Kraut · Lamiaceae
Minze
Mentha
Schenk ihr gleichmäßige Feuchtigkeit und einen eigenen Topf, und die Minze belohnt dich vom Frühjahr bis zum Frost mit frischen Blättern.
Halbschatten
Alle 2–4 Tage
15–25°C
80–90 Tage

Überblick
Die Minze ist vielleicht das nachsichtigste Kraut, das du je ziehen wirst, und dieses unkomplizierte Wesen ist Geschenk und leise Warnung zugleich. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), zusammen mit Basilikum und Salbei, deren typische vierkantige Stängel sie teilt, und die Minze, der du im Garten am häufigsten begegnest, ist die Grüne Minze. Reib ein Blatt zwischen den Fingern, und der kühle, süße Duft verrät dir sofort, dass du die echte vor dir hast.
Das Besondere an der Minze ist ihre Lust am Wandern. Sie treibt Ausläufer über und unter der Erde, und jeder einzelne wurzelt und beginnt eine neue Pflanze, sodass ein einzelner Trieb ein ganzes Beet in einer Saison füllen kann. Diese Tatkraft macht sie wunderbar unverwüstlich, und genau deshalb halten die meisten Gärtner sie lieber in einem Topf oder einem eingegrabenen, bodenlosen Gefäß, statt sie frei laufen zu lassen.
Auch abseits der Küche macht sich die Minze schnell bezahlt. Sie ist eine winterharte Staude, die in kühlen und milden Lagen jedes Jahr treu wiederkommt, sie verzeiht auch mal etwas Vernachlässigung, und ein paar Blätter reichen, um einen Tee, einen Salat oder ein Sommergetränk zu verfeinern. Gib ihr feuchte Erde und etwas Schatten, und mehr braucht sie wirklich kaum.
Pflege
Kurz gesagt: Minze liebt Halbschatten und nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten Boden, ein freundliches Auskneifen über die Saison, damit sie buschig bleibt, und einen Topf oder ein eingefasstes Beet, das die Ausläufer sanft im Zaum hält.
Licht
Am wohlsten fühlt sich die Minze im Halbschatten, vor allem dort, wo die Sommer heiß werden, doch sie kommt auch mit voller Sonne zurecht, solange du den Boden feucht hältst. Ein Platz, der Morgenlicht bekommt und am Nachmittag etwas Schatten genießt, schenkt dir die zartesten und aromatischsten Blätter.
Gießen
Halte den Boden gleichmäßig feucht und lass den Wurzelbereich nie ganz austrocknen, denn Minze welkt schnell, wenn sie Durst hat. Bei warmem Wetter oder im Topf heißt das meist alle 2 bis 4 Tage eine Wassergabe, und etwas mehr, sobald die Blätter zu hängen beginnen.
Boden
Setze sie in nährstoffreichen, feuchten, gut durchlässigen Lehm mit reichlich eingearbeitetem organischem Material. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 passt der Minze bestens, und das deckt die meisten gewöhnlichen Gartenböden ab.
Temperatur
Am wohlsten fühlt sich die Minze zwischen 15°C und 25°C, dem kühlen bis milden Bereich, aus dem sie stammt. Hitze steckt sie weg, solange sie gut gegossen ist, doch bei zu viel Wärme wächst sie langsamer und ihre Blätter werden zäher.
Luftfeuchtigkeit
Eine durchschnittliche Luftfeuchtigkeit von etwa 40% bis 70% hält die Minze zufrieden, und die Luft im Freien liegt meist genau in diesem angenehmen Bereich. Trockene Zimmerluft lockt schnell Spinnmilben an, deshalb freut sich eine Topfpflanze über etwas zusätzliche Feuchtigkeit in ihrer Nähe.
Düngen
Am Esstisch verlangt die Minze sehr wenig. Ein ausgewogener Volldünger oder eine sanfte Gabe Kompost im Frühjahr reicht völlig, um sie durch die ganze Saison zu bringen, und zu viel Dünger lässt nur das Aroma verblassen.
