Zimmerpflanze · Oxalidaceae
Dreieckiger Sauerklee
Oxalis triangularis
Zartlila, dreieckige Blätter, die tagsüber erwachen und sich nachts einrollen, gezogen aus kleinen, nachsichtigen Zwiebeln.
Hell, indirekt
13–24°C
bis -12°C
15–46 cm

Überblick
Den Dreieckigen Sauerklee liebt man für sein Laub, lange bevor er blüht. Jedes Blatt öffnet sich zu drei tief purpurnen, dreieckigen Fiederblättchen, die sich morgens heben und in der Dämmerung senken, sodass die Pflanze dem Tag sanft zu folgen scheint. Sie stammt aus Brasilien und Paraguay, wächst aus kleinen Zwiebeln und ist ein freundlicher, auffälliger Begleiter auf einer hellen Fensterbank.
Am meisten beunruhigt die Leute, wie er verblasst. Nach einer warmen Phase oder im Herbst werden die Blätter gelb und sacken zusammen, und der Topf sieht aus, als wäre alles vorbei. Ist es aber wirklich nicht. Die Pflanze gleitet nur in die Ruhephase und lässt ihre Zwiebeln unter der Erde rasten, bis eine kühle Zeit und frisches Wasser sie zurückrufen. Und sie kommt in voller Pracht zurück.
Er verlangt so wenig, dass sich Fehler leicht wieder ausbügeln lassen. Helles, indirektes Licht, ein gerade eben feuchter Boden und die Bereitschaft, ihn ruhen zu lassen, sind ungefähr alles, was er braucht. Das Einzige, was du dir merken solltest: Jeder Teil enthält Oxalsäure, halte ihn also fern von Haustieren, die gern an Pflanzen knabbern.
Pflege
Kurz gesagt: helles, indirektes Licht, ein Boden, der gerade eben feucht bleibt und nie nass wird, und angenehme Zimmerwärme von rund 13°C bis 24°C. Wenn er ruhen und verblassen möchte, lass ihn, denn ein wenig Wasser lockt ihn danach zurück.
Licht
Gib ihm helles, indirektes Licht, dann bleibt die Blattfarbe am kräftigsten. Etwas volle Sonne ist willkommen, Halbschatten wird vertragen, doch bei zu wenig Licht vergeilt die Pflanze und das schöne Purpur verschiebt sich ins Grünliche.
Gießen
Halte den Boden gerade eben feucht, aber nie nass, und lass die oberen 2 bis 3 cm vor dem nächsten Guss antrocknen, denn nasser Boden lässt die Zwiebeln faulen. Sobald die Blätter zu verblassen beginnen, gieße weniger und dann gar nicht mehr, damit die Pflanze in Ruhe rasten kann.
Boden
Setze die Zwiebeln in eine lockere, gut durchlässige Blumenerde, ob mit oder ohne Erdanteil, ganz wie du es zur Hand hast. Er ist bei der Struktur nicht wählerisch und fühlt sich in einem weiten pH-Bereich von 6,0 bis 8,0 wohl, sodass fast jede normale Zimmerpflanzenerde taugt, solange das Wasser frei abläuft.
Temperatur
Angenehme Zimmerwärme passt ihm perfekt, ideal 13°C bis 24°C mit etwas kühleren Nächten. Echte Hitze mag er nicht, sie schickt ihn oft zu früh in die Ruhephase.
Luftfeuchtigkeit
Ganz normale Raumluft reicht völlig, du musst also keinen bestimmten Luftfeuchtewert anpeilen. Was er wirklich möchte, ist gleichmäßige Feuchtigkeit an den Wurzeln, viel mehr als feuchte Luft um die Blätter.
Düngen
Gib ihm etwa einmal im Monat einen ausgewogenen Zimmerpflanzendünger, aber nur vom Frühjahr bis zum Herbst, solange er aktiv wächst. Sobald er in die Ruhephase geht, hör ganz damit auf, denn ruhende Zwiebeln können ihn schlicht nicht verwerten.
Schneiden
Ein Rückschnitt ist hier eigentlich nur sanftes Aufräumen. Zwick oder schneide vergilbende oder abgestorbene Blätter weg und entferne von Rost befallenes Laub, sobald du es bemerkst, damit der Pilz keine Chance hat, sich auszubreiten.
