Reifen Äpfel nach dem Pflücken weiter nach?

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Julia Anderson
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Ja, Äpfel reifen nach dem Pflücken weiter, aber die Veränderungen haben Grenzen. Sie werden in der Textur weicher und wandeln etwas verbleibende Stärke in Zucker um. Das macht sie mit der Zeit süßer. Die Schalenfarbe und der Säuregehalt bleiben auf dem Stand zum Erntezeitpunkt. Die Nachreife von Äpfeln folgt Mustern, die Sie zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Ich habe diesen Prozess bei einer Partie etwa eine Woche zu früh gepflückter Gala-Äpfel verfolgt. Ich ließ sie zwei Wochen auf der Arbeitsplatte liegen und testete alle paar Tage einen. Die Textur ging in diesem Zeitraum von fest und hart zu weich und nachgiebig über. Die Süße verbesserte sich, als der stärkige Geschmack verschwand. Aber die rote Färbung vertiefte sich überhaupt nicht. Die Säure blieb während meines gesamten Experiments auf dem gleichen Niveau.

Äpfel gehören zu einer Gruppe, die klimakterische Früchte genannt wird. Diese setzen ihre Reifungsprozesse nach der Ernte fort. Bananen, Pfirsiche und Tomaten funktionieren genauso. Das Muster der klimakterischen Fruchtreifung bedeutet, dass diese Lebensmittel sich auch abseits der Pflanze weiter verändern. Sie können sich unter den richtigen Bedingungen in der Lagerung verbessern.

Andere Früchte funktionieren anders. Trauben, Zitrusfrüchte und Erdbeeren hören auf zu reifen, sobald Sie sie pflücken. Von da an werden sie nur noch schlechter, nie besser. Zu wissen, dass Äpfel in die erste Gruppe fallen, hilft Ihnen bei der Planung Ihrer Ernte und Lagerung.

Der Haupttreiber der Nachreife ist die Stärkeumwandlung bei Äpfeln. Wachsende Äpfel speichern Energie als Stärke in ihrem Fruchtfleisch. Während die Frucht reift, bauen Enzyme diese Stärke in Einfachzucker ab. Dieser Prozess setzt sich nach dem Pflücken fort. Deshalb können leicht unreife Äpfel mit der Zeit auf Ihrer Arbeitsplatte süßer werden.

Forschungen der Washington State University zeigen, dass Äpfel ein 7-11-tägiges Zeitfenster haben, in dem diese Umwandlung am stärksten abläuft. Die Ethylengasproduktion erreicht während dieser Nacherntephase ihren Höhepunkt. Die Frucht setzt wachsende Mengen dieses Reifungshormons frei. Es beschleunigt das Weichwerden und den Zuckergewinn. Kühllagerung verlangsamt die Ethylenproduktion und verlängert das Zeitfenster. Warme Luft lässt alles schneller ablaufen.

Sie können die Reifegeschwindigkeit mit der Temperatur steuern. Eine Partie gepflückt, die noch etwas stärkehaltig ist? Lassen Sie sie fünf bis sieben Tage auf der Arbeitsplatte liegen, um die Süßeentwicklung zu fördern. Haben Sie perfekt reife Äpfel, die Sie aufbewahren wollen? Legen Sie sie sofort in den Kühlschrank. Kälte verlangsamt den Prozess und erhält die ideale Textur länger.

Dieses Reifeverhalten erklärt, warum der Erntezeitpunkt so wichtig ist. Ernten Sie zu früh, können die Äpfel nicht genug Stärke umwandeln. Sie erreichen nie die volle Süße, egal wie lange Sie warten. Die Enzyme brauchen einen bestimmten Reifegrad, bevor sie gut arbeiten. Pflücken Sie zum richtigen Zeitpunkt und Sie können die endgültige Essqualität feinabstimmen.

Für die besten Ergebnisse sollten Sie Äpfel pflücken, wenn sie nahe am Reifehöhepunkt sind. Sie werden während der Lagerung oder auf Ihrer Arbeitsplatte fertig reifen. Pflücken Sie sie nach dem Höhepunkt, laufen die gleichen Reifeprozesse weiter. Sie treiben die Frucht schneller in Richtung mehliger Überreife, als Sie sie essen können. Den richtigen Erntezeitpunkt zu wählen gibt Ihnen Optionen.

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