter, saurer, gut durchlässiger Boden sind eigentlich alles, was er braucht, und Kälte bis Zone 4 hält er locker aus. Womit du rechnen solltest, ist Gesellschaft. Die flachen Wurzeln schicken neue Triebe nach oben, die sich zu einem Dickicht verweben können, was am wilden Gartenrand ein Geschenk ist und im Rasen einfach zu lösen, indem du sie beim Erscheinen abmähst oder abschneidest.

Es gibt eine ehrliche Warnung, mit der sich gut leben lässt. Wurzeln und Rinde enthalten Safrol, genau die Substanz hinter diesem herrlichen Duft, und sie ist ein Lebergift, das die US-Lebensmittelbehörde FDA 1960 aus Lebensmitteln verbannt hat. Genieße Sassafras also für seine Farbe, seinen Schatten und die Vögel, die er ernährt, und lass die alten Wurzeltees in der Vergangenheit.

Pflege

Kurz gesagt: gib Sassafras volle Sonne bis Halbschatten, feuchte, saure und gut durchlässige Erde sowie in jungen Jahren regelmäßiges Gießen, lass dann die Wurzeln wandern und schneide die Ausläufer zurück, wann immer du einen sauberen, einzelnen Stamm behalten willst.

Licht

Am wohlsten fühlt sich Sassafras in voller Sonne, und genau dieses offene Licht lässt die Herbstfärbung so richtig leuchten. Er kommt aber auch klaglos mit Halbsonne oder Halbschatten zurecht, wobei ein junger Baum sich gern zur hellsten Stelle neigt, gib ihm also möglichst freien Himmel.

Gießen

Solange dein Baum jung ist, halte die Erde gleichmäßig feucht und gib ihm alle 7 bis 14 Tage eine Wassergabe, während die Wurzeln Halt fassen. Ist er erst einmal etabliert, übersteht er Trockenperioden mit Leichtigkeit. Er liebt feuchten, gut durchlässigen Boden und macht nur schlapp, wenn er in nassem Lehm steht.

Boden

Pflanze ihn in feuchten, sauren, gut durchlässigen Lehm- oder Sandboden mit einem pH-Wert um 6,0 bis 7,0, dann fühlt er sich zu Hause. Auch Lehm und trockene Stellen verzeiht er. Das Einzige, was er nicht mag, ist alkalischer Boden, der die Blätter blass und chlorotisch werden lassen kann.

Temperatur

Das ist ein wunderbar robuster Baum. Winterliche Tiefstwerte um -34°C und sommerliche Höchstwerte um 38°C stecken ihn locker weg, was fast das gesamte gemäßigte Klima des östlichen US-Gebiets abdeckt, du kannst ihn also pflanzen, ohne aufs Thermometer zu schielen.

Luftfeuchtigkeit

Hier gibt es nichts zu beachten, denn ganz normale Außenluft passt Sassafras bestens. Was wirklich hilft, ist gute Luftzirkulation, die kleine Blattpilze fernhält, ein Platz mit etwas Wind ist also ein netter Bonus.

Düngen

Gute Nachrichten für vielbeschäftigte Gärtner: Ein etablierter Sassafras braucht so gut wie nie Dünger. Ist deine Erde eher arm, reicht ein ausgewogener Langzeitdünger für Bäume im Frühjahr, und ein Baum in guter Erde kommt problemlos ganz ohne aus.

Schneiden

Greif im Spätwinter zur Gartenschere, um tote oder sich kreuzende Äste zu entfernen und Wurzelausläufer abzuschneiden, wenn du einen einzelnen, sauberen Stamm möchtest. Bevorzugst du eine strauchige Form, kannst du den ganzen Baum alle 2 bis 3 Jahre bodennah zurückschneiden und neu austreiben lassen.

Umtopfen

Sassafras gehört ins freie Beet, nicht in ein Gefäß. Seine tiefe Pfahlwurzel macht das Leben im Topf und das Umsetzen eines etablierten Baums wirklich schwierig, nimm dir also Zeit für die Wahl des richtigen Platzes und lass ihn dann dort bleiben und wachsen.

