Was ist also ein Fliederbaum? Es ist eine Blütenpflanze, die jeden Herbst ihre Blätter abwirft und jeden Frühling mit duftenden Blüten zurückkehrt. Flieder gehören zur Gattung Syringa und stammen ursprünglich aus der Balkanregion Europas. Menschen pflanzen sie seit Hunderten von Jahren in Gärten – wegen ihrer Robustheit und ihrer atemberaubenden Frühlingsblüten.
Als ich zum ersten Mal an einem ausgewachsenen Flieder in voller Blüte vorbeiging, blieb ich wie angewurzelt stehen. Der Duft erreichte mich aus 6 Metern Entfernung, bevor ich die Blüten überhaupt entdeckte. Riesige violette Blütenrispen hingen an jedem Ast und die ganze Pflanze summte vor Bienen. Dieser eine Moment machte mich zum Flieder-Liebhaber fürs Leben. Nichts anderes in meinem Garten verströmt jeden Frühling einen so starken Duft.
Die Definition des Fliederbaums umfasst eine größere Gruppe, als Sie vielleicht denken. Etwa 12 Arten existieren in der Natur, und Pflanzenzüchter haben über 1.000 benannte Sorten geschaffen, die Sie kaufen können. Die Iowa State Extension ordnet Fliederblüten in 7 Farbgruppen ein: Weiß, Violett, Blau, Lila, Rosa, Magenta und Purpur. Die mit Abstand beliebteste Art ist Syringa vulgaris. Sie finden sie in den meisten Gartencentern. Sie ist diejenige hinter den klassischen violetten Frühlingsblüten, die Ihre Nachbarn anbauen.
Ihr Flieder gehört zur Pflanzenfamilie Oleaceae. Zur selben Familie gehören Oliven, Eschen und Jasmin. Alle teilen sie Blüten mit 4 bis 5 verwachsenen Blütenblättern und Blätter, die paarweise gegenständig am Stiel wachsen. Beim Flieder formen sich diese Blütenblätter zu kegelförmigen Trauben, den sogenannten Rispen. Jede kann an einer gesunden Pflanze bis zu 20 Zentimeter lang werden. Ein einzelner Ast kann in der Hauptblüte Dutzende dieser Rispen tragen.
Blütenrispen
- Form: Kegelförmige Rispen werden 15 bis 20 Zentimeter lang an den Triebspitzen Ihres Flieders im Frühling.
- Blütenblätter: Jede kleine Einzelblüte hat 4 am Grund verwachsene Blütenblätter – die klassische röhrenförmige Fliederblüte.
- Duft: An warmen Tagen können Sie die Blüten schon von Weitem riechen – Flieder gehört zu den intensivsten Duftpflanzen im Garten.
Blätter und Rinde
- Blattform: Herzförmige bis ovale Blätter wachsen paarweise gegenständig an glatten graubraunen Zweigen.
- Herbstfärbung: Die Blätter verfärben sich vor dem Abfallen gelbgrün, wobei die Farbenpracht im Vergleich zu Ahornen bescheiden ausfällt.
- Rindenstruktur: Ältere Stämme entwickeln eine schuppige, abblätternde Rinde, die Ihrer Pflanze nach dem Laubfall winterliches Interesse verleiht.
Größe und Lebensdauer
- Endgröße: Rechnen Sie mit 1,2 Metern bei Zwergsorten bis zu 9 Metern beim Japanischen Fliederbaum.
- Lebensdauer: Ein gesunder Flieder kann 50 bis 100 Jahre oder länger leben – manche alte Exemplare werden über zwei Jahrhunderte alt.
- Erste Blüten: Ihre neue Pflanze braucht 2 bis 3 Jahre zum Einwurzeln, bevor sie anfängt zu blühen.
Sie werden Flieder aus vielen guten Gründen lieben – nicht nur wegen der Blüten. Sie sind rehresistent, locken Schmetterlinge an und überstehen kalte Winter bis Zone 3. Ist Ihre Pflanze einmal eingewachsen, müssen Sie sie kaum noch düngen. Sie verträgt Trockenperioden besser als die meisten Gartenpflanzen. Ein ausgewachsener Flieder kann jahrzehntelang üppig blühen – mit nur einem kurzen Schnitt direkt nach der Blüte.
Aus meiner über zehnjährigen Erfahrung im Fliederanbau kann ich sagen: Die erste Frühlingsblüte macht das ganze Warten wert. Ich habe mehrere Sorten in meinem Garten getestet, und der gewöhnliche violette Flieder gewinnt beim Duft jedes Mal. Der Japanische Fliederbaum gab mir Höhe und Schatten, aber einen milderen Duft.
Ob Sie eine kompakte Strauchform oder einen hohen Japanischen Fliederbaum pflanzen – diese Pflanze verdient sich jeden Frühling ihren Platz. Die Kombination aus großartigem Duft, einfacher Pflege und langem Leben macht sie zu einer der besten Pflanzen für Ihren Garten. Nur wenige andere Sträucher bieten so viel Schönheit bei so wenig Aufwand.
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