„Arme-Leute-Gras" (englisch: poor man's grass) ist der Spitzname für Bahia-Gras – ein Warmzeit-Rasen, der in sandigem Boden fast ohne Ihr Zutun wächst. Den Namen verdankt es seinen extrem niedrigen Unterhaltskosten. Sie sparen sich die hohen Dünger- und Bewässerungskosten, die andere Gräser verlangen. Wenn Ihr Budget knapp ist, lohnt sich dieses Gras Saison für Saison.
Dieser Spitzname für Bahia-Gras hält sich seit Jahrzehnten im Südosten der USA. Hausbesitzer in Florida und entlang der Golfküste verwendeten den Begriff schon vor Jahren. Bahia wuchs in so sandigem und nährstoffarmem Boden, dass sich dort nichts anderes ansiedeln wollte. Statt Hunderte für Rollrasen auszugeben, streuten sie Bahia-Saatgut für 30 bis 50 Dollar für den gesamten Garten aus. Das Gras erledigte den Rest ganz von allein – ohne jede zusätzliche Pflege.
Ich pflege seit Jahren einen Bahia-Rasen und meine Gesamtkosten bleiben unter 100 Dollar pro Jahr. Das deckt zwei Säcke Dünger und Benzin für den Mäher. Mein Nachbar hat St.-Augustine-Gras und gibt fast 600 Dollar jährlich für Dünger, Schädlingsbekämpfung und Bewässerung aus. Sein Rasen sieht zwar schöner aus, aber meiner übersteht jede Trockenperiode, während seiner braun wird, sobald er einen Bewässerungstag auslässt. Nach meiner Erfahrung summieren sich die Einsparungen schnell.
Die Gründe für den Spitznamen werden klar, wenn man sieht, wie Bahia unter der Erde arbeitet. Seine Wurzeln dringen mehrere Meter tief in sandigen Boden ein. Sie ziehen Wasser aus Schichten, die Bermuda- und St.-Augustine-Wurzeln nie erreichen. Dieses tiefe Wurzelsystem sorgt dafür, dass Bahia in den meisten Teilen Floridas allein vom Regen grün bleibt. UF/IFAS stuft Bahia als pflegeleichten Rasen ein, der mit wenig Wasser gut zurechtkommt.
Bahia ist das günstigste Rasengras, das Sie heute im Südosten der USA pflanzen können. Es braucht nur 1 bis 2 Pfund Stickstoff pro 1.000 Quadratfuß (ca. 93 m²) im Jahr. Bermuda benötigt 4 bis 6 Pfund für dieselbe Fläche. Sie mähen alle 7 bis 14 Tage statt zweimal pro Woche. Auf eine Sprinkleranlage können Sie verzichten, denn der Regen übernimmt die Bewässerung.
Die Bezeichnung „Arme-Leute-Gras" wird Bahia in mancher Hinsicht nicht gerecht. Dieses Gras bewältigt Trockenheit und Hitze besser als Rasensorten, die fünfmal so viel im Unterhalt kosten. Wenn Sie einen grünen Garten wollen, ohne Ihr Konto zu leeren, ist Bahia die kluge Wahl. Allerdings wird es Ihnen nicht den gepflegten Look eines Bermuda-Rasens bieten. Sie tauschen Optik gegen Ersparnis – und für die meisten Leute geht dieser Tausch bestens auf.
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