Zimmerpflanze · Dryopteridaceae

Sichelfarn

Cyrtomium falcatum

Mit glänzenden, stechpalmenförmigen Wedeln und einer haustiersicheren, schattenliebenden Art ist dieser Farn ein freundlicher Anfang.

Licht

Halbschatten

Gießen

Alle 5–⁠7 Tage

Wärme

10–⁠24°C

Winterhärte

bis -23°C

Haustierfreundlich
Sichelfarn

Überblick

Der Sichelfarn, im Englischen 'holly fern', hat seinen Namen daher, dass seine Wedel in glänzende, ledrige Fiedern zerfallen, die den Blättern der Stechpalme so nahekommen. Er gehört zur Familie der Wurmfarngewächse und stammt aus Ostasien, wo er sich auf schattigem, steinigem Grund niederlässt. Trotz dieses täuschend ähnlichen Laubs ist er ein echter Farn und hat nichts mit der giftigen Stechpalme gemein, du kannst ihn also ohne zweiten Gedanken bei dir willkommen heißen.

Drinnen erweist er sich als eine der nachsichtigsten Zimmerpflanzen überhaupt, was ein Trost ist, wenn du noch dabei bist, Fuß zu fassen. Die dunkelgrünen Wedel bogen sich aus einem zentralen Herz zu einem bescheidenen Horst, und ihre dicke Textur steckt trockene Zimmerluft und dunkle Ecken besser weg als die meisten Farne. Weil er langsam wächst, behält eine glückliche Pflanze ihre schöne Form über Jahre und drängt sich nie im Regal.

Alles, worum dieser Farn bittet, sind gleichmäßige Feuchtigkeit, ein schattiger Platz und etwas Luftfeuchtigkeit, und er dankt dir deine Pflege, indem er rund um Tiere und Kinder sicher bleibt. Diese unkomplizierte Art gepaart mit gutem Aussehen ist genau der Grund, warum so viele Gärtner einen auf der Fensterbank halten, und warum du darauf vertrauen kannst, dass er unter deiner Hand gedeiht.

Pflege

Kurz gesagt: Gib ihm Halb- bis Vollschatten, gleichmäßig feucht, aber nie durchnässt gehaltenen Boden, gemütliche Räume zwischen 10°C und 24°C und etwas Luftfeuchtigkeit rund um die Wedel, dann ist er glücklich.

Licht

Der Sichelfarn ist im Halb- bis Vollschatten am glücklichsten und findet sich im hellen bis mittleren indirekten Licht eines gewöhnlichen Raums bestens zurecht. Halte ihn von direkter Sonne fern, die die Wedel verbrennt und ihr tiefes Grün zu einem müden Gelb verblassen lässt, ein Platz etwas abseits vom Fenster ist also genau richtig.

Gießen

Ziel ist, den Boden gleichmäßig feucht, aber nie durchnässt zu halten und ihm etwa alle 5 bis 7 Tage einen Schluck zu geben, sobald die Oberfläche anfängt abzutrocknen. Dieser Farn steckt eine lange Trockenphase nicht einfach weg, lass ihn also zwischen den Wassergaben nicht ausdörren, dann bleibt er dir üppig.

Boden

Setze ihn in reichen, humosen, gut durchlässigen Lehm, der gleichmäßig Feuchtigkeit hält, ohne zu Matsch zu werden. Beim Säuregrad ist er unkompliziert über eine Spanne von 5,5 bis 7,5, die meisten Blumenerden passen ihm also mit einer Handvoll eingerührtem Kompost.

Temperatur

Alltägliche Zimmerwärme zwischen 10°C und 24°C ist alles, was er will. Halte die Pflanze nur von kalter Zugluft und heißen Heizkörpern fern, denn beide trocknen die Wedelränder aus und lassen sie verkrusten.

Luftfeuchtigkeit

Dieser mag Feuchtigkeit in der Luft und gedeiht bei 50 % bis 70 %. Wenn deine Wohnung trocken läuft, stell ihn zu anderen Pflanzen oder setze den Topf auf ein Kieselbett, denn durstige Luft bräunt zuerst die Wedelspitzen.

