Zimmerpflanze · Arecaceae

Bergpalme

Chamaedorea elegans

Gib ihr wenig Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit, und die genügsame Bergpalme fühlt sich dort wohl, wo anspruchsvollere Pflanzen streiken würden.

Licht

Hell, indirekt

Wärme

15–⁠30°C

Winterhärte

bis -1°C

Endgröße

0,6–⁠2 m

Haustierfreundlich
Bergpalme

Überblick

Die Bergpalme verdankt ihren Namen den viktorianischen Salons, wo sie in dunklen Ecken und trockener Luft klaglos aushielt, während prunkvollere Pflanzen daran zugrunde gingen. Sie gehört zur Familie der Palmengewächse und wächst wild als Unterwuchspflanze in den Wäldern Mexikos und Guatemalas, wo sie sich in tiefem Schatten und weichem, gefiltertem Licht zu Hause fühlt. Genau diese genügsame Herkunft macht sie drinnen so verzeihend.

Das ist eine langsam wachsende, kompakte Palme, die erst nach vielen geduldigen Jahren etwa 60 bis 200 cm erreicht. Jeder Trieb trägt einen Schopf weicher, überhängender Wedel, und Gärtnereien pflanzen oft mehrere Sämlinge nebeneinander, damit eine junge Pflanze gleich voll wirkt. Bekommt sie genug Licht, schickt eine gut eingewöhnte Pflanze im Frühjahr sogar kleine gelbe Blütenrispen empor, ein schönes kleines Extra.

Kaum eine Zimmerpflanze verlangt so wenig, was sie zu einem freundlichen Einstieg macht. Sie kommt mit wenig Licht, durchschnittlicher Luftfeuchtigkeit und gelegentlich vergessenem Gießen zurecht, und da sie ungiftig ist, eignet sie sich auch für Haushalte mit Katzen, Hunden oder kleinen Kindern. Nur zwei Dinge bringen sie wirklich aus der Ruhe: nasse Erde und sehr trockene Luft, und beides lässt sich leicht beheben.

Pflege

Kurz gesagt: Sie liebt helles, indirektes Licht, kommt aber auch gut mit wenig Licht zurecht. Gieße, sobald die Oberfläche abgetrocknet ist, und lass sie nie im Wasser stehen, halte sie bei normaler Zimmerwärme und dünge nur leicht im Frühjahr und Sommer.

Licht

Deine Bergpalme fühlt sich bei hellem, indirektem Licht am wohlsten, ihre wahre Stärke ist aber, dass sie auch wenig Licht und Schatten erträgt, wo die meisten Pflanzen aufgeben würden. Halte sie von direkter Sonne fern, die die weichen Wedel verbrennt. Ein Platz an einem Nord- oder Ostfenster passt wunderbar, mehr Aufwand braucht es nicht.

Gießen

Gieße gründlich, sobald sich die Erdoberfläche trocken anfühlt, und schütte überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer weg. Nasse Erde und ein schlecht durchlässiges Substrat sind der schnellste Weg zu Wurzelfäule, im Zweifel also lieber etwas zu trocken als zu nass halten. Es gibt keinen festen Gießplan zum Auswendiglernen, lass einfach die Erde deinen Rhythmus vorgeben.

Boden

Greife zu einem lockeren, humusreichen Substrat, das Wasser gut durchlässt. Der hohe Anteil an organischem Material speichert genau so viel Feuchtigkeit, ohne je sumpfig zu werden. Jeder pH-Wert von 6,0 bis 7,5 hält sie vollkommen zufrieden.

Temperatur

Ganz normale Zimmerwärme reicht ihr völlig, irgendwo zwischen 15°C und 30°C. Halte sie nur von kalter Zugluft und der heißen Luft aus Heizungsschlitzen fern. Frost verträgt sie gar nicht, hol sie also rechtzeitig herein, bevor es kalt wird.

Luftfeuchtigkeit

Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im Haushalt reicht völlig aus, es gibt also keinen Zielwert zu jagen. Trotzdem gilt: Trockene Luft begünstigt braune Spitzen und Spinnmilben, daher tut ihr im Winter etwas zusätzliche Feuchtigkeit gut. Eine Kies-Wasser-Schale oder gelegentliches Besprühen erledigen das schon.

Düngen

Dünge nur, solange sie im Frühjahr und Sommer aktiv wächst, mit einem Langzeit-Palmendünger zwei- bis dreimal während der Saison. Im Winter, wenn sie ruht, lässt du das Düngen komplett weg. Geh dabei sparsam vor, denn zu viel Dünger reichert Salze an, die die Blattspitzen verbrennen.

