Zimmerpflanze · Commelinaceae
Tradescantia 'Nanouk'
Tradescantia albiflora 'Nanouk'
Nachsichtig, farbenfroh und schnell wieder auf den Beinen, verlangt Nanouk kaum mehr als einen hellen Platz und gelegentliches Zwicken.
Hell, indirekt
10–27°C
bis -7°C
10 cm

Überblick
Wenn eine helle, farbenfrohe Zimmerpflanze bisher unerreichbar schien, ist Nanouk ein freundlicher Einstieg. Ihre prallen Blätter tragen Streifen in Pink, Grün und Creme, die Unterseiten schimmern zart violett, und die ganze Pflanze bleibt niedrig und voll statt lang und rankend. Sie stammt aus einem niederländischen Zuchtprogramm und wird weltweit geliebt, weil sie einen Topf mit so wenig Aufwand füllt.
Hinter der hübschen Färbung steckt eine wirklich robuste Pflanze aus der Familie der Commelinaceae, derselben Sippe wie die gewöhnliche Dreimasterblume, und genau diese Robustheit macht sie so nachsichtig. Brich fast jedes Stück ab, und es bewurzelt sich, sie verzweigt sich von selbst und steckt eine schwierige Woche klaglos weg. Das Einzige, worauf es ihr wirklich ankommt, ist Licht, denn das Pink verblasst still zu schlichtem Grün, wenn sie irgendwo im Dunkeln steht.
Betrachte sie als ganzjährige Begleiterin für drinnen. Gib ihr Wärme, helles gefiltertes Licht und durchlässigen Boden, und die einfache Gewohnheit des Zwickens belohnt dich mit einem dichten, polsterartigen Farbkissen. Der einzige wirkliche Weg, sie zu verlieren, ist, den Boden so lange staunass zu halten, bis die Stängel faulen, und selbst das lässt sich leicht vermeiden, sobald du es weißt.
Pflege
Kurz gesagt: halte sie in hellem, gefiltertem Licht, damit das Pink erhalten bleibt, gieße, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist, und geh im Winter sparsamer vor, halte sie behaglich in gut durchlässigem Boden, und zwicke die Triebspitzen oft zurück, damit sie voll und zufrieden bleibt.
Licht
Stelle Nanouk in helles, gefiltertes Licht in Fensternähe, denn genau dieses gleichmäßige Licht hält das Pink in den Blättern lebendig. Steht sie irgendwo dunkel, rutscht die Farbe Richtung Grün, während die Stängel sich strecken und recken. Halte sie nur von grellem Mittagslicht fern, das Brandflecken auf dem Laub hinterlassen kann.
Gießen
Solange sie wächst, gieße sie gut durch, und lass dann die oberen 3 cm der Erde antrocknen, bevor du erneut gießt. Im Winter, wenn sie langsamer wächst, geh spürbar sparsamer vor. Staunasser Boden ist wirklich das Einzige, was ihr schaden kann, achte also darauf, dass der Topf frei abläuft, und lass sie nie in einem Untersetzer voller Wasser stehen.
Boden
Eine gut durchlässige, lehmbasierte Mischung oder eine torffreie Zimmerpflanzenerde bietet ihr ein gemütliches Zuhause. Gute Drainage ist hier der springende Punkt, denn die saftigen Stängel faulen in allem, was nass bleibt. Eine Handvoll Perlit oder Splitt untergemischt lockert eine schwere Mischung auf und hilft enorm.
Temperatur
Gewöhnliche Zimmerwärme von 10°C bis 27°C passt ihr wunderbar. Sie verträgt keinen Frost, halte sie im Winter also von kalten Fensterscheiben und Zugluft fern, dann bleibt sie zufrieden.
Luftfeuchtigkeit
Gewöhnliche Raumluftfeuchtigkeit reicht völlig aus, es gibt also keinen Wert, den du jagen musst. Wird die Luft sehr trocken, können die Blattspitzen knusprig werden und Spinnmilben sich einnisten, eine leicht feuchtere Ecke hält sie also am zufriedensten.
