Zimmerpflanze · Araceae

Efeutute

Epipremnum aureum

Unkompliziert, schnell wachsend und auch in einer schattigen Ecke zufrieden: Die Efeutute ist vielleicht die Zimmerpflanze, die am schwersten kaputtzukriegen ist.

Licht

Hell, indirekt

Gießen

Alle 7–⁠14 Tage

Wärme

21–⁠32°C

Winterhärte

bis -1°C

Giftig für Katzen, Hunde, Pferde und mehr
Efeutute

Überblick

Die Efeutute gehört zur Familie der Aronstabgewächse und stammt von den Inseln des Südpazifiks, wo sie mit kräftigen Trieben an Baumstämmen emporklettert. Im Zimmer wird sie weicher und hängt stattdessen herab, und genau darum lassen so viele Menschen sie von einem Regal herabfallen oder leiten sie an einem Stab nach oben. Zwischen den herzförmigen Blättern und ihrem gelassenen Wesen ist sie zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt geworden.

Ihr wahrer Reiz ist, wie nachsichtig sie ist, und das sind wunderbare Neuigkeiten, wenn du gerade erst anfängst. Sie kommt mit wenig Licht zurecht, nimmt ein ausgelassenes Gießen nicht übel und macht munter weiter, wo heiklere Pflanzen längst schmollen würden. Lass sie aus einem Hängetopf herabranken, dann strömen die Ranken nach unten, oder kneif die Triebe zurück und sieh zu, wie sie voller und buschiger wird.

Zwei Dinge solltest du im Hinterkopf behalten, und beide sind leicht zu handhaben. Die ganze Pflanze ist giftig für Katzen und Hunde, deshalb hält ein Platz über neugierigen Nasen alle zufrieden. In warmen Regionen kann sie außerdem invasiv werden, sobald sie einem Topf entwischt, und darum genießen die meisten sie einfach als Begleiter fürs Zimmer.

Pflege

Kurz gesagt: Gib ihr helles indirektes Licht, wann immer du kannst, auch wenn sie mit deutlich weniger gut auskommt, und greif erst zur Gießkanne, wenn die obere Hälfte der Erde trocken ist. Setz sie in eine gut durchlässige Blumenerde, halt sie warm und fern von kalter Zugluft und kürze die Ranken, wann immer sie zu struppig werden.

Licht

Am wohlsten fühlt sich die Efeutute in hellem indirektem Licht, und doch hat sie so viele Herzen erobert, weil sie mit mittlerem Licht, Halbschatten und sogar einer dunklen Ecke zurechtkommt. Die einfarbig grünen Sorten halten sich an den dunkelsten Plätzen am besten. Ersparen solltest du ihr nur die pralle direkte Sonne, die die Blätter verbrennen kann.

Gießen

Warte, bis die obere Hälfte der Erde trocken ist, bevor du zur Kanne greifst, was meist etwa alle 7 bis 14 Tage der Fall ist. Da nasse Füße der schnellste Weg sind, eine Efeutute zu verlieren, warte im Zweifel lieber noch. Gieß weg, was sich unten im Untersetzer sammelt.

Boden

Sie verlangt nur eine gut durchlässige, torfhaltige Blumenerde, und jede gängige Zimmerpflanzenmischung erfüllt den Zweck. Worauf es wirklich ankommt, ist die Drainage, denn Wurzeln in nasser Erde faulen schnell. Wähl einen Topf mit Löchern im Boden, den Rest erledigt deine Pflanze selbst.

Temperatur

Halte sie möglichst zwischen 21°C bis 32°C, eine Spanne, die die meisten warmen Wohnungen mühelos erreichen. Frost kommt für sie nicht infrage, und Kälte lässt sie schmollen. Halte sie fern von kalter Zugluft und von Räumen, die den Winter über ungeheizt bleiben.

Luftfeuchtigkeit

Ganz normale Raumluft passt ihr bestens, du musst also keinem Wert hinterherjagen. In feuchterer Luft wird sie etwas voller, mit ein Grund, warum sie sich in Bad oder Küche so wohlfühlt. Sehr trockene Winterluft dagegen kann die Blattspitzen vertrocknen lassen und Spinnmilben anlocken.

Düngen

Gib ihr während der Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst einmal im Monat einen verdünnten, ausgewogenen Zimmerpflanzendünger. Die Hälfte der auf der Packung empfohlenen Menge reicht mehr als aus. Wenn der Winter kommt und das Wachstum fast zum Stillstand kommt, lass auch das Düngen ruhen.

