Die wichtigsten Nachteile von Deutschem Weidelgras sind seine geringe Schatten-, Hitze- und Trockenheitstoleranz. Diese drei Einschränkungen machen es für viele Gärten zu einer riskanten Wahl. Wenn Ihr Rasen einer dieser Belastungen ausgesetzt ist, wird dieses Gras ausdünnen und kahle Stellen hinterlassen.
Die Schwächen von Deutschem Weidelgras zeigen sich in den Daten. UC ANR bewertet Hitze-, Schatten- und Trockenheitstoleranz jeweils als mäßig gering. Ihr Rasen beginnt auszudünnen, wenn die Temperaturen länger als eine Woche über 85 °F (29 °C) bleiben. Schattige Bereiche unter Ihren Bäumen dünnen noch schneller aus, da das Gras viel Sonne braucht, um sich zu ernähren.
Ich habe vor zwei Jahren einen Weidelgras-Rasen durch einen brutalen Sommer geführt. Der nach Süden ausgerichtete Garten bekam die volle Nachmittagssonne ab und wurde Mitte Juli braun. Bereiche nahe am Haus mit etwas Schatten hielten etwas besser durch. Aber die offenen Stellen verloren etwa 40 % ihrer Dichte, bevor kühles Wetter zurückkehrte. Ich musste fast ein Drittel meines Rasens im Herbst nachsäen.
Die horstbildende Wuchsform schadet Ihnen erheblich. Dieses Gras hat keine ober- oder unterirdischen Ausläufer. Wenn Sie eine kahle Stelle durch Hitze oder starke Abnutzung bekommen, bleibt sie kahl. Sie müssen selbst nachsäen, da das Gras sich nicht ausbreiten kann, um Lücken zu füllen. Das verdoppelt Ihren Reparaturaufwand im Vergleich zu einem Gras wie Wiesenrispe.
Oregon State hat herausgefunden, dass Weidelgras im Schatten innerhalb von ein bis zwei Saisons durch Poa annua ersetzt wird. Das Poa füllt die Lücken, die Ihr ausdünnendes Weidelgras hinterlässt. Sobald dieses Unkraut übernimmt, werden Sie Jahre damit verbringen, es mit gezieltem Spritzmitteleinsatz zu bekämpfen.
Hitzestress-Management
- Mähhöhe: Stellen Sie Ihren Mäher im Sommer auf 7,5–9 cm hoch, um Ihre Wurzeln zu beschatten und den Boden zu kühlen.
- Bewässerungsplan: Geben Sie Ihrem Rasen 25 mm Wasser pro Woche am frühen Morgen während heißer Trockenperioden.
- Düngezeitpunkt: Stellen Sie die Stickstoffdüngung ein, wenn die Temperaturen über 80 °F (27 °C) steigen, um schwaches Wachstum zu vermeiden.
Lösungen für Schattenzonen
- Nachsaat-Option: Säen Sie Feinschwingel mit 15–20 g pro m² in Ihren Schattenbereichen für bessere Abdeckung nach.
- Baumpflege: Schneiden Sie untere Äste auf 1,80–2,40 m Höhe zurück, damit mehr gefiltertes Licht Ihr Gras erreicht.
- Bodendecker-Wechsel: Wechseln Sie zu schattenliebenden Bodendeckern an Stellen, die weniger als 3 Stunden Licht pro Tag erhalten.
Krankheitsvorbeugung
- Stickstoffgehalt: Bringen Sie 10–20 g Stickstoff pro m² und Jahr aus, um Ihrem Gras bei der Krankheitsabwehr zu helfen.
- Fungizid-Timing: Sprühen Sie vorbeugend Fungizid im späten Frühjahr, bevor heißes, feuchtes Wetter auf Ihrem Rasen einsetzt.
- Luftzirkulation: Halten Sie Ihr Gras von Zäunen und Wänden fern, wo eingeschlossene Feuchtigkeit Pilzwachstum fördert.
Eine der schlimmsten Schwächen von Weidelgras ist die Krankheit Grauer Blattfleck. Dieser Pilz kann Ihren gesamten Bestand in unter zwei Wochen bei warmem, feuchtem Wetter zerstören. Geringer Stickstoffgehalt macht Ihr Gras anfälliger dagegen. Am Ende brauchen Sie mehr Dünger zur Krankheitsbekämpfung, aber zu viel Stickstoff bei Hitze verursacht eigene Probleme.
Arbeiten Sie um diese Grenzen herum, statt direkt dagegen anzukämpfen. Pflanzen Sie Weidelgras nur an Ihren sonnigen Stellen mit kühlen Sommern und stetiger Wasserzufuhr. Mischen Sie es mit Wiesenrispe für die Selbstreparatur und verwenden Sie Schwingel in Ihren Schattenzonen. So bekommen Sie das Beste vom Weidelgras, wo es glänzt, ohne sich auf einen aussichtslosen Kampf einzulassen.
Vollständigen Artikel lesen: Deutsches Weidelgras – Ratgeber für den Rasen