Baum · Araucariaceae
Norfolktanne
Araucaria heterophylla
Biete ihr helles Licht, kühle Luft und gleichmäßige Feuchtigkeit, und dieser sanfte lebende Nadelbaum behält seine ordentlichen Zweigetagen das ganze Jahr über in der Wohnung.
Hell, indirekt
13–18°C
bis -7°C
0,9–1,8 m

Überblick
Die Norfolktanne ist ein lebender Nadelbaum, der ein weiches, gefiedertes, in Etagen wachsendes Immergrün direkt in dein Zuhause bringt, und sie verlangt weniger von dir, als ihr elegantes Aussehen vermuten lässt. Sie stammt von Norfolk Island im Südpazifik, wo sie zu einem hoch aufragenden Baum heranwächst, doch im Topf bleibt sie bei einer freundlichen Höhe von etwa 91 bis 183 cm. Viele holen sie sich als lebenden Ersatz für einen geschnittenen Weihnachtsbaum ins Haus.
Schaust du genauer hin, merkst du, dass dies eigentlich gar keine Kiefer ist. Sie gehört zur Gattung Araucaria, einer uralten Nadelbaumfamilie der Südhalbkugel, die weit älter ist als die echten Kiefern, an die sie erinnert. Die weichen, nadelartigen Zweige fächern sich in ordentlichen, gleichmäßigen Quirlen um einen aufrechten Leittrieb auf, und diese ruhige, geschichtete Form macht die ganze Freude an dieser Pflanze aus.
Sie dankt dir einen kühlen, hellen Platz und eine gleichmäßige Hand bei der Gießkanne, und sie verzeiht mehr, als du vielleicht befürchtest. Das Einzige, was du bedenken solltest: Sie wächst langsam und ersetzt nicht, was sie verliert, sodass ein brauner Zweig oder ein gekappter Leittrieb eine Lücke hinterlässt, die bleibt. Stimmen Licht, Luftfeuchtigkeit und Wasser einigermaßen, behält sie ihre schöne Form noch viele Jahre.
Pflege
Kurz gesagt: Biete ihr helles, indirektes Licht, halte sie in kühlen Räumen bei etwa 13°C bis 18°C, und lass die Erde während der Wachstumsphase gleichmäßig feucht, im Winter aber etwas trockener werden. Sorge für ein wenig Luftfeuchtigkeit, lass sie nie im Wasser stehen, und lass bitte den Leittrieb in Ruhe.
Licht
Biete ihr helles, indirektes Licht; ein Platz nahe einem sonnigen Fenster, an dem die direkten Strahlen abgemildert werden, passt hervorragend. Sie verträgt auch etwas pralle Sonne, wobei ein Hauch Nachmittagsschatten das Laub vor dem Ausbleichen bewahrt, und eine dunkle Ecke lässt die unteren Zweige, die du behalten möchtest, mit der Zeit ausdünnen.
Gießen
Halte die Erde von Frühling bis Herbst gleichmäßig feucht, und reduziere dann über die Wintermonate. Lass die Erdoberfläche zwischen den Wassergaben etwas antrocknen, und lass den Topf nie im Wasser stehen. Vertraue dabei eher auf das Gefühl der Erde und die Festigkeit des Laubs als auf einen starren Plan.
Boden
Setze sie in eine fruchtbare, durchlässige Mischung mit einem großzügigen Anteil Sand und Torf, leicht sauer eingestellt. Am wichtigsten ist hier eine gute Drainage, denn dieser sanfte Nadelbaum fault, wenn seine Wurzeln dauerhaft nass bleiben.
Temperatur
Am wohlsten fühlt sie sich in kühlen Räumen, idealerweise zwischen 13°C und 18°C. Halte sie deutlich von Heizungen fern, und achte darauf, dass die Temperatur im Winter nicht unter 10°C fällt.
Luftfeuchtigkeit
Normale Raumluftfeuchtigkeit reicht aus, doch trockene, beheizte Luft ist ihr größter Feind in der Wohnung. In einem warmen Raum hebt ein leichtes Besprühen des Laubs oder ein Platz in der Nähe anderer Pflanzen die Feuchtigkeit gerade ausreichend an.
Düngen
Dünge sie von Frühling bis Sommer mit einem verdünnten Flüssigdünger, etwa alle ein bis zwei Wochen. Im Winter lässt du die Flasche stehen, denn dann wächst die Pflanze kaum und braucht ihn nur wenig.
Schneiden
Diese Pflanze kannst du meist einfach in Ruhe lassen. Kappe niemals die Spitze oder den Leittrieb, denn das verdirbt die quirlige Form, und ein neuer Leittrieb wächst nicht nach. Entferne nur tote oder beschädigte untere Zweige.
