Kraut · Lamiaceae
Basilikum
Ocimum basilicum
Schenk ihm Sonne, Wärme und ein regelmäßiges Auszwicken der Spitzen, und Basilikum füllt deine Küche die ganze Saison mit frischen Blättern.
Volle Sonne
Alle 7–10 Tage
10–30°C
60–90 Tage

Überblick
Wenn du dieses Jahr nur ein Kraut ziehst, dann Basilikum. Dieser frostempfindliche Einjährige gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus den warmen Gegenden Asiens und Afrikas, und er verlangt dir sehr wenig ab. Er ist schnellwüchsig und wärmeliebend, fühlt sich im Beet also genauso wohl wie im Topf auf einer hellen Fensterbank, und ein bisschen Sonne und Wärme schenken dir Handvoll um Handvoll süßer, duftender Blätter.
Basilikum lebt eine einzige glückliche Saison und wird je nach Sorte etwa 30 bis 60 cm hoch. Lässt du ihn gewähren, schießt er in die Höhe, blüht und bildet Samen, doch ein paar Minuten Auszwicken der Spitzen lenken all diesen Drang zurück in ein Blatt nach dem anderen. Diese eine kleine Gewohnheit bestimmt mehr als alles andere, wie üppig deine Ernte ausfällt.
Und jetzt das Beruhigende: Basilikum verzeiht einem neuen Gärtner erstaunlich viel und nimmt nur zwei Dinge wirklich übel. Frost und kalten Boden verträgt er nicht, und in schwüler, gedrängter Luft, in der sich der Falsche Mehltau gern einnistet, wird er unglücklich. Halt ihn warm, gib den Pflanzen etwas Ellbogenfreiheit und gieß unten am Boden, dann kommt der Rest von ganz allein.
Pflege
Kurz gesagt: Gib Basilikum viel Sonne und Wärme, halt den Boden gleichmäßig feucht und gieß unten am Boden, damit die Blätter trocken bleiben. Eine leichte Düngung ab und zu, häufiges Auszwicken der Spitzen und etwas Geduld, bis der Boden warm ist, mehr braucht es nicht, damit er prächtig gedeiht.
Licht
Gönn dem Basilikum volle Sonne, wo du kannst, ungefähr sechs Stunden am Tag oder mehr, denn dieses helle Licht lockt die aromatischen Öle erst hervor. Ein wenig Schatten am Nachmittag ist in Regionen mit heftigen Sommern in Ordnung, doch bei zu wenig Licht bekommst du dünne, schlaffe Pflanzen.
Gießen
Halt den Boden gleichmäßig feucht und gib alle 7 bis 10 Tage einen kräftigen Schluck, je nachdem, wie viel es regnet. Töpfe trocknen schneller aus, wirf dort also etwas häufiger einen Blick hinein. Bring das Wasser immer an die Basis, denn auf feuchte Blätter wartet der Falsche Mehltau nur.
Boden
Setz Basilikum in nährstoffreichen, gut durchlässigen Lehm, den du mit etwas Kompost gemischt hast. Ein pH-Wert von 6,0 bis 7,5 ist ihm recht, das heißt, die meisten gewöhnlichen Gartenböden erledigen die Sache ganz ohne Umstände.
Temperatur
Bei Wärme läuft Basilikum erst richtig zur Hochform auf, etwa im Bereich von 10°C bis 30°C, und zum warmen Ende dieser Spanne hin legt es an Tempo zu. Frost kommt nicht infrage, und kalter Boden hält junge Pflanzen zurück, lass also immer die Wärme den Ton angeben.
Luftfeuchtigkeit
Eine alltägliche Luftfeuchtigkeit von 40% bis 60% passt dem Basilikum bestens, um diese Zahl musst du dir also keine Sorgen mehr machen. Was wirklich zählt, ist gute Luftbewegung, denn stehende, feuchte Luft um dicht gedrängte Pflanzen ist genau der Anfang vom Falschen Mehltau.
Düngen
Hier gewinnt die sanfte Hand. Gib nur ein- oder zweimal über die ganze Saison einen ausgewogenen Dünger wie 5-10-5, denn diese leichte Hand hält den Geschmack lebendig, weil zu viel erzwungenes Wachstum die Öle verwässert.
