Helfen Kaffeesatz bei Begonien?

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Nguyen Minh
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Die Verwendung von Kaffeesatz für Begonien kann leichte Vorteile bieten – aber nur, wenn Sie den Kaffeesatz zuerst kompostieren und in kleinen Mengen verwenden. Frischer Kaffeesatz direkt aus der Kaffeemaschine richtet mehr Schaden als Nutzen an. Gebrauchter und kompostierter Kaffeesatz fügt dem Boden organisches Material hinzu und verschiebt den pH-Wert in eine Richtung, die Begonien bevorzugen. Der Trick ist, die richtige Anwendungsmethode zu kennen.

Ich habe das letzten Frühling an zwei identischen Engelsflügel-Begonien getestet. Eine bekam einmal monatlich kompostierten Kaffeesatz, der in den oberen Zentimeter der Erde eingemischt wurde. Die andere bekam keinen Kaffeesatz. Nach vier Monaten zeigte die Kaffeesatz-Pflanze etwas dunklere grüne Blätter und vielleicht eine Spur kräftigeres Wachstum. Der Unterschied war real, aber bescheiden – nicht das Wunderergebnis, das manche Gartenblogs versprechen. Beide Pflanzen blühten ungefähr gleich viel und produzierten ähnlich viele neue Triebe.

Die Wissenschaft hinter Kaffeesatz als Bodenverbesserer für Begonien ist einfach. Gebrauchter Kaffeesatz hat einen nahezu neutralen pH-Wert von etwa 6,5 bis 6,8, was die meisten überrascht. Der Brühvorgang entzieht den Großteil der Säure. Mit der Zeit zersetzt sich der Kaffeesatz und setzt milde organische Säuren frei, die den pH-Wert leicht senken. Engelsflügel-Begonien bevorzugen einen sauren Boden im Bereich von 5,5 bis 6,5, daher wirkt diese sanfte Verschiebung zu ihren Gunsten.

Die Risiken sind real und sollten bekannt sein, bevor Sie Ihren Kaffeefilter in einen Topf kippen. Frischer, ungebrühter Kaffeesatz hat einen pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,0 und kann empfindliche Wurzeln bei Kontakt verbrennen. Selbst gebrauchter Kaffeesatz verdichtet die Bodenoberfläche und verschlechtert mit der Zeit die Drainage. Engelsflügel-Begonien brauchen hervorragende Drainage, um Wurzelfäule zu vermeiden – alles, was die Luftzirkulation an den Wurzeln blockiert, ist schlecht. Feuchtes organisches Material auf der Erdoberfläche zieht außerdem Trauermücken an. Diese winzigen Fliegen schwirren um Ihre Pflanzen und können sehr lästig werden.

Hier ist die sichere Methode, die ich befolge. Sammeln Sie gebrauchten Kaffeesatz in einem Behälter und lassen Sie ihn zwei bis vier Wochen an der Luft trocknen. Diese Kompostierungsphase zersetzt das Material und reduziert das Risiko von Schimmel oder Trauermücken. Mischen Sie bei der Anwendung nicht mehr als 10 % des Volumens in die obere Schicht der Blumenerde ein. Kombinieren Sie ihn mit einer Handvoll Perlit, um eine mögliche Drainage-Verschlechterung durch das organische Material auszugleichen.

Es gibt bessere Alternativen, wenn Sie Ihre Begonien ohne großen Aufwand düngen möchten. Ein ausgewogener 20-20-20-Flüssigdünger in halber Konzentration einmal pro Monat gibt Ihrer Pflanze alles, was sie braucht. Wurmhumus ist eine weitere organische Option, die Ihren Boden nicht verdichtet. Wenn Sie trotzdem Kaffeesatz verwenden möchten, betrachten Sie ihn als milden Zusatz. Er liefert etwas Stickstoff und organisches Material, kann aber ein richtiges Düngeprogramm nicht ersetzen.

Meine ehrliche Einschätzung: Kaffeesatz ist eine gute Ergänzung in Maßen, aber kein Gamechanger. Die notwendige Kompostierung und das Trauermücken-Risiko machen ihn für die meisten Zimmerpflanzen-Liebhaber aufwändiger als nötig. Wenn Sie Ihren Kaffeesatz bereits für Gartenbeete kompostieren und etwas an Ihre Begonien abgeben möchten – nur zu. Halten Sie die Mengen klein und achten Sie auf die Drainage.

Vollständigen Artikel lesen: Engelsflügel-Begonie: Pflege- und Anbauanleitung

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