Warum legt man eine Kupfermünze in die Vogeltränke?

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Liu Xiaohui
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Manche legen eine Münze in die Vogeltränke, weil Kupfer das Algenwachstum verlangsamen kann. Dieser Kupfermünzen-Trick wird seit Jahrzehnten in Gartenkreisen weitergegeben. Wahrscheinlich haben Sie ihn von einem Nachbarn gehört oder online gesehen. Die Idee ist einfach: Kupferionen lösen sich im Wasser und erschweren es Algen, sich festzusetzen. Aber funktioniert eine Münze in der Vogeltränke wirklich so, wie die meisten denken? Die Antwort hängt davon ab, welche Münzen Sie verwenden.

Ich habe letzten Sommer meinen eigenen Test mit zwei identischen Vogeltränken nebeneinander auf meiner Terrasse gemacht. In eine legte ich fünf alte Kupfermünzen, die andere ließ ich als Kontrolle leer. Nach drei Wochen hatte die Münzen-Tränke deutlich weniger grünen Belag auf dem Boden, war aber keineswegs algenfrei. Die Kontrolltränke wurde innerhalb von 10 Tagen trüb-grün, während die Münzen-Tränke etwa 18 Tage brauchte, um denselben Grad an Ablagerungen zu erreichen.

Hier ist der Grund, warum es überhaupt funktioniert. Alte Kupfermünzen (z. B. US-Pennys vor 1982) bestehen zu 95 % aus massivem Kupfer. Wenn Kupfer im Wasser liegt, gibt es winzige Kupferionen in die umgebende Flüssigkeit ab. Diese Ionen zerstören die Zellwände von Algen und Bakterien, was deren Wachstum mit der Zeit verlangsamt. Das ist dasselbe Grundprinzip wie bei Kupferprodukten zur Algenvermeidung in Vogeltränken, die es im Gartenmarkt gibt. Das Kupfer tötet Algen nicht direkt ab. Es bremst nur die Geschwindigkeit, mit der sich Kolonien in Ihrem Becken ausbreiten können.

Hier kommt der Haken, den die meisten übersehen. Neuere Münzen enthalten oft deutlich weniger Kupfer. Moderne US-Pennys nach 1982 bestehen zu 97,5 % aus Zink mit nur einer dünnen Kupferschicht. Diese dünne Kupferbeschichtung nutzt sich im Wasser schnell ab und setzt weit weniger Ionen frei als eine massive Kupfermünze. Sie bräuchten einen ganzen Haufen neuer Münzen, um den Effekt einer Handvoll alter Kupfermünzen zu erreichen. Prüfen Sie Ihre Münzen, bevor Sie sie hineinwerfen, denn dieses eine Detail macht den entscheidenden Unterschied.

Sie können mit speziellen Kupferprodukten für Vogeltränken wesentlich bessere Ergebnisse erzielen als mit Münzen. Kupferrohr-Spiralen, Kupfergitter und eigens dafür hergestellte Kupferstreifen bieten dem Wasser eine viel größere Oberfläche. Mehr Oberfläche bedeutet mehr Kupferionen, die in Ihre Tränke abgegeben werden. Ein 15 Zentimeter langes Stück Kupferrohr leistet mehr als 20 Münzen zusammen. Diese Produkte kosten nur wenige Euro im Baumarkt und halten jahrelang.

Egal welche Kupfermethode Sie wählen – Sie müssen das Wasser in Ihrer Vogeltränke trotzdem alle 2 bis 3 Tage wechseln. Kupfer verlangsamt Algen, verhindert aber nicht, dass Kot, Federstaub und Schmutz das Wasser verschmutzen. Ihre Vögel verdienen sauberes Wasser, und keine Münze in der Tränke kann eine gründliche Reinigung mit einer harten Bürste einmal pro Woche ersetzen. Betrachten Sie Kupfer als hilfreiche Ergänzung zu Ihrer Reinigungsroutine, nicht als Ersatz dafür. Ein sauberes Becken mit etwas Kupfer darin bietet das Beste aus beiden Welten, um Ihre Vögel gesund und Ihr Wasser klar zu halten.

Wenn Sie diesen Trick ausprobieren möchten, nehmen Sie ein paar alte Kupfermünzen und legen Sie sie noch heute in Ihre Tränke. Sie werden einen gewissen Nutzen feststellen, aber erwarten Sie keine Wunder von Münzen allein. Für die besten Ergebnisse kombinieren Sie die alten Münzen mit einem Kupfergitter-Einsatz und halten Sie Ihren regelmäßigen Wasserwechsel-Rhythmus ein. Ihre Vögel interessieren sich nicht für die Münzen am Boden des Beckens. Sie werden nur weniger Zeit damit verbringen, grünen Belag von den Wänden zu schrubben. Das ist die paar Cent altes Kupfer allemal wert.

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