Düngen
Während des aktiven Wachstums im Frühling und Sommer gib ihr einmal im Monat einen flüssigen Zimmerpflanzendünger. Lass sie über den Winter ruhen und verzichte dann aufs Düngen, da Nährstoffe für eine ruhende Pflanze sich einfach als Salz im Boden anreichern.
Schneiden
Die Triebspitzen häufig zurückzuzwicken ist die freundliche kleine Gewohnheit, die die Pflanze voll und buschig hält statt langbeinig. Erscheint ein vollständig grüner Trieb, zupfe ihn ab, denn diese zurückgeschlagenen Stängel wachsen schneller und verdrängen die hübsch panaschierten.
Umtopfen
Mit dem Umtopfen musst du dich nicht beeilen, denn diese kompakte Sorte lässt sich Zeit, ein Gefäß zu füllen. Warte, bis sie wirklich wurzelgebunden ist, erkennbar an Wurzeln, die aus den Abzugslöchern wachsen, Wasser, das einfach durchläuft, oder Wachstum, das schlicht stagniert.
Größe & Abstand
Nanouk bleibt angenehm klein, erreicht höchstens etwa 10 cm Höhe und breitet sich 10 bis 50 cm aus. Diese niedrige, polsterartige Form macht sie ideal für ein Regal, eine Fensterbank oder den vorderen Rand einer Pflanzengruppe.
Probleme lösen
Nanouk zeigt wunderbar ehrlich, wie es ihr geht, und Blätter und Stängel verraten dir, wenn etwas nicht stimmt. Verblasste Farbe, lange kahle Triebe oder weiche, dunkle Basen weisen jeweils auf eine klare Lösung hin. Finde unten die passende Übereinstimmung und greife früh ein, solange die Pflanze noch genug Kraft zur Erholung hat.
Weiche, geschwärzte Stängel und eine herabhängende Pflanze
Dauerhaft nasser Boden führt zu Wurzel- und Stängelfäule, wirklich der einzige Fehltritt, der dieser Pflanze den Garaus machen kann. Hör sofort auf zu gießen und lass sie abtrocknen, nimm die Pflanze dann aus dem Topf, schneide alles Weiche und Braune weg und setze sie in frische, gut durchlässige Erde. Ist die Fäule zu weit fortgeschritten, um sie zu retten, nimm einfach ein paar gesunde Triebspitzen und fang damit neu an.
Lösung:
- Gießen einstellen und den Boden abtrocknen lassen
- Verfaulte Wurzeln und Stängel entfernen und in frische, gut durchlässige Mischung umtopfen
- Bei fortgeschrittener Fäule gesunde Spitzenstecklinge nehmen, um eine neue Pflanze zu starten
Gespinste, gesprenkelte Blätter oder flauschige weiße Flecken
Feine Gespinste, gesprenkelte Blätter und kleine wattige Büschel sind Anzeichen für Spinnmilben, Blattläuse und Wollläuse. Nadelstichartige Sprenkelung und Gespinste bedeuten Milben, kleine weiche Ansammlungen bedeuten Blattläuse, und weißer Flaum an den Blattachseln bedeutet Wollläuse. Spüle und wische die Übeltäter ab, behandle anschließend mit insektizider Seife oder Gartenbauöl, und halte die Pflanze von ihren Nachbarn fern, bis sie wieder sauber ist.
Lösung:
- Schädlinge abspülen/abwischen und mit insektizider Seife oder Gartenbauöl behandeln
- Die Pflanze isolieren, um eine Ausbreitung auf andere Zimmerpflanzen zu verhindern
- Behandlung bei Bedarf wiederholen, bis der Befall verschwunden ist
Pink verblasst langsam zu Grün
Wenn die Färbung Richtung schlichtes Grün abwandert, fehlt der Pflanze schlicht Licht, und eigentlich ist nichts an ihr falsch. Steht sie zu weit vom Fenster entfernt, können die pinken und weißen Teile jedes Blattes nicht photosynthetisieren, also fällt die Pflanze zum Überleben auf ihr grünes Gewebe zurück. Stelle sie in helles, gefiltertes Licht um und schneide vollständig grüne Triebe ab, bevor sie den Rest verdrängen, dann sollte das Pink in die neuen Blätter zurückkehren.
