Baum · Malvaceae

Amerikanische Linde

Tilia americana

Ein großer, nachsichtiger Schattenbaum, gekrönt von duftenden Sommerblüten, die Bienen lieben.

Licht

Volle Sonne

Gießen

Alle 7–⁠14 Tage

Winterhärte

bis -40°C

Endgröße

18,3–⁠24,4 m

Haustierfreundlich
Amerikanische Linde

Überblick

Die Amerikanische Linde, die die meisten Menschen einfach Linde nennen, ist ein hoch aufragender, heimischer Schattenbaum, der sich den liebevollen Spitznamen Bienenbaum verdient hat. Von Spätfrühling bis Frühsommer hüllt sie sich in kleine, blassgelbe Blüten, deren Duft im Wind treibt, und Bestäuber besuchen sie vom ersten bis zum letzten Licht des Tages. Im Lauf der Jahre wächst sie zu einer stattlichen Höhe von 18 bis 24 m heran, mit einer breiten, runden Krone, und du kannst dabei mit Stolz zusehen.

Das ist ein Baum für die Ewigkeit, und ein gutmütiger für Einsteiger. Sie übersteht strenge Winter, freut sich über volle Sonne oder Halbschatten und stellt kaum Ansprüche an den Boden, solange er wasserdurchlässig ist. Die großen, herzförmigen Blätter werfen einen tiefen, kühlenden Schatten, und das weiche, leichte Holz hat der Linde sowohl ihren Namen als auch ihren alten Ruf bei Schnitzern eingebracht.

Pflanze sie dort, wo sie sich ausbreiten kann, dann kommt sie meist von allein zurecht, du musst also nicht ständig nach ihr sehen. Das Einzige, was du dir merken solltest: Blattläuse mögen sie sehr gern und lassen im Sommer klebrigen Honigtau tropfen, überlege also kurz, bevor du direkt unter der Krone eine Terrasse anlegst oder ein Auto parkst.

Pflege

Kurz gesagt: gib ihr volle Sonne bis Halbschatten in feuchtem, gut durchlässigem Boden, gieße sie in jungen Jahren gleichmäßig, und danach verlangt sie kaum noch etwas.

Licht

Deine Linde gedeiht am besten in voller Sonne, kommt aber auch mit Halbschatten gut zurecht. Mehr Sonne schenkt dir eine vollere Krone und reichere Blüte, während ein schattigeres Plätzchen dich immer noch mit einem gesunden, wenn auch etwas lockereren Baum belohnt.

Gießen

Halte einen jungen Baum gleichmäßig feucht und gieße ihn in Trockenphasen alle 7 bis 14 Tage. Sobald sie angewachsen ist, verträgt sie etwas Trockenheit, ist aber immer glücklicher mit stetiger Feuchtigkeit, also lass sie nicht wochenlang austrocknen.

Boden

Sie ist erfrischend anspruchslos und kommt mit Ton, Lehm oder Sand zurecht, solange der Boden mäßig feucht und gut durchlässig bleibt. Jeder pH-Wert von 5,5 bis 8,0 passt ihr gut, was die meisten Böden abdeckt, die du wahrscheinlich hast.

Temperatur

Diese Linde ist wunderbar winterhart und fühlt sich von -40 °C bis 38 °C wohl. Sie steckt strenge Winter genauso locker weg wie heiße Sommer, und genau deshalb gedeiht sie in so großen Teilen des Landes.

Luftfeuchtigkeit

Um die Luftfeuchtigkeit im Freien musst du dich bei einer Linde nie kümmern, es gibt also keinen Zielwert, den du anpeilen müsstest. Luftbewegung zählt mehr, denn stehende, feuchte Luft rund um die Krone lädt Blattflecken und Milben geradezu ein.

Düngen

Ein eingewachsener Baum in ordentlichem Boden braucht kaum je Dünger. Wirkt der Wuchs schwach, arbeite im zeitigen Frühjahr einen ausgewogenen Langzeit-Baumdünger ein, aber geh sparsam damit um, denn zu viel Stickstoff füttert nur die Blattläuse.

