Weniger als 3 % der ausgebrachten Pyrethrine befanden sich fünf Tage nach dem Sprühen noch auf Kartoffel- und Tomatenblättern. Das NPIC berichtet dieses Ergebnis für beide Kulturen, gemessen direkt an den Blättern. Die kurze Antwort zu Pyrethrinrückständen auf Gemüse lautet also: Sonnenlicht baut sie schnell ab, und die kleine verbliebene Menge sinkt von da an weiter. Das ist trotzdem nicht Ihr Erntetermin. Den legt die Wartezeit fest, die auf Ihrem eigenen Produktetikett steht, und nur nach dieser Zahl sollten Sie planen.
Mein Tomaten-Hochbeet kam eine ganze Saison lang mit drei Spritzungen aus statt mit der wöchentlichen Routine, die ich früher hatte. Zuerst habe ich mir die Abbaudaten angesehen. Pyrethrin bietet wenig oder keine Dauerwirkung, also fielen die meisten dieser wöchentlichen Durchgänge auf Tage, an denen draußen gar nichts fraß. Heute spritze ich, wenn ich Schäden sehe, in der Kühle des frühen Morgens, und ich zähle die Tage vom Etikett ab, bevor ich ernte.
Das Sonnenlicht leistet hier die meiste Arbeit. UV-Licht baut Pyrethrinrückstände auf Blattoberflächen schnell ab, weshalb die Dauerwirkung so kurz ist. In Wasser mit Sonneneinstrahlung liegt die Halbwertszeit bei 11,8 Stunden, auf besonnten Bodenoberflächen bei 12,9 Stunden. Beides liegt bei etwa einem halben Tag. Diese Halbwertszeiten sind der Grund, warum Pyrethrinrückstände auf Gemüse in einem sonnigen Beet so rasch sinken.
Der schnelle Abbau hat zwei Seiten. Ein Mittel, das nach einem Tag weg ist, wirkt nur bei direktem Kontakt und danach fast gar nicht mehr, also muss das Spray das Insekt treffen, um überhaupt etwas zu bewirken. Blattläuse an der Blattunterseite überleben einen Durchgang, der nur die Oberseite benetzt. Die Blätter beim Sprühen umzudrehen bringt mehr als jede Änderung im Zeitpunkt. Schauen Sie nach ein paar Tagen erneut ins Beet und behandeln Sie nur das, wo noch gefressen wird.
Die Bodenseite kommt fast nirgends zur Sprache. Feldstudien fanden Pyrethrine nicht unterhalb einer Bodentiefe von 15 cm. Die Moleküle haften an Bodenteilchen, statt mit dem Wasser durch das Beet nach unten zu wandern. Das Risiko, ins Grundwasser zu gelangen, wird als sehr gering eingestuft. Das sind die gemessenen Befunde, und für sich genommen sagen sie nichts darüber, was eine Möhre oder eine Rote Bete aufnimmt.
Rückstände auf Erntegut werden Kultur für Kultur geregelt, und deshalb bestimmt das Etikett Ihren Erntetermin und nicht der 5-Tage-Wert von oben. Zwei Flaschen mit demselben Wirkstoff können für dasselbe Gemüse unterschiedliche Wartezeiten tragen. Die Formulierung und die zugelassene Kulturliste fließen beide in diese Zahl ein. Lesen Sie Ihr eigenes Etikett, suchen Sie Ihre Kultur darauf und zählen Sie ab dem Spritztag vorwärts. Steht die Kultur nicht drauf, gibt es keine Zulassung, sie dort einzusetzen.
Gespritztes Gemüse unter fließendem Wasser zu waschen kostet Sie nichts, also machen Sie es zur Gewohnheit, bevor es aufs Schneidebrett kommt. Eine weitere Prüfung zählt, wenn Sie nach zertifizierten Bio-Standards anbauen. Pyrethrine mit Synergisten sind im zertifizierten Bio-Gemüsebau nicht zugelassen. Lesen Sie die gesamte Liste der Inhaltsstoffe. Die Wirkstoffzeile allein zeigt Ihnen die Mischung nicht.
Der 3-%-Wert zeigt Ihnen, dass diese Chemie kurzlebig ist. Pyrethrinrückstände auf Gemüse sinken schnell, und das hilft, wenn Sie beurteilen wollen, ob eine Spritzung gegen einen Schädling noch Wirkung hat. Wann Sie ernten dürfen, sagt es Ihnen nicht. Sorgen Sie für echte Benetzung des Insekts, zählen Sie die Tage, die Ihr Etikett vorgibt, und der Zeitplan ergibt sich von selbst.
Vollständigen Artikel lesen: Pyrethrin: Was es tötet und wie sicher es ist