Umtopfen
Topfe sie nur alle 2 bis 4 Jahre um, sobald sie deutlich durchwurzelt ist. Sie mag es tatsächlich, leicht wurzelgebunden zu sein, und Störungen sind ihr unangenehm, also gibt es keinen Grund zur Eile, sie vorzeitig zu vergrößern.
Größe & Abstand
In der Wohnung erreicht sie eine Höhe von 91 bis 183 cm bei einer Breite von etwa 61 bis 91 cm. Lass ihr auf allen Seiten etwas Platz, damit sich die Etagen gleichmäßig entfalten und diese schöne Symmetrie erhalten bleibt.
Probleme lösen
Die meisten Probleme bei einer Norfolktanne lassen sich auf die Luft und das Gießen zurückführen, und sie zeigen sich meist zuerst an den unteren Zweigen. Lerne, diese frühen Anzeichen zu erkennen, dann kannst du sanft eingreifen, bevor sich eine kahle Stelle dauerhaft festsetzt. Finde unten, was zu deiner Pflanze passt, und handle, solange ein bisschen Hilfe noch viel bewirkt.
Eine welkende Pflanze in durchnässter Erde
Geht Welke mit nasser Erde einher, steckt meist Wurzelfäule dahinter, verursacht durch zu viel Wasser oder einen Topf ohne Abzug, gelegentlich auch durch den Hallimasch-Wurzelfäulepilz. Fahre das Gießen deutlich zurück, leere jeden Untersetzer, damit der Topf nie in einer Pfütze steht, und topfe in eine luftige Mischung um, falls sich die Wurzeln schon weich und dunkel anfühlen. Wartest du zu lange, kann das der Pflanze das Leben kosten, deshalb lohnt es sich, früh zu reagieren.
Lösung:
- Gießhäufigkeit reduzieren
- Für freien Wasserabzug sorgen und Untersetzer leeren
- Bei vorhandener Fäule in eine durchlässige, gut drainierte Mischung umtopfen
Ein klebriger schwarzer Belag oder feine Gespinste an den Zweigen
Ein klebriger Film, der schwarz wird, ist das Erkennungszeichen von Schildläusen, deren zuckerhaltiger Honigtau den Rußtaupilz nährt. Entdeckst du stattdessen feine Sprenkel und zarte Gespinste, hast du es mit Spinnmilben zu tun, die einen heißen, trockenen Raum lieben. Wische die Zweige sanft sauber, behandle sie mit Gartenbauöl oder insektizider Seife, und erhöhe die Luftfeuchtigkeit, damit sich die Milben nicht wieder wohlfühlen.
Lösung:
- Laub abwischen oder abwaschen
- Mit Gartenbauöl oder insektizider Seife behandeln
- Luftfeuchtigkeit erhöhen, um Milben fernzuhalten
Wenn die unteren Zweige braun werden und abfallen
Nur keine Sorge, denn kahle untere Etagen lassen sich fast immer auf trockene, beheizte Raumluft zurückführen, und das schleicht sich oft nach ein paar Jahren an einem dunklen Standort ein. Stelle deine Pflanze an einen hellen, kühlen Ort, und gib der Luft um sie herum etwas mehr Feuchtigkeit. Eine verlorene Etage füllt sich nicht mehr nach, deshalb ist frühzeitiges Eingreifen das Beste, was du für ihre Form tun kannst.
Lösung:
- In einen hellen, kühlen Raum mit indirektem Licht stellen
- Laub besprühen oder die Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen erhöhen
- Erde gleichmäßig feucht, aber nicht staunass halten
Giftigkeit
Hier gibt es kaum Grund zur Sorge. Sowohl die ASPCA als auch die NC State University stufen diese Pflanze als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein, auch wenn der Saft bei einem kauenden Tier zu Magenverstimmung oder leichter Hautreizung führen kann. Menschen sind rund um die Pflanze im Grunde sicher, deine einzige Aufgabe ist es also, einen hartnäckigen Kauer vom Laub fernzuhalten.
Giftig für
Katzen · Hunde
Ungiftig für
Menschen · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Mild
Eine Katze, die am nadelartigen Laub knabbert, könnte etwas sabbern, sich übergeben oder eine Zeit lang das Interesse am Futter verlieren, und der Saft kann Maul oder Haut leicht wund machen. Meist bleibt es harmlos und klingt von selbst ab, doch bei einem hartnäckigen Kauer lohnt es sich, eine junge Pflanze außer Reichweite zu stellen.
