Zimmerpflanze · Arecaceae
Kentia-Palme
Howea forsteriana
Gib ihr helles indirektes Licht und einen gleichmäßigen Schluck Wasser, und die Kentia-Palme belohnt dich in jedem Raum mit langsamer, müheloser Eleganz.
Hell, indirekt
Alle 7–14 Tage
16–27°C
bis -7°C

Überblick
Die Kentia-Palme stammt von Lord-Howe-Island vor der australischen Küste, wo sie zu einem hohen, einstämmigen Baum heranwächst. Drinnen bezaubert sie Pflanzenfreunde seit weit über hundert Jahren, geliebt dafür, wie ihre überhängenden, dunkelgrünen Wedel eine kahle Ecke sanft auffüllen. Wenn du gerade erst anfängst, sei getrost: Das ist eine der nachsichtigsten Palmen, die du dir nach Hause holen kannst.
Was sie zu einer so gütigen ersten Pflanze macht, ist ihre Geduld und Toleranz. Sie wächst langsam und behält ihre schöne Form über Jahre, und sie steckt das wenige Licht und die trockene Luft mühelos weg, an denen heiklere Palmen scheitern. Genau dieses gelassene Wesen ist der Grund, warum du sie in geschäftigen Foyers und gemütlichen Wohnzimmern gleichermaßen gedeihen siehst.
Eine Kleinigkeit lohnt sich zu merken, und sie ist leicht richtig zu machen. Eine Kentia-Palme hat einen einzigen Vegetationspunkt und verzweigt sich nie, sodass sie sich anders als viele Zimmerpflanzen nicht von einer geschnittenen Krone erholen kann. Behandle die oberste Spitze der Pflanze mit sanfter Hand, und sie leistet dir sehr, sehr lange Gesellschaft.
Pflege
Kurz gesagt: gib ihr helles indirektes Licht, gieß, sobald sich die Oberseite der Erde trocken anfühlt, und halt sie warm zwischen 16°C und 27°C. Dünge sie in der Wachstumszeit leicht, lass sie im Winter ruhen und schneide schlicht niemals die Wachstumsspitze.
Licht
Deine Kentia-Palme ist bei hellem indirektem Licht am glücklichsten, doch ihre wunderbare Toleranz ist die eigentliche Beruhigung. Sie macht bei mittlerem Licht, wenig Licht und sogar im Vollschatten weiter, weshalb sie in den düsteren Ecken gedeiht, an denen die meisten Palmen eingehen. Halt sie nur von harter direkter Sonne fern, die die Wedel verbrennen kann.
Gießen
Lass die obersten 2,5 cm oder so der Erde antrocknen, bevor du wieder gießt, dann gib ihr einen gründlichen Schluck. Durch die warmen Wachstumsmonate trinkt sie reichlich, doch im Winter kannst du dich deutlich zurücknehmen und erst gießen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Durchnässter, staunasser Boden ist das Einzige, was die Wurzeln zuverlässig verfaulen lässt, es ist also der Fehler, den du umgehen solltest.
Boden
Setz sie in eine poröse, gut durchlässige Blumenerde mit reichlich eingemischtem organischem Material. Erfreulicherweise ist sie beim Boden nicht wählerisch und nimmt Sand, Lehm oder Ton gelassen hin, dazu einen pH-Wert irgendwo zwischen 6,1 und 7,5, der vom leicht sauren bis zum leicht alkalischen Bereich reicht.
Temperatur
Alltägliche Zimmerwärme passt ihr wunderbar, idealerweise 16°C bis 27°C. Halt sie von kalter Zugluft und frostigen Winterfenstern fern, denn drinnen hat sie keine Frosttoleranz, auf die sie zurückgreifen könnte.
Luftfeuchtigkeit
Durchschnittliche Raumluftfeuchte ist reichlich, es gibt hier also keinen Wert, wegen dem du den Schlaf verlieren müsstest. Dennoch kann trockene Winterluft Spinnmilben einladen, ein gelegentliches Besprühen oder ein Platz fern von einer heißen Heizung hilft also, die Wedel frisch und sauber zu halten.
