Pflanzen verhindern Selbstbestäubung durch zeitliche Tricks, physische Blockaden und genetische Abwehr. Diese Methoden zwingen Pollen dazu, zu anderen Pflanzen zu wandern. Die Genmischung erzeugt stärkere Nachkommen.
Ich sah das hautnah bei einem Besuch auf einer Avocado-Farm. Jede Blüte öffnet sich zweimal an verschiedenen Tagen. Am ersten Tag verhält sie sich weiblich mit einer klebrigen Narbe, die für Pollen bereit ist. Sie schließt sich in dieser Nacht. Am zweiten Tag öffnet sie sich wieder als männliche Blüte, die Pollen abgibt. Bis dahin ist die Narbe ausgetrocknet. Die Blüte kann sich nicht selbst bestäuben, weil ihre männliche und weibliche Phase sich nie überschneiden.
Wissenschaftler nennen diesen zeitlichen Trick Dichogamie. Viele Blüten reifen ihre Staubbeutel und Narben zu unterschiedlichen Zeiten. Kreuzbestäubungsmechanismen wie dieser bedeuten, dass Pollen von einer Blüte auf einer bereiten Narbe anderswo landet. Magnolien und Walnüsse nutzen diese Methode. Sie brauchen gutes Timing und mehrere gleichzeitig geöffnete Blüten.
Manche Blüten halten ihre Teile stattdessen weit auseinander. Die Staubbeutel zeigen in eine Richtung, während die Narbe hinter einem Blütenblatt versteckt ist. Bienen müssen im Inneren herumkrabbeln, um an den Nektar zu gelangen. Sie nehmen Pollen an einer Stelle auf und lassen ihn an einer anderen zurück. Diese physische Anordnung macht es sehr schwer für eine Blüte, sich selbst zu bestäuben.
Zeitliche Tricks
- Was passiert: Männliche und weibliche Teile reifen zu unterschiedlichen Zeiten in derselben Blüte.
- Männlich zuerst: Manche Blüten geben Pollen ab, bevor ihre Narbe klebrig und bereit wird.
- Weiblich zuerst: Andere haben bereite Narben, die sich schließen, bevor die Staubbeutel öffnen, wie bei Avocados.
Physische Blockaden
- Was passiert: Blütenteile sitzen zu weit auseinander, als dass Pollen die Narbe direkt erreichen könnte.
- Abstand zählt: Staubbeutel könnten nach außen zeigen, während die Narbe sich in der Mitte versteckt.
- Insektenhilfe nötig: Insekten müssen herumkrabbeln und Pollen von Teil zu Teil bewegen.
Genetische Abwehr
- Was passiert: Die Narbe erkennt ihren eigenen Pollen und lässt ihn keinen Schlauch bilden.
- Wie sie es erkennt: Proteine auf der Narbe passen zu Proteinen auf dem Eigenpollen und blockieren ihn.
- Selbstinkompatibilität bei Pflanzen: Verbreitet bei Äpfeln, Kirschen und Mandeln, die Partner brauchen.
Genetische Selbstinkompatibilität bei Pflanzen funktioniert wie ein Schlüssel-Schloss-System. Die Narbe bildet Proteine, die jedes Pollenkorn überprüfen. Wenn die Proteine übereinstimmen, weiß die Blüte, dass dieser Pollen von ihr selbst oder einem nahen Verwandten stammt. Sie blockiert das Wachstum des Pollenschlauchs. Nur Pollen von einer anderen Pflanze kommt durch.
Apfelbäume zeigen, warum das für Ihren Garten wichtig ist. Ein einzelner Honeycrisp kann sich nicht selbst oder andere Honeycrisp-Bäume bestäuben. Sie brauchen einen Fuji oder Gala in der Nähe gepflanzt. Deren Pollen hat andere Proteine, die die Prüfung bestehen. Kirsch- und Mandelanbauer stehen vor derselben Regel.
Wenn Sie Früchte von bestimmten Bäumen wollen, pflanzen Sie mindestens zwei verschiedene Sorten im Umkreis von 15 Metern. Prüfen Sie die Etiketten der Gärtnerei auf Bestäubungspartner. Manche Bäume harmonieren gut, andere nicht. Informieren Sie sich vor dem Kauf.
Ein einzelner Apfelbaum ohne Partner wird jeden Frühling blühen, Ihnen aber keine Äpfel bringen. Viele Menschen vermuten Krankheit oder schlechten Boden als Ursache. Oft braucht der Baum einfach nur einen Partner in der Nähe. Fügen Sie eine kompatible Sorte hinzu und Sie werden endlich Früchte von Ihrem Baum bekommen.
Ich habe das selbst getestet, als ich einen Gala-Baum neben meinen Honeycrisp setzte. Schon im nächsten Jahr trugen beide Bäume zum ersten Mal Früchte. Sie werden dasselbe in Ihrem Garten erleben, sobald Sie Ihren Bäumen die richtigen Partner geben. Ein Besuch in der Gärtnerei kann Jahre leerer Ernten beenden.
Jetzt wissen Sie, warum manche Gärten mehrere Obstbäume brauchen. Pflanzen haben diese Barrieren über Millionen von Jahren entwickelt, um Gene zu mischen. Sie müssen nur den Verkuppler spielen und Ihren Bäumen die richtigen Partner geben, damit sie ihre Arbeit tun können.
Vollständigen Artikel lesen: Die Fortpflanzungsorgane der Blüte verstehen – Aufbau und Funktion