Baum · Salicaceae
Trauerweide
Salix babylonica
Gib ihr Wasser und Platz zum Ausbreiten, und dieser sanfte Riese hüllt den Boden in weiches Grün.
Volle Sonne
Alle 3–7 Tage
bis -23°C
9,1–15,2 m

Überblick
Eine Weide am Wasser hat etwas Beruhigendes. Ihre langen, schlanken Zweige reichen fast bis zum Boden und schwingen schon beim leisesten Windhauch, weshalb du sie so oft über Teichen und Bächen hängen siehst. Sie gehört zur Familie der Weidengewächse, und obwohl sie den alten Namen Salix babylonica trägt, liegt ihre eigentliche Heimat in China.
Lass dich von ihrer Größe nicht abschrecken, auch wenn es sich um einen schnellwüchsigen Baum handelt, der sich rasch entfaltet und schon in wenigen Jahren 9 bis 15 m Höhe und etwa ebenso viel Breite erreicht. Dieses Tempo hat allerdings einen Haken, den du früh kennen solltest. Das Holz bleibt spröde, und die Wurzeln breiten sich flach und weit auf der Suche nach Wasser aus, weshalb deine Weide am glücklichsten ist mit offenem Gelände weit entfernt von Abflüssen, Belag und Fundamenten.
Gib ihr Sonne und feuchten Boden, und sie zieht sich fast von selbst groß, was beruhigend ist, wenn dies dein erster großer Baum ist. Der faire Ausgleich ist etwas Aufräumen, denn sie lässt Laub und Zweige fallen, verliert bei Sturm auch mal einen Ast und lebt kürzer, als ihre Größe vermuten lässt. Pflanz sie an einen geräumigen Platz mit Wasser in der Nähe, und kaum ein Baum belohnt dich mit einer so anmutig überhängenden Form.
Pflege
Kurz gesagt: gib deiner Weide volle Sonne und feuchten Boden, am besten in Wassernähe, biete ihr reichlich freien Platz fernab von Rohren und Belag, und schneide das spröde Holz im Spätwinter zurück, damit Stürme weniger zum Brechen finden.
Licht
Deine Weide ist am glücklichsten in voller Sonne, verträgt aber auch etwas Halbschatten ohne Murren. Mehr Licht schenkt dir eine vollere, gesündere Krone und hilft außerdem, dass die Blätter schnell trocknen, was Pilzproblemen vorbeugt.
Gießen
Dieser Baum liebt wirklich nasse Füße, also kannst du beim Gießen entspannt sein, ein Zuviel gibt es kaum. Er gedeiht an Teichen und Bächen, steckt stehendes Wasser und gelegentliche Überschwemmungen locker weg und will einfach nur zuverlässig feuchten Boden. Eine kurze Trockenphase übersteht er, und zieht sich eine Dürre ohne Wasser in die Länge, wirft er zum Selbstschutz Blätter ab und erholt sich danach wieder.
Boden
Kaum ein Baum ist beim Boden so entspannt, dieser Teil ist also leicht richtig zu machen. Eine Trauerweide kommt mit Ton, Lehm oder Sand zurecht und verträgt sauren wie alkalischen Boden gleichermaßen, und anders als anspruchsvollere Bäume bleibt sie auch bei schlechter Drainage und nassen, matschigen Stellen zufrieden.
Temperatur
Du kannst ihr über eine große Bandbreite an Wetter vertrauen, denn sie hält problemlos -23°C bis 38°C aus. Diese Winterhärte macht sie zu einer freundlichen Wahl für die meisten gemäßigten Gärten und steht sowohl harte Winter als auch heiße Sommer gleichermaßen durch.
Luftfeuchtigkeit
Ganz normale Außenluft ist alles, was sie braucht, hier gibt es also nichts zu messen oder zu beachten. Wichtiger ist eine sanfte Luftbewegung, denn in einer stillen, dichten Krone nehmen Blattkrankheiten am ehesten ihren Anfang.
Düngen
Ein ausgewogener Universaldünger für Bäume im zeitigen Frühjahr reicht für einen jungen Baum, der noch Fuß fasst, völlig aus. Hat sie sich erst an einem feuchten Standort eingelebt, braucht sie kaum noch Düngung und wächst zufrieden von allein weiter.
Schneiden
Greif im Spätwinter bis zeitigen Frühjahr, bevor die Blätter austreiben, zur Schere und entferne totes, schwaches oder sturmgeschädigtes Holz. Weil das Holz spröde ist und unter Eis und Schnee bricht, erspart dir das Zurückschneiden schwacher Astgabeln jetzt größere Schäden später.
Umtopfen
Dieser Baum lebt im freien Boden statt im Topf, Umtopfen ist also kein Thema. Startest du mit Baumschulware, pflanz sie einfach, bevor die Wurzeln beginnen, sich im Topf zu ringeln oder am Stammfuß einzuschnüren.
Größe & Abstand
Stell dir mit der Zeit einen großen Baum vor, der auf 9 bis 15 m Höhe heranwächst und etwa ebenso breit wird. Gib ihr diese vollen 9 bis 15 m an freiem Raum, damit Wurzeln und überhängende Krone Platz haben, weit entfernt von Gebäuden und Leitungen.
