Zimmerpflanze · Araceae
Silberranke
Scindapsus pictus
Biete ihr helles, indirektes Licht und sanfte Wärme, und ihre seidig glänzenden, silbrig gemusterten Blätter ranken jahrelang weiter.
Hell, indirekt
16–29°C
bis 4°C
0,9–3 m

Überblick
Die Silberranke ist eine reizende Pflanze für den Einstieg, ihre Blätter wirken wie mit weichem Silber über ein tiefes, leuchtendes Grün gepinselt. Sie gehört zur Familie der Aronstabgewächse und stammt aus den Tropen Südostasiens, wo sie an Baumstämmen dem Licht entgegenklettert. Zu Hause ist sie genauso zufrieden, von einem Regal oder aus einem Hängetopf herabzuranken, es gibt also eigentlich keine falsche Art, sie zu halten.
Eine kleine Überraschung: Trotz des Namens ist sie gar keine echte Efeutute. Es handelt sich um Scindapsus pictus, eine enge Verwandte, die dieselbe genügsame Art und dasselbe hübsche Aussehen nachahmt. Mit zunehmendem Alter werden die Blätter dicker und leicht gewellt, und die silbrige Musterung bleibt am kräftigsten, wenn die Pflanze reichlich indirektes Licht bekommt.
Das Beruhigende für Einsteiger ist, dass diese Pflanze verzeiht. Halte sie warm, halte sie von sengender Sonne fern und lass die obere Erdschicht zwischen den Wassergaben antrocknen, dann dankt sie es dir mit langen, gesunden Ranken. Und selbst wenn dir das Gießen ein- oder zweimal aus dem Ruder läuft, bringt es die Wurzeln meist wieder in Ordnung, wenn du etwas zurückschraubst.
Pflege
Kurz gesagt: helles, indirektes Licht und ein gemütlicher Raum, der über 16°C bleibt. Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nie nass, verwende eine torfige, gut durchlässige Mischung und gib von Frühjahr bis Sommer einmal im Monat etwas ausgewogenen Dünger.
Licht
Gib ihr helles, indirektes Licht, dann bleibt die silbrige Musterung klar und deutlich. Sie kommt auch klaglos mit einer schattigeren Ecke zurecht, wobei die Muster blasser werden und das Wachstum sich verlangsamt, das Einzige, was du vermeiden solltest, ist starke direkte Sonne, die die Blätter verbrennt.
Gießen
Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nie nass, und lass die obersten Zentimeter etwas antrocknen, bevor du erneut gießt. Im Winter fährt die Pflanze ihr Wachstum stark zurück und braucht deshalb deutlich weniger Wasser. Im Zweifel ist ein bisschen zu trocken hier freundlicher als dauerhaft nasse Erde, die den Wurzeln zusetzt.
Boden
Eine torfige, organische Mischung mit guter Drainage gibt den Wurzeln genau das, was sie mögen, idealerweise leicht sauer bei einem pH-Wert bis 6,0. Lockere, luftige Erde lässt Wasser zügig durchfließen, sodass unten bei den Wurzeln nichts staunass steht.
Temperatur
Wärme hält diese Pflanze zufrieden, ein Bereich zwischen 16°C und 29°C passt genau. Mit Kälte kommt sie wirklich nicht klar, und die Blätter leiden, sobald die Luft unter diesen Bereich fällt, stell sie also weg von zugigen Fenstern und Türen.
Luftfeuchtigkeit
Ganz normale Luftfeuchtigkeit im Haushalt reicht hier völlig, du musst dir also keine Zahl merken. Ein feuchterer Platz gefällt ihr trotzdem, wenn er sich anbietet, und da trockene Winterluft oft Spinnmilben anlockt, kann etwas zusätzliche Feuchtigkeit in der Luft nur helfen.
Düngen
Gib ihr von Frühjahr bis Sommer, während sie frisch austreibt, einmal im Monat einen ausgewogenen Zimmerpflanzendünger. Wenn die dunkleren Monate kommen, hört sie auf, gierig zu fressen, du kannst den Dünger also beiseitelegen und sie ruhen lassen.