Schneiden
Kneife die Triebspitzen oft aus, damit die Pflanze schön buschig bleibt, während du nebenbei Blätter erntest. Schneide die Blütenähren ab, sobald sie erscheinen, damit die Blätter ihren besten Geschmack behalten, und schneide die ganze Pflanze nach der Blüte kräftig zurück, um frischen, zarten Austrieb anzuregen.
Umtopfen
Eine Topfminze füllt sich in Windeseile mit Wurzeln und Ausläufern, teile und topfe sie also einmal im Jahr um oder immer dann, wenn der Topf prall gefüllt ist. Trenn dich von der alten, verholzten Mitte, behalte die kräftigen äußeren Stücke, und setze sie in frische Erde.
Größe & Abstand
Die Minze wird 30 bis 90 cm hoch und breitet sich 60 bis 120 cm weit aus, oft noch weiter, wenn die Ausläufer nichts bremst. Gib ihr richtig Ellbogenfreiheit, oder besser noch einen Topf, damit sie den Nachbarn daneben nicht auf die Pelle rückt.
Wann pflanzen
Sobald die Minze angewachsen ist, steckt sie Kälte locker weg, doch junge Pflanzen freuen sich über ein ruhiges Frühjahr. Säe den Samen 6 bis 8 Wochen vor dem letzten Frost im Haus aus, setze die Pflanzen nach den harten Frösten ins Freie, und bediene dich dann die ganze Wachstumszeit hindurch an den Blättern.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: 6 bis 8 Wochen vor dem letzten Frühjahrsfrost
- Pflanzung: Frühjahr, nachdem die Gefahr von starkem Frost vorüber ist
- Ernte: Blätter während der gesamten Wachstumszeit ernten; Blütenähren ausbrechen für das beste Blattaroma
Winterhärte
Temperatur: bis -40°C
Probleme lösen
Die Minze ist eine zähe Seele, deshalb gehen fast alle ihre kleinen Sorgen auf nasse, dicht stehende Blätter zurück, auf eine heiße Trockenphase oder darauf, dass die Pflanze ihrem Zuhause schlicht entwachsen ist. Such unten heraus, was passt, und greif früh ein, solange ein sanfter Handgriff noch genügt.
Kleine orange Flecken auf den Blattunterseiten
Keine Panik, wenn du sie entdeckst: Das ist der Minzrost, ein Pilz, der sich einnistet, wenn die Blätter feucht bleiben und die Luft steht. Pflück die befallenen Blätter vorsichtig ab und wirf sie in den Müll statt auf den Kompost, licht die Pflanze aus, damit sie atmen kann, und gieße lieber unten an den Boden als von oben über das Laub. Ist eine ganze Pflanze überzogen, gibst du ihr mit einem bodennahen Rückschnitt und dem Wegräumen der Reste einen sauberen Neustart.
Lösung:
- Befallenes Laub entfernen und vernichten (nicht kompostieren)
- Die Luftzirkulation durch Auslichten verbessern
- Überkopfgießen vermeiden und das Laub trocken halten
- Bei starkem Befall die betroffenen Pflanzen bodennah zurückschneiden und die Reste entsorgen
Minze, die davonwandert und den Nachbarn zu nahe rückt
Hier tut die Minze schlicht das, was Minze am liebsten tut, also lass dich nicht entmutigen. Sie kriecht auf ober- und unterirdischen Ausläufern nach außen und füllt fröhlich ein ganzes Beet in einer Saison. Verfolge einfach jeden verirrten Trieb zurück bis zu seinem Ausläufer und hol ihn heraus, und setze die Pflanze dann in einen eingegrabenen, bodenlosen Topf oder ein tief eingefasstes Beet, damit die Ausläufer auf eine feste Grenze treffen.
Lösung:
- Verirrte Ausläufer ausgraben und abtrennen
- Minze in einem eingegrabenen, bodenlosen Topf oder einem eingefassten Beet ziehen, um die Ausbreitung zu begrenzen
- Die Pflanzung tief einfassen, um den Ausläufern den Weg zu versperren
Topfminze, die mit kleinen, schwachen Blättern ermüdet
Ein Topf Minze füllt sich schneller mit Wurzeln und Ausläufern als fast jedes andere Kraut, und sobald er durchwurzelt ist, trocknet die Erde im Nu aus und die Blätter schrumpfen. Hol die Pflanze vorsichtig heraus, und du siehst wahrscheinlich ein dichtes Gewirr, das an den Wänden entlangkreist, was sich leicht ordnen lässt. Teile den Horst, trenn dich von der alten, verholzten Mitte, und setze die gesunden äußeren Stücke in frische Erde, dann erholt sie sich im Nu.
