Ja, Baumwurzeln wachsen im Herbst, wenn der Boden in Wurzeltiefe über 4°C (40°F) bleibt. Das überrascht viele Gärtner, die denken, die Ruhephase beginnt mit dem Laubfall. Die Wurzeln arbeiten unter der Erde noch lange weiter, nachdem die sichtbaren Teile für den Winter heruntergefahren sind.
Ich grub einen im Herbst gepflanzten Ahorn im darauffolgenden April aus, um sein Wurzelwachstum zu prüfen. Der alte Wurzelballen zeigte Dutzende leuchtend weißer Wurzelspitzen, die in den gewachsenen Boden vordrangen. Diese neuen Wurzeln waren während des Herbstes und Frühwinters 10 bis 15 Zentimeter über den Baumschultopf hinausgewachsen. Diese unterirdische Ausbreitung erklärte, warum der Baum in jenem Frühjahr so kräftig austrieb.
Im folgenden Jahr führte ich die gleiche Kontrolle bei drei weiteren Bäumen durch. Alle zeigten dasselbe Muster neuer weißer Wurzeln, die nach außen wuchsen. Dieser praktische Test bewies mir, dass Herbstpflanzung Bäumen einen echten Vorsprung gibt. Jetzt plane ich immer den Oktober ein, wenn ich die Wahl habe.
Herbstliches Wurzelwachstum entsteht durch den Unterschied zwischen Luft- und Bodenbedingungen. Kühle Lufttemperaturen reduzieren, wie viel Wasser Blätter und Äste dem Baum entziehen. Warmer Boden darunter hält die Wurzeln aktiv und wachsend. Bäume verlagern während dieses Jahreszeitenwechsels Energie weg vom oberirdischen Wachstum und schicken sie ins Wurzelsystem.
Forschungen der MSU Extension bestätigen, was ich in meinem Garten beobachtete. Die Bodentemperatur ist der Haupttreiber des Wurzelwachstums. Die Luft kann bis zum Gefrierpunkt sinken, während der Boden zehn Zentimeter tief noch 10°C (50°F) oder wärmer bleibt. Diese Wärmeverzögerung gibt den Wurzeln zusätzliche Wachstumswochen nach den ersten Frösten. Herbstboden bleibt länger warm, als die meisten Leute erwarten.
Herbstliche Wurzelentwicklung bietet frisch gepflanzten Bäumen echte Vorteile. Wurzeln, die vor dem Winter austreiben, erschließen größere Bodenbereiche für Wasser und Nährstoffe. Dieses größere Wurzelsystem treibt stärkeres Frühjahrswachstum beim Blattaustrieb an. Bäume mit herbstgewachsenen Wurzeln zeigen im ersten Sommer eine bessere Trockenheitstoleranz als im Frühjahr gepflanzte.
Die Wurzelwachstumsruhe setzt ein, sobald die Bodentemperatur unter den Schwellenwert fällt. Verschiedene Arten haben leicht unterschiedliche Untergrenzen, aber 2-4°C (35-40°F) markieren den Punkt, an dem die meisten Wurzeln aufhören zu arbeiten. Die echte Ruhephase dauert, bis Frühlingswärme den Boden wieder über diese Marken bringt. Der Baum ist in dieser Zeit nicht tot. Er wartet nur auf bessere Bedingungen.
Messen Sie die Bodentemperatur im Herbst, um Ihr lokales Wurzelwachstumsfenster kennenzulernen. Stecken Sie eine Sonde morgens etwa zehn Zentimeter tief in den Boden, bevor die Sonne die Oberfläche erwärmt. Notieren Sie die Werte jede Woche ab September. So erfahren Sie, wie lange Wurzeln in Ihrer Zone aktiv bleiben können. Diese Daten helfen Ihnen, die Herbstpflanzung optimal zu timen.
Das Fenster für herbstliches Wurzelwachstum schließt sich vier bis acht Wochen nach dem ersten starken Frost in den meisten nördlichen Gebieten. Gärtner im Süden haben viel längere Zeitfenster. Dort kann das Wurzelwachstum bis Dezember oder sogar Januar andauern. Zu wissen, wann Ihr Boden unter die Wachstumsgrenze fällt, verrät Ihnen den spätesten sicheren Pflanztermin.
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