Lösung:
- An einen Standort mit hellem, gefiltertem/indirektem Licht umstellen
- Grelle direkte Mittagssonne vermeiden, die die Blätter versengen kann
- Vollständig grüne, zurückgeschlagene Triebe entfernen, damit das panaschierte Wachstum nicht verdrängt wird
Gestreckte, kahle Stängel mit Blattbüscheln nur an den Enden
Vergeilung schleicht sich ein, wenn die Triebspitzen ungezwickt bleiben, und schwaches Licht verschlimmert es, da sich die Stängel zur Scheibe strecken. Zwicke sie kräftig zurück, um frische Seitentriebe zu wecken und die Pflanze wieder aufzufüllen. Heb dir die Schnittreste auf, sie bewurzeln innerhalb einer Woche und lassen sich zurück in den Topf setzen, damit er üppig wirkt.
Lösung:
- Triebspitzen zwicken oder zurückschneiden, um Verzweigung und buschigeres Wachstum zu erzwingen
- Die abgeschnittenen Spitzenstecklinge vermehren, um den Topf aufzufüllen
- Mehr Licht bieten, wenn die Pflanze sich streckt
Knusprig braune Spitzen und sonnengebleichte Flecken
Grelle Mittagssonne kann Blattverbrennungen verursachen, wobei die schlimmsten Spuren auf den Blättern erscheinen, die der Scheibe am nächsten sind. Trockene Luft und unregelmäßiges Gießen können die Spitzen ebenfalls braun werden lassen. Ziehe die Pflanze aus dieser intensiven Sonne zurück in helles, gefiltertes Licht, schneide die verdorbenen Blätter ab, und versuch, gleichmäßig zu gießen.
Lösung:
- Aus greller direkter Sonne in helles, gefiltertes Licht umstellen
- Stark geschädigtes Laub zurückschneiden
- Gleichmäßig gießen und durchschnittliche Luftfeuchtigkeit halten
Giftigkeit
Diese Pflanze ist leicht giftig statt gefährlich, es besteht also kein Grund zur Panik. Der Pflanzensaft kann die Haut reizen und bei Menschen einen Ausschlag hinterlassen, und ein Haustier, das an einem Blatt knabbert, könnte etwas speicheln oder einen leicht verstimmten Magen bekommen. Nichts davon ist ernst, doch es lohnt sich, vor dem Rückschnitt Handschuhe anzuziehen und blattkauende Haustiere sanft anderswohin zu lenken.
Giftig für
Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen
Katzen Mild
Eine Katze, die an den Blättern knabbert, könnte etwas speicheln oder sich kurz unwohl fühlen, und wo der Pflanzensaft die Haut berührt, siehst du vielleicht eine kleine rote, juckende Stelle. Die Reaktion bleibt mild, dennoch ist es rücksichtsvoll, eine neugierige, blattkauende Katze vom Topf fernzuhalten.
Hunde Mild
Bei Hunden sieht es ganz ähnlich aus. Der reizende Pflanzensaft kann Schnauze oder Pfoten dort röten, wo er landet, und ein angekauter Stängel kann etwas Speicheln oder eine kurze, milde Magenverstimmung auslösen, die bald vorübergeht.
Pferde Mild
Die ASPCA stuft diese Pflanze als giftig für Pferde ein, wobei Hautkontakt die Hauptsorge ist. Ihr Saft kann jede Haut reizen, die er berührt, wobei eine kleine Zimmerpflanze ohnehin selten den Weg zu einem Pferd findet.
Kaninchen Vorsicht
Speziell für Kaninchen gibt es keine Untersuchungen, am sichersten ist es also, Nanouk als tabu statt als Knabberpflanze zu behandeln. Derselbe reizende Saft, der andere Tiere durcheinanderbringt, macht sie zu einer Pflanze, die vom Stall fernbleiben sollte.