Schneiden
Ein sanftes Zwicken der Triebe hin und wieder hält die Pflanze ordentlich und regt sie an, buschiger zu werden. Als schöner Nebeneffekt kann jedes Stück, das du von einer langen Ranke schneidest, ein ganz neuer Steckling werden.
Umtopfen
Topfe sie alle 1 bis 2 Jahre in einen etwas größeren Topf um, oder etwas früher, wenn Wurzeln durch die Abzugslöcher wachsen und Wasser einfach hindurchläuft. Frische Erde und etwas mehr Platz sind alles, was sie braucht, um stetig weiterzuwachsen.
Größe & Abstand
Bekommt sie die Gelegenheit zum Klettern oder Ranken, werden die Triebe 90 cm bis 3 m lang und breiten sich auf 60 bis 120 cm aus. Lass die Triebe von einer Höhe herabfallen oder biete ihnen eine Kletterhilfe, und sie richten sich wunderbar ein.
Probleme lösen
Fast jedes Problem bei der Silberranke lässt sich auf das Gießen oder einen kleinen Schädling zurückführen, der sich an einer Nachbarpflanze eingeschlichen hat, und die Blätter zeigen es meist früh. Wirf einen ruhigen Blick darauf, was sich verändert hat, ordne es unten zu, und du kannst die Sache in Ordnung bringen, bevor sie außer Kontrolle gerät.
Dunkle, matschige Wurzeln mit unangenehmem Geruch
Wurzelfäule schleicht sich ein, wenn die Erde dauerhaft staunass bleibt und die Wurzeln nicht mehr atmen können. Nimm die Pflanze vorsichtig heraus, schneide alles Dunkle oder Matschige weg und setze sie in trockene, gut durchlässige Erde. Gieße danach weniger und lass die Erde zwischen den Wassergaben trocknen, denn das kann sich, einmal eingesetzt, schnell ausbreiten.
Lösung:
- Faule Wurzeln entfernen
- In trockene, gut durchlässige Erde umtopfen
- Weniger gießen
Weiche, gelbe Blätter über nasser Erde
Wenn die Blätter über nasser Erde weich und gelb werden, steckt fast immer leichtes Übergießen dahinter, und schlechte Drainage verschärft die Sache noch. Lass die obere Erdschicht vor der nächsten Wassergabe antrocknen, und setze die Pflanze in einen Topf, aus dem Wasser frei abfließen kann. Haben die Wurzeln schon gelitten, helfen frische Erde und eine leichtere Hand bei der Gießkanne beim Erholen.
Lösung:
- Weniger gießen
- Drainage verbessern
- In frische Erde umtopfen
Feines Gespinst und ein staubig-bronzener Schimmer auf den Blättern
Spinnmilben tauchen meist auf, wenn die Luft heiß und trocken wird, und hinterlassen feines Gespinst sowie eine gesprenkelte, bronzene Tönung auf der Blattunterseite. Spüle das Laub kräftig ab, um sie wegzuwaschen, behandle danach mit insektizider Seife oder Gartenbauöl und wiederhole das wöchentlich, bis sie aufgeben. Ein feuchterer Platz macht die Pflanze für sie deutlich weniger einladend.
Lösung:
- Kräftig mit Wasser abspülen
- Insektizide Seife oder Gartenbauöl anwenden
- Wöchentlich wiederholen
Weiße wattige Büschel in den Blattachseln
Diese kleinen weißen, wattigen Klumpen in den Blattachseln sind Wollläuse, und der klebrige Honigtau, den sie hinterlassen, verrät sie. Betupfe jede einzelne mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen, folge mit insektizider Seife und schneide stark befallene Teile ab. Ein kurzer Check neuer Pflanzen, bevor sie zu den anderen kommen, verhindert, dass sich das je ausbreitet.