Größe & Abstand

Plane ordentlich Platz ein, dann dankt es dir der Baum. Ein ausgewachsener Sassafras erreicht 9 bis 18 m Höhe und wird 7,6 bis 12 m breit, und denk daran, dass seine Ausläufer diese Fläche im Lauf der Zeit noch vergrößern.

Wann pflanzen

Sassafras richtet sich nach dem Rhythmus des Waldes, aus dem er stammt, und lässt sich das Jahr über leicht verfolgen. Pflanze junge Bäume im Frühjahr, sobald der Frost vorbei ist, freu dich an den zarten grünlich-gelben Blüten von März bis Mai, wenn sich die Blätter öffnen, und halte im Spätsommer bis frühen Herbst Ausschau nach blauschwarzen Steinfrüchten an roten Stielen.

Pflanzen Apr–Mai
Blüte Mär–Mai
Ernte Aug–Okt

Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.

  • Aussaat: Nicht üblich; Samen benötigt kalt-feuchte Stratifizierung, daher im Herbst im Freien aussäen oder 2 bis 4 Monate vor der Frühjahrsaussaat stratifizieren
  • Pflanzung: Frühjahr, nach dem letzten Frost, mit jungen Container- oder Wurzelausläuferpflanzen
  • Ernte: Grünlich-gelbe Blüten von März bis Mai vor oder mit dem Blattaustrieb; blauschwarze Steinfrüchte an roten Stielen reifen im Spätsommer bis frühen Herbst

Winterhärte

Temperatur: bis -34°C

Probleme lösen

Sassafras bereitet dir selten ernsthafte Probleme. Meistens begegnest du nur neuen Trieben, mit denen sich der Baum ausbreitet, oder ein paar Insekten, die an den Blättern knabbern, und beides lässt sich leicht in den Griff bekommen. Die einzige ernste Sorge, die Lorbeerwelke, betrifft nur den Südosten der USA, also ordne dein Symptom unten zu und greif frühzeitig und zuversichtlich ein.

Schwerwiegend

Ganze Äste welken schnell, im Holz zeigen sich dunkle Flecken

Das hier ist ernst: die Lorbeerwelke, ein Pilz, der vom Rotlorbeer-Ambrosiakäfer verbreitet wird, das Splintholz verstopft und einen Baum zu Fall bringen kann, sobald er sich eingenistet hat. Achte auf winzige Käferlöcher und kleine, zahnstocherähnliche Bohrmehlröhrchen am Stamm sowie auf dunkle Verfärbungen unter der Rinde, und lass es von einem Diagnoselabor bestätigen, wenn du im Südosten der USA gärtnerst. Leider gibt es keine Heilung, deshalb ist es für die anderen Bäume das Beste, den befallenen Baum zu entfernen und zu häckseln oder zu verbrennen und niemals unbehandeltes Holz zu transportieren, das den Käfer weitertragen könnte.

Lösung:

  • Keine wirksame Heilung nach Befall; abgestorbene und sterbende Bäume fachgerecht entfernen und entsorgen (häckseln oder verbrennen), um Brutstätten der Käfer zu verringern
  • Kein unbehandeltes Holz transportieren, das den Käfer verbreiten könnte
Rückschlag

Frische Triebe drängen sich aus dem Boden rund um deinen Baum

Was du siehst, ist Wurzelausläuferbildung, die natürliche und ziemlich eifrige Art des Baums, sich nach außen zu klonen. Wenn du die flachen Seitenwurzeln anschneidest oder verletzt, weckt das nur noch mehr Triebe, grabe also möglichst nicht in ihrer Nähe. Mäh oder schneide die Ausläufer während der Saison immer wieder bodennah ab, hebe die aus, an denen ein Stück Wurzel dranhängt, und setze eine eingegrabene Barriere oder einen gemähten Streifen ein, um die Kolonie sanft dort zu halten, wo du sie haben möchtest.