Umtopfen
Topfe alle paar Jahre um, oder etwas früher, sobald die Zwiebeln den Topf füllen und die Blätter kleiner nachwachsen. Setze die Zwiebeln knapp unter die Oberfläche in eine gut durchlässige Erde. Das ist auch der perfekte Moment, um einen dicht gewordenen Horst zu teilen.
Größe & Abstand
Erwarte einen ordentlichen, niedrigen Polster von etwa 15 bis 46 cm Höhe, der sich 30 bis 61 cm breit ausdehnt. Seine bescheidene Größe und sein ruhiger, gepflegter Wuchs machen ihn wunderbar unkompliziert für Fensterbank oder Regal.
Probleme lösen
Ehrlich gesagt kann hier sehr wenig schiefgehen, und das Einzige, was Neulinge erschreckt, entpuppt sich als harmlos. Sobald du eine natürliche Ruhephase von einem echten Problem unterscheiden kannst, bist du ganz entspannt. Schau dir erst an, was du unten siehst, bevor du dir Sorgen machst oder zur Gießkanne greifst.
Orange bis braune Beulen und Flecken erscheinen auf den Blättern
Was du da siehst, ist Sauerklee-Rost, ein Pilz, der orange bis braune Beulen auf dem Blatt aufwirft, umgeben von verfärbten Stellen. Schneide die befallenen Blätter ab und wirf sie so schnell wie möglich in den Müll. Gib der Pflanze mehr Luft zum Atmen, damit die Luft zirkulieren kann, und halte Wasser möglichst vom Laub fern, denn die Sporen reisen auf nassen Blättern.
Lösung:
- Schneide befallenes Laub ab und entsorge es
- Verbessere die Luftzirkulation und vermeide es, das Laub zu benetzen
Blätter werden gelb, fallen zusammen, und die Pflanze wirkt verloren
Sei beruhigt, denn das ist fast immer natürliche Ruhephase und keine sterbende Pflanze. Der Dreieckige Sauerklee wächst aus Zwiebeln, die jedes Jahr ruhen, meist nach einer heißen Phase oder im Herbst, und die Blätter verblassen einfach, während die Zwiebeln sicher unter der Erde warten. Stell das Gießen ein, räum die abgestorbenen Reste weg und lass den Topf etwa einen Monat an einem kühlen, dunklen Ort stehen, dann bring ihn zurück ins Licht und beginne wieder zu gießen.
Lösung:
- Stell das Gießen ein und lass die Blätter eintrocknen
- Entferne abgestorbenes Laub und stell den Topf etwa einen Monat an einen kühlen, dunklen Ort
- Gieße wieder und stell ihn zurück ins Licht, sobald neuer Austrieb erscheint
Giftigkeit
Sieh ihn als sanft giftige Pflanze und nicht als gefährliche, dann bist du auf der sicheren Seite. Jeder Teil enthält lösliche Oxalsäure, und die ASPCA führt ihn als giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Ein neugieriges Knabbern endet meist nur mit einem wunden Mund oder einem flauen Magen, doch ein großer Bissen kann den Blutkalziumspiegel senken und die Nieren belasten. Stell ihn deshalb einfach dorthin, wo Haustiere und Kinder nicht hinkommen.
Giftig für
Katzen · Hunde · Pferde · Kaninchen · Nutztiere · Vögel · Menschen
Katzen Vorsicht
Ein kleines Knabbern führt meist zu nichts Schlimmerem als etwas Sabbern und einem flauen Magen. Es braucht ein echtes Maul voll Blätter für ernsten Schaden, und selbst dann bringt der bittere Geschmack eine Katze meist rechtzeitig zum Aufhören. Achte einfach auf Erbrechen oder Zittern, falls eine Katze viel frisst.
Hunde Vorsicht
Ein Hund, der ein, zwei Blätter kaut, sabbert vielleicht ein wenig und hat eine Weile Magengrummeln. Das Risiko steigt erst, wenn ein Hund eine echte Menge Laub verputzt, was Erbrechen und in seltenen Fällen einen gesenkten Blutkalziumspiegel auslösen kann.
Pferde Vorsicht
Ein flüchtiges Kosten stört ein Pferd wohl gar nicht. Die eigentliche Sorge ist das Abweiden einer großen oder stetigen Menge, denn die löslichen Oxalate können mit der Zeit zu Koliken und Anzeichen eines Kalziumungleichgewichts führen.
