Zierpflanze · Convolvulaceae

Zier-Süßkartoffel

Ipomoea batatas

Gib ihr Sonne, Wärme und gleichmäßig Wasser, und diese genügsame Ranke überzieht Beete und Kübel den ganzen Sommer über mit Farbe.

Licht

Volle Sonne

Gießen

Alle 2–⁠5 Tage

Wärme

10–⁠35°C

Winterhärte

bis -7°C

Haustierfreundlich
Zier-Süßkartoffel

Überblick

Die Zier-Süßkartoffel ist eine Pflanze, die du wegen ihrer Blätter und nicht wegen ihrer Wurzeln anbaust, und dabei ist sie herrlich unkompliziert. Botanisch ist sie genau dieselbe Art wie die Nutzpflanze Ipomoea batatas, nur auf kräftiges Laub in Farbtönen von Gelbgrün bis fast schwarzem Violett gezüchtet. Setze sie in ein Beet oder einen Topf, und sie ergießt sich rasch über den Rand und webt dir einen niedrigen, bunten Teppich.

Sie ist eine Freundin warmer Tage und hat keine Geduld für Frost. Sie fühlt sich in den Winterhärtezonen 9 bis 11 rundum wohl und wird andernorts als einjährige Pflanze kultiviert, treibt schnell aus, sobald sich der Boden erwärmt, und zieht sich beim ersten harten Frost zurück. Eine einzelne Pflanze kann 2,4 bis 3 m in die Breite wachsen, während sie nur wenige Zentimeter hoch bleibt, weshalb sie sich hervorragend dafür eignet, über eine Mauer oder einen Topfrand zu fließen.

Das Beste daran: Sie verlangt nur wenig von dir. Gib ihr Sonne, warmen Boden und Wasser, das nie ganz versiegt, und sie wächst so üppig, dass der Rückschnitt zur Hauptaufgabe wird. Sie blüht nur gelegentlich, mit blassrosa bis violetten Trichterblüten, doch das Laub ist der eigentliche Grund, sie zu pflanzen, und sie verzeiht dir auch den ein oder anderen Fehler.

Pflege

Kurz gesagt: volle Sonne bis Halbschatten, gleichmäßig feuchter, humusreicher Boden und Wärme oberhalb des Frostpunkts. Dünge sie während der Saison, schneide sie zurück, sobald sie über ihren Platz hinauswächst, und genieße sie dort, wo die Winter kalt werden, einfach als einjährige Pflanze.

Licht

Gib ihr volle Sonne für die kräftigste Blattfarbe, sie nimmt aber auch Halbschatten gerne an. Die dunkelblättrigen Sorten behalten ihre Farbe am besten bei viel Licht, im Schatten wirken sie einfach etwas grüner.

Gießen

Halte den Boden gleichmäßig feucht, dann gedeiht sie prächtig, doch sobald sie eingewurzelt ist, verzeiht die Ranke auch mal eine trockene Phase. Töpfe trocknen am schnellsten aus und welken als deutliches Gießsignal, wirf also im Sommer alle paar Tage einen Blick auf Kübel in voller Sonne, dann bist du immer rechtzeitig dran.

Boden

Pflanze sie in lehmigen, gut durchlässigen Boden, der reich an organischem Material ist. Ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,5 passt ihr hervorragend, und eine gute Drainage sorgt dafür, dass die Wurzeln nie im Nassen stehen.

Temperatur

Am wohlsten fühlt sie sich bei Wärme zwischen 10 °C und 35 °C und wird bei Kälte spürbar langsamer. Frost tötet sie unweigerlich, hole sie also rein oder pflanze sie neu, statt sie über eine Frostperiode draußen zu lassen.

Luftfeuchtigkeit

Durchschnittliche Außenluftfeuchtigkeit reicht völlig aus, eine bestimmte Zahl musst du nicht anpeilen. Die Ranke kommt mit schwüler Sommerluft gut zurecht, ein wenig Luftzirkulation hilft aber, Blattpilzen vorzubeugen.

Düngen

Dünge sie während der Wachstumssaison alle zwei Wochen mit einem ausgewogenen, wasserlöslichen Dünger, damit stetig frisches Laub nachkommt. Ein phosphorbetonter Startdünger beim Umpflanzen verschafft deinen jungen Pflanzen einen schönen Start.

Schneiden

Schneide die Ranken jederzeit während der Wachstumssaison, um die Ausbreitung sanft zu zügeln und Beete oder Kübel ordentlich zu halten. Sie steckt auch einen kräftigen Rückschnitt locker weg und treibt schnell wieder aus, also musst du mit der Schere nicht zaghaft sein.

