Zierpflanze · Violaceae
Hornveilchen
Viola cornuta
Gönn ihnen eine kühle Jahreszeit zum Eingewöhnen, und Hornveilchen schenken dir armvoll essbare Blüten vom Herbst bis weit ins Frühjahr.
Volle Sonne
4–21°C
bis -23°C
15–25 cm

Überblick
Wenn das Hornveilchen deine erste Blume ist, hast du eine gute Wahl getroffen. Dieses Mitglied der Veilchenfamilie wächst niedrig und locker büschelig und streut kleine Blüten in nahezu jeder Farbe, die du dir wünschen könntest. Es fühlt sich am Beetrand, im Blumenkasten oder im Kübel gleichermaßen wohl und verlangt dafür wirklich nur sehr wenig.
Der Name Viola umfasst eine große, freundliche Familie enger Verwandter. Die Beetsorten tragen unzählige kleine Blüten, die größeren Stiefmütterchen sind dieselbe Gattung im festlicheren Kleid, und das wilde Stiefmütterchen streut seine dreifarbigen Gesichter aus und sät sich ganz von allein aus. Eine Gewohnheit verbindet sie alle und prägt ihr ganzes Jahr: Sie leben für kühles Wetter und ziehen sich sanft zurück, sobald der Sommer heiß wird.
Sei unbesorgt, denn dies sind nachsichtige Pflanzen, die sich gut für nervöse Einsteiger eignen. Biete ihnen gleichmäßige Feuchtigkeit, einen Platz in der Sonne oder im Halbschatten und hin und wieder einen Schnitt müder Blüten, und sie blühen monatelang durch. Noch besser: Die Blüten sind essbar, sodass dieselbe kleine Pflanze, die deine Beete füllt, auch einen Teller verschönern kann.
Pflege
Kurz gesagt: Gib Hornveilchen einen Platz in voller Sonne bis Halbschatten, halte den nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden gleichmäßig feucht, dünge einmal im Monat leicht und zupfe verblühte Blüten aus, dann schenken sie dir immer wieder Farbe in der kühlen Jahreszeit.
Licht
In den kühlen Monaten fühlen sich Hornveilchen in voller Sonne am wohlsten, kommen aber ebenso gut mit Halbsonne oder Halbschatten zurecht. Wenn es wärmer wird, hilft ein Platz mit etwas Nachmittagsschatten dabei, die Blütezeit spürbar zu verlängern.
Gießen
Halte den Boden gleichmäßig feucht, aber niemals nass, dann danken es dir deine Hornveilchen. Staunasse Erde führt schnell zu Wurzel- und Herzfäule, also gieße sanft und lass überschüssiges Wasser frei abfließen.
Boden
Gib ihnen feuchten, nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden, der reichlich mit organischem Material angereichert ist, und sie gedeihen wunderbar. Das Einzige, was du vermeiden solltest, ist staunasse Erde, mit der die Wurzeln einfach nicht zurechtkommen.
Temperatur
Das sind Charmeure der kühlen Jahreszeit, die zwischen 4 °C und 21 °C am besten gedeihen. Einen leichten Frost stecken sie locker weg, doch sobald die Sommerhitze kommt, werden sie schlaff und müde.
Luftfeuchtigkeit
Die normale Luftfeuchtigkeit im Freien reicht Hornveilchen völlig aus, du musst dir also keine Zahl merken. Viel wichtiger ist gute Luftzirkulation, denn dicht stehende, feuchte Blätter können Falschen Mehltau begünstigen.
Düngen
Dünge während der Wachstumszeit leicht, etwa einmal im Monat, mit einem ausgewogenen Dünger. Geh sparsam mit Stickstoff um, denn er fördert das Blattwachstum auf Kosten der Blüten, auf die du hoffst.
Schneiden
Entferne verblühte Blüten hin und wieder, dann blüht deine Pflanze deutlich länger. Die wilden Stiefmütterchen säen sich bereitwillig selbst aus, lass also ein paar Blüten stehen, wenn du dich nächstes Jahr über Nachwuchs freuen möchtest.
Größe & Abstand
Hornveilchen bleiben niedrig und kompakt, sie werden 15 bis 25 cm hoch und 20 bis 30 cm breit. Diese zierliche, kompakte Größe macht sie perfekt für Beeteinfassungen, Blumenkästen und Kübel.
