Zierpflanze · Cyperaceae
Papyrus
Cyperus papyrus
Halte seine Füße in flachem Wasser und voller Sonne, und Papyrus belohnt dich den ganzen Sommer mit einem Feuerwerk aus grünen Halmen.
Volle Sonne
Alle 0–1 Tage
16–35°C
bis -7°C

Überblick
Papyrus ist genau die Pflanze, die der antiken Welt ihr Papier gab, und sie hat sich diesen Charakter vollständig bewahrt. Hohe, blattlose, dreikantige Halme erheben sich aus einer nassen Basis und öffnen sich oben zu einem feinen Strahlenbüschel fadenförmiger Speichen, die aussehen wie grünes Feuerwerk mitten in der Explosion. Sie gehört zur Familie der Sauergräser statt zu den Gräsern und wächst schnell zu einem stattlichen Horst am Teichrand oder in einem im Wasser stehenden Topf heran, sodass Einsteiger schnell echte Fortschritte sehen.
Im Kern ist das eine Sumpfpflanze, geboren an den nassen Rändern des Nils, und sie verlangt beharrlich nur eines: Wasser. Die Wurzeln müssen durchnässt oder überflutet bleiben und dürfen nie austrocknen. Gib ihr das plus reichlich Sonne, und sie klettert in einer warmen Saison auf 150 bis 240 cm, treibt dabei neue Halme etwa so schnell wie kaum etwas anderes an der Wasserlinie, was sie zu einer verzeihenden Wahl für Einsteiger macht.
Sie ist recht frostempfindlich, doch damit lässt sich gut planen. Papyrus übersteht den Winter im Freien nur in den Zonen 9 bis 11, deshalb genießen die meisten Gärtner sie als markantes Sommerelement und holen sie entweder für die kalte Jahreszeit ins Haus oder beginnen im Frühjahr neu. Für welchen Weg du dich auch entscheidest, du bekommst dieselbe eindrucksvolle Silhouette, die Wassergärten seit Jahrtausenden ziert, und ein Winterverlust lässt sich leicht wieder ausgleichen.
Pflege
Kurz gesagt: gib ihm volle Sonne und halte seine Füße ständig nass. Stell den Topf in flaches Wasser oder pflanze ihn am Teichrand, lass die Erde nie austrocknen, dünge im Sommer, und hol ihn vor dem Frost ins Haus, wo die Winter kalt werden, dann gedeiht er wunderbar.
Licht
Gib Papyrus volle Sonne, dann bekommst du die stabilsten, aufrechtesten Halme. Er kommt auch mit Halbschatten zurecht, es gibt also Spielraum für Kompromisse, doch dafür wird das Wachstum weicher und gestreckter und neigt eher zum Umknicken.
Gießen
Das ist die eine Regel, die wirklich zählt, und sie ist leicht einzuhalten. Papyrus ist eine Sumpfpflanze, die nie austrocknen darf, halte die Erde also durchnässt bis sumpfig oder setze ihn in flaches, stehendes Wasser von bis zu etwa 15 cm Tiefe. Im Topf stellst du das Gefäß in eine wassergefüllte Untersetzerschale oder senkst es in einen Teich, denn Austrocknen ist der Hauptgrund, warum diese Pflanzen eingehen.
Boden
Pflanze ihn in reichen, fruchtbaren Ton- oder Lehmboden, der nass bis sumpfig bleibt, dann fühlt er sich wirklich zu Hause. Am wohlsten ist er in gesättigtem Boden oder stehendem Wasser am Rand eines Teichs oder Wassergartens, und er verträgt eine angenehm breite pH-Spanne von 6,0 bis 8,0, du hast also reichlich Spielraum.
Temperatur
Papyrus liebt Wärme und fühlt sich zwischen 16 °C und 35 °C rundum wohl. Er hat keine Geduld für Frost, Kälte ist also neben dem Austrocknen die andere Gefahr, auf die du achten solltest.
