Zierpflanze · Asteraceae
Goldrute
Solidago canadensis
Gib ihr volle Sonne und mageren Boden, dann belohnt dich die Goldrute mit Wochen spätsommerlicher Farbe und einem Garten voller zufriedener Bestäuber.
Volle Sonne
Alle 7–14 Tage
bis -34°C
0,6–1,8 m

Überblick
Die Goldrute ist jene fröhliche Pflanze, die im Spätsommer Felder und Wegränder golden erglühen lässt und Federn winziger Blüten auf hohen, belaubten Stielen hebt. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und wächst über weite Teile Nordamerikas wild als zähe, langlebige Staude, was bedeutet, dass sie sich kaum enttäuschen lässt. Verlange ihr fast nichts ab, und sie schenkt dir Wochen an Farbe, gerade wenn der übrige Garten zur Ruhe kommt.
Du wirst staunen, was sie für Bestäuber leistet. Die Blüten summen von Bienen, Schmetterlingen und Nützlingen, genau wenn die Nahrung knapp wird, und die Samenstände bringen Vögel durch die kalten Monate. Wenn du eine Pflanzung willst, die Wildtiere unterstützt, ist die Goldrute ein wunderbar verlässlicher Anfang.
Das Eine, was du im Blick behalten solltest, ist, wie eifrig sie sich ausbreitet. Die Hohe Goldrute wandert über Rhizome durch ein Beet und sät sich freizügig selbst aus, sodass sie ohne etwas Führung ihre sanfteren Nachbarn verdrängen kann. Aber keine Sorge: Wähle eine horstbildende Art für eine ordentliche Rabatte oder teile die wüchsigen Typen einfach alle paar Jahre, dann behältst du fest die Zügel in der Hand.
Pflege
Kurz gesagt: Gib ihr volle Sonne und normalen bis mageren, gut durchlässigen Boden, dann bist du schon fast am Ziel. Gieße nur bei langen Trockenphasen und lass den Regen den Rest erledigen, verzichte ganz auf Dünger und teile kräftige Horste alle paar Jahre, um sie umgänglich zu halten.
Licht
Gib der Goldrute volle Sonne, dann blüht sie am besten und steht hoch und stolz. Etwas Halbschatten nimmt sie hin, falls du nur den hast, doch die Stiele neigen dazu, sich zu strecken und zu kippen, und die Blüten werden spärlicher, je dunkler ihr Platz ist.
Gießen
Die Goldrute ist in Boden am glücklichsten, der gleichmäßig feucht, aber nie nass bleibt, und eingewachsen steckt sie eine kurze Trockenphase mühelos weg. In den meisten gemäßigten Gärten erledigt der Regen das Gießen für dich, greif also nur bei anhaltender Trockenheit zum Schlauch.
Boden
Sie richtet sich fröhlich in Lehm oder lehmigem Boden ein, solange das Wasser abläuft, und sie verzeiht mageren Grund, an dem heiklere Pflanzen scheitern. Jeder pH-Wert von 5,5 bis 7,5 passt ihr gut, und ehrlich gesagt hält magerer Boden ihren Wuchs umso kräftiger.
Temperatur
Du wirst die Goldrute wunderbar winterhart finden, sie übersteht Kälte bis hinab zu -34°C und Hitze über 35°C, ohne aus dem Takt zu geraten. Genau diese großzügige Spanne ist der Grund, warum sie über so weite Teile des Kontinents ungepflegt wächst.
Luftfeuchtigkeit
Die normale Luftfeuchtigkeit im Freien ist alles, worum sie bittet, hier gibt es also nichts zu messen oder zu bedenken. Weit wichtiger ist Luftbewegung, denn stehende, schwüle Luft ist es, die Rost und Echten Mehltau auf die Blätter lockt.
