Wenn Sie Blumenerde und Kompost für Ihre Kübelpflanzen vergleichen, gewinnt Blumenerde für Töpfe jedes Mal. Kompost ist ein großartiger Bodenverbesserer voller Nährstoffe. Aber er war nie dafür gedacht, allein als Kultursubstrat für Kübel zu dienen. Blumenerde bietet Ihren Pflanzen die Drainage und Belüftung, die sie in einem begrenzten Raum brauchen.
Diese Lektion lernte ich, als ich eines Frühlings sechs Töpfe mit reinem Kompost aus meinem Gartenkompost füllte. Der Kompost in den Töpfen speicherte so viel Wasser, dass mein Basilikum und meine Paprikapflanzen tagelang nach jedem Regen im nassen Matsch saßen. Innerhalb eines Monats wurden die Wurzeln braun und matschig. Meine Kontrolltöpfe mit gekaufter Blumenerde waren in wenigen Minuten abgetrocknet, und die Pflanzen darin wuchsen bis Mitte des Sommers dreimal so hoch.
Kompost entsteht aus organischen Abfällen und wird zu einem nährstoffreichen, dichten Material. Diese Dichte ist ideal, wenn man ihn in Gartenbeete einarbeitet, wo Regenwürmer und die Bodenstruktur die Feuchtigkeit regulieren. In einem Topf mit Abzugslöchern verdichtet sich reiner Kompost aber zu stark. Er hält das Wasser an den Wurzeln fest und verdrängt die Lufttaschen, die Wurzelzellen für die Sauerstoffaufnahme brauchen. Blumenerde vermeidet dieses Problem, indem Perlit und Rindenstücke ein stabiles Gerüst bilden, das auch im feuchten Zustand etwa 25 % Luftraum erhält.
Auch die Qualität spielt eine Rolle bei der Wahl zwischen Blumenerde und Kompost. Penn State-Forschung zeigt, dass salzreicher Kompost das Keimen von Samen komplett verhindern kann. Führen Sie zuerst einen Bioassay durch und achten Sie auf mindestens 80 % Keimungserfolg, bevor Sie Kompost einer Mischung beifügen. Nicht jeder Kompost ist gleich. Heimische Komposthaufen unterscheiden sich von kommunalem Kompost. Auch abgepackte Marken variieren. Jede Quelle bringt eigene Salzgehalte und Krankheitsrisiken mit.
Letzten Herbst führte ich meinen eigenen Bioassay durch, indem ich Bohnensamen in drei Becher mit verschiedenen Kompostquellen pflanzte. Mein Gartenkompost erreichte 90 % Keimung und brachte kräftige Sämlinge hervor. Ein Sack kommunaler Kompost aus dem Gartencenter schaffte nur 60 % mit kümmerlichen Sprossen. Dieser einfache Test bewahrte mich davor, schlechten Kompost in all meinen Frühjahrskübeln zu verteilen.
Dieser Substratvergleich bedeutet nicht, dass Kompost keinen Platz im Kübel-Gärtnern hat. Es bedeutet nur, dass Sie Kompost als eine Zutat verwenden sollten – nicht als das gesamte Rezept. Mischen Sie 20 bis 30 % Kompost in Ihre Blumenerde, um langsam freisetzende Nährstoffe und nützliche Mikroben hinzuzufügen. Die restlichen 70 bis 80 % sollten aus Torf oder Kokosfaser plus Perlit bestehen, damit die Drainage stark bleibt. Dieses Verhältnis gibt Ihnen das Beste beider Produkte ohne die Nachteile des einen oder anderen.
Stellen Sie sich Blumenerde als die Struktur eines Hauses vor und Kompost als die Möbel darin. Sie brauchen zuerst Wände und Fundament, bevor Sie mit dem Einrichten beginnen. Füllen Sie Ihre Kübel mit einer geeigneten Blumenerde als Basis und reichern Sie diese dann mit Kompost für extra Nährstoffe an. Ihre Pflanzen erhalten so gleichmäßige Versorgung und die schnelle Drainage, die ihre Wurzeln die ganze Saison über gesund hält.
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