Luftfeuchtigkeit
Hohe Luftfeuchtigkeit passt ihm gut, was bei einer Pflanze, die mit den Füßen im Wasser wächst, kaum überrascht. Draußen gibt es keine Zahl zum Nachjagen, doch drinnen begrüßt er feuchte Luft, sodass die wassergefüllte Untersetzerschale, in der er steht, freundlicherweise doppelte Arbeit leistet.
Düngen
Dünge ihn während der warmen Wachstumssaison, etwa monatlich im Sommer, mit einem ausgewogenen Dünger oder Wasserpflanzentabletten. Diese kleine, regelmäßige Mahlzeit treibt den schnellen Schub neuer Halme an, es lohnt sich also, dranzubleiben.
Schneiden
Schneide tote, braune oder frostgeschädigte Halme direkt an der Basis ab und entferne verblühte Blütenköpfe, sobald du sie bemerkst. Einen überfüllten Horst ausdünnen hält den Bestand ab und zu locker und aufrecht, und dabei musst du nicht zaghaft sein.
Umtopfen
Dieser eifrige Horstbildner füllt einen Topf schnell, topfe ihn also alle 1 bis 2 Jahre im Frühjahr um, und er dankt es dir. Wurzeln und Rhizome, die das Gefäß sprengen, kleinere neue Halme oder ein Horst, der gegen den Rand drückt, sind alles Zeichen der Pflanze, dass sie mehr Platz braucht.
Größe & Abstand
Freu dich auf einen Horst von etwa 150 bis 240 cm Höhe und 60 bis 120 cm Breite. Gib ihm so viel Ellbogenfreiheit an der Wasserlinie, dass der Bestand sich in Ruhe füllen kann, ohne alles Nachbarwachstum zu verdrängen.
Wann pflanzen
Papyrus lebt von Wärme und verträgt einfach keinen Frost, lass dich also sanft vom Kalender leiten. Beginne von Spätwinter bis Frühjahr mit Aussaat oder dem Wecken von Teilstücken, pflanze die Pflanzen im späten Frühjahr aus in warmes Wasser und Erde, sobald der letzte Frost vorüber ist, und freu dich von Juli bis September auf die sich öffnenden grünlich-braunen Blütenstände.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: Spätwinter bis Frühjahr, warm in nassem Boden vorziehen.
- Pflanzung: Nachdem jede Frostgefahr vorüber ist und Wasser und Boden warm sind, im späten Frühjahr.
- Ernte: Juli bis September, grünlich braune Blütenstände an den fadenartigen Strahlen.
Winterhärte
Temperatur: bis -7°C
Probleme lösen
Fast jede Sorge bei Papyrus lässt sich auf Wasser oder Kälte zurückführen, was beruhigend ist, denn beides lässt sich leicht erkennen und leicht beheben. Schau zuerst auf die Halme, denn Bräunung, Umknicken und Frostschäden zeigen sich dort zuerst. Gleiche ab, was du siehst, mit den Hinweisen unten, und greife ein, solange der Horst sich noch erholen kann, was meist gelingt.
Halme und Hüllblattköpfe werden braun und knicken um
Nur Mut, denn das ist fast immer einfacher Trockenstress, und dieser eine Ausrutscher erwischt irgendwann fast jeden Papyrus-Gärtner. Da die Pflanze eine Sumpfpflanze ist, verbräunen und hängen die Halme, sobald die Erde austrocknet oder das Wasser unter die Wurzeln sinkt. Stell sie einfach wieder in flaches, stehendes Wasser oder halte die Erde schön nass, schneide dann die müden Halme bis zur Basis zurück, und bald siehst du frisches Wachstum aufsteigen.
