Nein, Anthurien mögen überhaupt keine tiefen Töpfe. Die richtige Topfgröße für Anthurien ist breit und flach statt hoch und schmal. Ihre Wurzeln breiten sich seitlich aus, statt gerade nach unten zu wachsen. Ein tiefer Topf hält daher nur nasse Erde, die die Wurzeln nicht erreichen. Diese überschüssige Feuchtigkeit am Boden führt zu Fäulnis.
Diesen Fehler habe ich bei einer meiner ersten Anthurien gemacht. Ich pflanzte sie in einen tiefen Keramiktopf um, der viel zu groß war, weil ich dachte, mehr Platz bedeute besseres Wachstum. Innerhalb von zwei Monaten wurden die unteren Blätter gelb und die Wurzeln weich und braun. Wurzelfäule hatte sich durch die ganze nasse Erde am Topfboden ausgebreitet, wo keine Wurzeln hinreichten. Ich holte die Pflanze heraus, schnitt die beschädigten Wurzeln ab und setzte sie in einen breiten, flachen Topf, der nur etwas größer als der Wurzelballen war. Die Pflanze erholte sich in etwa sechs Wochen.
Anthurien wachsen so, weil sie in der Natur Epiphyten sind. Sie leben auf Ästen und nicht tief in der Erde vergraben. Ihre Wurzeln breiten sich über die Rinde aus und halten sich an Oberflächen fest. Sie nehmen Feuchtigkeit aus der feuchten Luft und dem vorbeirinnenden Regen auf. Das bedeutet, dass die Wurzeln von Natur aus kompakt und oberflächennah bleiben. Wenn Sie sie in einen tiefen Topf setzen, bleibt die untere Hälfte der Erde nass, ohne dass Wurzeln sie aufsaugen. Diese stehende Feuchtigkeit schafft perfekte Bedingungen für Pilzfäule.
Bei der Wahl eines neuen Topfes greifen Sie zu einem, der nur 1–2 Zoll (2,5–5 cm) breiter ist als Ihr aktueller Behälter. Dieser kleine Schritt gibt den Wurzeln Raum zum Wachsen, ohne zu viel leere Erde um sie herum zu lassen. Achten Sie darauf, dass Ihr Topf mindestens ein Abflussloch am Boden hat. Zwei Löcher sind für die Luftzirkulation sogar besser. Ohne Abfluss staut sich Wasser am Boden und Ihre Wurzeln werden faulen. Kein noch so vorsichtiges Gießen kann einen Topf ohne Abflussloch ausgleichen.
Den besten Topf für Anthurien zu finden, hängt davon ab, welches Material zu Ihren Gewohnheiten passt. Terrakottatöpfe sind porös und leiten Feuchtigkeit schneller von der Erde ab als andere Materialien. Wenn Sie zum Übergießen neigen, ist Terrakotta Ihr bester Freund. Plastiktöpfe halten Feuchtigkeit länger und wiegen weniger, was sie gut für Hänge-Arrangements oder hohe Regale macht. Glasierte Keramiktöpfe sehen toll aus und speichern Feuchtigkeit länger. Sie eignen sich am besten, wenn Sie in einem trockenen Klima leben, wo die Luft der Erde schnell Wasser entzieht.
Die Anforderungen an den Anthurien-Topf lassen sich auf ein paar einfache Regeln reduzieren. Halten Sie den Topf breit und flach statt hoch. Gehen Sie beim Umtopfen nur 1–2 Zoll nach oben. Wählen Sie immer einen Topf mit Abflusslöchern. Suchen Sie ein Material, das zu Ihrem Gießverhalten und Klima passt. Ich topfe meine Anthurien alle zwei Jahre im Frühling um und diese Regeln haben jede einzelne gesund und blühfreudig gehalten.
Die richtige Topfgröße für Anthurien macht einen größeren Unterschied als die meisten denken. Ein gut passender Topf sorgt dafür, dass die Erde gleichmäßig trocknet und die Wurzeln fest und weiß bleiben. Ihre Pflanze wird schneller wachsen, mehr blühen und in einem eng anliegenden Topf besser aussehen als jemals in einem überdimensionierten. Stimmt der Topf, beseitigen Sie einen der größten Stressfaktoren für Ihre Pflanze.
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