Größe & Abstand

Rechne mit einem niedrigen Polster von nur 15 bis 30 cm Höhe, das sich 2,4 bis 3 m in die Breite ausdehnt. Gib ihr Platz zum Wuchern oder plane den Rückschnitt ein, denn eine einzelne Pflanze bedeckt in nur einer Saison eine ganze Menge Fläche.

Wann pflanzen

Diese sanfte Ranke wartet auf Wärme und zieht sich beim ersten Frost zurück, daher spielt dir das Timing in die Karten, sobald du den Rhythmus kennst. Ziehe Knollen oder Stecklinge einige Wochen vor dem letzten Frost drinnen vor, pflanze sie ins Freie, sobald sich der Boden im späten Frühling erwärmt hat, und lass sie fröhlich wuchern, bis die Kälte die Saison beendet.

Vorziehen Apr
Pflanzen Mai–Jun
Wachsen Jun–Sep
Knollen ausgraben Okt

Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.

  • Aussaat: Wird normalerweise nicht aus Samen gezogen; Knollen oder bewurzelte Stängelstecklinge 4 bis 6 Wochen vor dem letzten Frost drinnen vorziehen.
  • Pflanzung: Pflanzen auspflanzen, nachdem jede Frostgefahr vorüber ist und sich der Boden im späten Frühjahr erwärmt hat.
  • Ernte: Wird wegen des Laubs kultiviert; blüht selten (blassrosa bis violette, trichterförmige Blüten). Knollen können im Herbst vor dem ersten Frost ausgegraben werden.

Winterhärte

Temperatur: bis -7°C

Probleme lösen

Wenn etwas diese Ranke stört, zeigt sich das meist zuerst an den Blättern, sei es durch Durst, einen Pilz oder einen knabbernden Schädling. Die gute Nachricht: Das meiste ist nur kosmetisch und leicht in den Griff zu bekommen. Finde unten die passende Beschreibung und handle frühzeitig, dann erholt sich deine Pflanze schnell wieder.

Rückschlag

Flecken und Verfärbungen breiten sich über die Blätter aus

Diese Flecken sind pilzliche Blatterkrankungen, die sich gern einschleichen, wenn die Ranke Saison für Saison im selben Boden steht. Feuchte, dicht stehende Blätter geben den Sporen einen leichten Start, du hast also nichts falsch gemacht. Entferne die befallenen Blätter, lichte den Bestand aus, damit Luft frei zirkulieren kann, und gönne der Pflanze im nächsten Jahr einen frischen Standort, dann kommt sie gesund zurück.

Lösung:

  • Befallenes Laub entfernen und entsorgen
  • Luftzirkulation verbessern und Gießen von oben vermeiden
Kosmetisch

Blätter hängen an einem heißen Nachmittag schlaff herab

Atme durch, denn das ist nur Trockenstress und keine Krankheit, und er zeigt sich am schnellsten in Töpfen, die in voller Sonne stehen. Die Pflanze trinkt schlicht schneller, als der Boden nachliefern kann. Gib ihr eine ausgiebige Wassergabe, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft, gieße deine Kübel in den heißesten Wochen dann etwas häufiger, und die Ranke erholt sich rasch wieder.

Lösung:

  • Gründlich gießen, bis Wasser unten austritt
  • Gießhäufigkeit für Kübel in voller Sonne erhöhen
Kosmetisch

Zerfranste Löcher und Sprenkelung in den Blättern

Ein paar hungrige Besucher sind hier schuld: Erdflöhe, Thripse und Nacktschnecken knabbern alle an dieser Ranke und hinterlassen zerfranste Blätter. Halte Ausschau nach winzigen springenden Käfern, staubiger Sprenkelung von Thripsen oder den glänzenden Spuren, die Schnecken über Nacht hinterlassen. Sammle die Schnecken ab oder fange sie in Fallen, bleibe bei Käfern und Thripsen am Ball, und räume das Laubstreu weg, in dem sie sich verstecken, dann bleibt der Schaden gering.

Lösung:

  • Schnecken absammeln oder in Fallen fangen
  • Erdfloh- und Thripsbefall beobachten und bei Bedarf behandeln

Giftigkeit

Hier eine erfreuliche Nachricht für Tierhalter: Diese Ranke ist völlig unbedenklich. Die ASPCA stuft Ipomoea batatas als für Katzen, Hunde und Pferde ungiftig ein, und auch für Kaninchen, Nutztiere, Vögel und Menschen besteht keine Gefahr. Die Knollen sind sogar essbar, nur etwas fader im Geschmack als die Sorten, die für den Tisch gezüchtet werden.