Düngen

Den ganzen Frühling und Sommer über dünge ihn monatlich mit einem ausgewogenen Flüssigdünger, auf halbe Stärke verdünnt. Im Herbst und Winter nimm dich ganz zurück, wenn die Pflanze langsamer wird und kaum noch zulegt.

Schneiden

Schneiden musst du kaum. Schneide einfach alle beschädigten, abgestorbenen oder vom Winter verbrannten Wedel am Grund weg, damit der Horst frisch aussieht und Platz für den Neuaustrieb bleibt.

Umtopfen

Setze ihn alle 2 bis 3 Jahre in einen etwas größeren Topf, oder eine Spur früher, sobald Wurzeln aus den Abzugslöchern schauen und Wasser glatt durchrauscht. Ein Herz, das sich fest gegen die Topfwand drückt, ist der andere sanfte Wink, dass es Zeit ist.

Größe & Abstand

Drinnen wird der Horst etwa 30 bis 60 cm hoch und erreicht 60 bis 90 cm in der Breite. Gib ihm etwas Ellbogenfreiheit, damit die Luft frei um die Wedel ziehen kann und Krankheiten fernbleiben.

Probleme lösen

Der Sichelfarn ist eine schwer umzubringende Pflanze, doch eine Handvoll Stolpersteine kann drinnen auftauchen, und keiner davon muss dich aus der Ruhe bringen. Die meisten laufen auf etwas zu viel Wasser oder zu wenig Luftbewegung hinaus, und die ersten Hinweise zeigen sich an den Wedeln und am Herz. Finde unten, was passt, und greif früh ein, dann wehrst du es mit Leichtigkeit ab.

Schwerwiegend

Hängende Wedel über einem matschigen, dunkler werdenden Herz

Wenn die Wedel hängen und der Grund schwarz und matschig wird, hat durchnässter Boden Wurzelfäule ausgelöst, und wenn du sie früh erwischst, hat deine Pflanze eine echte Chance. Hol sie behutsam aus dem Topf und fühle die Wurzeln, die fest und hell sein sollen statt braun und säuerlich riechend. Schneide jede weiche Wurzel weg, setze die Pflanze in frisches, gut durchlässiges Substrat und gieße künftig viel sparsamer, damit das Herz nie nass bleibt.

Lösung:

  • Die Pflanze herausnehmen und alle weichen, geschwärzten Wurzeln wegschneiden
  • In frisches, gut durchlässiges, humoses Substrat umtopfen
  • Weniger gießen und dafür sorgen, dass der Topf frei abläuft
Rückschlag

Klebriger Belag und kleine hellbraune Höcker auf vergilbenden Wedeln

Wenn du erhabene braune oder hellbraune Höcker an den Stielen kleben siehst, hast du es mit Schildläusen zu tun, und die kleinen wattigen weißen Büschel, die in den Blattachseln stecken, sind Wollläuse. Sie saugen Saft aus den Wedeln und hinterlassen einen klebrigen Honigtau, der Ameisen und Rußtau anlockt, doch das kannst du umdrehen. Wische die Schädlinge mit Seifenwasser oder einem Tupfer 70%igen Alkohols weg, folge mit Weißöl unter den Wedeln nach und stell die Pflanze abseits von den anderen, während sie sich erholt.

Lösung:

  • Die Insekten mit einem in Seifenwasser oder 70%igen Isopropylalkohol getauchten Tuch abwischen
  • Mit Weißöl oder Insektizidseife behandeln und dabei die Wedelunterseiten mit erfassen
  • Die Pflanze isolieren, bis der Befall abklingt
Kosmetisch

Braune Sprenkel und fleckige Male, die auf den Blättern auftauchen

Kleine braune oder schwarze Flecken, oft geringelt oder wie wassergetränkt, sind ein Zeichen für Blattfleckenpilze, die sich in stiller, klammer Luft einnisten. Keine Sorge, es ist leicht behoben: Zieh die gezeichneten Wedel sanft ab und wirf sie weg. Lass mehr Luft um die Pflanze ziehen und gieße am Boden, damit die Blätter trocken bleiben und die Sporen nirgends hinreisen können.