Düngen
Den Dünger darfst du überall außer auf dem allerärmsten Grund weglassen. Die Goldrute liebt geradezu mageren Boden, und zu viel Stickstoff bringt nur schlaffe, schwache Stiele, gönn ihr also höchstens eine leichte Frühjahrsgabe aus Kompost.
Schneiden
Schneide die verblühten Blütenstiele nach der Blüte ab oder lass die Samenstände stehen, um den ganzen Winter die Vögel zu füttern, ganz wie du magst. Kürze im Spätwinter jeden Stiel bis zum Boden ein, bevor die neuen Triebe erscheinen, und ein einfaches Entspitzen im Frühsommer hält die hohen Sorten vom Umkippen ab.
Größe & Abstand
Die Pflanzen werden 61 bis 183 cm hoch und breiten sich 122 bis 183 cm aus, gib also jedem Horst reichlich Raum. Diese großzügige Ausbreitung ist auch der Grund, warum die wüchsigen Arten eine gelegentliche Teilung brauchen, um dort zu bleiben, wo du sie gepflanzt hast.
Wann pflanzen
Die Goldrute geht mit den Jahreszeiten, und dem folgt man leicht. Ziehe die Samen im Spätwinter vor oder säe sie im Herbst draußen aus, setze junge Pflanzen im Frühjahr, sobald der Frost weg ist, und warte dann einfach, bis die Blüten vom Spätsommer bis tief in den Herbst hervorquellen.
Typische Monate für ein gemäßigtes Klima: In warmen Zonen früher beginnen, in Regionen mit späten Frühjahrsfrösten später.
- Aussaat: Spätwinter, 8 bis 10 Wochen vor dem letzten Frost; die Samen profitieren von Kaltfeucht-Stratifizierung und brauchen Licht zum Keimen
- Pflanzung: Frühling nach dem letzten Frost oder im zeitigen Herbst
- Ernte: Spätsommer bis Herbst (August bis Oktober)
Winterhärte
Temperatur: bis -34°C
Probleme lösen
Die Goldrute gerät selten in etwas Ernstes, und fast alles, was doch auftaucht, ist nur kosmetisch, es gibt also keinen Grund zur Sorge. Enges Stehen und feuchte Blätter verursachen die meisten Probleme, was bedeutet, dass gute Luftbewegung mehr löst, als es je ein Spritzmittel könnte. Finde unten, was du siehst, und greif nur ein, wenn es dich wirklich stört.
Orange, pudrige Flecken sprenkeln die Blattunterseiten
Drehst du ein Blatt um und findest erhabene orange oder braune Bläschen, die sich zu farbigem Puder verschmieren, ist das Rost, und er ist eher lästig als eine Bedrohung. Er zieht am schnellsten durch dicht gepackte, feuchte Horste, du hast hier also echte Kontrolle. Zupfe die schlimmsten Blätter ab, gib der Pflanze durch Auslichten oder Teilen mehr Luft und gieße unten an den Wurzeln, damit das Laub trocken bleibt.
Lösung:
- Stark befallene Blätter entfernen und vernichten
- Die Luftzirkulation durch Auslichten oder Teilen zu dichter Horste verbessern
- Gießen von oben vermeiden und an der Basis wässern
Ein blasser Belag kriecht über die Blätter und Stiele
Jener grau-weiße Staub über den Blättern ist Echter Mehltau, und er taucht meist spät im Jahr auf, wenn die Nächte feucht werden oder die Pflanze im Schatten steht. Sei beruhigt, denn er sieht weit erschreckender aus, als er wirkt, und schadet einem eingewachsenen Horst fast nie. Schneide den befallenen Wuchs ab, lass mehr Sonne und bewegte Luft herein und kehre das abgefallene Laub vor dem Winter zusammen.