Schneiden

Der Rückschnitt verlangt dir kaum etwas ab. Schneide einen ganzen abgestorbenen oder beschädigten Wedel an seiner Basis ab, kappe aber nie die Spitze eines Triebs. Jeder Trieb wächst aus einem einzigen Vegetationspunkt, entfernst du die Krone, stirbt der Trieb ab, statt sich zu verzweigen.

Umtopfen

Topfe sie nur alle paar Jahre um, oder sobald es im Topf spürbar eng wird, denn sie mag es tatsächlich, leicht wurzelgebunden zu stehen. Achte auf Wurzeln, die sich im Topf drehen oder aus den Abzugslöchern wachsen, auf Erde, die schnell austrocknet, und auf stockendes Wachstum, so zeigt dir die Pflanze, dass sie bereit ist.

Größe & Abstand

Rechne mit einer ausgewachsenen Höhe von 60 bis 200 cm und einer Breite von 60 bis 90 cm, die sie langsam und anmutig über Jahre hinweg erreicht. Als Topfpflanze im Zimmer braucht sie keinen Gartenabstand, nur ein wenig Platz für ihre überhängenden Wedel.

Probleme lösen

Eine Bergpalme macht selten wirklich Ärger, und wenn doch etwas nicht stimmt, zeigt es sich meist zuerst an den Blättern. Braune Spitzen und ein stumpfes, gesprenkeltes Aussehen sind die zwei Anzeichen, auf die du achten solltest. Bemerkst du eines davon früh, ist die Lösung wirklich einfach.

Rückschlag

Ein stumpfes, gesprenkeltes Aussehen mit feinen Gespinsten auf den Wedeln

Warme, trockene Luft lockt Spinnmilben an, und sie sammeln sich gern an den Blattunterseiten, wo du sie zunächst leicht übersiehst. Halte genau Ausschau nach den winzigen Milben selbst, feinen Gespinsten und einem gesprenkelten oder bronzefarbenen Schimmer auf dem Laub. Die gute Nachricht: Du kannst das sanft in den Griff bekommen, wische jeden Wedel mit einem feuchten Tuch ab, besprühe die Pflanze häufig und erhöhe die Luftfeuchtigkeit, damit die Milben den Halt verlieren.

Lösung:

  • Laub mit einem feuchten Tuch abwischen oder abspülen und regelmäßig besprühen
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen, um Milben fernzuhalten
  • Pflanzen im Sommer nach draußen stellen, damit natürliche Nützlinge helfen, oder bei Bedarf behandeln
Kosmetisch

Knusprig braune Ränder breiten sich auf den Blättchen aus

Wenn die Spitzen austrocknen, mach dir nicht zu viele Sorgen, das lässt sich gut in den Griff bekommen. Meist steckt trockene Raumluft dahinter, aber auch eine langsame Ansammlung von Düngesalzen oder Erde, die ständig zwischen knochentrocken und klatschnass wechselt, kann es auslösen. Du erkennst es daran, dass nur die Spitze braun wird, während der Rest grün bleibt, und die älteren Wedel zeigen es meist zuerst. Erhöhe die Luftfeuchtigkeit ein wenig, dünge sparsamer, spüle den Topf durch, um die Salze auszuwaschen, und halte die Erde angenehm feucht.

Lösung:

  • Luftfeuchtigkeit mit einer Kies-Wasser-Schale oder einem Luftbefeuchter erhöhen
  • Düngermenge reduzieren und den Topf mit Wasser durchspülen, um angesammelte Salze auszuwaschen
  • Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit halten und gründlich gießen, sobald die Oberfläche trocknet

Giftigkeit

Hier die beruhigende Nachricht für Tierhalter: Die Bergpalme ist rundum ungiftig. Die ASPCA stuft sie als unbedenklich für Katzen und Hunde ein, und auch für andere Tiere oder Menschen sind keine Giftstoffe bekannt. Nur eine Kleinigkeit solltest du im Hinterkopf behalten: Das Fruchtfleisch kann die Haut reizen, zieh also Handschuhe an, falls du einmal die Samen verarbeitest.

Ungiftig für

Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Katzen Keine

Mit einer Katze im Haus kannst du beruhigt sein. Die ASPCA stuft die Bergpalme als ungiftig für Katzen ein, ein neugieriger Biss in einen Wedel vergiftet sie also nicht.

