Was ist Teufelsgras?

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Julia Anderson
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Teufelsgras (englisch: devil's grass) ist der Spitzname für Bermuda-Gras (Cynodon dactylon). Es erhielt diesen Namen, weil Bermuda sich so schnell ausbreitet, dass man es nicht eindämmen kann. Diese Bezeichnung gilt keineswegs für Bahia-Gras. Bahia breitet sich wesentlich langsamer aus und bleibt in seinem Bereich.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, warum Bermuda diesen Namen verdient, nachdem ich es in meinem Vorgarten gepflanzt hatte. Innerhalb einer Saison kroch es in jedes Blumenbeet auf meinem Grundstück. Es drückte sich durch Risse im Gehweg und begann in den Bahia-Rasen meines Nachbarn einzudringen. Von Hand herausziehen war reine Zeitverschwendung. Jedes kleine Wurzelstück, das in der Erde blieb, wuchs innerhalb von Tagen zu einer vollständigen Pflanze heran.

Das invasive Verhalten von Bermuda-Gras liegt an seiner Wachstumsweise. Bermuda sendet Ausläufer (Stolonen) aus, die wie Läufer über die Oberfläche kriechen. Zusätzlich treibt es Rhizome unterirdisch durch den Boden. Dieser Angriff an zwei Fronten lässt Bermuda sich in alle Richtungen gleichzeitig ausbreiten. Eine einzige Pflanze kann in einer Wachstumssaison mehrere Meter neues Terrain erobern.

Bahia-Gras funktioniert völlig anders. Es breitet sich über oberflächennahe Wurzeln in deutlich langsamerem Tempo aus. Bahia füllt Lücken mit der Zeit, ohne Ihre Blumenbeete und Wege zu überwuchern. Deshalb wird Bahia liebevoll „Arme-Leute-Gras" genannt. Bermuda dagegen wird aus purer Wut „Teufelsgras" genannt. Die Bezeichnung „aggressiv wucherndes Gras" passt auf Bermuda besser als auf jedes andere Gras in Ihrem Garten.

Zwei Ausbreitungssysteme

  • Oberirdische Ausläufer: Stolonen wachsen im Sommer bis zu 15 cm pro Woche und überschreiten Grenzen, um in Ihre Gartenbeete einzudringen.
  • Unterirdische Triebe: Rhizome dringen in 5 bis 15 cm Tiefe durch den Boden und umgehen dabei Rasenkanten und Unkrautvlies.
  • Wurzelstücke treiben neu aus: Jedes kleine zurückgelassene Wurzelstück bildet in nur 7 bis 10 Tagen eine neue Pflanze, nachdem Sie es herausgezogen haben.

Unterschied in der Wachstumsgeschwindigkeit

  • Bermuda-Tempo: Dieses aggressiv wuchernde Gras kann eine kahle Fläche von ca. 10 m² in einer einzigen Wachstumssaison von selbst schließen.
  • Bahia-Tempo: Bahia braucht 2 bis 3 Saisons, um dieselbe Fläche über sein langsameres Wurzelnetzwerk zu füllen.
  • Schadensreparatur: Bermuda erholt sich von Abnutzung in Tagen, während Bahia Wochen braucht – das zeigt die rohe Kraft hinter dem Teufelsnamen.

Manche Regionen verwenden den Namen „Teufelsgras" auch für andere Pflanzen. Cogongras (Imperata cylindrica) trägt diese Bezeichnung in Teilen Asiens. Quecke (Quackgrass) erhält sie in nördlichen US-Staaten. Im gesamten Süden der USA bedeutet „devil's grass" jedoch fast immer Bermuda. Zu wissen, welche Art in Ihrer Region gemeint ist, hilft Ihnen bei der Suche nach den richtigen Bekämpfungsmethoden.

Wenn Bermuda in Ihren Bahia-Rasen eingedrungen ist, haben Sie Möglichkeiten. Suchen Sie im Gartencenter nach gras-spezifischen Unkrautvernichtern, die Bermuda als Ziel aufführen. Testen Sie immer zuerst eine kleine Stelle, um sicherzustellen, dass Ihr Bahia keinen Schaden nimmt. Für Beetränder installieren Sie Wurzelsperren 15 bis 20 cm tief, um die unterirdischen Triebe zu blockieren. Stechen Sie Ihre Ränder im Sommer alle zwei Wochen ab, um Ausläufer zu kappen, bevor sie sich festsetzen.

Vollständigen Artikel lesen: Bahia-Gras: Ein vollständiger Anbau-Ratgeber

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