Viele fragen, ob Menschen Blauregen anfassen dürfen – und die Antwort ist ja. Sie können Blüten, Blätter, Rinde und Äste bei normaler Gartenarbeit mit bloßen Händen anfassen. Blauregen verursacht keine Hautausschläge oder Blasen wie etwa Giftefeu. Die eigentliche Gefahr liegt im Verzehr von Pflanzenteilen, nicht im Berühren.
Ich schneide meinen Blauregen seit über sechs Jahren mit bloßen Händen. Ich greife dicke Stämme, entferne Seitentriebe und fasse frische Schnittstellen ohne Handschuhe an. Meine Haut bleibt nach jeder einzelnen Sitzung klar. Das kann ich nach Hunderten von Schnittdurchgängen an mehreren Pflanzen bestätigen. Das Einzige, was ich immer mache: Hände waschen, bevor ich esse oder mir ins Gesicht fasse.
Kurz gesagt: Hautkontakt mit Blauregen ist unbedenklich für Hände und Arme. Die giftigen Bestandteile des Blauregens sind zwei Verbindungen namens Lektin und Wisterin. Die höchsten Konzentrationen finden sich in den Samen und Samenhülsen. Diese Giftstoffe richten nur Schaden an, wenn man sie verschluckt. Sie greifen den Verdauungstrakt von innen an. Ihre Haut hält sie problemlos ab.
Das unterscheidet Blauregen grundlegend von Pflanzen wie Giftefeu, der reizende Öle durch die Haut dringen lässt. Blauregen enthält keine solchen Öle. Sie können daran entlangstreifen, ihn greifen und schneiden, ohne in den meisten Fällen eine Hautreaktion zu bekommen. Die Pflanze spart ihre Abwehr für Lebewesen auf, die versuchen, sie zu fressen.
Eine PubMed-Fallstudie zeigt, was passiert, wenn jemand versehentlich Blauregen-Samen isst. Eine Frau aß 10 Samen, weil sie sie für Bohnen hielt. Innerhalb weniger Stunden begann sie, Blut zu erbrechen, und wurde verwirrt. Sie brauchte Krankenhausbehandlung, um sich zu erholen. Die Samen enthalten genug Gift, um schon in kleinen Mengen schwere Magen-Darm-Beschwerden auszulösen. Kinder sind am stärksten gefährdet, da sie Samenhülsen aus Neugier in den Mund nehmen können.
Der sichere Umgang mit Blauregen erfordert nur wenige einfache Schritte, die Sie kaum zusätzliche Zeit kosten. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie Samenhülsen aufheben oder entfernen. Die Hülsen enthalten die höchste Giftkonzentration aller Pflanzenteile. Waschen Sie Ihre Hände nach jedem Rückschnitt mit Seife und Wasser. Kosten oder kauen Sie niemals Teile der Pflanze. Sammeln Sie heruntergefallene Samenhülsen vom Boden auf, wenn Sie kleine Kinder oder Haustiere im Garten haben.
Einen guten Tipp habe ich vor Jahren von einer Mitgärtnerin gelernt. Sie stellt einen Eimer mit Seifenwasser neben ihren Blauregen und taucht ihre Hände zwischen den Schnitten hinein. Dieser einfache Trick hält die Hände sauber und verhindert, dass Pflanzenrückstände ins Haus gelangen. Sie müssen keine Angst vor Ihrem Blauregen haben. Sie müssen nur die Grenze zwischen Berühren und Essen respektieren.
Sie können Ihren Blauregen schneiden, in Form bringen und Ihre Nase direkt in die Blüten stecken, um den süßen Duft zu genießen. Fassen Sie ihn bei Ihrer normalen Gartenarbeit ruhig an. Halten Sie nur Samen und Hülsen von Ihrem Mund fern, und alles ist gut. Ihr Blauregen ist sicher im Umgang, solange Sie diese grundlegenden Regeln befolgen.
Wenn Sie empfindliche Haut haben, tragen Sie leichte Gartenhandschuhe als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme. Manche Menschen berichten von einem leichten Kribbeln durch den Saft frischer Schnittstellen. Das ist selten, aber gut zu wissen. Ein Paar dünne Baumwollhandschuhe löst das Problem, ohne Sie zu bremsen. Die meisten Gärtner brauchen sie beim Blauregen allerdings nie.
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