Lösung:
- Befallenes Laub zurückschneiden
- Abstand und Sonneneinfall erhöhen, um die Luftbewegung zu verbessern
- Befallenes Laub am Saisonende entfernen
Kleine Tierchen ballen sich an den Triebspitzen und hinterlassen Klebriges
Kleine, weichhäutige Blattläuse ballen sich gern am frischen Wuchs und an den Blütenknospen, und der klebrige Honigtau, den sie hinterlassen, lockt oft Ameisen herbei. Bitte gerate wegen ein paar nicht in Panik, denn die Goldrute füttert so viele nützliche Insekten, dass es sich lohnt, eine kleine Kolonie in Ruhe zu lassen. Wird eine Gruppe dicht, schickt ein kräftiger Wasserstrahl sie fort, und Schmierseifenlösung steht als sanfte Rückversicherung bereit, falls sie bleiben.
Lösung:
- Mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen
- Wo möglich dulden, da die Goldrute viele Nützlinge unterstützt
- Schmierseifenlösung nur bei starkem Befall einsetzen
Kugelartige Beulen bilden sich hier und da an den Stielen
Jene sonderbaren runden oder spindelförmigen Beulen sind Gallen, und sie bilden sich, wenn die Goldruten-Gallfliege ein Ei hineinlegt und eine Larve im Stiel heranwächst. Sie schaden der Pflanze fast nie und füttern still Vögel und andere Wildtiere durch die kalte Jahreszeit. Stört dich der Anblick, schneide die angeschwollenen Stiele ab, doch sie stehen zu lassen kostet die Pflanze rein gar nichts.
Lösung:
- Vergallte Stiele herausschneiden und entsorgen, wenn das Aussehen stört
- Andernfalls stehen lassen, da Gallen der Pflanze selten schaden und Wildtiere füttern
Giftigkeit
Die Goldrute kannst du mit völliger Gelassenheit pflanzen, denn kein Teil von ihr ist giftig für Menschen, Tiere oder Vieh. Sie trägt den alten Vorwurf des Heuschnupfens, doch die Schuld liegt in Wahrheit beim Traubenkraut. Lass sie frei wachsen, wo Kinder und Tiere umherstreifen, und du kannst ihre Blätter sogar zu einem milden Kräutertee aufgießen.
Ungiftig für
Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel
Katzen Keine
Rund um Katzen kannst du bei der Goldrute entspannt bleiben, denn nichts in ihren Blättern oder Blüten schadet ihnen. Schnappt sich eine neugierige Katze einen Bissen, ist das Schlimmste, was du sehen könntest, eine kurze, milde Magenverstimmung, wie bei jedem Grünzeug, das eine Katze nicht essen soll.
Hunde Keine
Hunde sind in der Nähe der Goldrute völlig in Ordnung, da sie keine giftigen Stoffe enthält, um die man sich sorgen müsste. Ein Hund, der ein großes Maul voll Blätter verschlingt, sabbert vielleicht etwas oder scheidet es weich aus, und selbst das legt sich von allein.
Pferde Unbedenklich
Pferde grasen sicher in der Nähe der echten Goldrute, die auf vielen Weiden ohne jede Sorge auftaucht. Sei beruhigt, dass sie nicht der giftige Doppelgänger ist, mit dem die Leute sie manchmal verwechseln, ein Knabbern daneben schadet also nicht.
Kaninchen Unbedenklich
Kaninchen können die Goldrute gefahrlos abknabbern, und wilde tun genau das mit Vergnügen. Ihre Blätter und Blüten tragen keine Giftstoffe, doch wie bei jedem frischen Grün ist es am freundlichsten, sie langsam einzuführen.
Nutztiere Unbedenklich
Rinder, Ziegen und Schafe sind rund um die Goldrute alle in Ordnung und haben nichts von ihr zu befürchten. Sie ist für sie nicht giftig, und meist wandern sie ohnehin an ihr vorbei zu weicherem, zarterem Futter.
Vögel Unbedenklich
Vögel sind von der Goldrute in keiner Gefahr, und sie gewinnen sogar viel, indem sie sich an ihren Samen und an den Insekten laben, die ihre Blüten versammeln. Nichts an der Pflanze fügt ihnen Schaden zu.
