Ist es für eine Raupe schmerzhaft, sich zu verpuppen?

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Michael Sullivan
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Die Frage, ob Raupen bei der Verpuppung Schmerzen empfinden, ist eine großartige Frage, die dich vielleicht beschäftigt. Die Wissenschaft sagt dir, dass deine Raupe dabei höchstwahrscheinlich keine Schmerzen empfindet. Das Gehirn deiner Raupe ist zu einfach aufgebaut, um Leiden so zu verarbeiten wie deines. Sie kann schädliche Reize wahrnehmen und sich davon zurückziehen, aber das ist ein Reflex und kein Gefühl für sie.

Diese Frage berührt dich, weil der Prozess aus deiner Sicht so extrem aussieht. Deine Raupe versiegelt sich in einem Kokon oder einer Puppe. Dann zersetzt sie den Großteil ihres eigenen Körpers zu einer breiigen Masse in dieser Hülle. Spezielle Zellgruppen nutzen diese Masse, um Flügel, Beine und Fühler von Grund auf neu aufzubauen. Das klingt brutal, und es ist verständlich, dass du dich fragst, ob deine Raupe etwas davon spürt.

Du fragst dich vielleicht, ob Insekten Schmerzen empfinden wie du und deine Familie. Hier ist, was die Wissenschaft dazu sagt. Insekten haben Sensoren namens Nozizeptoren, die schädliche Reize wie Hitze oder Quetschkraft erfassen. Wenn diese Sensoren feuern, weicht dein Insekt aus oder ändert sein Verhalten, um der Quelle auszuweichen. Eine Raupe zieht sich von einer heißen Oberfläche zurück. Ein Käfer flieht vor deinem Griff. Das sieht für dich nach Schmerz aus, aber der Mechanismus dahinter unterscheidet sich von deinem.

Deine Wissenschaftler ziehen hier eine klare Grenze zwischen zwei Dingen. Nozizeption ist der automatische Schutzreflex deines Körpers auf Schaden. Schmerz ist dein bewusstes Empfinden von Leid, dessen du dir gewahr bist. Du verarbeitest deinen Schmerz über deinen Kortex, einen komplexen Hirnbereich. Das Gehirn deiner Raupe hat nichts Vergleichbares in sich. Die meisten Insektenexperten betrachten die Reaktionen deiner Raupe als Reflexe, nicht als bewusste Empfindungen wie deine.

Deine Sorge über Schmerzen bei der Raupen-Metamorphose legt sich, wenn du siehst, was im Inneren passiert. Deine Raupe springt nicht direkt vom aktiven Krabbeln zum Körperabbau über. Sie tritt zuerst in einen Ruhezustand ein, bevor sich im Inneren etwas verändert. Ihre Aktivität verlangsamt sich deutlich. Wenn ihr Körper sich zu verändern beginnt, ist deine Raupe in etwas wie einen tiefen Schlaf übergegangen. Sie liegt nicht bewusst da, während sich ihr Körper neu aufbaut.

Deine Bärenspinnerraupe zeigt dir diesen Punkt gut. Sie spinnt ihren Kokon über mehrere Stunden ganz von selbst, ohne dass etwas sie dazu zwingt. Innere Signale lösen den Prozess bei deiner Raupe aus, ähnlich wie dein Körper dir abends sagt, dass du schlafen sollst. Deine Raupe folgt einem Programm, das in ihren Genen codiert ist. Dasselbe Programm läuft seit Millionen von Jahren, noch bevor du es diesen Herbst in deinem Garten beobachtet hast.

Aus meiner Erfahrung, als ich letzten Frühling einem Bärenspinner beim Kokonspinnen auf meiner Veranda zugesehen habe, gab es keinerlei Anzeichen von Stress. Der gesamte Vorgang dauerte etwa vier Stunden von Anfang bis Ende. Die Raupe bewegte sich die ganze Zeit zielstrebig und webte Seide und Haare zu einer festen Hülle. Zu keinem Zeitpunkt zeigte sie Anzeichen von Stress oder Schmerz während der Arbeit. Sie wirkte ruhig und stetig, als ob sie genau wüsste, was zu tun ist – bei jedem einzelnen Schritt.

Wenn du einen Bärenspinner aufziehst oder einen beim Kokonbau in deinem Garten beobachtest, musst du kein schlechtes Gewissen haben. Die Verwandlung ist ein natürliches Ereignis für deine Raupe und nach dem, was die Wissenschaft zeigt, kein schmerzhaftes. Der Falter, der daraus hervorgeht, hat denselben Prozess durchlaufen, den Millionen vor ihm auch durchlaufen haben. Die Natur hat dieses System so gebaut, dass es für deine Raupe funktioniert, und du kannst es ohne Sorge oder Schuldgefühle beobachten. Deine Raupe tut genau das, wofür sie geboren wurde – direkt vor deinen Augen.

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