Wann pflanzen
Hornveilchen leben für die kühlen Abschnitte des Jahres statt für den Hochsommer, und das macht die Planung leicht. Säe die Samen im Spätwinter drinnen vor oder direkt im Spätsommer draußen aus, setze junge Pflanzen im zeitigen Frühjahr oder Herbst aus, solange die Luft noch kühl ist, und freu dich über monatelange Blüten im Frühjahr und Herbst, die in den milden Zonen 6 bis 11 oft sogar den Winter über anhalten.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: 8 bis 10 Wochen vor dem Auspflanzen in die kühle Jahreszeit
- Pflanzung: Zeitiges Frühjahr oder Herbst, solange die Temperaturen kühl sind
- Ernte: Frühjahr und Herbst bei kühlem Wetter; kann in milden Klimazonen über den Winter anhalten und lässt bei Sommerhitze nach
Winterhärte
Temperatur: bis -23°C
Probleme lösen
Die meisten Sorgen bei Hornveilchen lassen sich auf eine von zwei Ursachen zurückführen, nasse Erde oder die Sommerhitze, und beide fallen früh auf. Behalte Blätter und Blüten im Auge, denn die ersten kleinen Anzeichen zeigen sich rechtzeitig, sodass du der Pflanze meist noch helfen kannst, bevor echter Schaden entsteht. Finde unten die passende Beschreibung und greife sanft ein, solange es noch etwas bewirkt.
Pflanzen welken und kippen um, mit geschwärzter Basis
Bleibt die Erde zu lange nass, breitet sich Wurzel- und Herzfäule aus, und eine Pflanze kann fast über Nacht zusammenbrechen. Hebst du sie aus, fühlen sich die Wurzeln matschig und verfärbt an, mit einer faulen Stelle genau auf Höhe der Erdoberfläche. Leider lässt sich eine betroffene Pflanze nicht mehr retten, entferne sie also, verbessere die Drainage, bevor du neu pflanzt, und lass die Gießkanne eine Weile stehen.
Lösung:
- Betroffene Pflanzen entfernen und entsorgen
- Drainage vor dem Neupflanzen verbessern
- Gießhäufigkeit verringern
Zerfranste Löcher in den Blättern oder weiche, sich kräuselnde neue Triebe
Zwei kleine Schädlinge mögen dasselbe kühle, feuchte Wetter wie deine Hornveilchen. Nacktschnecken raspeln nach Einbruch der Dunkelheit zerfranste Löcher und hinterlassen eine glänzende Spur, während sich Blattläuse an den zarten Trieben sammeln und die jungen Knospen verdrehen. Sammle die Schnecken von Hand ab oder stelle ein paar Fallen auf, spüle die Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, und greife nur bei einem hartnäckigen Befall zu Insektenseife.
Lösung:
- Nacktschnecken von Hand absammeln oder Fallen und Barrieren einsetzen
- Blattläuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen
- Bei starkem Blattlausbefall Insektenseife anwenden
Gelbe Flecken oben, weicher grauer Flaum unten
Das ist Falscher Mehltau, der sich breitmacht, wenn die Luft kühl, nass und feucht bleibt. Drehst du ein geflecktes Blatt um, findest du unter den gelben Flecken einen gräulichen bis violetten Belag. Entferne die befallenen Blätter, lockere die Pflanzung auf, damit Luft hindurchziehen kann, und halte das Laub trocken, indem du tief am Boden und früh am Tag gießt.
Lösung:
- Befallenes Laub entfernen und entsorgen
- Luftzirkulation verbessern und Blattnässe verringern
- Gießen von oben vermeiden
Schlaksiges, spärliches Wachstum mit zunehmender Sommerwärme
Hornveilchen sind im Grunde Pflanzen der kühlen Jahreszeit, deshalb streckt die Sommerhitze ihre Stängel und lichtet die Blüten, sobald sich das warme Wetter richtig einstellt. Ein sanfter Rückschnitt mit etwas Ausputzen kann noch einmal einen letzten Blütenschub hervorlocken, und Nachmittagsschatten mit gleichmäßiger Feuchtigkeit verschafft ihnen etwas mehr Zeit. In den meisten Gärten ist es am freundlichsten, sie herauszunehmen, an ihrer Stelle Sommereinjährige zu pflanzen und im Herbst frische Hornveilchen zu setzen.
Lösung:
- Ausputzen und leicht zurückschneiden, um die Nachblüte zu fördern
- Nachmittagsschatten und gleichmäßige Feuchtigkeit bieten
- Nach der Blütezeit durch Sommereinjährige ersetzen
Giftigkeit
Hier kannst du dich vollkommen entspannen, denn Hornveilchen sind von oben bis unten unbedenklich. Die ASPCA stuft die Pflanze als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein, und die Blüten sind auch für Menschen essbar, damit sind sie eine wunderbare, sorgenfreie Wahl für jedes Zuhause, in dem Haustiere und Kinder unterwegs sind.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Völlig unbedenklich für Katzen. Ein neugieriges Knabbern an Blatt oder Blüte führt zu keinerlei Vergiftung.