Schneiden

Kneif oder schneide die Triebe zurück, sobald die Ranken zu weit ausgreifen oder unten kahl werden. Ein Schnitt direkt über einem Blattknoten lockt neue Seitentriebe hervor und hält die ganze Pflanze schön voll. Noch besser: Jeder Rückschnitt ist ein kostenloser Steckling, der nur darauf wartet, bewurzelt zu werden.

Umtopfen

Setz sie alle 1 bis 2 Jahre in einen nur eine Nummer größeren Topf um, oder sobald sie ihrem jetzigen sichtlich entwachsen ist. Wurzeln, die sich um den Ballen winden, aus den Abzugslöchern schlüpfen, oder Erde, die binnen eines Tages austrocknet, verraten dir, dass der Moment gekommen ist. Nur eine Nummer größer zu wählen bewahrt die neue Erde davor, zu nass zu bleiben.

Größe & Abstand

Im Zimmer werden die Ranken 90 cm bis 3 m lang und breiten sich etwa 90 bis 180 cm weit aus. Lass einer Hängepflanze reichlich Platz, damit die Ranken herabfallen können, oder leite sie an einer Wand entlang oder an einem Moosstab nach oben.

Probleme lösen

Wenn die Efeutute schwächelt, beginnt die Geschichte fast immer an den Wurzeln und zeigt sich an den Blättern, und zu viel Wasser steckt öfter dahinter als alle anderen Gründe zusammen. Erkennst du die frühen Anzeichen, bringst du meist alles wieder ins Lot, lange bevor die Pflanze wirklich in Not gerät. Finde unten heraus, was zu deiner Pflanze passt, und greif dann ein, solange es am meisten bringt.

Schwerwiegend

Matschige, dunkle Wurzeln mit fauligem Geruch

Von allen Sorgen mit der Efeutute geht die Wurzelfäule am schnellsten, doch du kannst das Ruder noch herumreißen, wenn du sie rechtzeitig bemerkst. Sie fasst durch zu viel Wasser Fuß, wenn die Erde die Feuchtigkeit nicht loslässt. Heb die Pflanze behutsam aus dem Topf, schneide alle Wurzeln ab, die sich weich anfühlen und schwarz aussehen, setz sie dann in frische, gut durchlässige Erde und gieß eine Weile nicht.

Lösung:

  • Austopfen und faule Wurzeln abschneiden
  • In frische, gut durchlässige Erde umtopfen
  • Bis zur Erholung nicht gießen
Rückschlag

Gelbe Blätter, die von unten an der Pflanze hochkriechen

Keine Sorge: Wenn die Blätter der Efeutute gelb werden, steckt meist zu viel Wasser dahinter und nicht eine Pflanze, die mehr zu trinken braucht. Bleibt die Erde nass, bekommen die Wurzeln keine Luft, und die ältesten Blätter unten geben zuerst nach. Warte, bis sich die Erde oben trocken anfühlt, bevor du erneut gießt, und sorge dafür, dass der Topf ablaufen kann, damit sich unten nichts sammelt.

Lösung:

  • Seltener gießen
  • Drainage des Topfes prüfen
  • Erdoberfläche vor dem Gießen abtrocknen lassen
Rückschlag

Weißer, watteartiger Flaum in den Blattachseln

Wenn du weiche weiße Büschel dort entdeckst, wo die Blätter auf die Triebe treffen, sind das Wollläuse, ein saugender Schädling, der die Efeutute im Zimmer liebt. Keine Sorge, sie lassen sich gut loswerden: Tupf jedes Nest mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen ab und behandle die Pflanze anschließend mit insektizider Seife. Stell sie getrennt von deinen anderen Pflanzen, bis auch die letzte verschwunden ist.

Lösung:

  • Mit alkoholgetränktem Wattestäbchen abtupfen
  • Insektizide Seife anwenden
  • Pflanze isolieren
Rückschlag

Kleine braune Höcker, die an den Trieben kleben

Feste braune Höcker, die an Trieben und Laub haften, sind Schildläuse, und sie trotzen dem schnellen Abwischen, weil ein wächserner Panzer sie schützt. Heb sie mit dem Fingernagel oder einer alten Zahnbürste ab und überzieh die Pflanze danach mit einem Pflanzenöl. Ein einziger Durchgang erwischt selten alle, plane also nach ein bis zwei Wochen eine zweite Behandlung ein.

Lösung:

  • Schildläuse abkratzen
  • Pflanzenöl anwenden
  • Behandlung wiederholen
Rückschlag

Feine Gespinste und ein gesprenkeltes, staubiges Aussehen

Zarte Fäden über dem Laub und eine blasse, gesprenkelte Oberfläche sind das Werk von Spinnmilben, die in warmer, trockener Luft loslegen. Spül die Blätter gründlich ab, um die meisten zu vertreiben, und erhöh dann die Feuchtigkeit der Luft ringsum. Eine Runde insektizide Seife oder ein Milbenmittel kümmert sich um die Nachzügler.

