Zimmerpflanze · Asteraceae
Delfinschnur
Curio × peregrinus
Gib ihr einen hellen Fensterplatz und eine leichte Hand bei der Gießkanne, und ein kleiner Schwarm Delfine rankt fröhlich über den Topf.
Hell, indirekt
10–25°C
bis -7°C
30–90 cm

Überblick
Wenn du dir schon immer eine Pflanze mit ein bisschen Magie gewünscht hast, ist diese ein freundlicher Einstieg. Jedes Blatt rollt sich zur Form eines winzigen springenden Delfins, und genau deshalb verlieben sich so viele Menschen in sie, sie gehört zur fröhlichen Familie der Korbblütler. Sie ist eine kultivierte Hybride, entstanden aus der Kreuzung von Erbsenpflanze und Kerzenpflanze, war also nie eine Wildpflanze, und ihre weichen Triebe hängen über den Topfrand und werden 30 bis 90 cm lang.
Und hier kommt das Beruhigende: Diese kleine Pflanze verzeiht eine Menge. Helles, indirektes Licht und eine grobkörnige Erde, die schnell abtrocknet, decken schon das meiste ab, was sie braucht, und eine vergessene Gießrunde, die einer wählerischeren Zimmerpflanze zusetzen würde, steckt sie locker weg. Der eine Fehler, den du vermeiden solltest, ist ein dauerhaft nasser Topf, denn stehende Nässe weicht die Triebe von der Basis her auf und lässt sie faulen, im Zweifel also lieber weniger gießen.
Gib ihr einen Platz weiter oben, in einer Hängeampel oder auf einem hohen Regal, wo die Triebe genug Raum zum Herabranken haben. Diese eine Entscheidung erreicht gleich zwei schöne Dinge auf einmal: Sie zeigt die Delfinblätter von ihrer besten Seite und hält die leicht giftigen Triebe sicher außer Reichweite von Haustieren oder Kindern, die vielleicht mal probieren wollen. Das schaffst du wirklich gut.
Pflege
Kurz gesagt: Gib ihr helles, indirektes Licht und eine grobkörnige Kakteenerde in einem Topf mit gutem Abzug, gieße erst wieder, wenn die kleinen Blätter leicht schrumpelig aussehen, und ihr beide werdet bestens miteinander auskommen.
Licht
Stell sie so auf, dass sie den größten Teil des Tages helles, indirektes Licht bekommt, nah am Fenster, aber geschützt vor der starken Mittagssonne, die die Blätter verbrennen kann. Ein wenig sanfte Morgensonne ist willkommen, darüber musst du dir also keine Gedanken machen. Meide nur eine dunkle Ecke, denn die lässt die Triebe mit der Zeit dünn werden und verwischt die schöne Delfinform.
Gießen
Gieße während der Wachstumszeit sparsam und lass die grobkörnige Erde vollständig abtrocknen, bevor du wieder zur Kanne greifst. Die Pflanze ist so freundlich, dir Bescheid zu geben, wenn sie Durst hat, denn die Blätter beginnen dann leicht zu schrumpeln. Im Winter gießt du kaum bis gar nicht, denn Kälte und Nässe zusammen schaden den Trieben, und Zurückhaltung ist hier die sicherere, einfachere Wahl.
Boden
Gib ihr eine grobkörnige, schnell abtrocknende Kakteen- oder Sukkulentenerde, die Wasser rasch durchlässt, statt es an den Wurzeln stehen zu lassen. Beim pH-Wert ist sie herrlich entspannt und kommt mit 6,0 bis 8,0 gut zurecht, du kannst dir also die Zahlen sparen und dich einfach auf eine gute Drainage konzentrieren.
Temperatur
Normale Zimmerwärme von 10°C bis 25°C hält sie rundum zufrieden, und das bieten die meisten Wohnungen ganz ohne Aufwand. Für Frost hat sie allerdings gar kein Verständnis, hol sie also rechtzeitig ins Warme, bevor es draußen kalt wird.
Luftfeuchtigkeit
Bei der Luftfeuchtigkeit kannst du völlig entspannt bleiben. Normale Raumluft passt ihr gut, tatsächlich mag sie es eher trocken, es gibt also keinen Zielwert zu jagen und kein Besprühen nötig, das würde nur die Fäulnis begünstigen, die du eigentlich vermeiden willst.