Schneiden

Schneide im Spätwinter bis zeitigen Frühjahr, um einen kräftigen Mitteltrieb zu formen und tote, beschädigte oder sich kreuzende Äste zu entfernen. Der Baum treibt außerdem Wurzelschösslinge, die du einfach entfernst, sobald du sie entdeckst.

Umtopfen

Die Linde ist ein Landschaftsbaum und keine Kübelpflanze, daher spielt Umtopfen keine Rolle mehr, sobald sie im Boden steht. Zeigt ein Baumschulbaum im Topf kreisende Wurzeln oder Wurzeln, die aus den Abzugslöchern wachsen, pflanze ihn bald aus, und er wird es dir danken.

Größe & Abstand

Gib einer Linde reichlich Platz, denn sie wächst auf 18 bis 24 m Höhe heran und wird 9 bis 18 m breit. Pflanze sie mit deutlichem Abstand zu Gebäuden, Mauern und Freileitungen, damit die breite Krone allen Raum bekommt, den sie braucht.

Wann pflanzen

Weil die Linde ein Baum ist, gibt es keinen jährlichen Aussaatkalender, den du einhalten musst, was eine echte Erleichterung ist. Pflanze junge Bäume im Frühjahr oder Herbst, sobald die strengen Fröste vorüber sind, und die duftenden Blüten stellen sich von Spätfrühling bis zum Hochsommer von ganz allein ein.

Pflanzen Mär–Mai
Blüte Mai–Jul
Pflanzen Sep–Okt

Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.

  • Pflanzung: Frühjahr oder Herbst, sobald die Gefahr von starkem Frost vorüber ist
  • Ernte: Duftende blassgelbe Blüten von spätem Frühjahr bis Frühsommer (Mai bis Juli)

Winterhärte

Temperatur: bis -40°C

Probleme lösen

Eine gesunde Linde kommt meist von allein zurecht, und das meiste, was dir auffällt, ist rein kosmetisch. Vergleiche die Anzeichen unten, bevor du zu irgendeiner Behandlung greifst, denn ein großer Baum steckt Schädlinge, die einer kleineren Pflanze zu schaffen machen würden, meist locker weg, und du musst dir weniger Sorgen machen, als du denkst.

Rückschlag

Hängende Äste mit Sägemehl und kleinen runden Löchern tief am Stamm

Der Lindenbock frisst sich durch das Holz des unteren Stamms und der Äste, und du erkennst ihn an runden Ausfluglöchern und sägemehlartigem Kot dort, wo er war. Schneide befallene Äste heraus und verbrenne sie. Da Bockkäfer bevorzugt gestresste Bäume befallen, hilfst du am meisten, wenn du deinen Baum gut wässerst und die Rinde vor Rasenmäher- und Trimmerschäden bewahrst, und ziehst bei Befall des Stamms selbst einen Baumpfleger hinzu.

Lösung:

  • Schneide befallene Äste heraus und vernichte sie
  • Halte den Baum vital, denn Bockkäfer befallen bevorzugt gestresste Bäume
  • Ziehe bei starkem Befall des Stamms eine Gartenbauberatung oder einen Baumpfleger hinzu
Kosmetisch

Glänzende Klebrigkeit auf den Blättern und ein dunkler Film, der sich festsetzt

Keine Sorge, denn dieser Glanz ist nur Honigtau von Blattläusen, und der dunkle Belag ist ein harmloser Rußtaupilz, der sich von dem Zucker ernährt. Wenn sich Blattläuse, manchmal auch Schildläuse, in großer Zahl versammeln, lassen sie das süße Sekret auf alles darunter herabregnen. Ein kräftiger Wasserstrahl schickt sie in die Flucht, hilfreiche Marienkäfer und Florfliegen leisten ihren Beitrag, und der Film verschwindet, sobald das Tropfen aufhört.