Lösung:
- Den Horst teilen und die Teilstücke neu einpflanzen
- In frische Erde in einem größeren Gefäß umtopfen
- Die verholzte Mitte verwerfen und den kräftigen äußeren Wuchs behalten
Staubige, blasse Blätter mit einem Hauch feinem Gespinst
Wird die Luft heiß und trocken, ziehen winzige Spinnmilben ein und saugen die Blätter still aus, bis sie blass und gesprenkelt aussehen. Zur Sicherheit klopfst du ein Blatt über einem Bogen weißem Papier aus und achtest auf die Pünktchen, die zu krabbeln anfangen. Ein kräftiger Wasserstrahl vertreibt sie meist, und wenn du die Erde feucht und die Luft rund um die Pflanze etwas feuchter hältst, siehst du sie selten wieder. Die Schmierseife hebst du dir für die hartnäckigen Fälle auf.
Lösung:
- Das Laub mit einem kräftigen Wasserstrahl absprühen, um die Milben abzuwaschen
- Die Luftfeuchtigkeit erhöhen und den Boden gleichmäßig feucht halten
- Bei anhaltendem Befall Schmierseife anwenden
Giftigkeit
Minze ist ein Küchenkraut, das Menschen bedenkenlos genießen, und für Tiere birgt sie kaum ein Risiko. Die ätherischen Öle können einem Haustier leichte Magenbeschwerden bereiten, wenn es eine große Portion frisst, deshalb hilft es, das Grasen in Grenzen zu halten. Wirklich aufpassen musst du nur bei der Poleiminze, einer giftigen Verwandten, die du niemals mit der Gartenminze verwechseln oder in der Nähe von Tieren pflanzen solltest.
Giftig für
Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Ungiftig für
Menschen
Katzen Mild
Ein kurzes Knabbern schadet deiner Katze überhaupt nicht, doch eine, die sich hinsetzt und viele Blätter frisst, sabbert vielleicht ein wenig und muss sich übergeben. Es sind die ätherischen Öle, die reizen, deshalb bleibt die Verstimmung mild und legt sich, sobald die Pflanze außer Pfotenreichweite steht.
Hunde Mild
Die meisten Hunde beschnuppern sie und trotten zufrieden weiter. Wenn deiner sich durch ein Beet frisst, bekommt er vielleicht einen flauen Magen oder weichen Kot, und die gute Nachricht ist: Das gibt sich meist ganz von selbst.
Pferde Mild
Ein Pferd müsste schon ein ordentliches Maul voll fressen, ehe es überhaupt etwas merkt. Passiert das doch, lösen die Öle eher eine leichte Kolik und weichen Kot aus als etwas, worüber du dir Sorgen machen müsstest.
Kaninchen Mild
Ein, zwei Blätter sind ein feiner Leckerbissen, doch die kräftigen Öle können einem Kaninchen Blähungen und weichen Kot bescheren, wenn es einen ganzen Haufen verputzt. Beschränke die Minze auf das gelegentliche kleine Häppchen, dann bleibt sie durchweg bekömmlich.
Nutztiere Mild
Ziegen, Schafe und Rinder machen wegen des scharfen Dufts meist einen Bogen um sie. Ein Tier, das doch einen Bestand abgrast, zeigt vielleicht eine kleine Verdauungsstörung, die aber gering bleibt und schnell vorübergeht.
Vögel Vorsicht
Zu Vögeln und Minze gibt es kaum gesicherte Informationen, deshalb ist Vorsicht am freundlichsten. Biete nur ab und zu ein kleines Blatt an, und lass konzentriertes Minzöl ganz vom Speiseplan.