Düngen
Dünge nur durch die Wachstumszeit im Frühjahr und Sommer und greif zu einem langsam wirkenden Palmendünger wie einer 12-4-12- oder 8-2-12-Mischung, zwei- oder dreimal im Jahr. Im Herbst und Winter, wenn das Wachstum stark nachlässt, kannst du das Düngen ganz weglassen.
Schneiden
Der Schnitt ist erfrischend unaufwendig, es gibt also wenig, worüber du dir Gedanken machen müsstest. Schneide nur die vollständig abgestorbenen, braunen Wedel an der Basis ab und lass alles andere in Ruhe. Schneide niemals die einzelne Krone oder Wachstumsspitze, denn eine einstämmige Palme kann aus einem beschädigten Punkt einfach nicht nachwachsen.
Umtopfen
Diese Palme mag ihre Wurzeln eng und wird lieber nicht gestört, topf sie also nur alle zwei oder drei Jahre um und erst, wenn die Wurzeln den Topf wirklich ausgefüllt haben. Sie ist so weit, wenn du Wurzeln im Inneren kreisen siehst, sie aus den Abzugslöchern lugen oder das Wasser geradewegs durchrauscht, ohne dass viel aufgesogen wird.
Größe & Abstand
Drinnen klettert eine Kentia-Palme über viele geruhsame Jahre auf 1,2 bis 3 m Höhe und fächert ihre Wedel 90 bis 180 cm breit auf. Gib ihr etwas Bodenfläche, damit sie sich frei ausbreiten kann, ohne gegen eine Wand oder ein Fenster zu drücken.
Probleme lösen
Eine Kentia-Palme verlangt sehr wenig, und wenn doch etwas aus dem Ruder läuft, zeigt es sich fast immer an den Wedeln. Braune Spitzen und ein leichter Anflug von Spinnmilben sind die beiden, denen du am ehesten begegnest. Erkenne die Anzeichen früh, und du wirst feststellen, dass die Lösung sanft und einfach ist.
Zarte gelbe Sprenkel und ein wenig Gespinst an den Blättern
Diese blassgelben Tüpfel und ein Hauch von Gespinst unter den Wedeln sind das Erkennungszeichen von Spinnmilben, die die heiße, trockene Luft lieben, die sich drinnen aufbaut. Keine Panik, denn ein gründliches Abspülen des Laubs löst die meisten von ihnen, und wenn du die Luftfeuchte rund um die Pflanze anhebst, wird es für sie weit ungemütlicher. Klammern sich ein paar fest, hilft dir eine sanfte Runde Schmierseifenlösung oder Gartenöl, wiederholt, bis die Wedel wieder sauber aussehen.
Lösung:
- Das Laub abspülen oder abwaschen, um die Milben mechanisch zu entfernen
- Die örtliche Luftfeuchte anheben und einen heißen, trockenen Standort vermeiden
- Mit Schmierseifenlösung oder Gartenöl nach Anleitung behandeln und bei Bedarf wiederholen
Trockene braune Spitzen, die sich an den Wedelrändern einschleichen
Nur Mut, denn braune Spitzen sind häufig und leicht zu deuten: Meist ist die Luft trocken geworden oder die Pflanze war zwischen den Wassergaben ein wenig durstig, und manchmal verursacht eine langsame Ansammlung von Düngesalzen in der Erde die Verbrennung stattdessen. Gieß in einem gleichmäßigen Rhythmus durch die Wachstumsmonate, und spül hin und wieder klares Wasser durch den Topf, um diese Salze auszuwaschen. Wenn du die Spitzen aufräumst, schneide nur die abgestorbenen braunen Teile und lass einen Hauch Braun stehen, damit deine Schere nie das lebende Grün erreicht.