Ungiftig für

Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Katzen Keine

Bei Katzen kannst du entspannt bleiben. Die ASPCA stuft Ipomoea batatas als ungiftig ein, ein neugieriger Knabberer wird also nicht krank.

Hunde Keine

Es gibt keine giftigen Stoffe, um die du dir Sorgen machen musst, und die ASPCA stellt der Pflanze für Hunde ein gutes Zeugnis aus. Kaut ein Hund an einer herabhängenden Ranke, geht es ihm trotzdem gut.

Pferde Keine

Pferde dürfen ganz in der Nähe grasen, ohne dass ihnen etwas passiert, denn die ASPCA stuft die Pflanze für sie als ungiftig ein.

Kaninchen Unbedenklich

Kaninchen müssen weder Blätter noch Stängel fürchten, ein gelegentlicher Biss verursacht keine Probleme.

Nutztiere Unbedenklich

Rinder, Ziegen und Schafe können gefahrlos in der Nähe des Laubs sein, da es keine der Giftstoffe enthält, die Landwirten sonst Sorgen bereiten.

Vögel Unbedenklich

Sowohl Haus- als auch Gartenvögel sind hier völlig sicher. Die Pflanze enthält keine Stoffe, die ihnen schaden könnten.

Menschen Unbedenklich

Sie ist unbedenklich im Umgang und Anbau in der Nähe von Kindern. Die Knollen sind sogar essbar, nur weniger aromatisch als die Sorten, die für die Küche gezüchtet werden.

Sorten

Bei der Wahl geht es vor allem um Blattfarbe und -form, also entscheide dich für das, was dir gefällt. Das sind die Sorten, die dir am häufigsten begegnen.

Blackie

Du bekommst tief gelappte Blätter in einem so dunklen Violett, dass sie im ganzen Beet fast schwarz wirken.

Margarita

Diese Sorte bringt mit fröhlichen gelbgrünen, herzförmigen Blättern Helligkeit in die Pflanzung.

Sweet Caroline Group

Sie kommt in Grün, Rot oder Dunkelviolett mit gefiederten oder herzförmigen Blättern und passt sich so leicht fast jedem Farbkonzept an.

Tricolor

Ihre panaschierten grünen Blätter sind mit zartem Rosa und Weiß gesprenkelt.

Vermehrung

Diese Ranke vermehrt sich so leicht, dass es wirklich jeder schafft, ob durch Stecklinge einer Pflanze, die du bereits liebst, oder durch das Teilen eingelagerter Knollen im Frühling.

TriebstecklingeEinfach

Schneide in der warmen Wachstumssaison 20 bis 25 cm lange Stecklinge von kräftig wachsenden Trieb- oder Mitteltriebabschnitten. · Wurzeln bilden sich meist innerhalb von etwa 4 bis 5 Wochen.

Über Stecklinge lässt sich diese Pflanze leicht teilen und vermehren, du musst also nicht nervös sein. Schneide während der warmen Wachstumssaison 20 bis 25 cm lange Stücke von den Spitzen oder der Mitte einer gesunden Ranke ab und stelle sie in Wasser oder feuchte Erde, wo in etwa 4 bis 5 Wochen in aller Ruhe Wurzeln entstehen. Warte nur, bis der Frost vorüber ist, bevor du die bewurzelten Stecklinge ins Freie pflanzt.

TeilungEinfach

Teile im Frühling nach dem letzten Frost die eingelagerten Knollen in Abschnitte. · Mehrere Wochen bis zum Austrieb und Anwachsen.

Du kannst die eingelagerten Knollen im Frühling, sobald der letzte Frost vorbei ist, auch vorsichtig teilen. Schneide jede Knolle so, dass jeder Abschnitt mindestens ein Auge behält, und setze die Stücke dann ins Freiland. Hab etwas Geduld, denn es dauert mehrere Wochen, bis sie austreiben und anwachsen.

Mythen

Mythos

Die Süßkartoffelranke sei giftig für Haustiere, weil sie mit der Prunkwinde verwandt ist.

Realität

Diese Sorge kannst du beiseitelegen, denn die ASPCA stuft Ipomoea batatas als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Das Problem mit giftigen Samen betrifft die Zier-Prunkwinden Ipomoea tricolor und I. violacea, deren Samen LSA und andere Indolalkaloide enthalten. Die Süßkartoffelranke teilt sich nur den Familiennamen, nicht die Gefahr.

Mythos

Die Knollen der Zier-Süßkartoffel seien ungenießbar.

Realität

Nur zu, die Knollen der Ziersorten sind tatsächlich essbar. Sie schmecken lediglich fader als die für den Esstisch gezüchteten Sorten, weshalb man sie wegen ihrer hübschen Blätter und nicht wegen ihres Geschmacks anbaut.

Quellen