Wasser in einer Regentonne sollte innerhalb einer Woche verbraucht werden, damit es frisch und unbedenklich für Ihren Garten bleibt. Nach etwa sieben Tagen beginnen Bakterien zu wachsen und Algen können sich bilden. Auch Mücken finden stehendes Wasser in diesem Zeitraum und machen es zum Schädlingsrisiko.
Ich habe das in meinem ersten Sommer mit einer Tonne am eigenen Leib erfahren. Wasser, das ich innerhalb von drei bis vier Tagen verbrauchte, war klar und geruchlos. Dann fuhr ich zwei Wochen in den Urlaub. Bei meiner Rückkehr fand ich trübes, grünliches Wasser vor, das modrig und sumpfig roch. Stehendes Wasser in der Regentonne wird schnell schlecht, wenn warmes Wetter das Bakterien- und Algenwachstum beschleunigt.
Die Biologie hinter dem Verderben ist einfach. Pollen, Vogelkot und Laubreste werden bei jedem Regen von Ihrem Dach in die Tonne gespült. Diese Materialien sind Nahrung für Bakterien im gespeicherten Wasser. Eine PMC-Studie hat ergeben, dass coliforme Bakterien das größte Problem in gespeichertem Regenwasser sind. Wenn Sonnenlicht durch eine durchsichtige Tonnenwand ans Wasser gelangt, bilden sich innerhalb weniger Tage Algenblüten. Mückenlarven brauchen nur 7 bis 10 Tage stehendes Wasser, um zu erwachsenen Mücken heranzuwachsen.
Hitze verschlimmert alles. Eine Tonne in praller Sommersonne kann Wassertemperaturen von über 38 °C erreichen. Bei solchen Temperaturen verdoppeln sich Bakterien alle paar Stunden. Eine beschattete Tonne bleibt kühler und verschafft Ihnen ein paar Tage mehr. Aber selbst im Schatten nimmt die Wasserqualität nach etwa 10 Tagen ohne jede Behandlung ab.
Meine Tonne steht jetzt unter einer großen Eiche auf der Nordseite meines Hauses. Der Schatten hält das Wasser kühl, und der Unterschied ist deutlich spürbar. Wasser aus der beschatteten Tonne bleibt eine volle Woche oder länger klar. In meinem alten Aufstellort in voller Sonne hatte das Wasser schon nach fünf bis sechs Tagen einen sichtbaren Grünstich. Diese eine Änderung hat die Frische des Regenwassers erheblich verbessert – ganz ohne Kosten.
Das gespeicherte Wasser frisch zu halten erfordert nur wenige Gewohnheiten. Verbrauchen Sie es innerhalb einer Woche, indem Sie Ihren Garten nach einem festen Plan gießen. Legen Sie in der warmen Jahreszeit monatlich eine Bti-Mückentablette in die Tonne. Diese tötet Larven ab, ohne Pflanzen oder Haustieren zu schaden. Die UGA Extension empfiehlt eine Chlorzugabe von 0,2 Milligramm pro Liter, wenn Sie das Wasser etwas länger lagern müssen.
Führen Sie mindestens einmal pro Saison eine komplette Entleerung und Reinigung durch. Schrubben Sie die Innenwände mit verdünntem Bleichmittel, spülen Sie gründlich nach und lassen Sie die Tonne trocknen, bevor Sie wieder sammeln. Halten Sie den Deckel fest verschlossen und den Siebfilter sauber, damit kein Schmutz eindringt. Eine blickdichte Tonne blockiert Sonnenlicht und reduziert Algenwachstum auf nahezu null. Diese kleinen Maßnahmen dauern weniger als eine Stunde und halten Ihr gespeichertes Wasser die ganze Saison über nutzbar.
Sie können auch einen Perlschlauch an den Tonnenhahn anschließen und ihn mit einer Zeitschaltuhr betreiben. So wird täglich etwas Wasser abgegeben und die Tonne bleibt in Bewegung. Ich lasse meinen Schlauch jeden zweiten Morgen etwa 30 Minuten laufen. Er bewässert meine Hochbeete und verhindert, dass die Tonne zu lange randvoll steht. Ein Tropfbewässerungssystem funktioniert genauso und kostet weniger als 25 € in der Einrichtung.
Eine Woche ist das sichere Zeitfenster für unbehandeltes Tonnenwasser. Schatten, ein dicht schließender Deckel und eine monatliche Mückentablette verlängern dieses Fenster etwas. Der beste Ansatz ist aber, Ihr Wasser regelmäßig zu nutzen und die Tonne beim nächsten Regen frisch auffüllen zu lassen. Ihr Garten bekommt kostenloses Wasser und Sie vermeiden jedes Problem, das mit stehendem Wasser einhergeht.
Vollständigen Artikel lesen: Regentonne – Leitfaden für Anfänger