Zimmerpflanze · Asparagaceae

Elefantenfuß

Beaucarnea recurvata

Helles Licht und geduldiges Warten zwischen den Wassergaben, mehr braucht diese genügsame Pflanze fast nie.

Licht

Volle Sonne

Wärme

10–⁠30°C

Winterhärte

bis -1°C

Endgröße

1,8–⁠2,4 m

Haustierfreundlich
Elefantenfuß

Überblick

Wenn dich die Pflege von Pflanzen bisher nervös gemacht hat, ist der Elefantenfuß ein wunderbarer Einstieg. Er wirkt exotisch, zählt aber zu den genügsamsten Zimmerpflanzen überhaupt, und ist eigentlich gar keine echte Palme. Tatsächlich handelt es sich um eine langsam wachsende Sukkulente aus den trockenen Regionen Ostmexikos, mit einem prallen, flaschenförmigen Stammfuß, der Wasser speichert unter einer weichen Fontäne aus langen, geschwungenen Blättern. Dieser verdickte Fuß trägt einen eigenen Namen, den Caudex, und er verleiht der Pflanze ihre liebevollen Spitznamen Elefantenfuß und Flaschenpalme.

Das Geheimnis seines pflegeleichten Rufs ist einfach: Diese Pflanze möchte eigentlich in Ruhe gelassen werden. Ihr rundlicher Caudex hält einen eigenen Wasservorrat bereit, deshalb macht ihr vergessenes Gießen weit weniger aus als zu nasse Erde. Drinnen behält sie über Jahre eine angenehme Größe, wächst langsam und verlangt selten nach einem größeren Topf. Stell sie an ein sonniges Fenster, lass sie zwischen den Wassergaben abtrocknen, und du kannst dich darauf freuen, sie jahrzehntelang zu behalten.

Eigentlich gibt es nur einen Fehler, vor dem du dich hüten solltest, und das ist zu viel Gießen. Sitzen die Wurzeln zu lange in nasser Erde, kann der Stammfuß weich werden und faulen, und genau das lässt die meisten kämpfenden Elefantenfüße untergehen. Behandle ihn als das Wüstengewächs, das er ist, halte den Boden eher trocken, und diese Sorge löst sich meist von selbst auf. Und noch besser: Ein früh erkannter weicher Stammfuß lässt sich oft retten, ein Ausrutscher ist hier also selten das Ende.

Pflege

Kurz gesagt: gib ihm so viel helles Licht wie möglich, pflanze ihn in eine grobkörnige, schnell abtrocknende Mischung und gieße erst gründlich, wenn das Substrat komplett durchgetrocknet ist, im Winter deutlich seltener.

Licht

Diese Pflanze liebt die Sonne, biete ihr also so viel helles Licht, wie dein Zuhause hergibt, idealerweise an einem vollsonnigen Fenster. Sie kommt auch mit hellem, indirektem Licht gut zurecht, doch je sonniger der Platz, desto voller und gesünder wird ihr Blätterbüschel.

Gießen

Beim Gießen braucht diese Pflanze am meisten deine sanfte Zurückhaltung. Wässere sie gründlich und warte dann, bis das Substrat vollständig ausgetrocknet ist, bevor du erneut gießt, denn der verdickte Stammfuß hält bereits seinen eigenen Vorrat bereit. Sie ist lieber etwas zu trocken als zu nass, und im Winter genügen ihr nur die kleinsten Schlucke.

Boden

Greif zu einer grobkörnigen, schnell abtrocknenden Mischung für Kakteen oder Sukkulenten, oder lockere eine sandige Mischung mit zusätzlichem Kies auf. Die Idee dahinter ist einfach und schonend für die Pflanze: Das Wasser soll rasch durchlaufen, damit der pralle Stammfuß nie in feuchter Erde steht.

Temperatur

Normale Zimmerwärme genügt ihr vollkommen, irgendwo zwischen 10°C und 30°C. Halte sie im Winter nur fern von kalten Zugluftstellen und kühlen Fensterbänken, denn gegen Frost hat sie keinerlei Abwehr.