Lösung:

  • Laub abspülen
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen
  • Insektizide Seife oder Milbenmittel anwenden
Rückschlag

Grauer Flaum oder dunkle Flecken, die auf dem Laub auftauchen

Dunkle Flecken oder ein weicher grauer Flaum auf dem Laub deuten auf einen Pilz hin, ausgelöst durch nasse Blätter und stehende Luft. Zupf die befallenen Blätter ab, damit er nirgends hinwandern kann. Schaff etwas Raum rund um die Pflanze für frische Luft und richte dein Wasser auf die Erde, damit die Blätter trocken bleiben.

Lösung:

  • Befallene Blätter entfernen
  • Luftzirkulation verbessern
  • Laub nicht benetzen
Kosmetisch

Trockene braune Ränder und Spitzen, die das Laub verunstalten

Trockene Ränder hängen meist damit zusammen, wie du gießt, und ein bisschen zu viel färbt die Säume schneller dunkel als Trockenheit es je täte. Auch kalte Zugluft oder sehr trockene Raumluft können mitspielen. Bring Ruhe in deinen Gießrhythmus, stell die Pflanze weg von frostigem Glas und warmen Heizungsauslässen und gönn der Luft um sie herum etwas mehr Feuchtigkeit.

Lösung:

  • Gießen anpassen
  • Von Zugluft und Kälte fernhalten
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen
Kosmetisch

Neue Blätter kommen einfarbig grün nach

Wenn die neuesten Blätter ohne ihre cremegoldenen Streifen erscheinen, bittet dich deine Pflanze schlicht um einen helleren Platz. Bei zu wenig Licht kehrt eine panaschierte Efeutute zum reinen Grün zurück, damit jedes Blatt jeden Lichtstrahl aufsaugen kann. Such ihr einen sonnigeren Standort, der trotzdem ohne direkte Strahlen bleibt, und der frische Austrieb kommt wieder gemustert.

Lösung:

  • An einen helleren indirekten Standort stellen

Giftigkeit

Die Efeutute ist ein freundlicher, anspruchsloser Begleiter, den man aber eher bewundert als annascht. Jeder Teil von ihr enthält feine, nadelartige Kristalle aus Calciumoxalat, die in Mund und Rachen brennen. Halte die Ranken und alle Stecklinge außer Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern, dann ist alles bestens.

Giftig für

Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen

Katzen Mittel

Knabbert eine Katze an einem Blatt, füllen diese winzigen scharfen Kristalle sofort ihr Maul. Achte auf Sabbern, Pfoten im Gesicht, Erbrechen und Schluckbeschwerden.

Hunde Mittel

Ein Hund reagiert ganz ähnlich wie eine Katze, mit brennendem Maul, reichlich Sabber und Erbrechen, sobald er gekaut hat. Die gute Nachricht: Die meisten lassen sie nach einem einzigen Bissen in Ruhe.

Pferde Mittel

Dieselben Kristalle machen Maul und Rachen eines Pferdes wund und lösen Sabbern und Schluckbeschwerden aus. In Scheune oder Stall hältst du hängende Ranken am besten sicher außer Reichweite.

Kaninchen Giftig

Maul und Darm eines Kaninchens spüren das Brennen der Kristalle genauso heftig. Stell Töpfe und herabhängende Ranken weit außerhalb der Reichweite jedes Kaninchens.

Nutztiere Mittel

Rinder, Ziegen und Schafe leiden allesamt am selben wunden Maul und Rachen durch Saft und Laub. Halte die Pflanze weit weg von weidenden Tieren.

Vögel Giftig

Schnabel und Kropf eines Vogels brennen vom Saft. Halte Töpfe und hängende Ranken sowohl von Ziervögeln als auch von Geflügel fern.

Menschen Vorsicht

Niemand isst diese Pflanze, und der Saft reizt bloße Haut und den Mund. Spül dir die Hände ab, sobald du mit dem Schneiden fertig bist, und halte Blätter und Stecklinge von den Kleinen fern.

Der Pflanzensaft kann die Haut reizen, wasch dir nach dem Schneiden die Hände.

Notrufnummern

Deutschland

Giftnotruf (Berlin): 030 19240

Österreich

Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43

Schweiz

Tox Info Suisse: 145

Sorten

Fast jede Efeutute, die du im Handel findest, gehört zu einer kleinen Gruppe benannter Sorten, die sich an Farbe und Muster ihrer Blätter unterscheiden lassen. Hier sind die, die zu kennen sich lohnt.