Schneiden
Mach dir die frohe Gewohnheit zu eigen, die Triebspitzen auszuzwicken, das bringt die Pflanze dazu, mit Seitentrieben in die Breite zu gehen, und schneide jede Blütenknospe im selben Moment weg, in dem sie sich zeigt. Dieses sanfte, regelmäßige Auszwicken ist das Geheimnis eines steten Nachschubs an Blättern mit vollem Aroma.
Umtopfen
Weil es einjährig lebt, verlangt Basilikum kaum je ein echtes Umtopfen. Alles, was du tust, ist, die Sämlinge umzusetzen, sobald sie ihren Topf ausfüllen, lange bevor die Wurzeln zu kreisen beginnen und die Erde im Nu austrocknet.
Größe & Abstand
Jede Pflanze wird 30 bis 60 cm hoch und 30 bis 45 cm breit. Lässt du ihnen so viel Luft zum Atmen, kann die Luft frei ziehen und Krankheiten bleiben fern.
Wann pflanzen
Wärme ist für Basilikum alles, und Frost sein einziger echter Feind, deshalb macht das richtige Timing den ganzen Unterschied. Bring die Samen gegen Ende des Winters drinnen auf den Weg, warte mit dem Auspflanzen, bis jede Kälte wirklich vorbei ist und der Boden sich erwärmt hat, und von da an kannst du den ganzen Sommer über Blätter ernten, bis der erste Frost die Saison beschließt.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: 6 bis 8 Wochen vor dem letzten Frühjahrsfrost; keimt am besten bei einer Substrattemperatur von mindestens 21°C
- Pflanzung: Wenn jede Frostgefahr vorüber ist, der Boden warm ist und die Nachttemperaturen über 10°C bleiben
- Ernte: Ernte laufend Blätter, sobald die Pflanzen mehrere Blattpaare haben; knips die Blütenknospen ab, um das Schießen hinauszuzögern und die Blattbildung zu verlängern
Winterhärte
Temperatur: bis -46°C
Probleme lösen
Wenn Basilikum in Schwierigkeiten gerät, zeigt sich das meist zuerst an den Blättern, sei es eine Krankheit, ein hungriger Besucher oder einfach der Wunsch der Pflanze zu blühen. Das Gute daran: Fängst du diese frühen Zeichen ab, kannst du eingreifen, bevor sich etwas ausbreitet. Such dir unten das Bild, das zu deinem passt, dann weißt du genau, was zu tun ist.
Gelbfärbung oben, ein grauer Flaum versteckt sich darunter
Was du hier siehst, ist der Falsche Mehltau am Basilikum, und er breitet sich rasch aus, wo die Luft steht und die Blätter nass bleiben. Mach dir keine Vorwürfe, wenn er auftaucht; ist der Flaum erst da, lässt sich die Pflanze nicht mehr retten, also nimm sie am besten gleich heraus und wirf sie weg. Beim nächsten Mal gibst du den Pflanzen mehr Abstand, gießt gezielt unten am Boden und greifst zu einer widerstandsfähigeren Sorte wie 'Prospera'.
Lösung:
- Befallene Pflanzen sofort entfernen und vernichten
- Den Pflanzabstand vergrößern und für bessere Luft auslichten
- Unten am Boden gießen, damit das Laub trocken bleibt
Ein schneller Zusammenbruch, braune Linien ziehen den Stängel hinauf
Dahinter steckt die Fusarium-Welke, ein im Boden lebender Pilz, der den Stängel von innen verstopft, und leider gibt es kein Zurück, wenn sie einmal da ist. Nimm die betroffene Pflanze heraus und wirf sie in den Müll statt auf den Kompost, und fang an einer sauberen Stelle mit frischem Substrat neu an. Für die Zukunft hältst du dir diesen Ärger dauerhaft vom Leib, indem du widerstandsfähige Sorten und Saatgut wählst, das nachweislich sauber ist.