Lösung:
- Die Pflanze zurück in flaches, stehendes Wasser stellen oder die Erde jederzeit gesättigt halten
- Topfpflanzen in eine wassergefüllte Untersetzerschale stellen oder in einen Teich versenken
- Vollständig verbräunte Halme an der Basis abschneiden, damit frisches Wachstum entstehen kann
Die ganze Pflanze schwärzt nach einem Kälteeinbruch
Versuch, nicht in Panik zu geraten, aber das ist ein Frostschaden, und Papyrus ist schlicht nicht für Frost gemacht, denn er ist nur bis etwa Zone 9 bis 11 winterhart. Ein Kälteeinbruch kann die Halme schwärzen und im schlimmsten Fall den ganzen Horst mit sich reißen. Wo die Pflanze den Winter draußen nicht übersteht, hol Kübelpflanzen vor dem ersten Frost ins Haus, stell den Topf in eine wassergefüllte Untersetzerschale nahe einem hellen Fenster in einem kühlen Raum von 16 °C bis 18 °C, und bring das Rhizom sicher vor Frost in Sicherheit.
Lösung:
- Kübelpflanzen vor dem Frost ins Haus holen; den Topf in eine wassergefüllte Untersetzerschale nahe einem hellen, sonnigen Fenster in einem kühlen Raum von 16 bis 18 °C stellen
- Wo eine Überwinterung nicht möglich ist, einjährig behandeln und im Frühjahr neu pflanzen
- Kälteschädigte Halme zurückschneiden und das Rhizom vor dem Erfrieren schützen
Hohe Halme neigen sich oder knicken um
Das lässt sich leicht verzeihen und leicht beheben, also keine Sorge. Diese hohen Halme kippen um, wenn der Wind sie schiebt oder wenn weiches, gestrecktes Wachstum durch zu wenig Licht sie schlaff macht, und ein zu kleiner Topf verschlimmert das nur, weil er einen so großen Horst nicht sicher halten kann. Setz die Pflanze in volle Sonne und aus scharfem Wind, topfe sie in ein größeres, schwereres Gefäß um, und gib den höchsten Halmen bei Bedarf eine sanfte Stütze.
Lösung:
- Pflanzen in voller Sonne und geschützt vor starkem Wind aufstellen
- In ein größeres, schwereres Gefäß umtopfen, um den Horst zu verankern
- Die höchsten Halme bei Bedarf abstützen
Klebrige Rückstände, Gespinste oder Insekten an drinnen gehaltenen Pflanzen
Draußen bemerkt Papyrus Schädlinge kaum, darüber musst du dir also keine Sorgen machen, doch eine für den Winter hereingeholte Pflanze kann sich Spinnmilben, Blattläuse oder Wollläuse einfangen, sobald die Luft trocken und ruhig wird. Sieh die Halme und Hüllblätter sanft auf Gespinste oder weiche, wattige Klumpen durch, spüle oder wische ab, was du findest, und greife nur zu insektizider Seife, wenn es sich weiter ausbreitet. Etwas mehr Licht und Luftzirkulation entlastet die Pflanze und hält die Schädlinge davon ab, sich häuslich einzurichten.
Lösung:
- Schädlinge abspülen oder abwischen und die Luftzirkulation verbessern
- Bei anhaltendem Befall mit insektizider Seife behandeln
- Licht und Luftzirkulation verbessern, um Stress zu verringern
Giftigkeit
Hier eine schöne Nachricht für einen haustierfreundlichen Garten: Papyrus ist nicht giftig. Er taucht auf keiner Giftpflanzenliste der ASPCA auf, und nichts in den Halmen oder Blütenständen schadet Katzen, Hunden oder anderen Tieren. Das Schlimmste, was ein Haustier nach einem heimlichen Bissen spüren könnte, ist eine kurze, milde Magenverstimmung.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Du kannst entspannt sein und eine Katze mit im Raum lassen. Kaut sie an einem Halm, folgt höchstens eine kurze, milde Magenverstimmung, und nichts Schlimmeres.
Hunde Keine
Hier gibt es kein Gift, das einem Hund Sorgen machen müsste. Ein neugieriger Kauer bekommt allenfalls vorübergehend leichte Magenprobleme, und das war es wirklich schon.
Pferde Keine
Pferde sind rund um diese Pflanze unbedenklich dran, denn sie enthält nichts, das sie vergiften könnte.
Kaninchen Keine
Ein Kaninchen kann am Laub knabbern, ohne dass ihm etwas geschieht, auch wenn es nicht zu seinem üblichen Speiseplan gehört.
