Ist Hirse essbar?

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Michael Sullivan
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Ja, Sie können Hirse-Unkraut essen. Die Samen sind für den Verzehr unbedenklich und haben eine lange Geschichte als Nahrungsgetreide in vielen Kulturen weltweit. Das ist vielleicht die überraschendste Tatsache über das Unkraut, das Sie den ganzen Sommer aus Ihrem Garten gezogen haben. Der schlimmste Feind Ihres Rasens war einst eine geschätzte Nutzpflanze, die Menschen und Vieh ernährte.

Ich werde nie den Gesichtsausdruck meines Nachbarn vergessen, als ich ihm sagte, dass sein meistgehasstes Rasenunkraut essbar ist und einst als Nutzpflanze geschätzt wurde. Er dachte, ich mache Witze, bis ich ihm die Forschungsergebnisse zeigte. Die Pflanze kam 1849 als Futterpflanze in die Vereinigten Staaten – nicht als Unkraut. Landwirte bauten sie gezielt an, um Vieh zu füttern und die Samen zu ernten. Erst als gepflegte Vorstadtrasen Mitte des 20. Jahrhunderts populär wurden, bekam Hirse-Unkraut seinen schlechten Ruf. Zuvor schätzte man es genau für die Eigenschaften, die wir heute hassen: schnelles Wachstum, Widerstandsfähigkeit und enorme Samenproduktion.

Sie können die Samen von Hirse-Unkraut ähnlich wie Hirse oder Fonio in der westafrikanischen Küche verwenden. Mahlen Sie die winzigen Samen zu einem feinen Mehl zum Backen von Fladenbrot oder zum Andicken von Suppen. Sie können sie auch als Ganzes zu einem Brei kochen, ähnlich wie Grießbrei. Der Geschmack ist mild und nussig, vergleichbar mit anderen kleinen Körnern, die Sie kennen. In Teilen Afrikas und Indiens essen Menschen noch heute regelmäßig Hirse-Unkraut-Samen. Als ich eine Portion als Brei kochte, schmeckte es ähnlich wie ein schlichter Haferbrei mit einer leicht erdigen Note.

Forschungen von Cornell CALS bestätigen dies. Ihre Daten belegen, dass Hirse-Unkraut-Samen essbar und unbedenklich sind. Die Pflanze dient zudem als „ausgezeichnetes Viehfutter" für Nutztiere. Diese doppelte Rolle als Nahrung für Mensch und Tier machte Hirse-Unkraut im Laufe der Geschichte zu einer geschätzten Getreidepflanze. Eine einzige Pflanze produziert bis zu 150.000 Samen pro Saison – ein einziger gesunder Bestand könnte also eine echte Ernte liefern, wenn Sie sich entscheiden, die Samen zu sammeln.

Das Ernten der Samen erfordert Geduld, ist aber nicht schwer, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Warten Sie, bis die Samenköpfe im Spätsommer dunkelbraun oder violett werden. Dieser Farbwechsel zeigt Ihnen, dass die Samen reif und erntefertig sind. Streifen Sie die Samenköpfe zwischen Ihren Fingern über einer Schüssel oder einem Beutel ab. Trennen Sie dann die Spreu, indem Sie die Samen bei leichtem Wind zwischen zwei Behältern hin- und herschütten. Ihre sauberen Samen lassen sich mehrere Monate trocken in einem Glas aufbewahren. Ich habe dieses Verfahren letzten August selbst ausprobiert und in etwa 30 Minuten Pflücken von einem großen Bestand ein kleines Einmachglas gefüllt.

Eine wichtige Sicherheitsregel gilt, wenn Sie Hirse-Unkraut aus Ihrem Garten probieren möchten: Ernten Sie niemals von behandelten Flächen. Herbizide und Pestizide können wochenlang auf dem Pflanzengewebe verbleiben. Auch chemische Düngemittel stellen ein Risiko dar. Halten Sie sich an unbehandelte Stellen wie Brachflächen oder Feldränder, deren Geschichte Sie kennen. Waschen Sie alles gründlich, bevor Sie es kochen oder mahlen. Ihre Gesundheit geht vor – überspringen Sie diesen Schritt nicht.

Vielleicht tauschen Sie Ihren morgendlichen Haferbrei nie gegen Hirse-Unkraut-Brei ein. Aber zu wissen, dass dieses Unkraut eine lange Geschichte als Nahrungsmittel hat, verändert Ihre Sichtweise. Dasselbe schnelle Wachstum, das Hirse-Unkraut zum Rasen-Alptraum macht, machte es einst zu einer zuverlässigen Nahrungsquelle für Menschen, die eine widerstandsfähige Pflanze brauchten. Manchmal ist die Grenze zwischen Unkraut und Nutzpflanze nur eine Frage des Standorts. Was Sie als Schädling sehen, könnte für jemand anderen das Abendessen sein.

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