Menschen Unbedenklich
Die Goldrute ist auch für Menschen unbedenklich, und ihre Blätter und Blüten werden seit Langem zu einem wohltuenden Kräutertee aufgegossen. Gib ihr nicht die Schuld am Heuschnupfen, denn ihr Pollen ist viel zu schwer, um mit dem Wind zu reisen und deine Nase zu erreichen.
Sorten
Die Goldrute ist nicht eine Pflanze, sondern eine ganze Familie davon, und die Arten unterscheiden sich stark in Größe und Wesen, was eine gute Nachricht für dich ist. Hier sind die, die es sich am meisten lohnt kennenzulernen, bevor du wählst.
Solidago rugosa 'Fireworks'
Eine gut erzogene kleine Wahl mit 90 bis 105 cm, sie schickt überhängende Rispen winziger Blüten aus, die sich wie eine Feuerwerksexplosion verteilen, und sie kriecht über Rhizome, ohne je wild zu wuchern.
Solidago canadensis
Das ist die kräftige, hohe Art, die 0,6 bis 1,8 m erreicht, mit breiten, pyramidenförmigen Blütenständen, und sie wandert schnell über Samen und Rhizome zugleich.
Solidago speciosa (Prächtige Goldrute)
Eine aufrechte Horstbildnerin, sie richtet sich fröhlich in magerem, trockenem Grund ein und benimmt sich weit gesitteter als ihre hohe Verwandte.
Solidago caesia (Blaustängelige Goldrute)
Ein sanfter Waldtyp mit bläulichen, überhängenden Stielen, sie steckt ihre Blüten in die Blattachseln und nimmt Schatten klaglos hin.
Vermehrung
Mehr Goldrute zu ziehen ist wirklich einfach, ob du einen Horst teilst, den du schon hast, oder frisch aus Samen beginnst.
TeilungEinfach
Frühjahr oder Frühherbst; eingewachsene Horste alle 2 bis 3 Jahre teilen, um die Ausbreitung zu steuern und die Kraft zu erhalten · Eine Wachstumssaison
Einen Horst zu teilen ist der einfachste Weg, mehr Goldrute zu ziehen, und dient zugleich als sanfte Art, einen Wucherer in Schach zu halten. Hebe die Pflanze im Frühjahr oder Frühherbst heraus, löse sie in Stücke, die jeweils Wurzeln und Triebe tragen, und bring sie sofort wieder in den Boden. Tu das alle 2 bis 3 Jahre, dann bleibt der Horst lebendig und lebt sich binnen einer einzigen Wachstumssaison wieder ein.
AussaatEinfach
Im Herbst draußen aussäen oder stratifizieren und im Spätwinter drinnen vorziehen · Blüht aus Samen meist im zweiten Jahr
Die Goldrute aus Samen zu ziehen ist leichte Arbeit, sie verlangt nur etwas Geduld und ein wenig Licht. Streue die Samen im Herbst obenauf ins Freie oder kühle sie und säe im Spätwinter drinnen, doch bedecke sie nie, denn sie braucht Licht zum Erwachen. Die Blüten erscheinen meist im zweiten Jahr, und ist die Pflanze erst eingewachsen, sät sie sich fröhlich für dich selbst aus.
Mythen
Die Goldrute ist die Blume, die spätsommerliche Niesanfälle und Allergien auslöst.
Atme durch, denn die Goldrute ist mit ziemlicher Sicherheit nicht das, was dich zum Niesen bringt. Ihr Pollen ist groß, klebrig und schwer, sodass Insekten ihn von Blüte zu Blüte tragen und er kaum je in der Brise schwebt. Die wahre Quelle jenes spätsommerlichen Schniefens ist das Traubenkraut, das genau im selben Moment blüht und Wolken leichten, flugfähigen Pollens freisetzt, während die Goldrute schlicht daneben steht und schuldig aussieht.