Goldene Efeutute

Das ist die vertraute Sorte, mit herzförmigem grünem Laub, das von Goldgelb durchzogen ist.

Marble Queen

So viel Weiß und Creme zieht durch ihre Blätter, dass sie langsamer wächst als ihre Verwandten.

Neon

Hier weichen die Zeichnungen vollständig leuchtenden, einfarbigen Blättern in hellem Chartreusegrün.

Jade

Schlicht und beständig zeigt Jade satt grüne Blätter mit kaum einem Hauch von Marmorierung.

Pearls and Jade

Als Sport von Marble Queen entstanden, trägt sie grüne Blätter, gesäumt von Weiß und sanftem silbrigem Grau.

Vermehrung

Nur wenige Pflanzen lassen sich so dankbar vermehren wie die Efeutute, und eine einzige kräftige Ranke schenkt dir gleich mehrere neue Pflanzen zum Nulltarif.

TriebstecklingeEinfach

Ganzjährig, am besten von Frühjahr bis Sommer · Wurzeln in 3 bis 4 Wochen

Das ist der anfängerfreundliche Weg, der dir in jeder Jahreszeit offensteht, wobei Frühjahr und Sommer am schnellsten Wurzeln bringen. Schneide ein Stück Ranke direkt unter einem Knoten ab und stell es dann in ein Glas Wasser oder einen Topf mit feuchtem Vermiculit. Wurzeln zeigen sich nach etwa 3 bis 4 Wochen, und von dort aus legt eine ganz neue Pflanze los.

AbmoosenMittel

Während des aktiven Wachstums · Mehrere Wochen

Das Abmoosen belohnt etwas Geduld und zeigt sich von seiner besten Seite an einer langen, etablierten Ranke, die du lieber nicht kürzen willst. Mach dich ans Werk, solange die Pflanze in ihrer aktiven Wachstumszeit ist, damit der Trieb bewurzelt, während er noch mit der Mutterpflanze verbunden ist. Gib den Wurzeln mehrere Wochen Zeit, bevor du die neue Pflanze von der alten trennst.

Mythen

Mythos

Eine einzige Efeutute hält die Luft in deiner Wohnung frisch und rein.

Realität

Jene berühmten Experimente stützten sich auf abgedichtete Kammern, weit entfernt von einem bewohnten Zimmer. Eine begutachtete Übersichtsarbeit zeigte, dass eine Topfpflanze die Luft in einer normalen Wohnung kaum berührt, wo Türen, Fenster und die Heizung die Luft in ganz anderem Maßstab bewegen. Du bräuchtest Hunderte Pflanzen pro Quadratmeter, um es mit einem einzigen gekippten Fenster aufzunehmen.

Mythos

Die Efeutute wächst ganz ohne Licht problemlos.

Realität

Ihren Ruf als widerstandsfähige Pflanze verdient sie, weil sie an schattigen Plätzen durchhält, doch etwas Licht gehört trotzdem zum Überleben dazu. Stell sie in tiefen Schatten, und das Wachstum kommt fast zum Stillstand, während die Panaschierung verblasst. Ein Platz mit hellem indirektem Licht hält sie voll und gemustert.

Mythos

Eine panaschierte Efeutute kommt mit demselben Licht glücklich aus wie eine einfarbig grüne.

Realität

Die blassen cremefarbenen Flecken enthalten kein Chlorophyll, weshalb eine panaschierte Pflanze sich mehr anstrengen muss, um sich zu ernähren. Stell sie in dieselbe dunkle Ecke, die eine einfarbig grüne einfach wegsteckt, und ihre neuen Blätter kommen schlicht. Helles indirektes Licht ist es, was die Panaschierung erhält.

Mythos

Die Efeutute ist eine haustierfreundliche Pflanze, an der Katzen und Hunde gefahrlos knabbern können.

Realität

Überall in der Pflanze sitzen scharfe Calciumoxalat-Kristalle, die zubeißen, sobald ein Haustier kaut. Genau deshalb führt die ASPCA die Efeutute als giftig für Katzen wie Hunde. Häng sie gut außer Reichweite auf, wenn Tiere den Raum teilen.

Mythos

Du kannst die Efeutute bedenkenlos in jeden Garten im Freien pflanzen.

Realität

Wo die Winter mild bleiben, erklimmen die Ranken Bäume und verdrängen heimische Pflanzen, sobald sie über den Rand eines Gartens hinausgelangen. Aus diesem Grund stuft UF/IFAS die Efeutute in Florida als invasive Art der Kategorie II ein und rät Hausbesitzern, sie aus der freien Natur fernzuhalten. Halte sie in einem Topf, wo die Kälte oder die Wände sie im Zaum halten.

Quellen