Hunde Keine
Bei Hunden gibt es nichts zu befürchten. Die Pflanze ist ungiftig, ein neugieriges Kauen schadet also nicht.
Pferde Keine
Für Pferde als ungiftig eingestuft, ein Grasen in der Nähe der Pflanzung ist also völlig unbedenklich.
Kaninchen Unbedenklich
Kaninchen können Blätter und Blüten ganz ohne Bedenken genießen.
Nutztiere Unbedenklich
Rinder, Ziegen und Schafe können bedenkenlos in der Nähe von Hornveilchen grasen.
Vögel Unbedenklich
Gartenvögel und Hausgeflügel können völlig gefahrlos an der Pflanze picken.
Menschen Unbedenklich
Die Blüten sind essbar und eine beliebte Garnitur, damit ist die ganze Pflanze für Menschen unbedenklich, auch für die Kleinsten.
Sorten
Es gibt Hunderte von Hornveilchen, in die man sich verlieben kann, doch eine Handvoll Serien und altbewährter Favoriten kehrt Jahr für Jahr wieder. Diese freundliche Auswahl solltest du zu Beginn dem Namen nach kennen.
'Sorbet'-Serie
Ein kompaktes, reichblühendes Beet-Hornveilchen, gezüchtet für gute Kälteverträglichkeit und frühe Blüten in einer breiten Farbpalette.
'Penny'-Serie
Ein kleinblütiges Hornveilchen, geschätzt für seine beständige, kräftige Blühfreude von Frühjahr bis Herbst.
Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
Ein kleiner dreifarbiger Liebling in Violett, Gelb und Weiß, der sich freizügig selbst aussät und sich sanft im Garten verwildert ausbreitet.
'Etain'
Ein duftendes, eher mehrjähriges Hornveilchen mit zarten cremegelben Blüten, die von Lavendel gesäumt sind.
Vermehrung
Hornveilchen vermehren sich bereitwillig, du musst also keine Scheu haben, egal ob du sie aus einer Samentüte ziehst, einen alten Horst behutsam teilst oder ein paar Stecklinge zum Wurzeln bringst.
AussaatEinfach
8 bis 10 Wochen vor dem Auspflanzen in der kühlen Jahreszeit drinnen aussäen, oder im Spätsommer direkt für Herbst- und Frühjahrsblüte aussäen · 6 bis 10 Wochen bis zur Pflanzgröße
Die Aussaat ist der übliche Weg und könnte kaum unkomplizierter sein. Beginne 8 bis 10 Wochen bevor du die Pflanzen ins kühle Freiland setzen möchtest, drinnen damit, und rechne mit 6 bis 10 Wochen, bis sie Pflanzgröße erreichen, oder säe im Spätsommer einfach direkt für Herbst- und Frühjahrsblüten. Die wilden Stiefmütterchen erledigen das für dich, sobald sie sich eingelebt haben, säen sie sich bereitwillig selbst aus.
TeilungEinfach
Frühjahr oder Herbst · Wenige Wochen
Etablierte mehrjährige Horste lassen sich im Frühjahr oder Herbst leicht teilen, du musst also keine Scheu haben. Hebe einen Horst aus, teile ihn behutsam in Abschnitte und pflanze sie neu ein, die Teilstücke wachsen innerhalb weniger Wochen an.
TriebstecklingeMittel
Frühjahr oder Frühsommer · 3 bis 4 Wochen bis zur Bewurzelung
Stecklinge erfordern etwas mehr Fingerspitzengefühl, das aber auch für Einsteiger gut machbar ist. Schneide im Frühjahr oder Frühsommer Kopf- oder Grundstecklinge von nicht blühenden Trieben, sie bewurzeln in etwa 3 bis 4 Wochen.
Mythen
Hornveilchen und Stiefmütterchen sind einfach dieselbe Pflanze.
Sie sind enge Verwandte derselben Gattung, aber nicht ganz austauschbar. Die Hornveilchen-Sorten aus der Gruppe Viola cornuta tragen deutlich mehr kleine Blüten und vertragen etwas mehr Hitze, während Stiefmütterchen diese Fülle gegen wenige, dafür deutlich größere Blüten eintauschen. Greif zu Hornveilchen, wenn du eine längere, robustere Blütenpracht willst, und zu Stiefmütterchen, wenn es dir um die Blütengröße geht.
Die Blüten des Hornveilchens sind nicht zum Verzehr geeignet.
Die Blüten sind tatsächlich essbar und tauchen immer wieder als hübsche Garnitur auf Tellern und Torten auf. Die Pflanze gilt durchweg als ungiftig. Sowohl die Blüten als auch die Pflanze sind unbedenklich, du kannst sie also bedenkenlos dort anbauen, wo Menschen und Haustiere sich den Platz teilen.