Die Zusammensetzung der organischen Bodensubstanz in Ihrem Garten umfasst alles biologische Material, ob lebendig oder tot. Winzige Bakterien arbeiten neben Regenwürmern in der Erde. Abgestorbene Blätter zersetzen sich neben dunklen Krümeln, die sich vor langer Zeit gebildet haben. All das zählt zur organischen Substanz in Ihrem Boden.
Ich war jahrelang verwirrt über dieses Thema, bis ich meinen Komposthaufen in verschiedenen Tiefen durchsuchte. Oben lagen frische Küchenabfälle, die noch wie Bananenschalen und Eierschalen aussahen. Weiter unten sah das Material überhaupt nicht mehr nach den Essensresten aus, die hineingekommen waren. Das dunkle Zeug, das in meinen Händen zerbröckelte, war organische Substanz in ihrer am stärksten verarbeiteten Form.
Meine Nachbarin zeigte mir letzten Frühling eine andere Möglichkeit, den Unterschied zu erkennen. Sie hob eine Gabelladung Erde aus ihrem vernachlässigten Gartenbeet. Die Erde sah blass grau aus und zerfiel wie Sand. Dann griff sie in ihr Hochbeet, dem sie jedes Jahr Kompost hinzufügt. Diese Handvoll war dunkelbraun und behielt ihre Form. Der Farbunterschied zeigte, wie viel organische Substanz jedes Beet enthielt.
FAO-Forschung unterteilt die Bestandteile der organischen Substanz in vier Gruppen. Lebende Organismen machen etwa 5% der Gesamtmenge aus. Frische Pflanzen- und Tierrückstände machen etwa 10% der Mischung aus. Material, das sich gerade zersetzt, stellt 33-50% der organischen Substanz dar. Die verbleibenden 33-50% bestehen aus stabilem Humus, dessen Bildung viele Jahrzehnte gedauert hat.
Der lebende Anteil umfasst Lebewesen, die Sie sehen können, wie Regenwürmer und Käfer, die durch den Boden arbeiten. Milliarden winziger Organismen nennen Ihre Erde ebenfalls ihr Zuhause. Bakterien und Pilze zersetzen abgestorbenes Material. Sie führen Nährstoffe an Pflanzen zurück und verarbeiten jährlich Tonnen organischen Materials pro Hektar.
Frische Rückstände stammen von abgefallenen Blättern, abgestorbenen Wurzeln und Pflanzenresten auf der Bodenoberfläche. Man kann noch erkennen, was diese Materialien einmal waren. Ein Ahornblatt behält wochenlang seine Blattform, nachdem es gefallen ist. Wurzelstücke von den letztjährigen Tomaten bleiben sichtbar, bis Bodenorganismen sie auffressen.
Der sich zersetzende Anteil bezeichnet Material, das gerade vom Bodenleben verarbeitet wird. Dieses Zeug sieht braun oder schwarz aus und fühlt sich weich an, wenn man es drückt. Man sieht vielleicht noch Pflanzenfasern oder Holzstücke. Aber die Form hat sich aufgelöst. Die meiste Komposterde, die Sie kaufen, fällt in diese Kategorie.
Was ist also Humus? Dieser stabile Anteil stellt das Endprodukt nach vollständiger Zersetzung dar. Echter Humus bindet sich fest an Bodenminerale und widersteht weiterem Abbau für Hunderte bis Tausende von Jahren. Er verleiht gesundem Boden die satte, dunkle Farbe, die Gärtner lieben. Man kann Humus nicht in einem Kompostbehälter herstellen, da er durch lange chemische Veränderungen zwischen zersetztem Material und Bodenpartikeln entsteht.
Untersuchen Sie Ihren eigenen Gartenboden, um diese Bestandteile der organischen Substanz bei der Arbeit zu entdecken. Graben Sie ein kleines Loch und achten Sie auf dunkle Färbung im Boden. Drücken Sie eine Handvoll zusammen, um zu sehen, ob sie zu einem lockeren Ball zusammenhält. Riechen Sie daran. Gesunde organische Substanz riecht erdig, nicht sauer oder faulig. Regenwürmer zu finden und Wurzelkanäle zu sehen bedeutet, dass Ihre Bodenbiologie ihre Arbeit gut macht.
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