Nutztiere Vorsicht
Auch Weidetiere wurden hier nicht genauer untersucht, und allein der reizende Saft ist Grund zur Vorsicht. Als Topfpflanze im Haus kommt sie ohnehin selten in die Nähe von Rindern, Ziegen oder Schafen.
Vögel Vorsicht
Für Vögel gibt es kein klares Bild, die rücksichtsvolle Wahl ist also, Ziervögel vom Picken an den Blättern abzuhalten. Der Saft, der die Haut reizt, könnte einen neugierigen Schnabel ebenso stören.
Menschen Vorsicht
Für Menschen ist der Saft ein bekannter Hautreizstoff und kann bei jedem, der die geschnittenen Stängel anfasst, einen juckenden Kontaktdermatitis-Ausschlag hervorrufen. Zieh beim Rückschnitt oder beim Schneiden von Stecklingen Handschuhe an und wasch dir hinterher gründlich die Hände.
Pflanzensaft kann die Haut reizen; die RHS rät, beim Umgang Handschuhe zu tragen. Der wirksame Stoff ist reizender Pflanzensaft (Kontaktdermatitis / leichte Magen-Darm-Reizung), NICHT Kalziumoxalat
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Wenn Menschen von Nanouk sprechen, meinen sie meist diese pinke Schönheit, dabei gibt es eine nahe Verwandte, die es kennenzulernen lohnt.
Tradescantia 'Green Nanouk'
Es gibt eine grünblättrige Version, die die RHS als 'Green Nanouk' anerkennt, die denselben kompakten, ordentlichen Wuchs behält, aber die beliebte pinke Panaschierung gegen schlichte grüne Blätter tauscht.
Vermehrung
Mehr von dieser Pflanze zu ziehen könnte kaum einfacher sein, und genau das macht einen Teil ihres Reizes aus. Ein einzelner Spitzensteckling bewurzelt schon in wenigen Tagen, sodass eine gesunde Nanouk sich sanft in ein ganzes Regal davon verwandeln kann.
TriebstecklingeEinfach
Frühling bis Sommer · Bewurzelt laut Pflanzenpatent im Sommer in etwa 1 Woche (~21 °C), im Winter in etwa 2 Wochen (~18 °C)
Das dürfte eine der einfachsten Zimmerpflanzen zum Vermehren sein, beruhigend, wenn dir Stecklinge einschüchternd vorkommen. Schneide im Frühling oder Sommer eine gesunde Triebspitze ab, stell sie in Wasser oder drück sie in feuchte Erde, und sie bewurzelt bei 21°C in etwa einer Woche, oder im sanfteren Winterlicht bei rund 18°C in etwa zwei Wochen. Da sich die Stängel bereitwillig verzweigen und an jedem Blattknoten bewurzeln, füllen schon wenige Stecklinge bald einen Topf. Eines solltest du im Hinterkopf behalten: Nanouk ist eine patentierte Sorte, sie zum Verkauf weiterzuziehen ist also nicht erlaubt.
Mythen
Nanouk ist völlig unbedenklich für Haustiere und Menschen.
Nicht ganz. Die ASPCA führt die Dreimasterblume als giftig für Hunde, Katzen und Pferde, und sowohl NC State als auch die RHS vermerken, dass ihr Saft die Haut reizt und Kontaktdermatitis sowie eine leichte Magenverstimmung verursacht. Der Übeltäter ist reizender Pflanzensaft, nicht das Kalziumoxalat, das bei vielen anderen Zimmerpflanzen Probleme macht, was bedeutet, dass ein Paar Handschuhe wirklich alles ist, was du für einen entspannten Umgang mit ihr brauchst.
Nanouk behält ihr leuchtendes Pink, egal wo sie im Raum steht.
Stell sie in eine schattige Ecke, und sie vergrünt, sie gibt genau das Pink auf, das dich zu ihr hingezogen hat. Diese Farbe lebt vom Licht, helles, gefiltertes Licht hält also Pink, Grün und Weiß im Gleichgewicht. Rück sie nah an ein gut beleuchtetes Fenster, knapp vor der grellen direkten Sonne.