Menschen Unbedenklich
Minze darfst du bedenkenlos genießen: Sie ist ein Küchenkraut, das man ohne zu zögern frisch, getrocknet und als Tee aufgebrüht verzehrt. Aufpassen musst du nur bei ihrem Doppelgänger, der Poleiminze, die wirklich giftig ist, also gib acht, die beiden niemals zu verwechseln.
Die gewöhnliche Gartenminze (Mentha spicata) verursacht nur leichte Magen-Darm-Beschwerden, doch ihre gefährliche Verwandte, die Poleiminze (Mentha pulegium), enthält viel Pulegon und ist ernsthaft giftig, bis hin zu Leberschäden bei Tieren und Menschen. Verwechsle die beiden niemals und setze die eine nicht für die andere ein.
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Es gibt Dutzende Minzen, doch nur eine Handvoll erledigt in Küche und Garten die tägliche Arbeit. Das sind die paar freundlichen Sorten, die du mit Namen kennen solltest.
Grüne Minze (Mentha spicata)
Das ist die freundliche Alltagsminze, zu der die meisten Köche greifen, mit hellgrünen, spitzen Blättern und einem süßen, milden Aroma, das sich in der Küche wie in kalten Getränken wunderbar macht.
Pfefferminze (Mentha × piperita)
Aus einer natürlichen Kreuzung von Grüner Minze und Wasserminze entstanden, enthält die Pfefferminze weit mehr Menthol und schmeckt darum spürbar schärfer und kühler auf der Zunge.
'Kentucky Colonel' Grüne Minze
Nach dieser großblättrigen Grünen Minze greifen Barkeeper zuerst, wenn sie sich daransetzen, eine Runde Mint Juleps anzurühren.
Vermehrung
Minze vermehrt sich praktisch von selbst, eine einzige Pflanze schenkt dir also alle Ableger, die du dir wünschst. Nimm Stecklinge oder teile einen Horst, statt Samen zu säen, denn aus Samen gezogene Minze schmeckt selten so wie ihre Mutterpflanze.
TeilungEinfach
Frühjahr oder Frühherbst · 2 bis 4 Wochen
Die Teilung ist der sanfteste und sicherste Weg, damit eine benannte Minze genau wie ihre Mutterpflanze schmeckt. Hebe im Frühjahr oder Frühherbst einen eingewachsenen Horst vorsichtig aus und teile ihn in Stücke, die jeweils Wurzeln und Ausläufer tragen, und setze sie wieder ein. Gib ihnen einen kräftigen Schluck Wasser, und die Teilstücke fassen innerhalb von 2 bis 4 Wochen Fuß und treiben bald frisch aus.
TriebstecklingeEinfach
Frühjahr bis Sommer · 1 bis 2 Wochen bis zur Bewurzelung
Stecklinge sind von Frühjahr bis Sommer wunderbar nachsichtig, ein schöner Ort für den Anfang also. Schneide 10 bis 15 cm lange Triebspitzen ab, stell sie in ein Glas Wasser oder bette sie in feuchte Erde, und schon nach 1 bis 2 Wochen zeigen sich Wurzeln. Samen lässt du am besten aus, denn er läuft ungleichmäßig auf und das Aroma trifft nicht immer zu.
Mythen
Jede Art von Minze ist gefährlich giftig für Haustiere und sollte niemals in der Nähe von Tieren wachsen.
Hier darfst du entspannt bleiben: Die Gartenminze bekommt von der ASPCA nur eine milde Einstufung, und mehr als eine vorübergehende Magenverstimmung holt sich ein knabberndes Haustier nicht. Die echte Sorge gilt ihrer Verwandten, der Poleiminze, deren Pulegon der Leber schaden kann. Zieh deine alltägliche Grüne Minze mit ruhigem Gewissen, und halte die Poleiminze einfach gut von Tieren fern.
Minze ist ein ordentliches, wohlerzogenes Kraut, das du überall im Garten einsetzen kannst.
Minze wandert für ihr Leben gern auf Ausläufern über und unter der Erde und kann ein Beet in einer einzigen Saison füllen. Gib ihr einen eingegrabenen, bodenlosen Topf oder ein sauber eingefasstes Beet, und sie fügt sich höflich ein, doch lässt du sie im offenen Boden frei, ziehst du noch jahrelang verirrte Triebe heraus.