Luftfeuchtigkeit

Trockene Raumluft macht ihr überhaupt nichts aus, ein weiterer Grund, warum diese Pflanze so pflegeleicht ist. Es gibt keinen Luftfeuchtigkeitswert, den du treffen musst, und kein Besprühen, an das du denken müsstest.

Düngen

Dünge sparsam und nur im Frühjahr und Sommer, wenn die Pflanze wirklich wächst. Ein verdünnter, ausgewogener Dünger oder Kakteendünger, ein- bis zweimal in der Saison verabreicht, reicht völlig aus, stärkeres Düngen sorgt nur für braune, trockene Blattspitzen.

Schneiden

Hier gibt es fast nichts zu tun, und genau das macht den Charme aus. Schneide einfach vertrocknete oder braune Spitzen ab und entferne ein vereinzeltes abgestorbenes unteres Blatt, damit sie ordentlich aussieht, und lass die Pflanze dann in Ruhe.

Umtopfen

Diese Pflanze mag es wirklich, eng im Topf zu sitzen, und kann jahrelang zufrieden darin bleiben, bevor sie einen Wechsel braucht. Halte sie in einem eher kleinen Gefäß mit guter Drainage und topf erst um, wenn Wurzeln und verdickter Stammfuß den vorhandenen Platz deutlich ausgefüllt haben.

Größe & Abstand

Mit genug Zeit im Haus wächst er auf etwa 183 bis 244 cm Höhe und öffnet sich an der Krone auf 91 bis 152 cm Breite. Weil er so langsam wächst, bleibt er jahrelang ein angenehmer Mitbewohner, bevor er sich überhaupt groß anfühlt.

Probleme lösen

Zum Glück gibt dir ein zufriedener Elefantenfuß nur selten etwas zu tun, und wenn doch etwas schiefgeht, steckt fast immer das Gießen dahinter. Behalte freundlich zwei Dinge im Blick: wie fest sich der Stammfuß anfühlt und ob die Blattspitzen braun werden. Bemerkst du einen weicher werdenden Caudex früh genug, stehen die Chancen gut, dass du die Pflanze wieder aufpäppeln kannst.

Schwerwiegend

Wenn der feste Stammfuß weich und schwammig wird

Ein weich und matschig gewordener Stammfuß ist ein Zeichen für Wurzel- und Stammfäule, und fast immer steckt zu viel Wasser dahinter. Fass dir ein Herz und geh behutsam vor: Gieße nicht mehr, lass das Substrat vollständig austrocknen, schneide dann alle weichen, faulen Stellen weg und setze die Pflanze in frische, trockene, grobkörnige Erde. Gib ihr einen warmen, hellen Platz und nur die leichtesten Wassergaben, während sie sich wieder erholt.

Lösung:

  • Gießen einstellen und die Erde vollständig austrocknen lassen
  • Weiches, faules Gewebe abschneiden und in trockene, grobkörnige, schnell abtrocknende Erde umtopfen
  • An einen warmen Platz mit hellem Licht stellen und nach der Erholung nur sparsam gießen
Kosmetisch

Knusprig braune Spitzen an sonst gesunden grünen Blättern

Diese trockenen braunen Spitzen gehen meist auf unregelmäßiges Gießen, zu starkes Düngen oder Salzablagerungen im Topf zurück. Finde einen festen Rhythmus aus gründlichem, aber seltenem Gießen, geh sparsamer mit dem Dünger um und spüle die Erde hin und wieder gut durch, um die Salze auszuwaschen. Die vertrockneten Spitzen werden nicht wieder grün, schneide sie also einfach für ein gepflegtes Aussehen ab und nimm es nicht persönlich.

Lösung:

  • Auf gründliches, aber seltenes Gießen umstellen und die Erde zwischen den Wassergaben austrocknen lassen
  • Die Erde regelmäßig durchspülen, um angesammelte Salze auszuwaschen
  • Häufigkeit und Stärke der Düngung reduzieren
  • Braune Spitzen für ein gepflegtes Aussehen abschneiden

Giftigkeit

Bei dieser Pflanze kannst du dich vollkommen entspannen. Der Elefantenfuß ist unbedenklich für den ganzen Haushalt, von der ASPCA als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde eingestuft, und er enthält keine Stoffe, die anderen Haustieren oder Menschen schaden würden. Stell ihn hin, wo du möchtest, ein neugieriges Schnuppern oder Knabbern ist kein Grund zur Sorge.