Lösung:
- Mit Alkohol-Wattestäbchen betupfen
- Insektizide Seife anwenden
- Befallene Teile zurückschneiden
Kleine, wachsartige Höcker auf Trieben und Blättern
Schildläuse sehen aus wie winzige, wachsartige Scheiben, die fest an Trieben und Blättern kleben, und sie bewegen sich kaum. Kratze sie vorsichtig von Hand ab, wische die Stelle mit einem Alkohol-Wattestäbchen ab und behandle abschließend mit insektizider Seife oder Öl, um die jungen Larven zu erwischen. Ein guter Blick auf jede neue Pflanze verhindert von vornherein, dass sie überhaupt ankommen.
Lösung:
- Von Hand abkratzen
- Mit Alkohol-Wattestäbchen abwischen
- Insektizide Seife oder Öl anwenden
Dunkle Flecken oder weicher grauer Schimmel auf den Blättern
Braunschwarze Flecken oder ein flauschiger grauer Schimmel deuten auf pilzliche Blattflecken oder Grauschimmel hin, beide lieben nasse Blätter und stehende Luft. Entferne die betroffenen Blätter, halte Wasser vom Laub fern und sorge für etwas mehr Luftbewegung um die Pflanze. Am Boden statt über die Blätter zu gießen und ihr Platz zum Atmen zu geben stoppt meist das Wiederkehren.
Lösung:
- Betroffene Blätter entfernen
- Benetzen des Laubs vermeiden
- Luftzirkulation verbessern
Eingerollte, schlaffe Blätter bei trockener Erde
Blätter, die sich über trockener Erde einrollen und hängen, sind einfach durstig, und das lässt sich denkbar leicht beheben. Gib der Pflanze eine gründliche Wassergabe, bis Wasser unten herausläuft, und achte danach auf einen gleichmäßigeren Rhythmus. Die Blätter glätten sich meist wieder, sobald die Wurzeln nachgezogen haben, du musst dir also keine Sorgen machen.
Lösung:
- Gründlich gießen
- Gleichmäßige Feuchtigkeit halten
Silbrige Streifen mit winzigen schwarzen Pünktchen
Silbrige Streifen mit winzigen schwarzen Pünktchen sind das Erkennungszeichen von Thripsen, und sie lassen sich gut in den Griff bekommen, sobald du sie entdeckst. Behandle die Pflanze mit insektizider Seife, stelle blaue Leimtafeln auf, um die erwachsenen Tiere zu fangen, und spüle die Blätter ab, um den Rest zu entfernen. Neue Pflanzen eine Weile separat zu halten verhindert, dass sie auf deine anderen Pflanzen übergreifen.
Lösung:
- Insektizide Seife anwenden
- Blaue Leimtafeln verwenden
- Laub abspülen
Giftigkeit
Diese Pflanze genießt du am besten mit sicherem Abstand zu neugierigen Mäulern. Jeder Teil enthält unlösliche Calciumoxalatkristalle, die im Mund brennen und ihn anschwellen lassen, sobald ein Tier oder Kind hineinbeißt. Nichts an ihr ist zum Verzehr gedacht, ein hohes Regal oder ein Hängeplatz sorgt also dafür, dass alle entspannt bleiben und die Pflanze glücklich ist.
Giftig für
Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen
Katzen Mittel
Eine Katze, die in ein Blatt beißt, spürt einen scharfen Stich durch die Calciumoxalatkristalle. Achte danach auf Sabbern, Pfoten am Maul, Erbrechen und eine geschwollene Schnauze, und stell die Pflanze irgendwohin, wo eine Katze einfach nicht herankommt.
Hunde Mittel
Ein Hund, der an einem Stück kaut, spürt sofort ein Brennen im Maul, oft begleitet von Sabbern, Würgen und sichtbarer Schwellung von Lefzen und Zunge. Das klingt meist wieder ab, aber die Pflanze steht am besten hoch und außer Reichweite.
Pferde Mittel
Dieselben Kristalle reizen Maul und Rachen eines Pferdes und lösen starkes Sabbern und Schwellungen aus, wobei Pferde selten erbrechen. Halte herabhängende Triebe dort, wo ein Pferd nicht herankommt.