Kaninchen Vorsicht
Dieselben Oxalate, die Katzen und Hunden zusetzen, gelten auch hier, deshalb ist es am freundlichsten, ihn vom Speiseplan zu streichen. Ein einzelner Biss ist harmlos, doch Kaninchen sollten nicht an den Blättern grasen dürfen.
Nutztiere Vorsicht
Ziegen, Schafe und Rinder tragen dasselbe mengenabhängige Risiko. Ärger kommt vom Fressen großer Mengen, nicht von einem einzelnen Maul voll, halte größere Bestände also gut außer Reichweite weidender Tiere.
Vögel Vorsicht
Für Ziervögel gilt er am besten als tabu. Die Oxalsäure in den Blättern kann den Verdauungstrakt reizen, und es gibt schlicht keinen Grund, einen Vogel daran picken zu lassen.
Menschen Vorsicht
Das ist keine Pflanze für den Esstisch, und die Blätter sind sauer von Oxalsäure. Ein Kind, das eines kaut, bekommt vielleicht einen wunden Mund und einen verdorbenen Magen, halte sie also von kleinen Händen fern, auch wenn der bittere Geschmack die Kostprobe meist schnell beendet.
Alle Teile sind potenziell giftig; halte sie außer Reichweite von Haustieren und Kindern.
Notrufnummern
Deutschland
Giftnotruf (Berlin): 030 19240
Österreich
Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
Schweiz
Tox Info Suisse: 145
Sorten
Fast jede Pflanze, die als Dreieckiger Sauerklee verkauft wird, ist die hübsche purpurblättrige Sorte, und genau die lernst du zum Glück kennen.
Oxalis triangularis subsp. triangularis
Das ist die vertraute purpurblättrige Form, die den meisten vor Augen steht: tief weinrote, dreieckige Fiederblättchen zu dritt, die sich jede Nacht schließen oder immer dann, wenn man die Pflanze anstößt.
Vermehrung
Diese Pflanze weiterzugeben könnte kaum nachsichtiger sein, denn ein einzelner Topf füllt sich ganz von selbst mit kleinen Zwiebeln, die sich beim leisesten Ziehen voneinander lösen.
Zwiebeln & KnollenEinfach
Während der Ruhephase · Ein paar Wochen, sobald das Gießen wieder beginnt und neuer Austrieb einsetzt
Warte, bis die Pflanze ruht, kippe dann behutsam den Horst aus dem Topf und löse die vielen kleinen Zwiebeln voneinander, die sich fast mühelos trennen. Bette sie in kleinen Grüppchen in frische Töpfe, knapp unter die Bodenoberfläche. Sobald du wieder gießt, erscheinen neue Blätter innerhalb weniger Wochen.
TeilungEinfach
Während der Ruhephase oder beim Umtopfen · Ein paar Wochen
Wenn ein Topf voll wird, hebe ihn beim Umtopfen oder während der Ruhephase heraus und teile den dichten Zwiebelknoten in kleinere Handvoll auf. Pflanze jede Handvoll neu ein, und sie wachsen binnen weniger Wochen zufrieden an.
Mythen
Der Dreieckige Sauerklee verhält sich wie eine Efeutute oder ein Philodendron, verursacht also nur kurze Reizungen im Mund.
Diese Pflanzen tragen tatsächlich verschiedene Arten von Oxalat. Eine Efeutute enthält unlösliche Kristalle, die bei Kontakt nur im Mund brennen, während der Dreieckige Sauerklee lösliches Oxalat enthält, das der Körper aufnimmt und das in großen Mengen den Blutkalziumspiegel senken und die Nieren belasten kann. Die ASPCA führt ihn als giftig für Katzen, Hunde und Pferde, ein großer Bissen ist also durchaus ein Grund zur Sorge, auch wenn ein kleines Knabbern es nicht ist.
Sobald die Blätter einziehen, ist die Pflanze tot und gehört in den Müll.
Ein leerer Topf kann hoffnungslos aussehen, doch die Zwiebeln ruhen nur durch eine ganz normale Ruhephase. Stell das Gießen ein, setz den Topf etwa einen Monat an einen kühlen, dunklen Ort, dann gieße wieder, und frische Blätter schieben sich prompt wieder heraus.