Baum · Sapindaceae
Blasenbaum
Koelreuteria paniculata
Ein nachsichtiger Schattenbaum, der den Hochsommer mit Rispen gelber Blüten und papierartigen Lampionfrüchten füllt.
Volle Sonne
Alle 7–14 Tage
bis -29°C
9,1–12,2 m

Überblick
Wenn du neu bei Bäumen bist, ist der Blasenbaum ein freundlicher Anfang. Er macht seinem Namen jeden Sommer alle Ehre, wenn sich die ganze Krone mit luftigen Rispen kleiner gelber Blüten füllt, und sobald diese verblühen, hängt er papierartige Samenkapseln in Form kleiner chinesischer Lampions, die bis in den Herbst bleiben. Das ist ein sommergrüner Schattenbaum aus der Familie der Seifenbaumgewächse, mit gefiederten Blättern und einer runden, ausladenden Krone, die dir kühlen Schatten zum Sitzen schenkt.
Das Beruhigende ist, wie wenig der Baum von dir verlangt. Er steckt Trockenheit weg, sobald seine Wurzeln sitzen, nimmt Lehm, Sand oder mageren, steinigen Grund ohne Aufhebens und hält Kälte bis hinab zu -29°C stand. Gib ihm volle Sonne und Boden, der abläuft, dann sorgt er mehr oder weniger selbst für sich, während du lernst.
Eine Sache solltest du vor dem Pflanzen wissen, und sie ist leicht zu handhaben. Der Baum wirft Samen in großen Mengen ab und sät sich freizügig selbst aus, so sehr, dass er in Teilen des Ostens und Südostens der USA unkrautig und invasiv geworden ist. Wo das eine Rolle spielt, kannst du einfach die Kapseln zusammenrechen oder einen Platz wählen, an dem sich verirrte Sämlinge leicht herausziehen lassen, dann ist alles gut.
Pflege
Kurz gesagt: Gib ihm volle Sonne, gut durchlässigen Boden fast jeder Art und einen tiefen Schluck während langer Trockenphasen, solange er jung ist. Nach dem ersten oder zweiten Jahr sorgt er meist selbst für sich, und ein leichter Schnitt im Spätwinter hält das Gerüst schön kräftig.
Licht
Gib ihm volle Sonne für die reichste Blüte, auch wenn er Halbsonne klaglos nimmt, falls du nur die hast. Je mehr direktes Licht er aufsaugt, desto üppiger die Sommerblüte, an der du dich erfreust.
Gießen
Wässere einen jungen Baum in seinem ersten oder zweiten Jahr regelmäßig, während die Wurzeln in die Tiefe reichen, dann bringst du ihn wunderbar auf Kurs. Danach ist er herrlich trockenheitstolerant und will nur bei langen Trockenphasen einen Schluck, lass also die obere Hälfte des Bodens zwischen den Wassergaben abtrocknen.
Boden
Nur wenige Bäume sind so genügsam beim Boden, das nimmt viel Druck von dir. Er wächst in Lehm, lehmigem Boden, Sand und sogar flachgründigem, steinigem Grund, verlangt nur eine ordentliche Drainage und kommt fröhlich mit einer weiten pH-Spanne von 6,0 bis 8,0 zurecht.
Temperatur
Das ist ein zäher, winterharter Baum, überall von -29°C bis 38°C entspannt. Diese großzügige Spanne deckt viele Gärten ab, was mit ein Grund ist, warum er sich an so vielen Orten so gut einlebt.
Luftfeuchtigkeit
Die normale Luft im Freien passt ihm bestens, es gibt also keine Luftfeuchtezahl, um die man sich sorgen müsste. Gute Drainage zählt weit mehr als alles, was in der Luft um ihn herum geschieht.
Düngen
Du wirst ihn kaum je düngen müssen, das ist eine Aufgabe weniger zum Merken. Sieht der Wuchs jemals schwach aus, ist eine einzige Gabe ausgewogenen Langzeit-Baumdüngers im Frühjahr alles, was er will, denn dieser robuste Baum ist kein Vielfraß.
Schneiden
Schneide im Spätwinter, solange der Baum ruht, um einen kräftigen Mitteltrieb zu formen und sich kreuzende, schwache oder tote Zweige herauszunehmen. Das Holz ist etwas spröde, ein früh gebautes gutes Gerüst erspart dir also später Ärger.
Umtopfen
Ein Landschaftsbaum lebt im Boden, ans Umtopfen musst du also kaum denken. Im Topf setze ihn nur eine Nummer größer, wenn die Wurzeln im Topf kreisen, das Wasser glatt durchrauscht oder der obere Wuchs stehen bleibt.