Hunde Mild
Ein Hund, der an den Zweigen kaut, kann einen flauen Magen bekommen, etwas sabbern oder sich übergeben, und der klebrige Saft kann die Haut rund um die Schnauze leicht reizen. All das ist in den kleinen Mengen, die ein Haustier zu sich nehmen würde, nicht gefährlich, dennoch lohnt es sich, einen neugierigen Hund sanft von den unteren Etagen fernzuhalten.
Pferde Keine
Sowohl die ASPCA als auch die NC State Extension stufen sie als ungiftig für Pferde ein, und da sie in der Wohnung lebt, wird ein Pferd ihr ohnehin kaum je begegnen.
Kaninchen Unbedenklich
Für Kaninchen ist nichts Giftiges dokumentiert, und das zähe, harzreiche Laub ist für ein Kaninchen ohnehin nicht besonders verlockend zum Knabbern.
Nutztiere Unbedenklich
Es gibt keine Berichte über eine Vergiftung von Nutztieren durch diese Pflanze, und im Topf in der Wohnung bleibt sie ohnehin außer Reichweite jedes Weidetiers.
Vögel Unbedenklich
Ziervögel scheinen nicht auf die Blätter zu reagieren, doch ein Vogel, der landet und daran pickt, kann sein Gefieder mit klebrigem Harz verschmieren.
Menschen Unbedenklich
Für Menschen ist diese Pflanze im Grunde unbedenklich, und kein Teil davon ist zum Verzehr gedacht. Der Saft kann empfindliche Haut etwas jucken lassen, ein kurzes Abspülen der Hände nach dem Schneiden reicht also völlig aus.
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Es gibt hier keine benannten Sorten abzuwägen, aber ein alter botanischer Name begleitet diese Pflanze noch immer durch den Zimmerpflanzenhandel.
Araucaria excelsa (früherer Name)
Dieses ältere Synonym begegnet dir noch immer auf Pflanzenschildern und im Zimmerpflanzenhandel, und du musst dir keine Sorgen machen, denn es bezeichnet genau dieselbe Pflanze, die heute als Araucaria heterophylla verkauft wird.
Vermehrung
Eine Norfolktanne ist deutlich einfacher zu kaufen als selbst heranzuziehen, und die Form, die eine neue Pflanze annimmt, hängt ganz davon ab, mit welchem Trieb du startest, daher lohnt es sich, deine Möglichkeiten zu kennen.
AussaatMittel
Frisch aussäen in feuchte, sandig-torfige Erde · Mehrere Wochen bis zur Keimung; entwickelt sich nur langsam zu einer ansehnlichen Pflanze
Aussaat ist der sicherste Weg zu einer neuen Pflanze, also lass dich nicht davon abschrecken, es zu versuchen. Säe sie frisch in eine feuchte, sandig-torfige Mischung, und stell dich auf eine Wartezeit ein, denn es dauert mehrere Wochen bis zum Keimen und deutlich länger, bis daraus etwas Ansehnliches wird. Deine Geduld zahlt sich aus mit einer Pflanze, die den richtigen aufrechten Leittrieb und jene gleichmäßigen, quirligen Etagen hat, für die die Art geliebt wird.
TriebstecklingeAnspruchsvoll
Vom Endtrieb (Leittrieb) · Langsam und unzuverlässig
Stecklinge sind die anspruchsvollere Option, und sie haben nur eine Chance, wenn du sie von der aufrechten Leittriebspitze nimmst, wo das Bewurzeln noch langsam und unzuverlässig verläuft. Ein Stück eines Seitenzweigs bewurzelt zwar, wächst aber immer schräg zur Seite in eine schiefe, verzerrte Pflanze, sodass es nie ganz einen guten Sämling ersetzt.
Mythen
Die Norfolktanne ist eine echte Kiefer.
Die nadelartigen Zweige wirken überzeugend, doch diese Pflanze gehört zur Gattung Araucaria, Familie Araucariaceae, und keineswegs zur Gattung Pinus. Sie ist ein uralter Nadelbaum der Südhalbkugel, beheimatet auf Norfolk Island, weit älter als die echten Kiefern, denen sie zufällig ähnelt. Die „Kiefer“ im Namen ist nur eine Ähnlichkeit, niemals eine Verwandtschaft.
Eine Norfolktanne zu halten bringt Katzen und Hunde in ernsthafte Vergiftungsgefahr.
Hier kannst du entspannt bleiben, denn die ASPCA führt Araucaria heterophylla unter ihrem Eintrag „Australian Pine“ als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde, und die NC State University sagt dasselbe, sodass das giftige Etikett, das vielerorts wiederholt wird, schlicht ein Irrtum ist. In der Praxis ist das Risiko gering, denn ein Haustier, das am Laub kaut, bekommt höchstens einen leicht verstimmten Magen oder eine kleine Hautreizung durch den Saft, mehr nicht.