Düngen
Eine leichte Düngung einmal im Monat während der Wachstumszeit, vom Frühjahr bis in den frühen Herbst, ist alles, was sie braucht, mit einem milden, halb konzentrierten Universal-Flüssigdünger. Sobald der Winter kommt und das Wachstum nachlässt, kannst du das Düngen einstellen und sie ruhen lassen.
Schneiden
Wenn du die Form etwas ordnen oder buschigeres Wachstum anregen möchtest, schneide die herabhängenden Triebe einfach mit einer Schere, und keine Sorge, sie erholt sich schnell wieder. Zieh dir vorher Handschuhe an, denn der Saft eines frischen Schnitts kann die Haut reizen.
Umtopfen
Plane damit, sie alle 1 bis 2 Jahre umzutopfen, oder etwas früher, wenn die Wurzeln die Oberfläche überfüllen oder aus den Abzugslöchern schauen. Wähle nur eine Topfgröße größer mit gutem Abzug, denn ein zu großer Topf hält überschüssiges Wasser zurück, in dem die Wurzeln lieber nicht stehen möchten.
Größe & Abstand
Mit der Zeit ranken die Triebe elegant 30 bis 90 cm herab und werden etwa ebenso breit. Gib deiner Pflanze einen eigenen Hängetopf mit genug Raum zum Herabfallen, dann können die Delfine frei kaskadieren, ohne sich mit etwas in der Nähe zu verheddern.
Probleme lösen
Mach dir keine Sorgen, wenn etwas nicht ganz richtig aussieht, denn fast alles lässt sich hier beheben. Diese Pflanze hat eigentlich nur zwei Schwachstellen, und sie ziehen in entgegengesetzte Richtungen: zu wenig Wasser lässt die Delfine schrumpeln, zu viel lässt die Triebe weich werden und faulen. Schau dir in Ruhe an, wohin deine Pflanze tendiert, bevor du gießt, dann führen dich die Antworten weiter unten richtig.
Weiche, sich schwärzende Triebe, die einzuknicken beginnen
Das hier ist Fäulnis, und sie setzt sich fest, wenn die Erde feuchter bleibt, als es einer Sukkulente je lieb ist. Die Triebe werden direkt an der Erdoberfläche weich, die Basis dunkelt nach, und oft verrät sie sich durch einen säuerlichen Geruch. Verlier nicht den Mut: Gießen einstellen, jeden weichen Trieb und jede weiche Wurzel entfernen, dann ein paar gesunde Stecklinge nehmen und in grobkörniger Erde in einem atmungsaktiven Tontopf neu beginnen.
Lösung:
- Gießen einstellen und die Erde abtrocknen lassen
- Verfaulte Triebe und Wurzeln entfernen und entsorgen
- Gesunde Stecklinge zur Vermehrung nehmen und in grobkörniger, schnell abtrocknender Erde neu beginnen
- In einen Tontopf mit Abzugsloch umtopfen, um die Verdunstung zu verbessern
Geschrumpelte oder gestreckte Blätter, die ihre Delfinform verlieren
Zwei ganz unterschiedliche Probleme können hier gleich müde aussehen, und beide lassen sich beheben. Eine staubtrockene Erde lässt die Delfine weich und schrumpelig werden, während ein zu dunkler Standort die Triebe dünn und blass streckt, bis die Blattform verschwimmt. Gib ihr eine gründliche Wassergabe, sobald die Blätter zu schrumpeln beginnen, stell sie an einen helleren Platz und schneide vergeilte Triebe zurück, damit sie wieder schön kompakt nachwächst.
Lösung:
- Gründlich gießen, sobald die Blätter zu schrumpeln beginnen, dann die Erde wieder vollständig abtrocknen lassen
- An einen helleren Platz mit hellem, indirektem Licht stellen
- Vergeilte, verformte Triebe zurückschneiden, um kompaktes neues Wachstum zu fördern
Giftigkeit
Hier lohnt es sich, auch bei aller Gelassenheit konsequent zu bleiben. Jeder Teil der Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide und einen reizenden Pflanzensaft, was sie für Katzen und Hunde wirklich giftig macht und auch rund um andere Haustiere, Nutztiere und kleine Kinder keine gute Wahl ist. Nichts davon ist zum Essen gedacht, und der Saft kann auf bloßer Haut brennen, zieh beim Schneiden also Handschuhe an und halte sie außerhalb neugieriger Reichweite.
Giftig für
Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen
Katzen Giftig
Eine Katze, die an den herabhängenden Trieben knabbert, wird meist erbrechen, Durchfall bekommen, sabbern und still und träge werden. Die Blätter enthalten Pyrrolizidinalkaloide, am besten hängst du die Pflanze deshalb weit außerhalb jeder Sprungweite auf.