Größe & Abstand
Gib ihm reichlich Raum zum Hineinwachsen. Ein ausgewachsener Blasenbaum erreicht rund 9 bis 12 m Höhe und breitet sich etwa ebenso weit aus, pflanze ihn also gut abseits von Gebäuden und Freileitungen, dann dankt er es dir.
Wann pflanzen
Hier gibt es kein hektisches Pflanzfenster zu erwischen, lass dir also Zeit. Setze den Baum im Frühjahr nach dem letzten Frost oder im Herbst, halte im Früh- bis Hochsommer nach den gelben Blüten Ausschau und freu dich an den Lampionfrüchten, die folgen und die Vorstellung sanft in den Herbst tragen.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: Spätwinter, nach Anritzen der Samenschale und Kaltfeucht-Stratifizierung der Samen
- Pflanzung: Frühling nach dem letzten Frost oder Herbst
- Ernte: Sommer (Juni bis Juli; die Sorte 'September' blüht August bis September)
Winterhärte
Temperatur: bis -29°C
Probleme lösen
Ein zufriedener Blasenbaum lässt dir sehr wenig zu beheben. Das meiste, was auftaucht, ist entweder eine Welkekrankheit im Holz oder ein harmloser Schwarm Wanzen an den Fruchtkapseln, und beides ist beherrschbar. Ordne zu, was du unten siehst, und greif ein, solange der Baum noch seine Kraft hat.
Eine Seite welkt, während dunkle Streifen das Holz darunter zeichnen
Keine Panik, wenn eine Seite des Baumes welkt und du dunkle Streifen im Holz darunter findest, denn dieses Muster bedeutet meist Verticillium-Welke, ein Pilz im Boden, der sich leider nicht heilen lässt. Bereits gestresstes oder verletztes Holz kann sich auch Krebs- oder Rotpustelpilze holen, und staunasser Grund kann an der Basis Wurzelfäule auslösen. Du kannst dennoch viel bewirken, indem du deutlich unterhalb des Schadens schneidest, deine Werkzeuge zwischen den Schnitten sauber wischst und die Drainage verbesserst, damit der Baum seine Kraft behält.
Lösung:
- Befallene Zweige deutlich unterhalb der Symptome herausschneiden und vernichten, die Werkzeuge zwischen den Schnitten desinfizieren
- Die Drainage verbessern und Trockenheit sowie mechanische Verletzungen vermeiden, um Stress zu mindern
- Stark absterbende Bäume entfernen, da es gegen die Verticillium-Welke kein Heilmittel gibt
Rot-schwarze Wanzen sammeln sich dicht an den papierartigen Kapseln
Sammeln sich rot-schwarze Wanzen an den papierartigen Kapseln, atme durch, denn das ist die Blasenbaumwanze, eine Verwandte der Boxelder-Wanze, die schlicht an den Samen frisst. Sie ist weit mehr Lästigkeit als echte Sorge, du kannst sie also ruhig in Ruhe lassen oder sie mit einem kräftigen Wasserstrahl oder etwas Schmierseifenlösung abspülen. Das Zusammensammeln der abgefallenen Kapseln nimmt ihnen die Nahrung, die sie anzieht, und ein Weißöl kümmert sich um etwaige Schildläuse, die sich an den Zweigen niederlassen.
Lösung:
- Die Wanzen wo möglich dulden, da sie eher lästig als eine ernste Gefahr für die Baumgesundheit sind
- Die Wanzen abklopfen oder Ansammlungen mit einem kräftigen Wasserstrahl oder Schmierseifenlösung abspritzen
- Starken Schildlausbefall mit Weißöl behandeln
Giftigkeit
Eine gute Nachricht für Haushalte mit Tieren und Kindern: Dieser Baum ist nicht giftig. Der Name klingt beunruhigend, doch der Blasenbaum trägt keinen Giftstoff und steht auf keiner ASPCA-Liste giftiger Pflanzen. Achte nur darauf, ihn nicht mit dem wirklich giftigen Goldregen (Laburnum) zu verwechseln, der eine völlig andere Pflanze ist.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Unbedenklich
Bei einer neugierigen Katze kannst du entspannt bleiben, da dieser Baum keinen Giftstoff enthält, der einer schadet, die vorbeistreift oder daran knabbert. Eine Katze, die es mit irgendeinem Grünzeug übertreibt, würgt vielleicht ein Haarballen oder ein Stück Blatt hoch, und das ist völlig normal und kein Zeichen einer Vergiftung.
Hunde Unbedenklich
Dein Hund ist hier in keiner Gefahr, denn nichts an diesem Baum ist für ihn giftig. Ein Welpe, der an einer abgefallenen Kapsel nagt, bekommt von all den Ballaststoffen vielleicht kurz weichen Kot, halte also einfach frisches Wasser bereit, mehr gibt es nicht zu behandeln.
