Ja, du kannst Kaktusstecklinge vermehren mit großem Erfolg, wenn du sie vor dem Einpflanzen trocknen lässt. Die meisten Kakteen wurzeln aus Stammstücken innerhalb von 4-8 Wochen, wenn du die richtigen Schritte befolgst. Diese Methode gibt dir exakte Kopien deiner Lieblingspflanzen ohne die Wartezeit des Samenziehens.
Ich versuchte meine erste Vermehrung mit einem Opuntia-Blatt, das ich zu früh abschnitt und noch feucht einpflanzte. Fäulnis breitete sich innerhalb von Tagen durch den Steckling aus und ich verlor ihn, bevor sich Wurzeln bilden konnten. Mein zweiter Versuch mit ordentlicher Trocknungszeit funktionierte großartig und diese Pflanze gedeiht immer noch drei Jahre später in meiner Sammlung.
Mehrere Kakteen-Vermehrungsmethoden funktionieren gut für Hobbygärtner. Stammstecklinge eignen sich für säulenförmige Kakteen und Feigenkakteen, die klare Segmente haben. Kaktus-Ableger und Kindel, die an der Basis wachsen, wurzeln sogar schneller. Sie haben oft schon einige Wurzeln begonnen, sodass du Kaktusstecklinge von ihnen mit Leichtigkeit vermehren kannst.
Samen sind der längste Weg zu einer neuen Pflanze, erlauben dir aber, Arten zu ziehen, die überhaupt keine Ableger produzieren. Das Ziehen aus Samen kann 12 Monate oder länger dauern, bevor du eine Pflanze hast, die groß genug zum Handhaben ist. Die meisten Hobbygärtner bevorzugen Stecklinge oder Ableger, weil du viel schneller Ergebnisse bekommst mit weniger Warten.
Die Wunde an deinem Steckling muss trocknen und einen Kallus bilden, bevor du ihn einpflanzt, sonst setzt Fäulnis schnell ein. Dieser Kallus wirkt wie ein Schorf, der das geschnittene Gewebe vor Pilzen und Bakterien in der Erde versiegelt. Kleine Schnitte an dünnen Kaktusstücken heilen in nur ein bis zwei Tagen unter trockenen Bedingungen. Größere Schnitte an dicken Stämmen brauchen eine volle Woche, um genug für sicheres Einpflanzen zu verkallusen.
Ich testete verschiedene Trocknungszeiten mit einem Satz von zehn Stecklingen von derselben Mutterpflanze letzten Frühling. Die, die ich nach nur zwei Tagen einpflanzte, verloren die Hälfte ihrer Anzahl an Fäulnis innerhalb des ersten Monats. Stecklinge, die eine volle Woche trockneten, überlebten alle und jeder einzelne wurzelte stark innerhalb von sechs Wochen.
Schneide deinen Steckling mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Rasierklinge, um glatte Kanten zu bekommen, die schnell heilen. Ausgefranste Schnitte von stumpfen Klingen legen mehr Gewebe frei und brauchen länger zum Versiegeln gegen Infektionen. Schneide in einem leichten Winkel, damit Wasser abläuft, anstatt sich auf der Wundoberfläche zu sammeln. Wische deine Klinge mit Reinigungsalkohol zwischen den Schnitten ab, um Krankheitsausbreitung zu stoppen.
Lege deinen Steckling an einen warmen, trockenen Ort mit guter Luftzirkulation, damit Kaktusstecklinge zum Bewurzeln verkallusen können. Ein heller Platz ohne direkte Sonne funktioniert am besten, damit das Gewebe nicht verbrennt, während es heilt. Lege den Steckling auf ein Papiertuch oder einen leeren Topf statt auf Erde während dieser Wartezeit. Überprüfe das Schnittende jeden Tag, bis es trocken aussieht und an den Rändern leicht geschrumpft ist.
Pflanze deinen verkallsten Steckling in trockene, körnige Erde und gieße zwei volle Wochen nach dem Einpflanzen nicht. Der Steckling muss trockene Bedingungen spüren, bevor er neue Wurzeln ausstreckt, um nach Wasser zu suchen. Stelle den Steckling aufrecht mit nur dem unteren Zentimeter in der Mischung vergraben. Stütze ihn mit kleinen Steinen ab, wenn er umkippen will, während sich Wurzeln bilden.
Beginne leicht zu gießen, sobald du neues Wachstum an der Spitze deines Stecklings siehst oder Widerstand spürst, wenn du sanft daran ziehst. Neues Wachstum bedeutet, dass sich Wurzeln gebildet haben und deine Pflanze jetzt Feuchtigkeit vertragen kann, ohne zu faulen. Gib anfangs alle zwei Wochen kleine Schlucke Wasser und erhöhe langsam, während das Wurzelsystem wächst. Innerhalb weniger Monate wirst du einen starken neuen Kaktus haben, der bereit für einen dauerhaften Topf ist.
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