Nein, Tequila ohne Agave ist kein echter Tequila. Das mexikanische Gesetz schreibt vor, dass blaue Agave verwendet werden muss, um den Namen auf der Flasche tragen zu dürfen. Jede Spirituose, die ohne diese Pflanze hergestellt wird, muss sich anders nennen.
Ich habe letztes Jahr aus reiner Neugier zwei agavefreie „Tequila-Style"-Getränke aus dem Laden getestet. Eines schmeckte wie aromatisierter Wodka mit einem künstlichen Raucharoma. Das andere hatte einen süßen, chemischen Geschmack, der mich an billigen Margarita-Mix erinnerte. Keines bot die erdige, pfeffrige Tiefe, die echte Agave in Ihr Glas bringt. Diese Produkte tauchen immer wieder auf, weil die Nachfrage steigt – aber sie dürfen den Namen Tequila nicht verwenden.
Die Agave-Pflicht für Tequila bildet den Kern eines strengen Systems. Der Consejo Regulador del Tequila (CRT) überwacht jeden Schritt vom Feld bis zur Flasche. Nach seinen Regeln muss Ihr Tequila mindestens 51 % blaue Agavenzucker enthalten. Die Premium-Flaschen mit dem Label 100 % de agave verwenden ausschließlich blaue Agave. Der CRT prüft jede Charge, bevor sie das Tequila-Etikett tragen darf.
Das Gesetz zur blauen Agave im Tequila reicht weit über Mexikos Grenzen hinaus. Über 40 Länder respektieren Mexikos Namensrechte für Tequila durch Handelsabkommen. Kein Hersteller außerhalb Mexikos darf Tequila auf sein Etikett drucken. Das funktioniert genauso wie Frankreich den Namen Champagner schützt. Wer gegen diese Regeln verstößt, riskiert rechtliche Schritte und Handelstrafen.
Rund 80.000 Hektar Anbaufläche für blaue Agave in Mexiko versorgen die weltweite Tequila-Produktion. Jede Pflanze braucht 6 bis 8 Jahre bis zur Ernte. Anfang der 2000er-Jahre trafen Engpässe den Markt hart. Die Rohagavenpreise stiegen auf ihrem Höhepunkt um über 1.000 %. Diese Engpässe trieben einige Hersteller zum Mixto, bei dem sie begrenzte Agave mit anderen Zuckern strecken.
NOM-Nummer prüfen
- Was es ist: Ein vierstelliger Code auf jeder echten Tequila-Flasche, der auf den lizenzierten Hersteller Ihrer Spirituose verweist.
- Wie Sie ihn nutzen: Suchen Sie den NOM-Code online in der CRT-Datenbank, um zu bestätigen, dass die Brennerei echt und zugelassen ist.
- Warnsignal: Jede Flasche, die sich Tequila nennt, aber keine NOM-Nummer hat, ist entweder falsch etikettiert oder ein Fälschung, die Sie meiden sollten.
Etikett lesen
- Reine Agave: Suchen Sie nach 100 % de agave auf Ihrer Flasche, um sicherzustellen, dass keine zusätzlichen Zucker in die Produktion geflossen sind.
- Mixto-Hinweis: Flaschen ohne diesen Reinheitshinweis gelten trotzdem als Tequila, enthalten aber bis zu 49 % Nicht-Agave-Zucker.
- Herkunftsprüfung: Auf Ihrer Flasche sollte Hecho en Mexico stehen, da Tequila nur aus bestimmten mexikanischen Bundesstaaten kommen darf.
Agave-Spirituosen unterscheiden
- Mezcal: Wird aus über 30 Agavenarten hergestellt, hat einen rauchigen Geschmack durch Grubenröstung und stammt aus mehreren mexikanischen Bundesstaaten.
- Raicilla: Eine Küsten-Agaven-Spirituose aus den Bergen Jaliscos mit eigenem geschützten Namen und einem unverwechselbaren Geschmack.
- Bacanora: Wird aus wilder Agave pacifica in Sonora hergestellt und erhielt im Jahr 2000 seinen eigenen geschützten Status.
Wenn Sie Tequila kaufen, drehen Sie die Flasche um und suchen Sie nach der NOM-Nummer und dem CRT-Aufkleber. Diese beiden Kennzeichen beweisen, dass Ihr Produkt Mexikos strenges Verfahren durchlaufen hat. Agavefreie Alternativen kosten möglicherweise weniger, bieten aber ein ganz anderes Erlebnis. Wenn Sie das Original wollen, ist Agave keine Option für Ihr Glas – sie ist der ganze Grund, warum Tequila etwas Besonderes ist.
Vollständigen Artikel lesen: Agave-Pflanze: Pflege, Arten und Verwendung