Lösung:

  • Betroffene Wedel entfernen und entsorgen
  • Die Luftzirkulation verbessern und das Laub beim Gießen nicht benetzen
  • Ein Fungizid ausbringen, wenn die Fleckenbildung weit verbreitet ist

Giftigkeit

Das Beruhigende für Tierhalter: Der Sichelfarn ist durch und durch ungiftig. Die ASPCA und Extension-Quellen führen ihn als sicher für Katzen, Hunde und Pferde, und weil er ein echter Farn ist, trägt er nichts von dem Gift der Stechpalme in sich, die er nachahmt. Stell ihn dorthin, wo ein neugieriges Tier oder Kind vorbeikommen könnte, und sei ganz beruhigt.

Ungiftig für

Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Katzen Keine

Du kannst entspannt sein, wenn eine Katze heimlich knabbert, denn die ASPCA führt den Sichelfarn als ungiftig, und keine Vergiftung folgt. Eine Katze, die einen großen Maulvoll von irgendeinem Grün verschlingt, würgt es vielleicht wieder hoch, doch das ist nur die Faser am Werk, kein Gift.

Hunde Keine

Ein Hund kann an den Wedeln kauen, ohne etwas fürchten zu müssen, da dieser echte Farn überhaupt kein Gift enthält. Das Schlimmste, was ein gieriger Maulvoll anrichten kann, ist, als milde, kurze Magenverstimmung durchzugehen.

Pferde Keine

Pferde zeigen von diesem Farn keine Beschwerden, du hast dir dort also keine Sorgen zu machen. Denk daran, es ist der sichere echte Farn, nicht die giftige Stechpalme, die zufällig dieselbe Blattform hat.

Kaninchen Keine

In den Wedeln ist nichts, was einem Kaninchen zusetzen würde, die Pflanze steht also unbesorgt sicher in ihrer Nähe.

Nutztiere Keine

Weidetiere laufen bei diesem Farn kein Vergiftungsrisiko, da er keines der Gifte trägt, die in der echten Stechpalme lauern.

Vögel Keine

Haus- und Gartenvögel dürfen gern auf den Wedeln sitzen und daran picken, hier ist nichts, was ihnen schaden würde.

Menschen Keine

Der Sichelfarn bringt für Menschen, Kinder eingeschlossen, keine Vergiftungsgefahr, auch wenn man ihn zum Bewundern und nicht zum Essen zieht.

Keine besondere Handhabung nötig; sicher rund um Tiere und Kinder zu ziehen.

Sorten

Die meisten Sichelfarne, die du findest, sind die reine Art, doch ab und zu tauchen ein paar benannte Formen auf, und es hilft, sie auseinanderhalten zu können.

'Rochfordianum'

Diese vasenförmige Sorte erkennst du an ihren bogigen, glänzenden Wedeln, deren Fiedern grob gefranste und tief gezähnte Ränder tragen.

var. maritimum

Diese ordentlichere, kompaktere Form trägt kleinere, glänzend dunkelgrüne Wedel, die sich gern in eine engere Ecke fügen.

Vermehrung

Der Sichelfarn vermehrt sich in langsamem, aber stetigem Tempo, und einen eingewachsenen Horst zu teilen schont deine Nerven weit mehr, als Sporen heranzuziehen.

TeilungMittel

Frühjahr · 1-2 Monate

Der einfachste Weg, mehr Sichelfarn zu ziehen, ist die Teilung im Frühjahr, und die liegt für Anfänger gut in Reichweite. Hebe einen reifen Horst und zieh ihn sanft auseinander, sodass jedes Stück eigene Wurzeln und ein paar Wedel behält, dann fassen deine neuen Teilstücke über die nächsten ein bis zwei Monate Fuß. Die Pflanze lässt zwar auch Sporen von ihren Wedeln fallen, doch aus Sporen gezogene Farne kommen langsam und weit weniger verlässlich, weshalb die meisten Gärtner gern bei der Teilung bleiben.

Mythen

Mythos

Da seine Fiedern genau wie Stechpalme aussehen, muss der Farn auch giftig sein.

Realität

Diese Fiedern mögen an Stechpalme erinnern, doch die Ähnlichkeit endet bei der Form und geht nicht weiter. Was du hast, ist ein echter Farn, Cyrtomium falcatum, während die giftige Pflanze die Stechpalme (Ilex) ist, ein nicht verwandter Blütenstrauch. Der Farn ist ungiftig und sicher rund um Tiere und Kinder zu halten.

Quellen