Die häufigen Weidelgras-Probleme, mit denen Sie rechnen müssen, fallen in vier Gruppen. Pilzkrankheiten befallen Halme und Kronen. Insektenschädlinge fressen die Wurzeln an. Hitze und Trockenheit verursachen Sommerstress. Und der Pflegeaufwand scheint nie aufzuhören. Die meisten dieser Probleme lassen sich auf eine Schwachstelle zurückführen: dünne Wurzeln.
Ich habe meine ersten Weidelgras-Krankheitsprobleme nach einer Woche warmem, feuchtem Wetter im Juni diagnostiziert. Kreisförmige braune Flecken tauchten überall im Rasen auf. Jeder maß 15 bis 61 cm Durchmesser mit einem dunkleren Ring am Rand. Dieses Muster zeigte mir, dass der Braunfleckenpilz eingedrungen war. Der Schaden breitete sich schnell aus. Als ich ein Fungizid ausbrachte, hatte ich bereits etwa ein Viertel meines Vorgartens verloren.
Braunflecken sind nicht die einzigen Weidelgras-Krankheiten, auf die Sie achten müssen. Grauer Blattfleck, Dollarfleck, Rotspitzigkeit, Pythium-Fäule und Kronenrost befallen allesamt Weidelgras. Die Krankheitsresistenzwerte reichen je nach Sorte von 1,6 bis 8,2. Das bedeutet, dass einige Typen deutlich häufiger erkranken als andere. Grauer Blattfleck richtet in heißen, feuchten Sommern den schlimmsten Schaden an. Er kann Ihren gesamten Bestand innerhalb weniger Tage vernichten, wenn Sie ihn übersehen.
Das dünne Wurzelsystem ist die Ursache vieler häufiger Weidelgras-Probleme – weit über Krankheiten hinaus. Weidelgraswurzeln reichen nur 5 bis 10 cm in den Boden. Trockenstress setzt ein, bevor tiefer wurzelnde Gräser überhaupt trockenen Boden bemerken. Diese oberflächennahen Wurzeln verankern Ihr Gras zudem schlecht. Starke Trittbelastung reißt Grassoden heraus, statt die Halme umzubiegen. Engerlinge fressen genau in dieser dünnen Wurzelzone und töten im Spätsommer große Rasenflächen ab.
Braunflecken (Brown Patch)
- Auslöser: Tritt auf, wenn Nachttemperaturen mehrere Tage in Folge über 18 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit bleiben.
- Anzeichen: Kreisförmige braune Flächen von 15–61 cm Durchmesser mit einem dunklen Ring, der am besten im Morgentau zu erkennen ist.
- Gegenmaßnahme: Fungizid beim ersten Anzeichen ausbringen und die Stickstoffdüngung in warmen Monaten reduzieren.
Grauer Blattfleck (Gray Leaf Spot)
- Auslöser: Heißes Wetter über 27 °C zusammen mit Regen oder starker Bewässerung setzt diese Krankheit schnell in Gang.
- Anzeichen: Graubraune Flecken auf den Blattspreiten, die zusammenwachsen und ganze Pflanzen in 48 bis 72 Stunden abtöten.
- Gegenmaßnahme: Im Frühsommer vorbeugend ein Fungizid sprühen, da heilende Behandlungen oft zu spät kommen.
Kronenrost (Crown Rust)
- Auslöser: Kühles, feuchtes Wetter im Frühling und Herbst bei Temperaturen zwischen 16 und 24 °C begünstigt diesen Pilz.
- Anzeichen: Orangegelbe, pudrige Flecken auf den Blattoberflächen, die auf Schuhe und Mäherräder abfärben.
- Gegenmaßnahme: Häufiger mähen, um befallenes Blattgewebe zu entfernen, und mit Stickstoff düngen, um frisches, gesundes Wachstum zu fördern.
Ihr Plan zur Weidelgras-Rasen-Fehlersuche sollte mit Vorbeugung beginnen. Wählen Sie Sorten mit hohem Endophytengehalt und starken Krankheitsresistenzwerten auf dem Saatgutetikett. Mähen Sie auf 6 bis 7,5 cm Höhe, um die Krone vor Hitze zu schützen. Reduzieren Sie Stickstoff im Sommer, da übermäßige Düngung Pilzwachstum fördert. Wässern Sie morgens früh, damit Ihr Gras vor der Dunkelheit abtrocknet.
Meiner Erfahrung nach ist der beste Tipp zur Weidelgras-Rasen-Pflege, 30 bis 40 % Rohrschwingel unter Ihre Weidelgras-Saat zu mischen. Der Schwingel bringt tiefere Wurzeln und bessere Hitzebeständigkeit, ohne die feine Textur zu verlieren, die Sie schätzen. Diese Mischung gibt Ihnen ein Sicherheitsnetz, wenn häufige Weidelgras-Probleme Ihren Rasen in einem harten Sommer an seine Grenzen bringen.
Vollständigen Artikel lesen: Weidelgras: Arten, Verwendung und Pflege