Lösung:

  • Ausläufer während der Saison wiederholt bodennah abmähen oder abschneiden
  • Unerwünschte Ausläufer wo möglich mitsamt Wurzel ausgraben
  • Eine Wurzelsperre einbauen oder einen gemähten Streifen pflegen, um die Kolonie einzudämmen
Kosmetisch

Angeknabberte oder spitzenartig durchlöcherte Blätter mit Flecken

Zerfressenes Laub bedeutet meist Japankäfer und andere Fresser wie Schildläuse, während die Flecken auf Blattfleckenpilze oder Echten Mehltau zurückgehen. Bei einem ausgewachsenen Baum ist das fast immer rein kosmetisch, mach dir also keine Sorgen deswegen. Klopfe die Käfer in Seifenwasser, harke abgefallene Blätter zusammen, um die Pilzsporen zu reduzieren, und greife nur bei starkem Schildlausbefall zu Gartenbauöl.

Lösung:

  • Japankäfer absammeln oder in Seifenwasser klopfen
  • Leichten Blattfleckenbefall tolerieren; abgefallene Blätter harken und entfernen, um den Pilzbefall zu verringern
  • Starken Schildlausbefall mit Gartenbauöl behandeln

Giftigkeit

Das Wichtigste ist schnell gesagt: Wurzeln, Rinde und das Öl gehören nicht auf den Speiseplan. Sie enthalten Safrol, eine Substanz, die die Leber belastet und als möglicherweise krebserregend gilt, und die seit 1960 von der Lebensmittelliste gestrichen ist. Der Kontakt mit den Blättern ist risikoarm, deshalb reicht es, Menschen und Haustiere davon abzuhalten, an den holzigen Teilen zu kauen oder selbstgemachten Tee davon zu trinken.

Giftig für

Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen

Katzen Vorsicht

Die aromatischen Wurzeln und die Rinde enthalten Safrol, das der Leber einer Katze zusetzt, das eigentliche Risiko besteht also darin, dass eine Katze an diesen holzigen Teilen nagt oder leckt, nicht darin, an den Blättern vorbeizugehen. Verstaue geschnittene Wurzeln, Rinde und jegliches Sassafrasöl dort, wo eine neugierige Katze nicht herankommt.

Hunde Vorsicht

Ein Hund, der an der Rinde kaut, an den Wurzeln gräbt oder Sassafrasöl aufleckt, nimmt Safrol auf, das der Leber mit der Zeit zusetzt. Die Blätter sind risikoarm, die holzigen Teile aber nicht, halte abgefallene Äste und gelagerte Wurzeln also außerhalb der Pfotenreichweite.

Pferde Vorsicht

Wenn ein Pferd an Rinde oder Wurzeln knabbert, bekommt es dasselbe leberschädigende Safrol ab, das auch der Rest des Baums enthält. Zäune Pferde von jedem Stamm fern, den sie erreichen könnten, und entferne Schnittgut, das in die Koppel fällt.

Kaninchen Vorsicht

Ein kleines Kaninchen braucht nur eine kleine Dosis, deshalb sollte es weder an der Rinde noch an den Wurzeln knabbern, wo sich das Safrol sammelt. Halte es deutlich fern vom Stamm und von jeglichem Schnittgut.

Nutztiere Vorsicht

Rinder, Ziegen und Schafe, die Rinde abschälen oder an freiliegenden Wurzeln kauen, schlucken Safrol, das die Leber belastet. Behalte weidende Tiere in der Nähe des Baums im Auge und entferne gefälltes Holz aus der Weide.

Vögel Vorsicht

Wildvögel fressen die reifen blauschwarzen Steinfrüchte völlig problemlos, denn das Safrol steckt in den holzigen Wurzeln und der Rinde, nicht in der Frucht. Halte Käfig- oder Gartenvögel trotzdem davon ab, an losen Rinden- oder Wurzelstücken zu picken.

