Kaffeesatz für Hortensien zu verwenden, fügt dem Boden eine kleine Menge organisches Material hinzu. Aber er wird die Blütenfarbe Ihres Rispenhortensienbaums nicht verändern. Das ist einer der größten Gartenmythen überhaupt. Er führt zu viel verschwendetem Kaffeesatz und enttäuschten Hoffnungen auf blaue Blüten.
Ich habe selbst getestet, ob Kaffeesatz Hortensien wirklich hilft. Eine ganze Vegetationsperiode lang habe ich gebrauchten Kaffeesatz sowohl um eine Bauernhortensie als auch um einen Rispenhortensienbaum verteilt. Die Bauernhortensie zeigte bis zum Spätsommer eine ganz leichte Verschiebung ins Bläuliche. Der Rispenhortensienbaum zeigte keinerlei Veränderung. Die Blüten öffneten sich weiß, wurden cremefarben und verblassten im Herbst zu Rosa. Dieses Muster entsprach jedem anderen Jahr. Mein Test zeigte mir, dass die Wirkung von Kaffeesatz auf Hortensien davon abhängt, welche Art man anbaut.
Die Wissenschaft dahinter ist einfach. Gebrauchter Kaffeesatz hat einen pH-Wert von etwa 6,5 – also nahezu neutral. Die meisten Menschen denken, er sei sehr sauer, aber das Brühen entzieht den größten Teil der Säure. Selbst frischer, ungebrauchter Kaffeesatz ist nicht sauer genug, um den Boden wesentlich zu verändern. Hinzu kommt, dass die Blütenfarben von Rispenhortensien genetisch festgelegt sind. Keine Bodenveränderung macht sie blau. Weiße Rispenblüten werden beim Altern aufgrund natürlicher Veränderungen der Blütenpigmente rosa.
Der Trick mit der Hortensien-Blütenfarbe funktioniert nur bei einer Art. Bauernhortensien (die mit den runden Blütenbällen) haben ein Pigment, das auf Aluminium im Boden reagiert. Boden unter pH 5,5 setzt dieses Aluminium frei. Das macht die Blüten der Bauernhortensie blau. Rispenhortensien, zu denen alle Hortensienbäume auf dem Markt gehören, besitzen dieses Pigment gar nicht. Sie könnten einen ganzen Sack Kaffeesatz unter Ihren Baum kippen – die Blüten würden trotzdem nach ihrem eigenen Zeitplan von Weiß nach Rosa wechseln.
Wenn Sie Ihrem Rispenhortensienbaum wirklich etwas Gutes tun wollen, lassen Sie den Kaffee weg und greifen Sie zu einem bewährten Bodenverbesserer für Hortensien. Kompost ist hier Ihr bester Freund. Verteilen Sie jedes Frühjahr 5 bis 8 cm rund um den Kronentraufbereich, um das Bodenleben zu fördern und Feuchtigkeit zu halten. Ein ausgewogener 10-10-10 Langzeitdünger einmal im zeitigen Frühjahr gibt Ihrem Baum die Nährstoffe für kräftige Triebe und große Blütenköpfe.
Geben Sie Ihren gebrauchten Kaffeesatz lieber in den Kompostbehälter. Er ist eine gute Zutat für den Komposthaufen – aber mit höchstens 20 % des Gesamtvolumens. Kippen Sie ihn nicht in dicken Schichten direkt auf die Erdoberfläche. Das kann eine wasserabweisende Kruste bilden und Schimmelwachstum begünstigen. Eine dünne Streuung unter dem Mulch hier und da schadet nicht, wird Sie aber auch nicht beeindrucken.
Ich habe festgestellt, dass Gärtner mit den schönsten Blüten in guten Kompost und Dünger investieren statt in Kaffeemythen. Ihr Hortensienbaum braucht gleichmäßige Nährstoffe und ein gesundes Bodenleben. Beides kommt von bewährter Bodenpflege, nicht von Küchenabfällen. Heben Sie den Kaffee für Ihre Morgentasse auf und lassen Sie Ihren Baum seine Nahrung aus dafür gemachten Produkten beziehen.
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