Ungiftig für

Menschen · Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel

Katzen Keine

Katzen sind völlig sicher in seiner Nähe, denn die ASPCA stuft den Elefantenfuß als ungiftig für sie ein, und ein verspieltes Knabbern an den riemenartigen Blättern schadet nicht.

Hunde Keine

Auch Hunde dürfen ihm nahekommen. Die ASPCA kennzeichnet diese Pflanze als ungiftig für Hunde, auch wenn ein großer Bissen der faserigen Blätter jedem Tier kurzzeitig einen unruhigen Magen bescheren könnte.

Pferde Keine

Pferde können gefahrlos daran schnuppern und knabbern, denn die ASPCA führt sie auch für sie auf der Liste der ungiftigen Pflanzen.

Kaninchen Keine

Auch Kaninchen müssen nichts befürchten, denn die Pflanze enthält keine Stoffe, die ihnen zu schaffen machen. Die zähen, faserigen Blätter sind zwar kein natürlicher Kaninchensnack, doch ein angeknabbertes Blatt birgt kein Vergiftungsrisiko.

Nutztiere Keine

Weidetiere wie Ziegen, Schafe und Rinder sind in der Nähe des Elefantenfußes sicher, denn er enthält keinen der Stoffe, die manche andere Zierpflanzen für sie gefährlich machen.

Vögel Keine

Ein Ziervogel kann bedenkenlos an den Blättern picken, denn die Pflanze enthält nichts, was ihm schaden würde.

Menschen Keine

Er passt gut in einen Haushalt mit Kindern, denn er trägt keine giftigen Teile, die Anlass zur Sorge geben. Die Pflanze ist nicht zum Essen gedacht, es gibt also nichts Verlockendes zu probieren, und eine zufällige Berührung oder ein Biss schadet nicht.

Sorten

Die Auswahl ist hier angenehm einfach. Nur eine einzige Art findet sich als Zimmerpflanze, und das ist auch die einzige, die du kennen musst.

Beaucarnea recurvata

Das ist die bekannte Zimmerpflanzenform, leicht erkennbar an ihrem einzelnen verdickten, flaschenförmigen Stammfuß, gekrönt von einer Fontäne riemenartiger, geschwungener Blätter, und sie ist eine von etwa sieben Arten ihrer Gattung.

Vermehrung

Neue Pflanzen zu ziehen verlangt vor allem Geduld und kaum besonderes Talent, und es gibt zwei einfache Wege: kleine Ableger am Stammfuß zum Wurzeln bringen oder aus Samen ziehen.

Ableger & KindelMittel

Frühjahr · Mehrere Monate bis über ein Jahr bis zum Wurzeln und Weiterwachsen

Löse im Frühjahr vorsichtig die kleinen Ableger, oft Pups genannt, die sich am Stammfuß bilden, und topfe jeden einzeln ein, damit er eigene Wurzeln bildet. Das erfordert Geduld, denn sie können mehrere Monate bis über ein Jahr brauchen, um sich einzuleben, und es hilft zu wissen, dass diese Ableger nicht immer anwachsen.

AussaatMittel

Frühjahr · Keimt bereitwillig bei etwa 18 bis 21°C; die Sämlinge wachsen über Jahre hinweg langsam

Du kannst die Samen auch im Frühjahr aussäen, und hältst du sie kuschelig warm bei etwa 18°C bis 21°C, keimen sie von selbst, ganz ohne aufwendige Vorbehandlung. Die eigentliche Prüfung ist die Geduld, denn die Sämlinge wachsen im Schneckentempo und brauchen Jahre, bis eine erkennbare Pflanze daraus wird.

Mythen

Mythos

Der Elefantenfuß ist eine echte Palme.

Realität

Der Name ist etwas irreführend, denn er ist überhaupt keine Palme. Beaucarnea recurvata ist eigentlich eine caudexbildende Sukkulente aus der Familie der Spargelgewächse, viel näher verwandt mit Dracaena und Agave, und nur aus der Distanz betrachtet wirkt sie palmenähnlich.

Quellen