Hunde Giftig
Ein Hund, der daran kaut, wird wahrscheinlich erbrechen, weichen Kot absetzen und eine Weile still und müde wirken. Die gleichen Alkaloide sind die Ursache, und der bittere Saft kann zudem das Maul wund werden lassen, halte sie also außer Reichweite neugieriger Nasen.
Pferde Giftig
Die Elternpflanze gilt als giftig für Pferde, behandle diese Pflanze also genauso. Über eine einfache Magenverstimmung hinaus können die Pyrrolizidinalkaloide in diesen Curio-Sukkulenten bei wiederholtem Fressen auf die Leber schlagen.
Kaninchen Giftig
Für ein Kaninchen ist das kein sicherer Snack. Genau die Alkaloide, die Katzen und Hunden zu schaffen machen, bringen auch den Magen eines Kaninchens durcheinander, halte die Triebe also aus dem Stall und vom Boden fern.
Nutztiere Giftig
Weidetiere können schlecht reagieren, da sich die Pyrrolizidinalkaloide bei wiederholter Aufnahme in der Leber ansammeln. Umzäune die Pflanze gut und sammle Schnittgut sorgfältig auf, damit nichts zum Probieren liegen bleibt.
Vögel Vorsicht
Behandle sie als Tabu in der Nähe von Vögeln. Die giftigen Verbindungen im Laub machen sie zu einer schlechten Begleiterin für Ziervögel, häng sie also dort auf, wo kein neugieriger Schnabel hinkommt.
Menschen Vorsicht
Kein Teil dieser Pflanze ist zum Essen gedacht, und ein neugieriger Biss kann den Magen verstimmen. Der Saft kann außerdem auf der Haut brennen, trage beim Schneiden also Handschuhe und halte kleine Kinder sanft davon ab, an den Trieben zu ziehen.
Trage Handschuhe beim Schneiden oder beim Umgang mit abgeschnittenen Trieben, da der milchige, reizende Saft die Haut reizen kann.
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Hier gibt es eine beruhigende Einfachheit. Die Delfinschnur gibt es als eine einzige Hybride statt einer langen Liste benannter Sorten, du musst also wirklich nur diese eine Pflanze kennenlernen.
Curio × peregrinus (typische Delfinschnur)
Das ist die bekannte Hybride, die mit dem Namen gemeint ist, ihre gebogenen, verzweigten Blätter wölben sich wie ein Schwarm springender Delfine, nah an der Erbsenpflanze, nur eben mit dieser bezaubernden gegabelten Form.
Vermehrung
Diese Pflanze zu vermehren ist einfach und macht wirklich Spaß, und man kann dabei kaum etwas falsch machen. Du hast zwei einfache Wege zur Auswahl, und beide brauchen kaum mehr als eine Schere und etwas grobkörnige Erde.
TriebstecklingeEinfach
Frühjahr bis Sommer während des aktiven Wachstums · Wurzelt in etwa einem Monat
Schneide im Frühjahr oder Sommer, während die Pflanze wächst, einige Stecklinge von 8 bis 10 cm Länge, entferne vorsichtig die unteren Blätter und lege oder drücke sie so hinein, dass die kahlen Knoten Kontakt zu feuchter, grobkörniger Erde haben. Aus diesen Knoten bilden sich bereitwillig Wurzeln, und ein Steckling braucht meist etwa einen Monat, um sich einzuleben, Geduld zahlt sich hier also schön aus.
AbsenkerEinfach
Frühjahr bis Sommer · Etwa einen Monat bis zur Bewurzelung
Ableger ziehen ist die sanfteste Methode von allen. Fixiere einen herabhängenden Trieb auf der Erde, sodass seine Knoten die Oberfläche berühren, lass ihn dabei mit der Mutterpflanze verbunden, während er über etwa einen Monat hinweg Wurzeln bildet, und schneide ihn dann einfach ab, sobald er sich selbst verankert hat.
Mythen
Die Delfinschnur ist eine Wildpflanze, die man in der Natur wachsend findet.
Sie ist nirgendwo von allein gewachsen. Sie ist eine kultivierte Hybride, Curio x peregrinus, entstanden aus der Kreuzung von Erbsenpflanze (Curio rowleyanus) und Kerzenpflanze (Curio articulatus), und genau aus dieser gelungenen Verbindung stammen ihre springenden Delfinblätter.