Pferde Unbedenklich
Pferde können fröhlich in der Nähe eines Blasenbaums grasen, da er keinen Giftstoff trägt, der ihnen zusetzt. Das ist nur der harmlose Vetter des gefährlichen Goldregens, die Angst, die dem Laburnum folgt, hat hier also schlicht keinen Platz.
Kaninchen Unbedenklich
Um Kaninchen musst du dir keine Sorgen machen, da die Blätter für sie kein Vergiftungsrisiko tragen. Trotzdem bietest du bei jedem frischen Grün anfangs nur ein wenig an, damit ein empfindlicher Darm Zeit hat, sich einzustellen.
Nutztiere Unbedenklich
Rinder, Ziegen und Schafe können mit diesem Baum völlig sicher eine Weide teilen, da er für Weidetiere nicht giftig ist. Ein Magen kann grummeln, wenn ein Tier zu viel von einer einzigen Pflanze abknabbert, doch das ist schlichtes Überfressen und kein Grund zur Furcht.
Vögel Unbedenklich
Vögel haben von den Blättern oder Samen nichts zu befürchten, und die meisten gehen an den papierartigen Kapseln ohnehin vorbei. Deine Hühner im Garten können unter der Krone sorglos scharren.
Menschen Unbedenklich
Dieser Baum ist für Menschen nicht giftig, und ehrlich gesagt erschreckt der volkstümliche Name die Leute weit mehr, als die Pflanze es je könnte. Die Samen zieht man wegen ihres Aussehens statt für den Tisch, es gibt also schlicht keinen Grund, sie zu essen.
Kein besonderer Umgang nötig; wie bei jeder Pflanze Tiere und Kinder vom Kauen an Laub oder Samenkapseln abhalten, um eine milde Magenverstimmung zu vermeiden.
Sorten
Nur eine Handvoll Auslesen taucht im Handel auf, und ein naher Verwandter wird oft gleich neben der Art verkauft. Diese hier lohnt es sich, auseinanderhalten zu lernen.
'September'
Diese Auslese hebt sich ihre gelben Blüten für August und September auf, sodass du die Vorstellung Wochen später als die übliche Sommerblüte bekommst, auch wenn sie dafür eine Spur Winterhärte eintauscht.
Koelreuteria bipinnata (Chinesischer Flammenbaum)
Ein naher Vetter mit doppelt gefiederten Blättern und hübschen rosa Lampionfrüchten, er neigt zu mehr Empfindlichkeit und fühlt sich in wärmeren Zonen wohler als der Blasenbaum.
Vermehrung
Dein erster Blasenbaum kommt womöglich ganz von allein als selbstgesäter Sämling, denn dieser Baum vermehrt sich völlig ohne dein Zutun. Willst du gezielt mehr, kannst du aus Samen ziehen oder Wurzelstecklinge nehmen, und keines davon übersteigt einen Anfänger.
AussaatMittel
Im Herbst im Freien aussäen oder stratifizieren und im Spätwinter bis zeitigen Frühjahr säen · Sämlinge erscheinen in Wochen; mehrere Jahre bis zu einem stattlichen Baum
Das Beruhigende daran: Der Baum setzt Samen eimerweise an und sät sich so freizügig selbst aus, dass du ihn selten gezielt ziehen musst. Möchtest du bewusst einen heranziehen, ritze die harte Samenschale an und gib dem Samen eine kalte, feuchte Stratifikation, indem du im Herbst oder im Spätwinter bis zeitigen Frühjahr im Freien säst. Kleine Sämlinge schieben sich innerhalb von Wochen herauf, hab also Geduld und rechne mit mehreren Jahren, bis du einen Baum von echter Größe hast.
TriebstecklingeMittel
Ruhezeit für Wurzelstecklinge · Ein bis zwei Wachstumssaisons
Wurzelstecklinge, in der Ruhezeit genommen, sind der übliche, verlässliche Weg, diesen Baum zu klonen, und benannte Sorten stammen aus Stecklingen statt aus Samen, damit sie sortenecht bleiben. Gib einem bewurzelten Steckling ein bis zwei Wachstumssaisons zum Einleben, bevor du viel oberen Wuchs erwartest, dann belohnt er das Warten.
Mythen
Der Blasenbaum gilt eigentlich als der giftige Goldregen, er bedroht also Haustiere.
Die Namen klingen ähnlich, doch dort endet die Ähnlichkeit. Der Blasenbaum gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse und steht auf keiner ASPCA-Liste giftiger Pflanzen, während der wirklich giftige Goldregen Laburnum ist, ein nicht verwandter Schmetterlingsblütler. Behalte den botanischen Namen Koelreuteria paniculata im Kopf, dann kannst du diesen mit leichtem Herzen pflanzen.