Hunde Keine

Für Hunde ist sie ebenso unbedenklich. Es sind keine Giftstoffe in der Pflanze bekannt, auch wenn ein Hund, der große Mengen Grünzeug verschlingt, kurz und harmlos Bauchweh bekommen kann.

Pferde Unbedenklich

Im Laub sind keine schädlichen Stoffe bekannt, ein Pferd, das an dieser Palme knabbert, hat also nichts zu befürchten.

Kaninchen Unbedenklich

Ein Kaninchen kann bedenkenlos an den Wedeln knabbern, denn die Pflanze enthält nichts, was ihm schaden würde.

Nutztiere Unbedenklich

Rinder, Ziegen und Schafe sind ebenfalls unbedenklich, denn die Bergpalme ist schlicht keine giftige Pflanze.

Vögel Unbedenklich

Ziervögel können bedenkenlos auf den Wedeln sitzen und an den kleinen schwarzen Früchten picken, da beides keine bekannten Giftstoffe enthält.

Menschen Unbedenklich

Auch für Menschen ist sie unbedenklich. Denk nur daran, dass das Fruchtfleisch bei der Samenverarbeitung die Haut reizen kann, zieh für diesen Schritt also Handschuhe an.

Beim Umgang mit den Früchten der Chamaedorea während der Samenverarbeitung werden Handschuhe empfohlen, da das Fruchtfleisch hautreizende Stoffe enthalten kann.

Sorten

Die Bergpalme wird fast ausschließlich als reine Art kultiviert, ohne die Vielzahl an Sorten, die man bei anderen Zimmerpflanzen findet. In der Praxis gibt es nur diese eine zu kennen, was die Sache angenehm einfach macht.

Chamaedorea elegans (Art)

Du bekommst die vertraute kompakte, einstämmige Bergpalme, und Gärtnereien topfen freundlicherweise gleich mehrere Sämlinge zusammen, sodass deine Pflanze schon von Anfang an voll und üppig wirkt.

Vermehrung

Neue Bergpalmen zu ziehen erfordert vor allem Geduld, kein besonderes Können. Du kannst sie aus Samen ziehen oder einen vorhandenen Horst teilen, und auch wenn beides seine Zeit braucht, ist beides gut zu schaffen.

AussaatAnspruchsvoll

Frische Samen an einem warmen Ort aussäen; die Keimung ist langsam und unregelmäßig · Die Samen keimen mitunter erst nach mehreren Monaten und können dann noch über ein Jahr lang vereinzelt weiterkeimen

Die meisten dieser Palmen entstehen aus Samen, und das belohnt einfach eine geduldige Hand. Säe frische Samen an einem warmen Ort aus und stell dich aufs Warten ein, denn das Keimen kann sich mehrere Monate hinziehen und dann über ein Jahr lang vereinzelt weitergehen. Trag beim Reinigen der Früchte Handschuhe, da das Fruchtfleisch die Haut reizen kann.

TeilungMittel

Beim Umtopfen eines mehrtriebigen Horsts · Mehrere Wochen, bis sich die getrennten Sämlingshorste neu etabliert haben

Wenn dein Topf bereits mehrere gemeinsam herangezogene Sämlinge enthält, kannst du den Horst beim Umtopfen vorsichtig auseinanderziehen. Gib den neuen Teilstücken ein paar Wochen, um wieder Fuß zu fassen. Eine einstämmige Pflanze lässt sich auf diese Weise nicht teilen, da jeder Trieb aus einem einzigen Punkt wächst und keine weiteren bildet.

Mythen

Mythos

Bergpalmen sind giftig für Katzen und Hunde.

Realität

Diese Sorge kannst du getrost beiseitelegen, denn die ASPCA stuft Chamaedorea elegans als ungiftig für Katzen und Hunde ein. Ein Haustier, das daran knabbert, nimmt keinen Schaden, und genau dieser gute Ruf bringt die Bergpalme auf so viele Listen haustierfreundlicher Pflanzen.

Mythos

Man kann eine hochgeschossene Bergpalme kurz halten, indem man die Spitze des Triebs abschneidet.

Realität

Bevor du zur Schere greifst, solltest du wissen, dass jeder Trieb aus einem einzigen Punkt an seiner Spitze wächst, ein Rückschnitt bringt ihn also nicht zum Verzweigen. Das Kappen der Spitze tötet nur diesen Trieb ab. Für ein volles Erscheinungsbild beginnst du besser mit einem Horst aus mehreren Sämlingen, statt die Höhe zu stutzen.

Quellen