Zimmerpflanze · Cactaceae
Krebskaktus
Schlumbergera truncata
Biete ihm helles, indirektes Licht und kühle Herbstnächte, und dieser genügsame Waldkaktus dankt es dir mit Blüten pünktlich zur Feiertagszeit.
Hell, indirekt
10–30°C
bis -1°C
10–50 cm

Überblick
Lass dich vom Wort Kaktus nicht abschrecken, denn der Krebskaktus ist ein Waldkaktus, beheimatet in den Küstenbergen Brasiliens, wo er sich auf Baumästen ansiedelt, statt in offener Wüste zu braten. Diese sanfte Herkunft ist gute Nachricht für dich. Er verlangt etwas mehr Wasser und weicheres Licht als eine stachelige Wüstenart und dankt es dir mit einer Fülle leuchtender Blüten im Spätherbst, meist pünktlich zum amerikanischen Thanksgiving-Fest.
Ihn zu erkennen ist einfach, sobald du den Trick kennst. Schau am Rand jedes flachen Triebglieds nach spitzen, krallenartigen Zacken, dem Merkmal hinter dem Namen Krebskaktus. Sein Verwandter, der echte Weihnachtskaktus, trägt runde, gekerbte Glieder und öffnet seine Blüten etwa einen Monat später, wobei die meisten als Weihnachtskaktus verkauften Pflanzen tatsächlich zu dieser Art gehören.
Hier die beruhigende Seite: Das ist eine unkomplizierte, nachsichtige Pflanze, die Jahrzehnte alt werden kann und mit der Zeit sogar williger blüht. Sie verlangt eigentlich nur zwei Dinge von dir: einen festen Platz, solange sie in Knospen steht, und eine Phase kühler Nächte und kürzer werdender Herbsttage, um diese Knospen überhaupt erst anzusetzen. Sorge dafür, dann lassen sich kleine Patzer anderswo leicht verzeihen.
Pflege
Kurz gesagt: Helles, indirektes Licht, ein Schluck Wasser, sobald die Oberfläche des Substrats trocken wirkt, und eine Folge kühler Herbstnächte, um die Blüte hervorzulocken. Halte ihn ruhig etwas wurzelgebunden im Topf, und sobald Knospen erscheinen, lass ihn stehen, wo er steht.
Licht
Strebe helles, indirektes Licht an und halte ihn von grellem direktem Sonnenlicht fern. Etwas Halbschatten oder sanfte Morgensonne sind in Ordnung, doch pralle Mittagsstrahlen bleichen die Glieder blass oder rot aus. Ein Fenster nach Osten oder Norden macht ihn sehr glücklich.
Gießen
Lass die obere Hälfte des Substrats abtrocknen, bevor du erneut gießt, dann aber gründlich. Er mag mehr Feuchtigkeit als ein Wüstenkaktus, sollte aber nie in nasser Erde stehen, was Wurzelfäule begünstigt. Sobald sich Knospen bilden, halte das Substrat gleichmäßig feucht, damit die Knospen erhalten bleiben.
Boden
Topfe ihn in ein gut durchlässiges, humusreiches Substrat, idealerweise eine Mischung für Epiphyten, die schnell abtrocknet und dennoch etwas Feuchtigkeit hält. Ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,5 ist genau richtig für ihn.
Temperatur
Diese Pflanze ist bei Wärme genügsam und zufrieden bei etwa 10°C bis 30°C. Der Herbst bildet die wichtige Ausnahme: Eine Reihe kühler Nächte zusammen mit kürzer werdenden Tagen ist das Signal, das sie zur Knospenbildung anregt.
Luftfeuchtigkeit
Gewöhnliche Raumluftfeuchtigkeit reicht ihr völlig, das ist also eine Zahl, um die du dich nicht mehr kümmern musst. Etwas mehr Feuchtigkeit in der Luft hilft einem frischen Steckling beim Anwachsen, eine ausgewachsene Pflanze braucht diese Unterstützung jedoch nicht.
