Kann man Blauregen also anfassen, ohne sich zu gefährden? Ja, das ist möglich. Das Berühren von Blüten, Blättern und Stängeln ist völlig harmlos. Gefährlich wird es erst, wenn Pflanzenteile gegessen werden. Dann kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
Aus meiner Erfahrung mit dem zweimal jährlichen Rückschnitt von Blauregen über sechs Jahre kann ich sagen: Ich hatte nie ein Hautproblem. Oft greife ich die Triebe mit bloßen Händen, wenn meine Handschuhe drinnen liegen. Kein Ausschlag, kein Jucken, nichts. Der Hautkontakt mit Blauregen ist unbedenklich – ganz anders als bei Giftsumach oder Gifteiche. Diese Pflanzen lösen allein durch Berührung Ausschläge aus. Bei Blauregen ist das nicht der Fall.
Die giftigen Bestandteile des Blauregens schaden nur beim Verschlucken. Lektin stört die Zellfunktion im Darm. Wisterin reizt und schädigt die Magenschleimhaut. Zusammen verursachen sie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Diese Stoffe können jedoch nicht durch die Haut eindringen. Sie müssen oral aufgenommen werden, um Schaden anzurichten.
Die NC State Extension stuft Blauregen bei der Giftigkeit als gering gefährlich ein. Die meisten Vergiftungsfälle verursachen nur kurzfristige Beschwerden. Samen und Schoten enthalten die höchste Giftkonzentration im Vergleich zu Blüten oder Blättern. Deshalb sind Kinder das größte Risiko. Kleine Kinder stecken Dinge in den Mund, und schon wenige Samen können sie ziemlich krank machen.
Gute Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Blauregen schützen Sie bei der Gartenarbeit. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe – nicht wegen der Giftstoffe, sondern weil die dicken, holzigen Triebe Ihre Hände aufschürfen können. Beim Schneiden dicker Äste fliegen auch Holzsplitter durch die Luft. Ein Augenschutz hilft bei intensiven Schnittarbeiten. Ich habe mittlerweile immer eine Schutzbrille in meiner Schnitttasche.
Waschen Sie nach jeder Gartenarbeit die Hände, bevor Sie Essen oder Ihr Gesicht berühren. Dieser einfache Schritt verhindert, dass Pflanzensaft versehentlich in die Nähe Ihres Mundes gelangt. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Blauregen-Blüten zum Anschauen da sind, nicht zum Essen. Sammeln Sie heruntergefallene Samenschoten aus Spielbereichen auf, denn sie sehen verlockend genug aus, dass ein Kind sie probieren könnte.
Kurz gesagt: Sie können Blauregen in Ihrem Garten bedenkenlos anfassen und genießen. Schneiden Sie Blüten für Ihre Vase und fahren Sie mit den Händen durch die Blütentrauben. Schneiden Sie ohne Angst vor Hautreaktionen. Achten Sie nur darauf, dass niemand Teile der Pflanze isst. Halten Sie die Samenschoten in der Nähe von Kindern und Haustieren sauber. Ihr Blauregen ist sicher im Umgang, solange Sie diese einfachen Regeln während der gesamten Wachstumszeit befolgen.
Vollständigen Artikel lesen: Blauregen: Pflege und Anbau-Ratgeber