Der Wasserbedarf von Kakteen ist weit geringer als bei jeder anderen Zimmerpflanze. Kakteen brauchen sehr wenig Wasser, und Übergießen tötet mehr dieser Pflanzen als Trockenheit, Krankheiten und Schädlinge zusammen. Weniger ist bei diesen Wüstenüberlebenskünstlern immer mehr.
Ich habe das auf die schmerzhafte Art mit meinem ersten Kaktus gelernt. Ich goss ihn jede Woche wie meine anderen Zimmerpflanzen, und innerhalb von zwei Monaten wurde die Basis matschig und dunkel. Wurzelfäule hatte sich ausgebreitet und es gab keine Rettung mehr. Nach diesem Misserfolg lernte ich die Durchnäss-und-Trocken-Methode. Jetzt durchnässe ich die Erde, lasse jeden Tropfen unten abfließen und gieße erst wieder, wenn der Topf knochentrocken ist. Seitdem habe ich keinen Kaktus mehr verloren.
Wie oft sollte man einen Kaktus also in der Praxis gießen? Während des aktiven Sommerwachstums von April bis September brauchen die meisten Arten alle 10–14 Tage Wasser. Im Herbst verlängern Sie das auf alle 3–4 Wochen, wenn das Wachstum nachlässt. Von Oktober bis Februar geht Ihr Kaktus in die Ruhephase und braucht nur einmal im Monat oder weniger Wasser. Manche Züchter stellen das Gießen bei Wüstenarten von Dezember bis Februar komplett ein.
Die Biologie hinter diesem geringen Wasserbedarf ist faszinierend. Kakteen haben spezielle Zellen namens Breitband-Tracheiden entwickelt, die es ihren Stämmen ermöglichen, bei Trockenheit zu schrumpfen, ohne Schaden zu nehmen. Stellen Sie es sich wie ein Akkordeon vor, das sich bei Wassermangel zusammenfaltet und sich ausdehnt, wenn Wasser zurückkehrt. Kortikale Bündel durchziehen den Stamm und speichern riesige Wassermengen – ein eingebautes Reservoir. Ein gesunder Kugelkaktus kann monatelang allein von seinem internen Wasservorrat überleben.
Wie oft man einen Kaktus gießen sollte, hängt aber von mehr ab als nur dem Kalender. Topfgröße, Substrattyp, Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen den Zeitpunkt. Ein kleiner Topf in einem trockenen Raum trocknet schneller aus als ein großer Topf in einem feuchten Badezimmer. Deshalb ist der Fingertest jedem festen Zeitplan überlegen.
Hier ist die Methode, die immer funktioniert. Stecken Sie Ihren Finger oder ein Holzstäbchen etwa 5 cm tief in die Erde. Wenn Feuchtigkeit daran haftet, warten Sie. Wenn er sauber und trocken herauskommt, gießen Sie die Pflanze, bis Wasser aus den Abzugslöchern fließt. Dann leeren Sie den Untersetzer, damit der Topf nicht im stehenden Wasser sitzt. Dieser einfache Test ist besser als jede Kalender-App, um Ihren Kaktus vor zu viel Wasser zu schützen.
Einen Kaktus-Gießplan zu erstellen, der für Ihr Zuhause funktioniert, braucht ein paar Wochen Aufmerksamkeit. Notieren Sie das Datum bei jedem Gießen und prüfen Sie die Erde alle paar Tage dazwischen. Nach einem Monat kennen Sie den natürlichen Trocknungsrhythmus Ihres spezifischen Topfes und Ihrer Umgebung. Schreiben Sie es auf, wenn das hilft.
Der beste Kaktus-Gießplan ist einfach. Gießen Sie gründlich wenn trocken, dann lassen Sie Ihre Pflanze in Ruhe, bis die Erde Ihnen sagt, dass sie einen Schluck braucht. Ihr Kaktus ist an jedem Tag lieber zu trocken als zu nass. Vertrauen Sie dem Fingertest und folgen Sie dem saisonalen Rhythmus. Ihre Pflanzen bleiben jahrelang gesund – ganz ohne Wurzelfäule.
Vollständigen Artikel lesen: Kakteen: Pflege, Arten und Vorteile