Die beste Gießhäufigkeit für Anthurien ist alle 5–7 Tage im Sommer und alle 10–14 Tage im Winter. Dieser Rahmen passt für die meisten Wohnungen, aber der genaue Zeitpunkt hängt von Topfgröße, Erdart und Raumtemperatur ab. Die Erde sollte sich etwa zwei Zentimeter tief trocken anfühlen, bevor Sie erneut gießen. Gießen Sie nicht stur an einem festen Wochentag, ohne vorher zu prüfen.
Ihr Anthurien-Gießplan sollte sich mit den Jahreszeiten ändern statt das ganze Jahr gleich zu bleiben. Ich habe meine Anthurien früher jeden Sonntag wie ein Uhrwerk gegossen, egal welcher Monat war. Dieser starre Plan führte im Dezember zu Wurzelfäule, weil die Erde zwischen den Gießvorgängen zu lange nass blieb. Als ich anfing, zuerst die Erde mit dem Finger zu prüfen, verschwand das Problem innerhalb eines Monats. Meine Blätter wurden glänzender und die Wurzeln blieben fest und weiß, statt braun und matschig zu werden.
Hier ist der Grund, warum sich Ihr Anthurien-Gießplan mit den Jahreszeiten ändern muss. Im Winter bekommt Ihre Pflanze weniger Licht und die Luft ist kühler. Diese beiden Faktoren verlangsamen einen Vorgang namens Transpiration – so zieht die Pflanze Wasser aus den Wurzeln nach oben und gibt es über die Blätter ab. Bei langsamerer Transpiration nehmen die Wurzeln Wasser viel langsamer auf. Das bedeutet, die Erde bleibt länger nass und die Wurzeln stehen in Feuchtigkeit, die sie nicht brauchen. Das ist die häufigste Ursache für Wurzelfäule im Winter.
Thompson and Morgan empfehlen, in heißen Sommermonaten alle 2–3 Tage zu gießen, wenn Sie in einem warmen Klima leben. Im Winter können Sie laut ihren Angaben problemlos 10–12 Tage dazwischen lassen. UF/IFAS ergänzt, dass die Erde feucht bleiben, aber nach jedem Gießen immer gut abtropfen sollte. Diese Empfehlungen decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen aus mehreren Jahren mit acht Anthurien.
Zu wissen, wie viel Wasser eine Anthurie braucht, ist genauso wichtig wie der richtige Zeitpunkt. Durchfeuchten Sie die Erde, bis Wasser aus den Abflusslöchern am Boden läuft. Geben Sie nicht nur einen kleinen Spritzer obendrauf. Ein gründliches Durchgießen stellt sicher, dass der gesamte Wurzelballen Feuchtigkeit bekommt, nicht nur die oberste Schicht. Lassen Sie dann alles überschüssige Wasser abfließen und lassen Sie Ihre Anthurie niemals in einer Pfütze stehen. Ein nasser Untersetzer über Nacht kann schnell Wurzelfäule verursachen. Schütten Sie Restwasser jedes Mal sofort nach dem Gießen weg.
Der Fingertest ist die zuverlässigste Methode, um die richtige Gießhäufigkeit für Ihre Anthurie zu Hause zu bestimmen. Stecken Sie Ihren Finger etwa zwei Zentimeter tief in die Erde am Topfrand. Fühlt es sich in dieser Tiefe trocken an, können Sie gießen. Fühlt es sich noch feucht oder kühl an, warten Sie noch 2–3 Tage und prüfen erneut. Dieser Fünf-Sekunden-Test bewahrt Sie davor, Ihrer Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser zu geben. Er funktioniert besser als jeder feste Zeitplan, weil er Ihnen zeigt, was Ihre Pflanze gerade braucht.
Probieren Sie die Tauchmethode von unten für die gleichmäßigste Feuchtigkeitsverteilung. Füllen Sie eine Schale oder ein Becken mit 5–8 cm Wasser und stellen Sie den Topf etwa 15–20 Minuten hinein. Die Erde saugt das Wasser von unten nach oben, sodass jeder Teil der Wurzelzone versorgt wird. Nehmen Sie den Topf nach Ablauf der Zeit heraus und lassen Sie ihn abtropfen. Ich leere meine Untersetzer innerhalb von 15 Minuten nach dem Gießen, damit die Wurzeln nicht in Stauwasser stehen. Dieser Trick hat meine Anthurien gesünder gehalten als jede andere Methode, die ich ausprobiert habe. Versuchen Sie es und Sie werden den Unterschied innerhalb weniger Wochen sehen.
Vollständigen Artikel lesen: Anthurium-Pflege und Anbauanleitung