Lösung:
- Während des aktiven Wachstums eine gleichmäßige Feuchte halten und gießen, bevor die Erde völlig austrocknet
- Den Topf regelmäßig durch Spülen mit klarem Wasser auswaschen, um angesammelte Salze zu entfernen
- Die Düngermenge verringern oder anpassen
- Nur das abgestorbene braune Gewebe stutzen und einen schmalen braunen Saum stehen lassen, statt ins grüne Gewebe zu schneiden
Giftigkeit
Hier eine willkommene Nachricht, wenn du dein Zuhause mit Haustieren oder Kleinen teilst: Die Kentia-Palme ist rundum ungiftig. Die ASPCA führt sie als sicher für Katzen und Hunde, und kein Teil der Pflanze enthält ein Gift, das anderen Tieren oder Menschen schaden könnte. Ein angeknabberter Wedel bringt vielleicht eine kleine Magenverstimmung, aber nichts Beunruhigenderes als das.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Bei einer neugierigen Katze kannst du entspannt bleiben, denn die ASPCA führt die Kentia-Palme als ungiftig, und ein angeknabberter Wedel enthält nichts, was sie vergiften würde. Eine Katze, die eine Menge irgendeines Blattes verschlingt, würgt es vielleicht wieder hoch, doch das kommt vom Grünzeug, nicht von einem Gift in dieser Palme.
Hunde Keine
Hunde sind hier ebenso sicher, und die ASPCA bestätigt das, indem sie die Pflanze als ungiftig führt. Das Höchste, was du sehen könntest, ist das milde Magengrummeln, das jeder Hund vom Kauen an Blättern bekommen kann, es gibt also nichts zu fürchten.
Pferde Unbedenklich
In dieser Palme wurden keine giftigen Stoffe gefunden, du musst dir also keine Sorgen machen, dass Pferde in ihrer Nähe zu Schaden kommen.
Kaninchen Unbedenklich
Nichts in den Wedeln schadet einem Kaninchen, auch wenn es freundlicher ist, eine Zimmerpflanze als Deko zu halten statt als etwas zum Knabbern.
Nutztiere Unbedenklich
Rinder, Ziegen und Schafe können sich ohne jede giftige Wirkung in der Nähe der Blätter aufhalten, ein Grasen in der Nähe ist also unbedenklich.
Vögel Unbedenklich
Ziervögel sind neben ihr ebenfalls sicher, denn die Pflanze trägt kein Gift, und ein neugieriger Schnabel kommt nicht zu Schaden.
Menschen Unbedenklich
Die Kentia-Palme ist für Menschen harmlos, du kannst sie also ohne Bedenken pflegen. Sie wird als Deko statt als Nahrung gezogen, doch das Anfassen oder ein versehentlicher Bissen birgt kein Risiko.
Sorten
Die Kentia-Palme, die du im Handel findest, ist fast immer die reine Art, es gibt also wirklich nur eine, die du kennen musst.
Howea forsteriana (Art)
Die echte Kentia-Palme erkennst du an ihrem schlanken Stamm und ihrer überhängenden Krone aus dunkelgrünen, federförmigen Wedeln, die flacher stehen als die stärker gebogenen Blätter ihrer Verwandten, Howea belmoreana.
Vermehrung
Mehr Kentia-Palmen zu ziehen ist der einzige Teil ihrer Pflege, der deine Geduld wirklich auf die Probe stellt. Samen ist der einzige Weg, und er verlangt Wärme und eine großzügige Portion Warten.
AussaatAnspruchsvoll
Frische Samen unter warmen Bedingungen aussäen · Die Keimung ist langsam und unregelmäßig und reicht von etwa drei Monaten bis zu mehreren Jahren
Eine Kentia-Palme von Grund auf zu ziehen verlangt echte Geduld, und Samen ist der einzige Weg, der funktioniert. Säe frische Samen an einem warmen Ort aus und stell dich aufs Warten ein, denn das Keimen kommt langsam und ungleichmäßig, irgendwo zwischen drei Monaten und mehreren Jahren. Da dies eine einstämmige Palme ist, die sich nicht teilen lässt, sind die gebüschelten Stämme, die du in Läden erspähst, nur mehrere nebeneinander gezogene Sämlinge, kein Horst, den du je auseinanderziehen könntest.
Mythen
Du kannst eine mehrstämmige Kentia-Palme im Topf durch Teilung in einzelne einstämmige Pflanzen zerlegen.
Sei beruhigt, dass du nichts teilen musst, denn Howea forsteriana wächst als einstämmige Palme, die nur aus Samen und nie durch Teilung gezogen wird. Die mehreren Stämme, die sich einen Topf teilen, sind einfach einzelne Sämlinge, die für einen üppigen, vollen Anblick zusammen gepflanzt wurden, sodass das Auseinanderzupfen jeden von ihnen nur verletzt und dir keine zusätzlichen Pflanzen bringt.