Düngen
Dünge im Frühjahr und Sommer monatlich mit einem verdünnten, ausgewogenen Zimmerpflanzendünger, und pausiere dann im Spätsommer, um sie auf die Herbstblüte einzustimmen. Sie braucht mehr Magnesium als die durchschnittliche Pflanze, verwöhne sie also hin und wieder mit einer schwachen Bittersalzlösung.
Schneiden
Wenn die Blüten verblasst sind, zupfe oder drehe ein paar Triebglieder ab. Diese kleine Geste fördert die Verzweigung und füllt die Pflanze nach und nach zu einer runderen, buschigeren Form.
Umtopfen
Topfe nur alle 3 bis 4 Jahre um, denn ein leicht enger Topf fördert sogar eine bessere Blüte. Wähle die nächste Topfgröße, wenn Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen, Wasser einfach durchrauscht oder das Wachstum stockt.
Größe & Abstand
Er bleibt schön kompakt und erreicht in Höhe und Breite etwa 10 bis 50 cm. Eine einzelne Pflanze reicht, um einen Hängekorb zu füllen oder eine Fensterbank aufzuhellen, ohne ihre Nachbarn zu bedrängen.
Probleme lösen
Fast jede Unstimmigkeit zeigt sich hier entweder als abfallende Knospen oder als weiche, verfärbte Triebe, und beides liegt meist an den Gießgewohnheiten und am Standort des Topfes. Suche unten dein Symptom, und passe dann behutsam die Bedingungen an, bevor sich die Lage verschlimmert.
Weiche, schwarz werdende Triebe, die an der Basis in sich zusammenfallen
Weiche, schwarz werdende Triebe deuten auf Wurzelfäule hin, ausgelöst durch Boden, der zu lange nass bleibt. Schneide die matschigen Glieder und alle braunen, schwammigen Wurzeln ab, topfe die Pflanze in ein schnell abtrocknendes Epiphytensubstrat um und reduziere die Wassergaben. Vorbeugung ist die eigentliche Lösung: Warte, bis die Oberfläche des Substrats trocken wirkt, bevor du erneut gießt.
Lösung:
- Die Gießhäufigkeit verringern
- In ein schnell abtrocknendes Epiphytensubstrat umtopfen
- Verfaulte Glieder und betroffene Wurzeln entfernen
Knospen verwelken und fallen ab, bevor sie sich öffnen können
Knospenfall ist fast immer die Reaktion der Pflanze auf eine Veränderung, die ihr nicht gefallen hat. Sobald Knospen angesetzt sind, will sie einen ruhigen Platz, gleichmäßige Feuchtigkeit und keine Zugluft oder plötzlichen Temperaturwechsel. Trägst du sie herum, um sie herzuzeigen, können die Knospen binnen Tagen abfallen, deshalb ist es am freundlichsten, sie bis zum Ende der Blüte ungestört stehen zu lassen.
Lösung:
- Die Pflanze an einem festen Platz stehen lassen, sobald Knospen erscheinen
- Das Substrat während der Knospenbildung gleichmäßig feucht (nicht nass) halten
- Zugluft und Temperaturschwankungen vermeiden
Glieder verfärben sich blass, gelblich oder rot
Verblassen die Glieder zu blassem Gelb oder Rot, liegt die Ursache meist in zu viel direkter Sonne, was besonders an einem hellen, sonnendurchfluteten Fenster im Sommer auffällt. Stelle die Pflanze an einen Ort mit hellem, indirektem Licht und schirme sie vor grellen Mittagsstrahlen ab. Sobald das Licht milder wird, kehrt die Farbe zurück.
Lösung:
- An einen Standort mit hellem, indirektem Licht umstellen
- Vor heißer Mittagssonne im Sommer schützen
Giftigkeit
Aufatmen für alle mit Haustieren: Der Krebskaktus ist für Katzen, Hunde, Pferde und alle anderen im Haus ungiftig. Die ASPCA gibt ihm grünes Licht. Die einzige kleine Randnotiz: Ein Haustier, das eine ordentliche Menge der faserigen Triebe frisst, bekommt womöglich kurz eine milde Magenverstimmung, ganz ähnlich wie bei den meisten Zimmerpflanzen.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Katzen sind hier unbedenklich, denn weder die Triebe noch die Blüten enthalten etwas Giftiges. Frisst eine Katze eine ordentliche Menge der faserigen Glieder, kann sie etwas sabbern oder ein wenig erbrechen, das klingt aber von selbst wieder ab.
