Welche Frühblüher gibt es in Deutschland?

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Michael Sullivan
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Martin Thorne
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Die frühen Frühlingsblumen in Deutschland, die zuerst erscheinen, sind Schneeglöckchen, Winterlinge und Christrosen. Diese robusten Pflanzen durchbrechen gefrorenen Boden bereits Ende Januar in milden Regionen.

Ich habe meine ersten Schneeglöckchen in einem Park nahe dem Rheintal in der zweiten Februarwoche entdeckt. Winzige weiße Glöckchen hingen an Stängeln, die kaum 10 Zentimeter hoch waren – umgeben von braunem Laub und Resten von altem Schnee. Zwei Wochen später bedeckten leuchtend gelbe Winterlinge denselben Bereich. Anfang März gesellten sich lila und weiße Krokusse dazu, und der ganze Park wirkte wieder lebendig. Diese ersten Frühlingsblumen Deutschlands zu sehen, fühlt sich wie eine Belohnung nach Monaten grauer Himmel an.

Ein Jahr später kam ich mit einer Kamera und einer Freundin aus München in denselben Park zurück. Sie erzählte mir, dass ihr Garten zu Hause noch steinhart gefroren war. Dieser Zeitunterschied ist real. Das Rheintal und die westlichen Tiefebenen liegen in einer milderen Klimazone. Februarblüten sind dort üblich. Weiter südlich in den Bayerischen Alpen oder nördlich an der Ostseeküste sieht man Schneeglöckchen erst Mitte März. Dieselbe Blume kann im ganzen Land drei bis vier Wochen auseinanderliegen.

Schneeglöckchen

  • Blütezeit: Ende Januar bis März in milden Regionen – damit sind sie die ersten Blumen, die die meisten Deutschen jedes Jahr sehen.
  • Aussehen: Kleine weiße hängende Glöckchen an dünnen grünen Stängeln, die in Gruppen unter Bäumen und an Beeträndern wachsen.
  • Wo man sie findet: Alte Parks, Kirchhöfe und Wälder in allen Bundesländern beherbergen wilde Bestände.

Krokusse

  • Blütezeit: Februar bis April – lila, gelbe und weiße Sorten erscheinen in den meisten Regionen gleichzeitig.
  • Berühmtes Schauspiel: Die Husumer Krokusblüte zieht jeden März Tausende an, um 4 Millionen Krokusse in einem Park zu sehen.
  • Verwendung im Garten: Zwiebeln im Herbst etwa 8 Zentimeter tief in Gruppen von 20 oder mehr pflanzen für einen eindrucksvollen Frühlingsteppich.

Christrosen

  • Blütezeit: Dezember bis März – den Namen Christrose tragen sie, weil manche Sorten während der Feiertage blühen.
  • Winterhärte: Sie vertragen Frost, Schatten und kargen Boden besser als die meisten Frühblüher – perfekt für kalte deutsche Winter.
  • Sorten: Lenzrosen verlängern die Saison mit rosa, lila und grünen Blüten von Februar bis April.

Deutsche Frühlingsblumen haben einen besonderen Platz in der Kultur. Schneeglöckchen stehen für Hoffnung nach einem langen Winter. Viele Städte veranstalten Frühlingsblumenfeste zur Feier der Saison. Primeln und Traubenhyazinthen füllen ab Mitte März die Blumenkästen. Sie setzen leuchtend blaue, rosa und gelbe Farbakzente in Straßen, die wenige Wochen zuvor noch kahl wirkten.

Wenn Sie die schönsten Blütenprachten sehen möchten, besuchen Sie den Britzer Garten in Berlin, wo jeden Frühling über 500.000 Zwiebelpflanzen blühen. Der Palmengarten in Frankfurt bietet beheizte Gewächshäuser und Freilandbeete. Die Insel Mainau am Bodensee pflanzt über eine Million Frühlingszwiebeln, die die Insel von März bis Mai in einen Blütenteppich verwandeln. Alle drei Gärten sind einen Tagesausflug zur Hauptblütezeit wert.

Für den eigenen Garten pflanzen Sie Schneeglöckchenzwiebeln im September etwa 5 Zentimeter tief unter Schattenbäume. Ergänzen Sie Krokusse und Traubenhyazinthen für Farbe im März. Mischen Sie Christrosen an Stellen ein, wo andere Pflanzen Schwierigkeiten haben. Diese einfache Kombination beschert Ihnen Blüten von Ende Januar bis April. Nach dem Einwachsen brauchen Sie kaum noch etwas zu tun, da sich die Zwiebeln jedes Jahr von selbst vermehren.

Viele dieser deutschen Favoriten können Sie auch anderswo anbauen. Schneeglöckchen und Krokusse gedeihen in den USDA-Zonen 3–8, was den Großteil der USA und Nordeuropas abdeckt. Pflanzen Sie Ihre Zwiebeln in Gruppen von 15–25 für die beste Wirkung. Setzen Sie sie unter Bäume oder entlang von Gartenwegen, an denen Sie an kalten Morgen vorbeigehen. Der erste Blitz von Weiß oder Lila im Spätwinter hebt die Stimmung – genauso wie bei Millionen von Gärtnern in ganz Deutschland jedes Jahr.

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