Wann pflanzen
Du kannst eine Trauerweide im Frühling oder Herbst pflanzen, sobald sich der Boden leicht bearbeiten lässt und die schärfste Kälte nachgelassen hat. Ihre Kätzchen sind Frühaufsteher und öffnen sich im April und Mai, gemeinsam mit oder kurz vor dem frischen Laub, und markieren so sanft den Jahreszeitenwechsel.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Pflanzung: Frühling oder Herbst, sobald der Boden bearbeitbar ist
- Ernte: Kätzchen erscheinen im zeitigen Frühjahr (April bis Mai), vor oder mit den Blättern
Winterhärte
Temperatur: bis -23°C
Probleme lösen
Die meisten Sorgen bei der Weide zeigen sich an den Blättern, den jungen Trieben oder den spröden Ästen, und ein so schnell wachsender Baum kann ein Problem eine Weile still mit sich tragen, bevor es sich ausbreitet. Die gute Nachricht ist, dass du meist alles wieder in Ordnung bringen kannst, wenn du die frühen Anzeichen unten erkennst. Vergleiche, was du siehst, und greife dann selbstbewusst ein.
Raue Wucherungen am Wurzelhals und ein langsam schwindender Baum
Tumorartige Gallen, die am Wurzelhals und an den Wurzeln anschwellen, sind das Kennzeichen des Wurzelhalsgallenbakteriums, für das es leider keine Heilung gibt, sobald es sich eingenistet hat. In nassem, sauerstoffarmem Boden können die Wurzeln zudem faulen und sich dunkel verfärben. Am schonendsten ist es, einen stark befallenen Baum auszugraben und zu vernichten, die Drainage zu verbessern, wo Fäulnis das eigentliche Problem ist, und dabei stets darauf zu achten, Wurzeln oder unteren Stamm nicht zu verletzen.
Lösung:
- Stark befallene Pflanzen entfernen und vernichten
- Verletzungen an Wurzeln und Wurzelhals bei der Pflege vermeiden
- Drainage verbessern, wo Wurzelfäule vermutet wird
Geschwärzte Frühjahrstriebe und schorfige Blattflecken
Treffen Weidenschorf und Schwarzer Krebs auf demselben Baum aufeinander, nennen Gärtner das Duo Weidenwelke, und die neuen Triebe verfärben sich dunkel und sterben schnell ab. Mach dir keine allzu großen Sorgen: schneide das befallene, krebsige Holz heraus und verbrenne es, sammle jedes abgefallene Blatt ein und lichte die Krone aus, damit Luft hindurchziehen kann. Ein zugelassenes Fungizid verdient seinen Platz nur in einem wirklich schlechten Jahr, und selbst dann nur zusätzlich zu dieser sorgfältigen Aufräumarbeit.
Lösung:
- Befallene und krebsige Triebe herausschneiden und vernichten
- Abgefallene infizierte Blätter zusammenrechen und entfernen
- Luftzirkulation verbessern und Bewässerung von oben vermeiden
- In schweren Fällen ein zugelassenes Fungizid gemäß den örtlichen Beratungsempfehlungen anwenden
Gekräuselte, klebrige Blätter oder feines Sägemehl am Stamm
Blätter, die sich unter einem klebrigen, glänzenden Film kräuseln, gehen meist auf das Konto fressender Blattläuse oder Schildläuse, während Sägemehl und kleine Einbohrlöcher am Stamm eher auf Bohrer hindeuten. Spüle Blattläuse mit dem Gartenschlauch ab oder behandle Schildläuse mit Gartenöl, und halte den Baum gut bewässert, damit er für Bohrer ein zäheres Ziel abgibt. Jeden bereits von Bohrern durchtunnelten Ast schneidest du am besten heraus und vernichtest ihn.
Lösung:
- Blattläuse abspülen oder behandeln; Schildläuse mit Gartenöl behandeln
- Vitalität durch ausreichende Bewässerung erhalten, um Bohrerbefall einzuschränken
- Von Bohrern befallene Äste entfernen und vernichten
- Zugelassene Insektizide nur bei starkem Befall einsetzen
Äste, die bei Stürmen brechen und splittern
Weidenholz ist von Natur aus spröde, weshalb Äste an engen Astgabeln gern reißen, sobald Eis, Schnee oder Wind auf sie einwirken. Schneide gebrochene und schwache Äste heraus, sobald du sie bemerkst, und kürze überlange Äste, damit ein Sturm weniger Angriffsfläche findet. Ein behutsamer Formschnitt in jungen Jahren sorgt für stabilere Astansätze, die über Jahre halten.
