Die größten Nachteile einer Regentonne sind begrenztes Fassungsvermögen, Schädlingsrisiken und ein Pflegeaufwand, mit dem die meisten nicht rechnen. Regentonnen sparen Wasser und Geld, bringen aber echte Probleme mit sich, die Sie vorher kennen sollten.
Das Überlaufproblem habe ich bei meinem ersten starken Gewitter am eigenen Leib erfahren. Meine 200-Liter-Tonne war in weniger als zwei Stunden voll, und das überschüssige Wasser lief direkt neben meiner Hauswand über den Rand. Stehendes Wasser dort kann zu Kellerfeuchtigkeit und Bodenerosion führen, wenn man nicht vorsorgt. Das ist eines der häufigsten Probleme, mit denen neue Tonnenbesitzer konfrontiert werden – und es hat mich trotz aller Recherche überrascht.
Das Gewicht ist eine weitere Überraschung. Eine volle 200-Liter-Tonne wiegt über 180 Kilogramm – Sie können sie also nicht einfach auf eine Holzterrasse oder nackten Boden stellen. Weicher Boden gibt nach, Terrassen können sich verziehen, und die Tonne kippt, wenn der Untergrund nicht eben ist. Sie brauchen eine feste Unterlage aus Betonplatten oder verdichtetem Kies. Und wenn die Tonne voll ist, können Sie sie nicht bewegen, ohne sie vorher zu entleeren.
Begrenztes Fassungsvermögen
- Größenbeschränkung: Standardtonnen fassen nur 200–300 Liter, aber ein aktiver Garten braucht in heißen Sommermonaten mehrere hundert Liter pro Woche.
- Überlaufrisiko: Eine ca. 93 m² große Dachfläche liefert bei nur 25 mm Regen rund 2.360 Liter – eine einzelne Tonne ist damit sofort überfordert.
- Kosten bei Erweiterung: Mehrere Tonnen in Reihe zu schalten löst das Kapazitätsproblem, kostet aber 50–160 € pro Tonne und beansprucht mehr Platz im Garten.
Mücken-Brutstätte
- Entwicklungszeit: Mückenlarven brauchen nur 7–10 Tage stehendes Wasser, um sich zu entwickeln – eine warme Tonne ist ein idealer Brutplatz.
- Vorbeugung: Feinmaschige Siebe über dem Einlass und monatlich eingesetzte Bti-Mückentabletten halten die Population unter Kontrolle.
- Gesundheitsrisiko: Mücken übertragen Krankheiten wie das West-Nil-Virus – eine ungeschützte Tonne wird zum Gesundheitsrisiko für die Nachbarschaft.
Saisonale Außerbetriebnahme erforderlich
- Frostschäden: Wasser dehnt sich beim Gefrieren um 9 % aus – genug Kraft, um Kunststoff-, Holz- oder Tonwände zu sprengen.
- Einwinterung: Sie müssen die Tonne entleeren, den Hahn abmontieren und alles vor dem ersten starken Frost im Herbst einlagern.
- Verlorene Sammelzeit: In kalten Klimazonen gehen 4–5 Monate Wassersammlung pro Jahr verloren, was die Gesamtersparnis einschränkt.
Die Wartung ist einer der Nachteile von Regentonnen, der viele überrascht. Algen wachsen im Inneren, wenn die Tonne direktes Sonnenlicht abbekommt. Laub verstopft den Siebfilter nach stürmischem Wetter. Der Hahn kann mit der Zeit korrodieren oder undicht werden. Planen Sie mindestens einmal pro Saison eine Reinigung mit verdünntem Bleichmittel ein und überprüfen Sie alle Dichtungen und Anschlüsse alle paar Monate.
Örtliche Vorschriften können ebenfalls eine Rolle spielen. In einigen Regionen gibt es Regelungen zur Regenwassernutzung. Die meisten wurden gelockert, aber manche begrenzen noch die Speichermenge. Prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen, bevor Sie eine Tonne kaufen, damit Sie auf der sicheren Seite sind. Genehmigungsgebühren oder Obergrenzen können die Wirtschaftlichkeit einer Regentonne für Ihr Zuhause beeinflussen.
Die meisten dieser Nachteile lassen sich mit etwas Planung umgehen. Installieren Sie einen Überlaufschlauch, der überschüssiges Wasser von Ihrem Fundament weg in ein Beet oder einen Regengarten leitet. Verwenden Sie eine blickdichte Tonne, um Sonnenlicht zu blockieren und Algenwachstum zu verhindern. Fügen Sie eine zweite oder dritte Tonne in Reihe hinzu, wenn Ihr Garten mehr Wasser braucht. Keine dieser Lösungen kostet viel Geld, aber sie erfordern Zeit und Aufmerksamkeit, die ein einfacher Gartenschlauch nie verlangt. Sie müssen selbst entscheiden, ob das kostenlose Wasser den zusätzlichen Aufwand wert ist. Für die meisten Gärtner lautet die Antwort ja – aber gehen Sie mit offenen Augen an die Sache heran.
Vollständigen Artikel lesen: Regentonne – Leitfaden für Anfänger