Lösung:

  • Spritze Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab
  • Fördere Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen
  • Trage bei starkem Befall insektizide Seife oder Gartenbauöl auf das erreichbare Laub auf
  • Der Rußtaupilz verschwindet von selbst, sobald die Honigtauquelle unter Kontrolle ist
Kosmetisch

Sommerlaub bis auf ein zartes Spitzenmuster abgefressen

Das sind Japankäfer, die das weiche Gewebe fressen und nur die Adern übrig lassen, sodass die Krone von Juni bis August wie Spitzenwerk aussieht. Ist dein Baum noch jung, nimm dir einen ruhigen Morgen und sammle die glänzend grünen Käfer in Seifenwasser. Eine eingewachsene, gut gewachsene Linde steckt das wirklich locker weg und treibt neue Blätter, du kannst also auf Pheromonfallen verzichten, die nur noch mehr Käfer anlocken.

Lösung:

  • Sammle bei kleineren Bäumen die Käfer am frühen Morgen von Hand ab oder klopfe sie in Seifenwasser
  • Toleriere den Schaden bei großen, eingewachsenen Bäumen, sie erholen sich
  • Vermeide Pheromonfallen für Japankäfer, sie locken nur weitere Käfer an
Kosmetisch

Blätter wirken gesprenkelt, fleckig oder leicht bräunlich

Ein paar kleine Besucher können dem Laub ein unschönes Aussehen geben, also keine Panik. Gitterwanzen, Lindenthripse oder Spinnmilben sprenkeln die Blätter und hinterlassen dunkle Kotpünktchen auf der Unterseite, während pilzliche Blattflecken in feuchten Jahren als klar abgegrenzte Läsionen auftreten. Harke das gefallene Laub zusammen, um die Sporenmenge zu senken, sprühe die Krone in trockenen Phasen ab, um Milben zurückzudrängen, und danach kannst du entspannen, denn fast alles davon ist nur oberflächlich.

Lösung:

  • Harke das gefallene Laub zusammen und entsorge es, um Pilzsporen zu reduzieren
  • Sprühe das Laub in Trockenphasen ab, um Milben zu vertreiben
  • Die meisten Blattflecken sind rein kosmetisch und brauchen keine Behandlung

Giftigkeit

Wunderbare Nachrichten für Haustierbesitzer: Die Linde ist völlig ungefährlich. Die ASPCA stuft sie als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein, und der Baum enthält an keiner Stelle giftige Stoffe. Die duftenden Blüten werden sogar zu einem beruhigenden Tee getrocknet, und die jungen Blätter sind zart genug zum Essen.

Ungiftig für

Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Katzen Keine

Du kannst beruhigt sein, denn die ASPCA stuft die Linde als ungiftig für Katzen ein, und ein neugieriges Anknabbern bedeutet nicht mehr als Neugier. Eine wirklich große Portion irgendeines Grünzeugs kann den Magen kurz durcheinanderbringen, doch in diesem Baum steckt überhaupt kein Gift.

Hunde Keine

Auch dein Hund ist hier sicher, denn Blätter, Rinde und Blüten enthalten keine giftigen Wirkstoffe. Kaut er an einem heruntergefallenen Zweig, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Pferde Keine

Pferde können ungehindert an einer Linde knabbern und nehmen keinen Schaden, und die ASPCA führt die Art auch für sie auf ihrer Liste der ungiftigen Pflanzen. Selbst die jungen Blätter und Blüten sind als Futter unbedenklich.

Kaninchen Unbedenklich

Kaninchen dürfen die Blätter und Zweige ohne jedes Giftrisiko benagen. Die Linde ist eine bekannte Äsungspflanze, und der zarte Frühjahrstrieb ist völlig unbedenklich für sie.

Nutztiere Unbedenklich

Rinder, Ziegen und Schafe können das Laub ohne Probleme abweiden, denn der Baum trägt nichts, was ihnen schaden könnte. Die Linde dient seit Langem als Schnittfutter, ohne je Probleme zu bereiten.

Vögel Unbedenklich

Vögel nisten gern in der Krone und suchen völlig gefahrlos an den Blüten nach Nahrung. Weder die Samen noch die Knospen bergen eine Giftgefahr.

Menschen Unbedenklich

Auch Menschen sind bei der Linde sicher, die duftenden Blüten werden zu einem wohltuenden Tee getrocknet, und die jungen Blätter sind zart genug zum Essen. Nichts an diesem Baum musst du meiden.

Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig; Honigtau von Blattläusen kann Oberflächen unter dem Baum klebrig machen, ist aber nicht giftig.

Sorten

Linden gibt es in ein paar Formen, die sich kennenzulernen lohnen, von kompakten heimischen Auslesen bis zu silberblättrigen Verwandten. Das sind die, denen du in Gärten und an Straßenrändern am ehesten begegnest.

Tilia americana 'Redmond'

Diese kompaktere, pyramidalere Form des heimischen Baums wirst du lieben, sie bleibt bei etwa 12 bis 18 m und hat sich als beliebte Wahl für formale Schattenpflanzungen und Straßenbepflanzung durchgesetzt.

Tilia cordata 'Greenspire'

Diese Winterlinde trägt kleine, herzförmige Blätter von 2 bis 8 cm an einer dichten, ovalen Krone und wird quer durch Europa und darüber hinaus als robuster, stadtfester Straßenbaum geschätzt.

Tilia tomentosa

Als Silberlinde bekannt, drehen sich ihre dunkelgrünen Blätter im Wind und zeigen ihre weiß-wollige Unterseite, sodass der ganze Baum für dich zu schimmern scheint.

Vermehrung

Du kannst eine Linde je nach Ziel auf verschiedene Weisen anziehen, von der geduldigen Aussaat über das Veredeln benannter Sorten bis zu den Wurzelschösslingen, die der Baum so großzügig hergibt.

AussaatAnspruchsvoll

Säe gereinigten Samen im Herbst im Freien aus, oder stratifiziere ihn für eine Aussaat im Frühjahr · 1 bis 2 Jahre oder länger bis zur Keimung

Eine Linde aus Samen zu ziehen verlangt echte Geduld, geh also gelassen heran. Die Samen tragen eine harte Schale und eine doppelte Keimruhe, und selbst nach warm-kalter Stratifikation können sie ein bis zwei Jahre ruhen, bevor sie erwachen, und dann langsam und ungleichmäßig aufgehen. Säe gereinigten Samen im Herbst im Freien aus, oder stratifiziere ihn für eine Frühjahrsaussaat, und lass ihm einfach die Zeit, die er braucht.

VeredelungAnspruchsvoll

Spätwinter fürs Tischveredeln oder Sommer fürs Okulieren · 1 Vegetationsperiode bis zum Anwachsen

Benannte Sorten wie 'Redmond' und 'Greenspire' fallen aus Samen nicht sortenecht, daher veredelt man sie durch Pfropfen oder Okulieren auf Sämlingsunterlagen. Pfropfe im Spätwinter am Tisch oder okuliere im Sommer, und mit ein wenig Sorgfalt wächst die Veredelungsstelle über eine Vegetationsperiode zusammen.

AbsenkerMittel

Frühjahr · 1 bis 2 Jahre bis zur Bewurzelung

Die Linde ist großzügig und treibt von der Basis aus eigene Schösslinge und Ausläufer, die dir einen einfachen Klon liefern. Im Frühjahr fixierst du einen niedrigen Zweig zum Absenker, oder du hebst einen bewurzelten Schössling aus, und lässt ihn ein bis zwei Jahre lang eigene Wurzeln bilden, bevor du ihn umsetzt.

Mythen

Mythos

Lindenbäume vergiften angeblich Katzen und Hunde.

Realität

Diese Sorge kannst du getrost ablegen, denn die ASPCA stuft die Linde als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde ein, ohne giftige Wirkstoffe irgendwo im Baum. Ein Haustier, das eine große Menge irgendeiner Pflanze verschlingt, bekommt vielleicht kurz Bauchweh, aber an einer Linde ist überhaupt nichts giftig.

Mythos

Der klebrige schwarze Belag auf den Lindenblättern sei eine Krankheit, die den Baum tötet.

Realität

Dieser dunkle Film ist nur Honigtau von Blattläusen, auf dessen Zucker sich ein harmloser Rußtaupilz nährt. Es kann beunruhigend aussehen, doch es ist rein kosmetisch, und es verschwindet von selbst, sobald die Blattläuse weiterziehen. Ein eingewachsener Baum nimmt dadurch nie Schaden, du kannst also entspannt bleiben.

Quellen