Hunde Keine
Hunde müssen vor dieser Pflanze keine Angst haben. Selbst ein großer, kauintensiver Bissen Triebe führt meist zu nicht mehr als einer kurzen, milden Magenverstimmung.
Pferde Unbedenklich
Auch Pferde werden von der ASPCA als unbedenklich eingestuft, ein neugieriger Biss birgt also keine echte Gefahr.
Kaninchen Unbedenklich
Kaninchen können unbesorgt mit ihr im selben Raum leben. Wie bei jedem faserigen Grünzeug kann eine große Portion für einen Tag den Magen durcheinanderbringen.
Nutztiere Unbedenklich
Weidetiere finden in den Trieben oder Blüten kein Gift. Eine große Menge der faserigen Glieder kann höchstens für kurze Zeit eine milde Verdauungsstörung auslösen, mehr nicht.
Vögel Unbedenklich
Ziervögel kommen gut mit diesem Kaktus zurecht, da kein Teil von ihm giftig ist.
Menschen Unbedenklich
Auch Menschen sind rund um die Pflanze sicher, neugierige Kinder eingeschlossen. Sie ist nicht zum Verzehr gedacht, und die faserigen Triebe würden lediglich unangenehm schmecken, statt Schaden anzurichten.
Sorten
Schlumbergera zeigt sich in mehreren Blütenfarben und hat ein paar enge Verwandte. Hier sind die, denen du am ehesten begegnest.
'White Christmas'
Diese truncata-Sorte tauscht die üblichen Rosa- und Rottöne gegen klare, reinweiße Blüten.
'Cambridge'
Eine weitere truncata-Selektion, geschätzt für warme Blüten, die von Rosa in Richtung Orange changieren.
Schlumbergera × buckleyi
Der echte Weihnachtskaktus, eine Hybride, erkennbar an runden, gekerbten Gliedern und einer Blüte, die dem Krebskaktus um etwa einen Monat hinterherhinkt.
Vermehrung
Kaum eine Zimmerpflanze ist so großzügig zu Einsteigern wie diese, ein einzelner Steckling wächst mit kaum Aufwand zu einer ganz neuen Pflanze heran.
TriebstecklingeEinfach
Spätfrühling bis Frühsommer (Mai bis Juni) · Wurzelt in etwa 3 bis 8 Wochen
Das beste Zeitfenster ist der Spätfrühling bis Frühsommer, etwa im Mai oder Juni, solange die Pflanze aktiv wächst. Drehe vorsichtig ein Stück mit 3 bis 5 gegliederten Segmenten ab, lass die Schnittstelle ein bis zwei Tage abheilen und stecke es dann in ein feuchtes, gut durchlässiges Substrat, wobei du die Luft darum herum feucht hältst. Erwarte Wurzeln innerhalb von 3 bis 8 Wochen, und schon hast du eine brandneue Pflanze gezogen.
Mythen
Die im Laden als Weihnachtskaktus ausgezeichnete Pflanze ist tatsächlich der echte Weihnachtskaktus.
Das meiste, was als Feiertagskaktus verkauft wird, ist in Wirklichkeit Schlumbergera truncata, der Krebskaktus. Verräterisch sind die spitzen, krallenartigen Zacken an jedem Glied und eine Blüte, die im Spätherbst erscheint, etwa einen Monat bevor sich der echte Weihnachtskaktus öffnet.
Der Feiertagskaktus vergiftet deine Haustiere.
Die ASPCA führt Schlumbergera als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Schlimmstenfalls bekommt ein Haustier, das an den Trieben kaut, eine kurze, milde Magenverstimmung, und auch nur, wenn eine ordentliche Menge hinuntergeht.