Kaninchen Giftig
Diese Blätter sind für ein knabberndes Kaninchen nicht sicher, denn die Kristalle reizen Maul und Verdauungstrakt. Halte herabhängende Triebe hoch und außer Reichweite eines neugierigen Kaninchens.
Nutztiere Giftig
Weidetiere, die einen Bissen erwischen, bekommen dasselbe Brennen im Maul und Verdauungsbeschwerden, am sichersten ist es also, die Pflanze für jegliches Nutzvieh als tabu zu behandeln.
Vögel Giftig
Ein Vogel, der an den Blättern pickt, kann sich an den Kristallen Schnabel und Kropf verletzen, deshalb ist es am besten, die Pflanze von Sitz- und Aufenthaltsorten der Vögel fernzuhalten.
Menschen Vorsicht
Kein Teil dieser Pflanze ist zum Verzehr gedacht, und ein Biss bringt brennende Lippen, eine geschwollene Zunge und Sabbern. Wasch dir nach jedem Rückschnitt die Hände und halte die Pflanze außerhalb der Reichweite kleiner Kinder.
Kauen von Pflanzensaft verursacht Reizungen im Mund; nach dem Umgang Hände waschen
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Ein paar benannte Sorten bringen ihre eigenen Blattformen und Silbermuster in die Familie, und genau diese begegnen dir am ehesten im Gartencenter.
'Argyraeus'
Ihre kleinen Blätter sind silberweiß gesäumt und leicht mit sanften grauen Flecken bestäubt.
'Exotica'
Größere, herzförmige Blätter tragen kräftige silberne Sprenkel, die richtig auffallen.
'Silvery Ann'
Schmale, lanzettliche Blätter sind großzügig mit silbernen Flecken überzogen.
Shimmering Falls Silver Splash
Dichte silberne Sprenkelung zieht sich über die gesamten Blätter von Rand zu Rand.
Vermehrung
Wenn dir das Vermehren von Pflanzen bisher einschüchternd vorkam, ist das hier ein beruhigender Einstieg, denn ein gesunder Steckling reicht wirklich völlig aus.
TriebstecklingeEinfach
Frühjahr oder Frühsommer · Wurzeln in wenigen Wochen
Schneide im Frühjahr oder Frühsommer einen 10 cm langen Steckling und stell ihn in ein Glas Wasser oder einen Topf mit feuchter Erde. Innerhalb weniger Wochen zeigen sich Wurzeln, und schon bald hast du eine brandneue Pflanze, die identisch mit der Mutterpflanze ist.
Mythen
Die Silberranke ist eigentlich eine echte Efeutute.
Der Name führt viele in die Irre. Diese Pflanze ist Scindapsus pictus aus der Gattung Scindapsus, während die echte Efeutute zur Gattung Epipremnum gehört. Beide sehen ähnlich aus und wachsen ähnlich, die Verwechslung ist also leicht verständlich, aber es sind zwei getrennte Pflanzen.
Die Silberranke ist ungefährlich für Haustiere.
Leider nicht. Die ASPCA führt sie als giftig für Katzen, Hunde und Pferde, wegen der unlöslichen Calciumoxalatkristalle in ihrem Gewebe, die bei Kontakt den Mund verbrennen und anschwellen lassen. Am besten hältst du sie deutlich fern von Tieren.
Sie fühlt sich im tiefen Schatten oder bei sehr wenig Licht wohl.
Sie kommt mit wenig Licht zurecht, gedeiht dort aber nicht wirklich. Um ihre leuchtende Silbermusterung zu behalten, braucht sie reichlich indirektes Licht, und harte direkte Sonne geht ins andere Extrem und verbrennt die Blätter.
Sie steckt kalte Temperaturen locker weg.
Als tropische Pflanze hat sie wenig Geduld mit Kälte. Das Laub nimmt unterhalb von etwa 16°C Schaden, ein warmer Raum ohne kalte Zugluft hält sie also zufrieden.