Lösung:
- Befallene Pflanzen entfernen und vernichten
- Betroffenes Material nicht kompostieren
- An einer anderen Stelle neu pflanzen oder frisches, keimfreies Substrat verwenden
Weiche braune Wurzeln und eine schlaffe Pflanze in klammem, durchnässtem Boden
Die Wurzelfäule schleicht sich ein, wenn der Boden dauernd durchnässt oder zu kalt bleibt, als dass die Wurzeln mithalten könnten. Die Wurzeln erzählen es ganz deutlich: statt fest und hell zu bleiben, werden sie matschig, braun und riechen unangenehm. Aber keine Sorge, die Lösung liegt in deiner Hand. Sorg für besseren Wasserabzug, gieß etwas seltener und setz die Pflanzen erst nach draußen, wenn sich der Boden warm anfühlt, über 10°C.
Lösung:
- Den Wasserabzug verbessern und seltener gießen
- Stark befallene Pflanzen entfernen
- Den Boden zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen
Knospen steigen an den Spitzen auf, während die Blätter ihr Aroma verlieren
Hier ist nichts schiefgelaufen; das ist einfach das Schießen, der natürliche Drang, Samen zu bilden, sobald die Pflanze reif wird oder die Tage lang und heiß werden. Nach den ersten Blütenähren kommen die Blätter kleiner nach und schmecken etwas milder. Die Lösung ist wunderbar einfach: knips die Knospen gleich ab, sobald sie erscheinen, und ernte weiter fleißig Blätter, dann bleibt deine Pflanze üppig und voller Geschmack.
Lösung:
- Die Blütenknospen abknipsen, sobald sie erscheinen
- Regelmäßig Blätter ernten und auslichten, um das Blühen hinauszuzögern
Zerfranste Löcher, sauber durch das Laub genagt
Hier hast du wohl zwei mögliche Besucher, und beide sind leicht in den Griff zu bekommen, sobald du weißt, wer sie sind. Japankäfer fressen bei Tageslicht und lassen kaum mehr als das Gerippe der Blattadern übrig, während Nacktschnecken nach Einbruch der Dunkelheit zu Werke gehen und glänzende Schleimspuren als Visitenkarte hinterlassen. Sammel die Käfer in Seifenwasser ab, stell für die Schnecken Fallen oder Barrieren auf, und ein gelegentlicher Kontrollgang hält dir beide vom Hals.
Lösung:
- Käfer mit der Hand in Seifenwasser absammeln
- Gegen weichhäutige Schädlinge Schmierseifenlösung einsetzen
- Schneckenfallen oder Barrieren auslegen
Giftigkeit
Bei diesem hier kannst du ganz entspannt aufatmen. Basilikum ist völlig ungiftig und wird zum Essen angebaut, also steht es unbedenklich neben Katzen, Hunden, Pferden, Kaninchen, Nutztieren, Vögeln und auch deinen Kindern. Bedient sich ein neugieriges Tier an einem großen Maul voll, siehst du höchstens eine kurze, milde Magenverstimmung, die ganz von selbst wieder vergeht.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Bei Katzen kannst du ganz entspannt bleiben, denn ein Häppchen Basilikum tut ihnen nicht im Geringsten weh. Sollte eine wirklich eine ganze Mahlzeit daraus machen, kommt höchstens ein wenig wieder hoch, und das gibt sich von selbst.
Hunde Keine
Dein Hund darf ruhig ein Maul voll Basilikum haben, ganz ohne Sorge. Selbst eine großzügige Portion führt meist zu nicht mehr als einem kurzen Magenknurren, das bald wieder abklingt.
Pferde Unbedenklich
Um Pferde in der Nähe von Basilikum musst du dir keine Gedanken machen. Die Pflanze enthält nichts, was ihnen schaden könnte.
Kaninchen Unbedenklich
Lass Kaninchen ruhig am Basilikum knabbern, so viel sie mögen, und viele von ihnen machen die frischen Blätter mit Freude zu ihrem Lieblingssnack.
Nutztiere Unbedenklich
Sollten Ziegen, Schafe oder Rinder zum Naschen vorbeikommen, bekommt ihnen das Basilikum bestens.
Vögel Unbedenklich
Vögel haben vom Basilikum nichts zu befürchten, und Hühner im Garten picken oft gern an den zarten Blättern.
Menschen Unbedenklich
Basilikum ist von Anfang an für den Tisch gedacht, ob frisch oder gekocht, und es bekommt Großen wie Kleinen gleichermaßen gut.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang sind nicht nötig; Basilikum ist ungiftig und essbar.