Menschen Vorsicht

Alte Tees und Filé-Pulver stammten genau von diesem Baum, doch Safrol ist ein Lebergift und vermutlich krebserregend, weshalb es die FDA 1960 aus Lebensmitteln verbannt hat. Selbstgemachte Wurzel- oder Rindentees und Sassafrasöl sind in keiner Menge sicher, lass also die Finger davon und halte Kinder vom Kauen der Rinde ab.

Kontakt mit dem Laub ist risikoarm, aber lass weder Menschen noch Haustiere an Wurzeln, Rinde oder Sassafrasöl kauen oder sie verzehren. Verzichte auf selbstgemachten Wurzel-/Rindentee und auf das Öl.

Notrufnummern

Deutschland

Giftnotruf (Berlin): 030 19240

Österreich

Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43

Schweiz

Tox Info Suisse: 145

Sorten

Hier musst du dir keine schwere Wahl treffen, was eine Erleichterung ist. Sassafras wird fast immer als die wilde, einheimische Art gepflanzt, es gibt also eigentlich nur diese eine schöne Form.

Sassafras albidum (Art)

Das ist die gewöhnliche einheimische Form, geschätzt für ihre drei Blattformen und ihre leuchtende orange-rot-violette Herbstfärbung, benannte Kultivare gibt es dagegen kaum zu finden.

Vermehrung

Mehr Sassafras zu bekommen ist einfacher, als es klingt, denn der Baum erledigt über seine eigenen Wurzeln und Ausläufer schon vieles selbst. Ein geduldiger Gärtner kann ihn auch aus stratifiziertem Saatgut ziehen, sodass für jeden Aufwand der passende Weg dabei ist.

AussaatMittel

Im Herbst im Freien aussäen, oder 2 bis 4 Monate kalt-feucht stratifizieren und im Frühjahr aussäen · Mehrere Monate bis zur Keimung; 1 bis 2 Saisons bis zur Etablierung

Sassafras-Samen schlafen fest, bis sie eine kalte, feuchte Phase erlebt haben, säe sie also entweder im Herbst im Freien aus oder gib ihnen vor einer Frühjahrsaussaat 2 bis 4 Monate kalt-feuchte Stratifizierung. Spüle vorher das fleischige Fruchtfleisch von den Früchten ab, das hilft der Sache auf die Sprünge. Hab Geduld, denn es kann mehrere Monate bis zum Keimen dauern und noch eine Saison oder zwei, bis sich der junge Baum wirklich heimisch fühlt.

TriebstecklingeAnspruchsvoll

Ruhende Wurzelstücke ausgraben oder bewurzelte Ausläufer im Spätwinter bis frühen Frühjahr abtrennen · Eine Vegetationsperiode

Der sanfteste Weg ist, die bewurzelten Ausläufer auszuheben, die der Baum treibt, oder ein paar ruhende Wurzelstücke auszugraben, am besten im Spätwinter bis frühen Frühjahr, solange alles ruht. Innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode wachsen diese meist gut an. Einen größeren Baum zu verpflanzen gelingt wegen der tiefen Pfahlwurzel dagegen selten.

AbsenkerMittel

Frühjahr · Ein bis zwei Saisons

Sassafras vermehrt sich still über seine wandernden Wurzelausläufer, du kannst also im Frühjahr einfach einen kleinen davon abtrennen und an einen neuen Platz setzen. Gib ihm ein bis zwei Saisons, um Wurzeln zu schlagen und selbstständig zu stehen, dann klappt es.

Mythen

Mythos

Sassafraswurzel und ihr Root-Beer-Aroma sind ein sicherer, natürlicher Muntermacher.

Realität

Das Molekül hinter diesem charakteristischen Duft, Safrol, ist ein Lebergift und vermutlich krebserregend für den Menschen. Es löste bei Labortieren Lebertumoren aus, weshalb die FDA Safrol und Sassafrasöl 1960 aus Lebensmitteln verbannt hat. Natürlich zu sein macht die alten Wurzeltonika nicht sicher zu trinken, am besten tust du dir selbst den Gefallen und lässt sie stehen.

Quellen