Nutztiere Keine
Rinder, Ziegen und Schafe müssen beim Weiden in der Nähe eines Papyrus-Bestands nichts befürchten.
Vögel Keine
Vögel sind hier völlig unbedenklich dran und sitzen gerne zwischen den luftigen Blütenständen oder picken daran herum.
Menschen Keine
Für Menschen enthält er kein Gift. Berühmt ist er dafür, die Quelle des altägyptischen Papiers zu sein, nicht für irgendeinen Teil, den man essen würde.
Kein besonderer Umgang nötig; halte neugierige Haustiere davon ab, größere Mengen Laub zu kauen, um eine leichte Magenverstimmung zu vermeiden.
Sorten
Die wilde Art wird riesig, deshalb greifen die meisten Gärtner gerne zu einer der Zwergformen oder einem nahen Verwandten aus der Schirmsimsen-Gruppe. Hier sind die, denen du dem Namen nach am ehesten begegnest.
'King Tut' / 'Prince Tut' (Zwergsorten von Cyperus papyrus)
Wirkt die ausgewachsene Pflanze zu üppig, bieten dir diese freundlichen Zwergsorten dieselben dreikantigen Halme und feuerwerksartigen Speichen, bleiben dabei aber handlich bei 1,2 bis 1,5 m statt auf 4,5 m emporzuschießen.
'Baby Tut' / 'Little Tut' (Cyperus involucratus)
Eine fröhliche kleine Schirmsimsen-Sorte von etwa 45 bis 60 cm, die den feinen Wuschelkopf des echten Papyrus gegen weichere, quirlständige, blattähnliche, bogige Hüllblätter eintauscht, perfekt bei knappem Platz.
Schirmpalme / Schirmsimse (Cyperus alternifolius / Cyperus involucratus)
Ein sanfter, kleinerer Verwandter, der 45 bis 120 cm hoch wird und an jeder Halmspitze 20 bis 25 breite, blattähnliche Hüllblätter trägt, die sich zu einem ordentlichen Schirm quirlen statt zu den fadenförmigen Speichen des echten Papyrus.
Zwergpapyrus (Cyperus prolifer)
Eine leicht zu verwechselnde Miniaturform, die viele für echten Papyrus halten, die sich aber über Rhizome schnell ausbreitet und in Florida invasiv geworden ist, gib ihr also einen bedachten Platz.
Vermehrung
Papyrus vermehrt sich fast ohne Aufwand, und die meisten Gärtner teilen einfach einen Horst, den sie schon haben, statt von vorn zu beginnen, was es zu einem sanften Ort macht, um Selbstvertrauen aufzubauen.
TeilungEinfach
Frühjahr · Wenige Wochen unter warmen, nassen Bedingungen
Mehr Papyrus zu ziehen ist wunderbar verzeihend, und die Teilung ist der sicherste Weg. Wenn das Frühjahr kommt, hebe den holzigen Rhizomhorst aus, löse ihn behutsam in Stücke, und setze diese Stücke in nasse, sumpfige Erde oder flaches Wasser, wo die Wärme ihnen hilft, innerhalb weniger Wochen Fuß zu fassen.
AussaatMittel
Frühjahr · Mehrere Wochen bis Monate
Wenn du Lust hast, es zu versuchen, wächst Papyrus auch aus Samen, im Frühjahr auf warmer, nasser Erde ausgesät. Er verlangt nur Geduld, denn es kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis er sich zeigt, weshalb so viele Gärtner gerne auf die Teilung zurückgreifen.
Mythen
Papyrus ist ein Gras.
Er spielt die Rolle zwar überzeugend, doch Papyrus ist eigentlich eine Sauergras-Art aus der Familie Cyperaceae, und seine massiven, dreikantigen Halme unterscheiden ihn von den runden, gegliederten Halmen eines echten Grases. Das ist genau die Pflanze des alten Ägyptens, deren Mark in Scheiben geschnitten und zu den ersten Papyrusblättern gepresst wurde. Eine einfache Eselsbrücke: Sauergräser haben Kanten, und Papyrus ist ein Sauergras.