Sorten
Es gibt mehr Basilikumsorten, als du je ausprobieren könntest, von süßen italienischen über würzige bis zu hübschen Ziersorten, doch nur ein paar tauchen in Garten um Garten wieder auf. Hier sind die, die zu kennen sich lohnt.
Genovese
Das breitblättrige italienische Süßbasilikum, an das jeder denkt, und die richtige Wahl für Pesto, dessen herrliches Aroma allerdings mit der höchsten Anfälligkeit für Falschen Mehltau erkauft ist.
Thai-Basilikum
An den violetten Stängeln und dem Geschmack nach Anis und Lakritz gut zu erkennen; dieser Typ wird 60 bis 90 cm hoch und bildet die Grundlage unzähliger südostasiatischer Gerichte.
Purple Ruffles
Vor allem wegen seines tiefvioletten, gekrausten Laubs im Garten geschätzt, verdient sich diese Sorte ihren Platz mit dem Aussehen ebenso wie in der Küche.
Spicy Globe
Als kompaktes Basilikum, das einen ordentlichen, runden kleinen Hügel von 20 bis 25 cm bildet, macht es sich bestens in Töpfen und entlang der Beetkanten.
Prospera
Im Genoveser Stil gezüchtet, um Falschem Mehltau zu trotzen, behält diese Sorte eine ordentliche Form, die sich gut für das Leben im Topf eignet.
Mischkultur
Basilikum macht seinem alten Ruf als bester Nachbar der Tomate alle Ehre, denn beide Kulturen wollen denselben warmen, sonnigen und gut durchlässigen Boden.
Gute Nachbarn
Tomate: Basilikum ist im Gemüsegarten ein traditioneller Mischkulturpartner für Tomaten, denn beide mögen dieselben Bedingungen: warme Jahreszeit, volle Sonne und gut durchlässigen Boden.
Vermehrung
Kaum eine Pflanze lässt sich dankbarer vermehren als Basilikum, ob du nun eine frische Samentüte öffnest oder einfach kostenlose Ableger von einer Pflanze nimmst, die du schon hegst.
AussaatEinfach
Drinnen 6 bis 8 Wochen vor dem letzten Frost aussäen oder nach dem Frost direkt ins warme Beet säen · Keimt in 5 bis 10 Tagen bei etwa 21°C; nach rund 3 bis 4 Wochen zum Auspflanzen bereit
Aus Samen legen die meisten los, und einfacher geht es für Anfänger kaum. Bedeck jedes Korn nur ganz dünn mit Substrat, 6 bis 8 Wochen vor deinem letzten Frost, und halt die Aussaat kuschelig warm bei 21°C oder mehr, damit die Samen gut auflaufen. Nach 5 bis 10 Tagen zeigen sich die Keimlinge, nach etwa 3 bis 4 Wochen kannst du sie weiterpflanzen, oder du säst einfach direkt ins Beet, sobald es sich erwärmt hat.
TriebstecklingeEinfach
Jederzeit in der Wachstumszeit von gesunden, nicht blühenden Trieben · Bildet im Wasser in etwa 1 bis 2 Wochen Wurzeln
Basilikum über Stecklinge zu vermehren ist fast mühelos, also probier es ruhig aus. Schneide von einem kräftigen, nicht blühenden Trieb ein etwa 10 cm langes Stück ab, streif die unteren Blätter ab und stell den Stängel in ein Glas Wasser. Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich die Wurzeln, und dann kannst du eine ganz neue Pflanze eintopfen, genau wie die, mit der du angefangen hast.
Mythen
Sobald Basilikum blüht, werden seine Blätter giftig und müssen weggeworfen werden.
Du kannst Basilikum auch nach der Blüte ruhig weiter essen, ganz ohne Sorge. Die Blätter werden nur ein wenig milder, weil die Pflanze ihre Kraft in die Samen steckt, und genau das ist der wahre Grund, warum Gärtner die Knospen ausknipsen, nicht etwa ein Zeichen, dass das Kraut verdorben wäre.
Basilikum gedeiht nur mit häufiger, kräftiger Düngung.
Das Gegenteil stimmt, und eine sanfte Hand bringt dir hier weit mehr. Kräftiges Düngen verwässert sogar die Öle, die das Aroma tragen, deshalb reichen ein bis zwei leichte Düngergaben über die ganze Saison völlig aus.