Lösung:
- Gebrochene und schwache Äste umgehend herausschneiden
- Überlange Äste einkürzen, um die Sturmlast zu verringern
- Regelmäßig Totholz entfernen
Giftigkeit
Hier eine beruhigende Nachricht für alle mit Haustieren: Die Trauerweide ist kein giftiger Baum. Ihre Blätter und Zweige sind unbedenklich für Katzen, Hunde, Pferde, Kaninchen, Nutztiere und Vögel, und Kaninchen knabbern Weide gern als Grünfutter. Das Einzige, was du im Hinterkopf behalten solltest, ist, dass die Rinde Salicylate enthält, den natürlichen Ursprung von Aspirin, weshalb niemand sie in nennenswerter Menge essen sollte.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Ein angeknabbertes Weidenblatt vergiftet deine Katze nicht. Wie bei jedem Grünzeug kann ein an Pflanzen ungewohnter Magen sich kurz unwohl fühlen, daher hilft es, einen hartnäckigen Kauer sanft zu einem besseren Snack zu lenken.
Hunde Keine
Die Trauerweide ist unbedenklich für Hunde, und ein neugieriger Bissen Blätter richtet keinen echten Schaden an. Halte einen Hund nur davon ab, große Mengen Rinde abzuschälen, da diese Rinde die Salicylate hinter dem Aspirin enthält.
Pferde Keine
Pferde können Weide ganz unbedenklich äsen, und ihr Laub gilt seit Langem als harmlos für sie.
Kaninchen Unbedenklich
Weidenblätter und Zweige sind ein beliebtes, unbedenkliches Futter für Kaninchen und werden oft als Nagesnack gereicht.
Nutztiere Unbedenklich
Rinder, Ziegen und Schafe weiden Weide ohne Nebenwirkungen, und die Blätter bergen kein Vergiftungsrisiko für eine weidende Herde.
Vögel Unbedenklich
Vögel nisten und suchen ungestört in Weiden nach Nahrung, und weder die Blätter noch die Kätzchen stellen für sie irgendeine Gefahr dar.
Menschen Unbedenklich
Die Trauerweide ist kein giftiger Baum, ihre Blätter sind also keine Gefahr für Menschen. Eine Sache solltest du wissen: die Rinde enthält Salicylate, den natürlichen Ursprung von Aspirin, weshalb sie in keiner Menge gegessen werden sollte.
Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig; wie bei jeder Pflanze solltest du Haustiere davon abhalten, größere Mengen Laub oder Rinde zu kauen.
Sorten
Eine Handvoll benannter Weiden bestechen durch die Form oder Farbe ihres Wuchses, und das sind die, die man gerne erkennen kann.
Tortuosa (Korkenzieherweide / Drachenklauenweide)
Du erkennst sie daran, dass sich ihre Äste, Triebe und Blätter zu einer verdrehten Korkenzieherform kringeln, die am neuen Wuchs am schönsten aussieht und zu einem echten Blickfang wird, sobald der Winter die Blätter abstreift.
Goldene Trauerweide (Salix × sepulcralis 'Chrysocoma')
Diese lebendige Hybride hängt mit leuchtend goldgelben Zweigen herab, die einen kahlen Wintergarten wunderbar erwärmen.
Aurea
Gärtner schätzen diese Sorte für die warme, goldene Farbe ihrer jungen Triebe.
Vermehrung
Kaum ein Baum lässt sich so nachsichtig vermehren wie eine Weide, sodass selbst ein unsicherer Einsteiger aus einem Steckling oder einem zum Boden geführten Ast mehrere junge Pflanzen ziehen kann.
TriebstecklingeEinfach
Spätwinter bis zeitiges Frühjahr (verholzt) oder Sommer (krautig) · Mehrere Wochen bis zur Bewurzelung; danach rasches Anwachsen
Kaum ein Baum bewurzelt so bereitwillig wie eine Weide, was diese Methode zu einem herrlich nachsichtigen Einstieg macht. Nimm im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr verholzte Stecklinge, oder im Sommer krautige, und selbst ein schlichtes Stück, das in feuchte Erde gesteckt wird, schlägt innerhalb weniger Wochen Wurzeln und wächst danach zügig weiter. So wird der Baum ganz gewöhnlich herangezogen.
AbsenkerEinfach
Frühling bis Sommer · Eine Saison
Tiefhängende Äste erledigen die Arbeit fast von allein. Fixiere einen davon irgendwann zwischen Frühling und Sommer am feuchten Boden, und er wurzelt genau dort, wo er den Boden berührt, und schenkt dir so in nur einer Saison eine brandneue Pflanze.
Mythen
Eine Trauerweide ist giftig für Katzen und Hunde und muss deshalb von Haustieren ferngehalten werden.
Weiden stehen schlicht nicht auf den Giftpflanzenlisten der ASPCA, und die eng verwandte Purpurweide ist als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde gelistet. Die echten Gefahren hier sind hungrige Wurzeln und sprödes Holz, gar kein Gift. Die Rinde enthält zwar Salicylate, die natürliche Aspirin-Verbindung, weshalb man sie besser nicht in Mengen isst.
Eine Trauerweide ist ein robuster, langlebiger Schattenbaum, der zu einem kleinen Garten passt.
Sie wächst schnell, lebt aber nur kurz und verlangt unterwegs beständige Aufmerksamkeit. Das Holz bleibt spröde, und die Wurzeln jagen hartnäckig nach Wasser, dringen in Abflüsse und Kanalisation ein und heben Belag an, was sie zu einer unglücklichen Wahl für ein enges oder dicht bebautes Grundstück macht.